Industriefachwirt per Fernkurs: Aufstieg ab 139 €/Monat

IHK-Abschluss auf Bachelor-Niveau (DQR 6) – berufsbegleitend in 18 Monaten, bis 75 % förderbar über Aufstiegs-BAföG.
 · Letzte Aktualisierung 30.04.2026

Der Geprüfte Industriefachwirt (IHK) ist der klassische Aufstieg für Industriekaufleute und kaufmännische Fachkräfte in Industrieunternehmen. Der Abschluss steht auf DQR-Stufe 6 – gleichwertig mit einem Bachelor – und trägt seit 2020 den Zusatz „Bachelor Professional of Management for Industry (CCI)“. Alle Fernkurse bereiten in 18 Monaten berufsbegleitend auf die IHK-Prüfung vor, die Monatsraten starten bei 139 €.

Auf dieser Seite vergleichen wir alle Industriefachwirt-Fernkurse mit ehrlichen Gesamtkosten – inklusive IHK-Prüfungsgebühr und konkreter Aufstiegs-BAföG-Rechnung. Außerdem erfährst du, wann sich der Industriefachwirt gegenüber dem Wirtschaftsfachwirt lohnt.

Alle Kurse im Überblick

Wir verzeichnen insgesamt 6 Kurse im Fachbereich Industriefachwirt.

Industriefachwirt oder Wirtschaftsfachwirt – welcher passt zu dir?

Beide Abschlüsse stehen auf DQR-Stufe 6, beide kosten ähnlich viel, beide führen in die mittlere Führungsebene. Trotzdem sind sie nicht austauschbar. Der entscheidende Unterschied liegt im Branchenfokus:

IndustriefachwirtWirtschaftsfachwirt
Branchenfokus Industrieunternehmen (Produktion, Fertigung, Logistik) Branchenübergreifend (Handel, Dienstleistung, Verwaltung)
Typische Inhalte Materialwirtschaft, Produktionsplanung, Fertigungssteuerung, Qualitätsmanagement Rechnungswesen, Unternehmensführung, Marketing, Logistik (allgemein)
Zielgruppe Industriekaufleute, kaufm. Fachkräfte in Industriebetrieben Kaufleute aller Branchen, Quereinsteiger aus dem Handel
Typische Positionen Abteilungsleiter Einkauf/Produktion, Fertigungsplaner, Logistikleiter Teamleiter Büromanagement, Vertriebsleiter, Niederlassungsleiter
Gehalt (brutto/Jahr) 40.000–60.000 € 38.000–55.000 € *
Preisspanne Fernkurs 2.502–4.536 € 2.502–3.942 €

* Der Gehaltsunterschied kommt vor allem aus der Branche: Die produzierende Industrie zahlt generell besser als Handel oder Dienstleistung. Der Fachwirt-Typ selbst macht weniger aus als die Frage, in welcher Branche du damit arbeitest.

Unsere Empfehlung: Wenn du in einem Industrieunternehmen arbeitest und dort bleiben willst, nimm den Industriefachwirt – er qualifiziert dich gezielt für Führungsaufgaben in Produktion, Einkauf und Materialwirtschaft. Wenn du die Branche wechseln möchtest oder in Handel, Dienstleistung oder Verwaltung arbeitest, ist der Wirtschaftsfachwirt die flexiblere Wahl.

Gut zu wissen: Die Teilprüfung „Wirtschaftsbezogene Qualifikationen“ ist bei Industrie- und Wirtschaftsfachwirt identisch. Wer sie bei einem der beiden Fachwirte bereits bestanden hat, muss sie beim anderen nicht wiederholen. Das spart bis zu 9 Monate Lernzeit, falls du später noch den zweiten Fachwirt draufsatteln willst.

Der Industriefachwirt qualifiziert für Führungsaufgaben in Produktion, Einkauf und Logistik – direkt an der Schnittstelle zwischen kaufmännischer Planung und Fertigung.

Was kostet der Industriefachwirt wirklich? Kurs plus IHK-Prüfung

Die IHK-Prüfungsgebühr für den Industriefachwirt liegt je nach Kammer bei 300 bis 400 € (Median: ca. 350 €). Sie kommt immer zur Kursgebühr dazu. Hier die tatsächlichen Gesamtkosten aller Fernkurse:

AnbieterDauerKursgebühr+ Prüfung (~350 €)Gesamt abAZAV
EHV Fernstudium 18 Mon. 2.502 € ~350 € ~2.852 €
DeLSt 18 Mon. 3.060 € ~350 € ~3.410 € AZAV
ILS 18 Mon. 3.402 € ~350 € ~3.752 €
FEB 18 Mon. 3.402 € ~350 € ~3.752 €
SGD 18 Mon. 3.942 € ~350 € ~4.292 € AZAV
IHK-Akademie Koblenz 19 Mon. 4.536 € ~350 € ~4.886 € AZAV

Warum die Preisunterschiede? Der Lernstoff ist bei allen Anbietern identisch – er richtet sich nach dem bundeseinheitlichen IHK-Rahmenplan. Die Preise unterscheiden sich durch Betreuungsmodell, Lernmaterial (gedruckt vs. digital), Präsenzseminare und AZAV-Zertifizierung. EHV arbeitet rein digital und ohne AZAV – daher der niedrigste Preis. IHK-Akademie Koblenz bietet regelmäßige Live-Online-Veranstaltungen und persönliche Betreuung durch IHK-Dozenten – daher der höchste Preis.

Lernaufwand: Die Fernkurse sind auf etwa 10 bis 12 Stunden pro Woche ausgelegt. Das ist auch neben Vollzeitarbeit machbar – die meisten Teilnehmer lernen abends und am Wochenende. Wer im Schichtdienst arbeitet, profitiert davon, dass die Lernmaterialien jederzeit digital abrufbar sind. ILS, SGD und FEB bieten 4 Wochen kostenloses Testen – du kannst starten und bei Nichtgefallen ohne Kosten kündigen.

Online oder Präsenz? DeLSt und EHV arbeiten komplett digital – alle Seminare finden online statt. ILS, FEB und SGD bieten ergänzende Präsenzseminare an, die bei der Prüfungsvorbereitung helfen. Die IHK-Akademie Koblenz kombiniert Fernlernen mit regelmäßigen Live-Online-Veranstaltungen.

Zahlt dein Arbeitgeber? Viele Industrieunternehmen übernehmen die Kursgebühr ganz oder teilweise – vor allem, wenn sie qualifizierte Führungskräfte aus den eigenen Reihen entwickeln wollen. Sprich das Thema aktiv bei deiner Personalabteilung an. Manche Betriebe knüpfen die Übernahme an eine Bindungsklausel (z. B. 2 Jahre nach Abschluss).

Aufstiegs-BAföG: Bis 75 % Zuschuss – so rechnest du

Der Industriefachwirt ist als Aufstiegsfortbildung nach AFBG voll förderfähig. Das Aufstiegs-BAföG übernimmt bis zu 75 % der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren – unabhängig von deinem Einkommen und Vermögen. Rechenbeispiel:

Ohne Förderung (SGD)Mit Aufstiegs-BAföG
Kursgebühr 3.942 € 3.942 €
IHK-Prüfung ~350 € ~350 €
Zuschuss (50 % sofort) −2.146 €
Restdarlehen 2.146 €
Darlehenserlass bei Bestehen (50 %) −1.073 €
Effektive Kosten ~4.292 € ~1.073 €

Das heißt: Selbst beim teuersten AZAV-Kurs zahlst du mit Aufstiegs-BAföG effektiv nur rund 1.073 € für einen Abschluss auf Bachelor-Niveau. Beim günstigsten Anbieter (EHV, 2.502 €) sinken die effektiven Kosten auf unter 720 €.

Wichtig: Stelle den Antrag auf Aufstiegs-BAföG vor Kursbeginn bei deinem zuständigen Amt für Ausbildungsförderung. Welches Amt zuständig ist, hängt von deinem Wohnort ab – du findest es über die Website aufstiegs-bafoeg.de. Der Antrag ist online möglich und dauert in der Regel 4 bis 6 Wochen bis zur Bewilligung.

Wie läuft die IHK-Prüfung zum Industriefachwirt ab?

Die Prüfung besteht aus zwei Teilprüfungen, die an bundeseinheitlichen Terminen im Frühjahr und Herbst stattfinden. Du meldest dich direkt bei deiner lokalen IHK an – nicht beim Fernkursanbieter. Beide Teile müssen bestanden werden:

Teilprüfung 1: Wirtschaftsbezogene Qualifikationen

PrüfungsbereichInhalte
Volks- und Betriebswirtschaft Wirtschaftssysteme, Konjunktur, Unternehmensformen, Steuern
Rechnungswesen Buchführung, Kostenrechnung, Jahresabschluss, Controlling
Recht und Steuern Handels-/Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht
Unternehmensführung Personalmanagement, Organisation, Planung

Format: Schriftliche Prüfung, Multiple-Choice und offene Aufgaben, insgesamt ca. 300 Minuten.

Teilprüfung 2: Handlungsspezifische Qualifikationen

PrüfungsbereichInhalte
Finanzwirtschaft im Industrieunternehmen Finanzplanung, Investitionsrechnung, Kreditmanagement
Produktionsprozesse Fertigungssteuerung, Qualitätsmanagement, Arbeitssicherheit
Marketing und Vertrieb Marktforschung, Vertriebssteuerung, Kundenmanagement
Wissens- und Transfermanagement Projektmanagement, Innovationsmanagement, Wissenstransfer
Führung und Zusammenarbeit Mitarbeiterführung, Kommunikation, Konfliktmanagement

Format: Schriftliche situationsbezogene Aufgaben plus ein mündliches Fachgespräch (ca. 30 Minuten).

Tipp zur Reihenfolge: Die meisten Fernkurse bereiten zuerst auf die Wirtschaftsbezogenen Qualifikationen vor (Prüfung nach ca. 9 Monaten), danach auf die Handlungsspezifischen Qualifikationen (Prüfung nach 18 Monaten). So verteilst du den Lernstoff auf zwei Prüfungstermine und erhöhst deine Erfolgsquote.

Was passiert bei Nicht-Bestehen? Jede Teilprüfung darf bis zu zweimal wiederholt werden. Bereits bestandene Prüfungsteile bleiben gültig – du musst nur den nicht bestandenen Teil wiederholen. Die IHK-Prüfungsgebühr fällt bei jeder Wiederholung erneut an (ca. 100–200 € pro Wiederholungsversuch).

Voraussetzungen: Wer darf die Prüfung ablegen?

Für die Zulassung zur IHK-Prüfung gibt es drei Wege. Mindestens ein Weg muss erfüllt sein:

ZugangswegVoraussetzung
1. Industriekaufmann/-frau Abgeschlossene Ausbildung als Industriekaufmann/-frau + mindestens 1 Jahr Berufspraxis
2. Andere kaufm. Ausbildung Andere anerkannte 3-jährige kaufm. oder verwaltende Ausbildung + mindestens 2 Jahre Berufspraxis in der Industrie
3. Ohne Ausbildung Mindestens 5 Jahre einschlägige Berufspraxis in der Industrie

Die Berufspraxis muss inhaltlich wesentliche Bezüge zu kaufmännischen oder verwaltenden Tätigkeiten in einem Industrieunternehmen haben. Rein technische Tätigkeiten (z. B. Maschinenbedienung) zählen nicht. Die Ausbildungszeit selbst wird in der Regel nicht als Berufspraxis angerechnet – erst die Zeit nach der Abschlussprüfung zählt. Du kannst den Fernkurs aber bereits beginnen, bevor du die volle Praxiszeit erfüllst – die Voraussetzung muss erst zum Prüfungszeitpunkt nachgewiesen werden.

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Karriere nach dem Industriefachwirt: Vom Sachbearbeiter in die Führungsebene

Der Industriefachwirt positioniert dich in der mittleren Führungsebene – zwischen dem operativen Tagesgeschäft und der Unternehmensleitung. Konkret bedeutet das: Wer als Industriekaufmann/-frau mit 28.000 bis 35.000 € brutto einsteigt, kann als Industriefachwirt mit 40.000 bis 60.000 € rechnen – ein Gehaltssprung von 5.000 bis 25.000 € pro Jahr. Typische Positionen nach dem Abschluss:

  • Abteilungsleiter Einkauf/Beschaffung – Lieferantenmanagement, Preisverhandlungen, Bestellprozesse
  • Produktionsplaner/Fertigungsleiter – Kapazitätsplanung, Fertigungssteuerung, Prozessoptimierung
  • Leiter Materialwirtschaft/Logistik – Lagerhaltung, Warenwirtschaft, Supply-Chain-Koordination
  • Projektmanager – Investitionsprojekte, Standortverlagerung, Prozessdigitalisierung
  • Controller/Teamleiter Rechnungswesen – Kostenrechnung, Budgetplanung, Reporting

Aufstiegspfad: Industriefachwirt → Betriebswirt (IHK)

StufeAbschlussDQRDauerGehalt (brutto/Jahr)
1 Industriekaufmann/-frau 4 3 Jahre (Ausbildung) 28.000–35.000 €
2 Gepr. Industriefachwirt (IHK) 6 (= Bachelor) 18 Mon. 40.000–60.000 €
3 Gepr. Betriebswirt (IHK) 7 (= Master) 18–24 Mon. 55.000–75.000 €

Der Gepr. Betriebswirt (IHK) baut direkt auf dem Industriefachwirt auf und ist der höchste IHK-Abschluss im kaufmännischen Bereich (DQR 7 = Master-Niveau). Er qualifiziert für das obere Management – Geschäftsführung, Bereichsleitung, strategische Unternehmenssteuerung. Auch dieser Lehrgang ist über Aufstiegs-BAföG förderfähig.

Wenn du eher aus der technischen Ecke kommst und Führungsverantwortung in der Fertigung übernehmen willst, kann auch der Technische Fachwirt (IHK) eine Alternative sein – er verbindet technisches und kaufmännisches Wissen und richtet sich speziell an Fachkräfte an der Schnittstelle zwischen Produktion und Verwaltung.

Die Bestehensquote liegt je nach IHK und Jahrgang bei 60 bis 80 %. Die Wirtschaftsbezogenen Qualifikationen gelten als anspruchsvoll, weil sie vier Themenfelder in einer Prüfung abdecken. Die Handlungsspezifischen Qualifikationen sind praxisnäher und für Berufserfahrene oft leichter. Die größte Hürde ist erfahrungsgemäß der Umfang: Beides zusammen umfasst rund 600 Unterrichtsstunden. Wer den Fernkurs konsequent durcharbeitet und die beiden Teilprüfungen auf zwei Termine verteilt, hat gute Chancen.

Ja. Ohne anerkannte Berufsausbildung brauchst du mindestens 5 Jahre einschlägige Berufspraxis in einem Industrieunternehmen – mit wesentlichen Bezügen zu kaufmännischen oder verwaltenden Tätigkeiten. Rein technische Berufserfahrung (z. B. an der Maschine) reicht nicht aus. Sprich vorab mit deiner IHK, ob deine Praxiszeit anerkannt wird – das spart spätere Überraschungen bei der Prüfungszulassung.

Beide Wege führen auf DQR-Stufe 6 und sind formal gleichwertig. Der Industriefachwirt hat zwei handfeste Vorteile: Er ist deutlich günstiger (ab 2.502 € vs. 10.000–15.000 € für ein Fernstudium) und kürzer (18 Monate vs. 3–4 Jahre). Dazu kommt: In der Industrie zählt Berufserfahrung oft mehr als ein akademischer Titel. Arbeitgeber in produzierenden Unternehmen schätzen Fachwirte, weil sie Theorie und betriebliche Praxis kombinieren. Ein Bachelor lohnt sich vor allem, wenn du langfristig in akademisch geprägte Bereiche (Consulting, Forschung) wechseln willst.

Ja – insbesondere in der produzierenden Industrie. Der Gepr. Industriefachwirt (IHK) ist ein öffentlich-rechtlicher Abschluss, bundesweit einheitlich geregelt und bei Arbeitgebern in der Industrie etabliert. Große Unternehmen wie Bosch, Siemens oder BASF besetzen Teamleiter- und Abteilungsleiterpositionen gezielt mit Fachwirten. Der Zusatz „Bachelor Professional“ auf dem Zeugnis erleichtert zudem die internationale Einordnung des Abschlusses.

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