10.09.2026

FernUni Hagen startet Ringvorlesung zu Big Tech und Digitalrecht in Europa

Im Wintersemester 2026/27 lädt die FernUniversität in Hagen zu einer neuen Ringvorlesung ein, die sich mit den Herausforderungen von Big Tech-Konzernen für die europäische Rechts- und Werteordnung befasst. Unter dem Titel „Recht und Politik der Digitalisierung“ gestaltet Dr. Jonas Botta, derzeit Vertreter der Juniorprofessur für Öffentliches Recht mit Schwerpunkt Datenschutzrecht, ein virtuelles Vortragsprogramm mit Gästen aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Die Veranstaltungsreihe richtet sich insbesondere an Studierende der rechtswissenschaftlichen Module, ist aber auch für ein breites Publikum geöffnet.

Die Themenauswahl spiegelt zentrale Fragen der digitalen Transformation wider: Europas digitale Infrastruktur ist in vielen Bereichen von US- und chinesischen Anbietern abhängig, was die politische Handlungsfähigkeit zunehmend beeinflusst. Dr. Botta betont, dass der Einfluss privater Tech-Konzerne die digitale Souveränität der Staaten herausfordere. Ziel der Vorlesungsreihe ist es daher, nicht nur juristische, sondern auch politische Perspektiven auf Datenschutz, KI-Regulierung und Plattformaufsicht zu diskutieren.

Das Programm startet am 4. November 2026 mit Paul Seeliger von User Rights, der die außergerichtliche Streitbeilegung nach dem Digital Services Act beleuchtet. Am 2. Dezember 2026 folgt Irina Orssich von der Europäischen Kommission mit einem Vortrag zur europäischen KI-Verordnung und deren Auswirkungen auf Verwaltung und Sicherheitsbehörden. Den Abschluss bildet am 20. Januar 2027 Professorin Dr. Louisa Specht-Riemenschneider von der Universität Bonn, die die Rolle der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung des EU-Digitalrechts in den Blick nimmt. Alle Termine finden abends online via Zoom statt.

Die Veranstaltungsreihe setzt auf die Verbindung von Innovationsoffenheit und Grundrechtsschutz. Dr. Botta sieht die Aufgabe darin, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der sowohl die Freiheit zur technologischen Weiterentwicklung als auch den Schutz individueller Rechte gewährleistet. Damit greift die FernUni Hagen aktuelle Debatten um digitale Souveränität und Regulierungsansätze auf, die für Studierende und Berufstätige im Rechts- und IT-Bereich gleichermaßen relevant sind.

Im Kontext der Digitalisierung ist die FernUni Hagen bereits mehrfach durch praxisorientierte Online-Formate hervorgetreten. So wurden in den vergangenen Semestern interaktive Veranstaltungsreihen zu Datenschutz und Digitalrecht etabliert, die den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis fördern. Die Hochschule investiert zudem kontinuierlich in digitale Lehrmaterialien und innovative Lernumgebungen, um den Anforderungen moderner Fernstudierender gerecht zu werden.

Quelle: Pressemitteilung vom 10.09.2026
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