FernUni Hagen erneut als Mehrfachsiegerin im Papieratlas – Nachhaltigkeit mit Einschränkung
Die FernUniversität in Hagen ist im Papieratlas-Wettbewerb 2026 erneut als „Mehrfachsiegerin“ ausgezeichnet worden. Die Hochschule setzt seit sechs Jahren vollständig auf Recyclingpapier mit dem Blauen Engel und konnte damit über 11 Millionen Liter Wasser sowie rund 2,5 Millionen Kilowattstunden Energie einsparen. Der Papieratlas-Wettbewerb der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) verzeichnete mit 61 teilnehmenden Hochschulen und einer durchschnittlichen Recyclingpapierquote von 76 Prozent eine neue Rekordbeteiligung.
In der Verwaltung, den Fakultäten, im Druck- und Kopierservice sowie in der Hausdruckerei der FernUni kommt ausschließlich Recyclingpapier mit Umweltzeichen zum Einsatz. Die eingesparte Wassermenge entspricht dem Tagesbedarf von mehr als 93.400 Personen; die Energieeinsparung deckt den jährlichen Stromverbrauch von 728 Drei-Personen-Haushalten. Auch die Universität Vechta, die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde, die HfWU Nürtingen-Geislingen, die Universität Tübingen und die Hochschule Niederrhein wurden als Mehrfachsieger ausgezeichnet.
Marc Gebauer, Sprecher der IPR, hebt die FernUni Hagen als Vorreiterin nachhaltiger Papierbeschaffung hervor und sieht im konsequenten Einsatz von Blauer-Engel-Papier ein Best-Practice-Beispiel für den Hochschulsektor. Der Papieratlas dokumentiert seit 2008 die Papierverbräuche und Recyclingquoten deutscher Städte, seit 2016 auch von Hochschulen. Im Jahr 2026 beteiligten sich insgesamt 269 Kommunen und Hochschulen, so viele wie nie zuvor.
Gleichzeitig ist zu beachten: Die vollständige Digitalisierung der Studienmaterialien an der FernUni Hagen, die ab dem Wintersemester 2026/27 umgesetzt wird, führt dazu, dass Studierende keine gedruckten Unterlagen mehr von der Hochschule erhalten. Viele lassen sich ihre Materialien nun extern bei Copyshops drucken und binden – ein Prozess, der in puncto Ressourceneffizienz nicht mit den zentralen Druck- und Logistikstrukturen der Hochschule mithalten kann. Damit verlagert sich ein Teil des ökologischen Fußabdrucks aus der Hochschule heraus, was die Bilanz der Einsparungen relativiert.
Die FernUni Hagen engagiert sich darüber hinaus in verschiedenen Nachhaltigkeitsprojekten und war unter anderem auf der FISU World Conference mit digitalen Lernkonzepten zur Bildung für nachhaltige Entwicklung vertreten. Mit über 72.000 Studierenden im Wintersemester 2024/25 zählt sie zu den größten Hochschulen Deutschlands und gestaltet die digitale Transformation im Fernstudium aktiv mit.
Für Studieninteressierte und Studierende bleibt die Frage, wie nachhaltiges Studieren im Alltag konkret umgesetzt werden kann – insbesondere, wenn externe Druckdienstleister ins Spiel kommen. Die Diskussion um digitale Lehrmaterialien und ihren tatsächlichen ökologischen Mehrwert dürfte die Fernstudienlandschaft auch in den kommenden Jahren begleiten.
Quelle: FernUni vom 13.10.2026
Veröffentlicht am 13.10.2026 14:01 von Christian Wolf