IU Diversity Award 2025: Handlungsleitlinien für mehr Inklusion in Hamburger Kitas ausgezeichnet
Jenny Elisa Pabst wurde für ihre Masterarbeit zur Förderung von Inklusion in Hamburger Kindertagesstätten mit dem IU Diversity Award 2025 ausgezeichnet. Die Absolventin der IU Internationalen Hochschule entwickelte praxisnahe Handlungsleitlinien, die Leitungskräften in Kitas helfen sollen, die Diversitätskompetenz ihrer Teams gezielt zu stärken – insbesondere im Umgang mit autistischen Kindern. Die Auszeichnung würdigt wissenschaftlich fundierte Arbeiten, die Vielfalt, Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe fördern.
In ihrer empirischen Untersuchung arbeitete Pabst mit Kita-Leitungen aus sechs Hamburger Bezirken zusammen. Sie stellte fest, dass Leitungskräfte eine zentrale Rolle als Multiplikator:innen zwischen Kindern, Teams, Trägern und Familien einnehmen. Gleichzeitig zeigte sich, dass strukturelle Barrieren und begrenzte Ressourcen die Umsetzung inklusiver Praxis erschweren. Pabst, die selbst neurodivergent ist und in der Kita-Trägerberatung der Hamburger Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung tätig ist, bringt neben wissenschaftlicher Expertise auch persönliche Erfahrungen in ihre Arbeit ein.
Die Ergebnisse der Masterarbeit verdeutlichen, dass das gesellschaftliche Verständnis für Autismus und Neurodiversität wächst, der Nachholbedarf bei Barrierefreiheit und struktureller Unterstützung in Deutschland jedoch weiterhin groß ist. Pabst betont, dass Forschung nicht im Regal stehen sollte, sondern ganz konkret Kinder, Familien, Fachkräfte und Träger unterstützen müsse. Ihre Erkenntnisse will sie gezielt in der Beratungspraxis teilen und so die Qualität der Kindertagesbetreuung in Hamburg weiterentwickeln.
Das Fernstudium an der IU ermöglichte Pabst, Beruf, Familie und Studium flexibel zu verbinden. Sie finanzierte ihren Abschluss unter anderem mit einem Deutschlandstipendium und gilt heute als Expertin für digitale Lehre und KI in ihrem Team. Die IU vergibt den Diversity Award seit 2018 zweimal jährlich. Im Jahr 2025 wurde neben Pabst auch Alina Klein für ihre Arbeit zur Unterstützung queerer Geflüchteter ausgezeichnet. Die Hochschule sieht in der Auszeichnung einen Beitrag zur Stärkung der öffentlichen Wahrnehmung für das Thema Diversität und unterstützt damit praxisnahe Forschung, die gesellschaftliche Veränderungen anstößt.
Quelle: Pressemitteilung vom 12.01.2026
Foto: IU Internationale Hochschule
Veröffentlicht am 12.01.2026 10:34 von Christian Wolf