CHE-Studie: Nutzung von KI-Tools im Studium steigt rasant – große Unterschiede zwischen den Fächern
Eine aktuelle Auswertung des CHE Centrums für Hochschulentwicklung zeigt: Künstliche Intelligenz ist im Studienalltag angekommen. Im Wintersemester 2025/26 nutzten laut CHE-Befragung 47 Prozent der Studierenden KI-Tools wie ChatGPT täglich, weitere 34,5 Prozent mindestens wöchentlich. Nur noch 2,4 Prozent verzichten komplett auf KI im Studium. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei gut sechs Prozent. Die Befragung basiert auf mehr als 28.000 Studierenden aus wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Fächern an 194 Hochschulen in Deutschland und acht Hochschulen in Österreich.
KI-Tools werden am häufigsten für Recherchen, die Themenfindung und als digitaler Lernpartner genutzt. Die automatisierte Textgenerierung spielt hingegen eine untergeordnete Rolle. Besonders intensiv fällt die Nutzung in Fächern wie Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftspsychologie, Wirtschaftsingenieurwesen und Betriebswirtschaftslehre aus – dort greifen über 90 Prozent der Befragten mindestens wöchentlich auf KI zurück. In der Sozialen Arbeit liegt der Anteil bei rund 69 Prozent, in der Rechtswissenschaft bei etwa 53 Prozent.
Bei der Frage nach dem Einsatz von KI in Prüfungsleistungen zeigt sich ein geteiltes Bild: 46 Prozent der Studierenden befürworten eine Verwendung zumindest teilweise, 31 Prozent lehnen sie ab, 24 Prozent sind unentschlossen. Auffällig ist die Zurückhaltung in der Rechtswissenschaft, während in wirtschaftsnahen Fächern die Offenheit für KI in Prüfungen deutlich größer ist.
Die Vermittlung von KI-Kompetenzen durch die Hochschulen bewerten die Befragten mit durchschnittlich 3,3 von 5 Sternen. Besonders kritisch äußern sich Studierende der Rechtswissenschaft und Sozialen Arbeit. Mehr als die Hälfte wünscht sich zusätzliche Lernangebote und eine stärkere Integration von KI-Themen in die Lehre. 70 Prozent fordern zudem klare Richtlinien für den ethischen Umgang mit KI und Datenschutz.
Nina Horstmann vom CHE betont, dass Hochschulen den Erwerb von KI-Kompetenzen systematisch im Curriculum verankern sollten. Entscheidend sei nicht nur technisches Know-how, sondern auch ein reflektierter und verantwortungsvoller Umgang mit KI.
Quelle: Pressemitteilung vom 22.07.2026
Veröffentlicht am 23.07.2026 21:17 von Christian Wolf