21.07.2026

HFH und FH Dresden starten Forschungsprojekt zu Entlastungsangeboten für pflegende Angehörige

Im Juli 2026 haben die HFH · Hamburger Fern-Hochschule und die Fachhochschule Dresden ein gemeinsames Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das die Kurzzeit- und Verhinderungspflege für pflegende Angehörige in den Fokus rückt. Ziel ist es, die bislang wenig genutzten Entlastungsangebote für Familien sichtbarer und zugänglicher zu machen. Das Projekt läuft bis Juli 2027 und bindet Studierende beider Hochschulen sowie Experten aus Pflegemanagement, Wirtschaftsinformatik und Tourismusmanagement ein.

Pflegende Angehörige übernehmen in Deutschland einen Großteil der Versorgung von Pflegebedürftigen. Dennoch werden Kurzzeit- und Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI im Alltag häufig kaum genutzt – sei es durch fehlende Informationen, bürokratische Hürden oder mangelnde regionale Angebote. Das Forschungsprojekt setzt genau an diesen Herausforderungen an: In einem interdisziplinären Ansatz werden Daten aus Pflege, Tourismus und Demografie in einem zentralen Datawarehouse zusammengeführt. Ziel ist es, regionale Potenziale zu erkennen und praxisnahe Konzepte zu entwickeln, wie Entlastungsangebote besser kommuniziert und genutzt werden können.

Der Aufbau einer gemeinsamen Datenbasis bildet das Herzstück des Projekts. Sie soll Informationen zu bestehenden Pflege- und Gesundheitsangeboten, touristischer Infrastruktur sowie demografischen Entwicklungen bündeln. Auf dieser Grundlage analysieren die Forschenden, wo Hürden und Verbesserungspotenziale bei der Nutzung der Kurzzeit- und Verhinderungspflege bestehen. Ebenso werden regionale Entwicklungschancen ausgelotet – etwa, welche Regionen besonders geeignet sind, um innovative Angebote an der Schnittstelle von Pflege, Erholung und Gesundheit zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bedarfsermittlung: Was brauchen pflegende Angehörige wirklich, damit Entlastungsangebote ihren Alltag tatsächlich erleichtern? Um diese Frage zu beantworten, werden Betroffene aktiv in die Forschung eingebunden. Sie können ihre Erfahrungen und Wünsche einbringen, damit die geplanten Lösungen praxisnah und passgenau ausfallen. Kooperationen mit Pflegeberatungszentren und weiteren Akteuren sollen helfen, regionale Besonderheiten und Erwartungen noch besser zu verstehen.

Die Leitung des Projekts übernehmen Prof. Dr. Michael Heinrich-Zehm und Prof. Dr. Marco Waage von der HFH sowie Prof. Dr. Marco Richter von der FH Dresden. Die wissenschaftliche Expertise der Beteiligten reicht von Pflegemanagement über Wirtschaftsinformatik bis zu Tourismusmanagement. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit soll eine Plattform entstehen, die pflegenden Angehörigen künftig ermöglicht, passende Entlastungsangebote in ihrer Region schnell und unkompliziert zu finden.

Quelle: Pressemitteilung vom 20.07.2026
Veröffentlicht am von