23.04.2025

KI auf dem Vormarsch: Lernassistenten und Adaptive Learning prägen die Zukunft der Weiterbildung

Die neueste Ausgabe des „mmb Learning Delphi 2024/2025“ zeigt: KI-gestützte Lernformen wie Chatbots und Adaptive Learning stehen vor dem Durchbruch. Während klassische Formate wie Blended Learning an Bedeutung verlieren, gewinnt die intelligente Individualisierung von Lernprozessen zunehmend an Relevanz – sowohl didaktisch als auch wirtschaftlich.

Das mmb Institut hat im Februar 2025 seinen aktuellen „mmb Trendmonitor“ veröffentlicht. Grundlage ist die jährlich durchgeführte Delphi-Studie zur Zukunft des digitalen Lernens in der beruflichen Bildung. Für die Ausgabe 2024/2025 wurden 71 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Bildungspraxis und EdTech-Branche befragt. Im Fokus steht erneut die Rolle der Künstlichen Intelligenz im Bildungskontext.

Erstmals führen Chatbots und Lernassistenten das Ranking der wichtigsten digitalen Lerntechnologien an: 94 Prozent der Befragten bescheinigen ihnen zentrale Bedeutung für die nächsten drei Jahre. Adaptive Learning folgt mit 83 Prozent. Diese beiden KI-gestützten Konzepte gelten zugleich als wirtschaftlich besonders vielversprechend: 71 Prozent der Fachleute erwarten für Adaptive Learning großen kommerziellen Erfolg, für Chatbots sind es 66 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass text- und bildgenerierende KI-Werkzeuge wie ChatGPT oder DALL·E nicht mehr aus der beruflichen Bildung wegzudenken sind. Besonders sinnvoll erscheinen deren Einsatz zur Erstellung von Lerninhalten, Präsentationen und Programmieraufgaben. Doch die Mehrheit der Befragten warnt zugleich vor möglichen Risiken: 65 Prozent befürchten einen Kompetenzverlust („Deskilling“) durch den zunehmenden KI-Einsatz.

Auch gesetzliche Rahmenbedingungen spielen eine Rolle: Die neue EU-KI-Verordnung („AI Act“), die am 1. August 2024 in Kraft trat, wird von 66 Prozent als Chance für sichere Lernumgebungen bewertet. Gleichzeitig kritisieren 81 Prozent den hohen bürokratischen Aufwand für Anbieter und Betreiber von KI-Lösungen, vor allem im Bereich sogenannter „Hochrisiko“-Anwendungen.

Neben den technologischen Trends bleibt auch die Zielgruppenfrage zentral: Großunternehmen gelten weiterhin als wichtigste Kundengruppe der digitalen Bildungswirtschaft, doch auch öffentliche Verwaltungen, Hochschulen und Schulen gewinnen an Bedeutung.

Insgesamt bestätigt die Studie den klaren Trend hin zu individueller, KI-gestützter Weiterbildung – bei gleichzeitig wachsender Erwartung an Qualitätssicherung und ethische Regulierung.

Quelle: Trendstudie „mmb Learning Delphi 2024/2025“
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