21.07.2025

Engagiert und empathisch: Bochumer Sozialarbeiterin erhält IU Diversity Award für innovative Ansätze zur Unterstützung queerer Geflüchteter

Die Bochumer Absolventin Alina Klein ist für ihre Bachelorarbeit über die Herausforderungen und Bedürfnisse queerer Geflüchteter in Deutschland mit dem IU Diversity Award 2025 ausgezeichnet worden. Ihre Forschung verbindet theoretische Analysen mit praktischen Handlungsempfehlungen für die Sozialarbeit und hebt eine oft übersehene, mehrfach diskriminierte Gruppe hervor.

Alina Klein, Absolventin des dualen Studiengangs Soziale Arbeit an der IU Internationalen Hochschule in Dortmund, hat im Rahmen ihrer Abschlussarbeit das Thema „LGBTQIA+ im Kontext von Flucht“ untersucht. Laut Angaben der Hochschule widmet sich ihre Arbeit der Sichtbarmachung von queeren Menschen mit Fluchterfahrung und legt einen besonderen Fokus auf deren spezifische Herausforderungen in Deutschland. Ziel sei es, sowohl das Verständnis für diese Zielgruppe zu fördern als auch Fachkräften konkrete Handlungsoptionen für den Arbeitsalltag an die Hand zu geben.

Klein erklärte, dass viele queere Geflüchtete mit einer doppelten Ausgrenzung konfrontiert seien – einmal wegen ihrer Herkunft, zum anderen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Sie betonte, dass über Symbolik hinaus echte Schutzkonzepte sowie Sensibilisierung in der Sozialarbeit erforderlich seien. Ihre wissenschaftliche Arbeit sei eng mit ihrer praktischen Tätigkeit bei der Evangelischen Jugendhilfe Bochum verflochten gewesen, wo sie in einem Projekt für unbegleitete minderjährige Geflüchtete tätig ist. Ergänzend führte sie Interviews mit Fachkräften eines Netzwerkpartners, der spezielle Angebote für queere Geflüchtete bereitstellt.

Das duale Studium an der IU habe ihr die Möglichkeit gegeben, Theorie und Praxis miteinander zu verzahnen, so Klein. Sie habe ihr Wissen direkt im Berufsalltag anwenden können und Themen wissenschaftlich fundiert bearbeitet, die sie in der Praxis beschäftigten. Die Flexibilität des Studienmodells habe es ihr zudem erlaubt, ihre persönlichen Schwerpunkte und Interessen in die Prüfungsleistungen einzubringen.

Auch über ihr Studium hinaus engagiere sich Klein, etwa durch Fortbildungen zum Diskriminierungsschutz sowie Aufklärungsaktionen wie Workshops, Flyer und Regenbogen-Pins. Erfahrungen aus diesem Engagement flossen ebenfalls in ihre Bachelorarbeit ein.

Für die gesellschaftliche Relevanz und den Praxisbezug ihres Projekts wurde Klein mit dem IU Diversity Award 2025 geehrt. Ariane Weber, Projektleiterin des Awards, hob hervor, Klein gelinge es, ein sehr sensibles Thema sowohl wissenschaftlich fundiert als auch empathisch und praxisrelevant zu beleuchten. Ihre Arbeit böte wertvolle Impulse dafür, wie Fachkräfte queere Geflüchtete besser unterstützen könnten.

Klein hat nach Angaben der Hochschule bereits ein weiterführendes Masterstudium im Bereich Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Traumapädagogik, Flucht und Migration aufgenommen; perspektivisch ziehe sie auch eine Promotion in Erwägung. Ihr langfristiges Ziel sei, eigene Erfahrungen an Studierende weiterzugeben und angehende Sozialarbeitende zu motivieren.

Die IU Internationale Hochschule gilt als Deutschlands größter akademischer Ausbilder für Gesundheits- und Sozialberufe und bietet bundesweit verschiedene Studienmodelle und Weiterbildungsprogramme an. Der Diversity Award der Hochschule wird seit 2018 zweimal jährlich verliehen und ist mit einer Prämie von 500 Euro verbunden. Die Jury besteht aus einem interdisziplinären Team von Mitarbeitenden. Ziel des Awards sei es, die öffentliche Wahrnehmung des Forschungsfeldes Diversität zu stärken.

Quelle: Pressemitteilung vom 21.07.2025
Foto: IU Internationale Hochschule
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