18.09.2025

Hochschulen im Wandel: Zahl der Studienanfänger soll ab 2027 wieder steigen

Die Kultusministerkonferenz (KMK) rechnet nach eigenen Prognosen mit steigenden Studienanfängerzahlen ab dem Jahr 2027. Zuvor wird ein deutlicher Rückgang erwartet, der auf bildungspolitische Veränderungen wie die Umstellung auf das neunjährige Gymnasium (G9) in mehreren Bundesländern zurückgeführt wird. Trotz der bevorstehenden Delle in den kommenden Jahren wird langfristig ein Anstieg auf ein Rekordniveau prognostiziert.

Laut der am 17. September 2025 veröffentlichten Vorausberechnung lag die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger an deutschen Hochschulen im Jahr 2023 bei rund 407.000. Die KMK geht davon aus, dass diese Zahl bis 2026 um mehr als sechs Prozent auf rund 380.300 sinken wird. Der Hauptgrund ist der zeitweise Wegfall ganzer Abiturjahrgänge durch die G9-Umstellung in Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und dem Saarland. Ab 2027 wird mit einer Trendwende gerechnet: Die Prognose sieht einen Anstieg der Studienanfängerzahlen auf etwa 446.000 im Jahr 2035 vor.

Auch bei der Gesamtzahl der Studierenden erwartet die Kultusministerkonferenz zunächst einen Rückgang. Während im Jahr 2023 rund 2,45 Millionen Studierende verzeichnet wurden, könnten es laut der Prognose 2030 nur noch etwa 2,26 Millionen sein. Erst ab diesem Zeitpunkt wird ein erneutes Wachstum prognostiziert, das bis 2035 auf rund 2,37 Millionen Studierende ansteigen könnte. Dieser Wert liegt jedoch weiterhin knapp drei Prozent unter dem Niveau von 2023.

Die regionalen Entwicklungen fallen unterschiedlich aus. Besonders die westdeutschen Flächenländer müssen laut Berechnungen mit einem Rückgang der Studierendenzahlen von etwa sechs Prozent rechnen. In den ostdeutschen Flächenländern und Stadtstaaten wird hingegen ein leichter bis moderater Zuwachs prognostiziert. Die Zahlen sind dabei abhängig von Faktoren wie der Studierneigung und dem Wanderungsverhalten.

Die Vorausberechnung des KMK basiert auf aktuellen Daten der Hochschulstatistik und Annahmen zu konstanten Rahmenbedingungen. Sie wurde im Rahmen der Wissenschaftsministerkonferenz abgestimmt. Unwägbarkeiten wie Veränderungen in der Studierbereitschaft oder im Angebot von Studienplätzen können die tatsächlichen Entwicklungen jedoch beeinflussen. Der vollständige Bericht mit länderspezifischen Daten ist auf der Website der Kultusministerkonferenz verfügbar.

Quelle: Pressemitteilung vom 17.09.2025
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