Für wen ist der Fernlehrgang Geprüfter Industriefachwirt (IHK) geeignet?
Der Fernlehrgang richtet sich an Berufstätige aus dem kaufmännischen oder verwaltenden Bereich, die eine anspruchsvolle Position in der Industrie anstreben oder sich gezielt auf die IHK-Prüfung zur oder zum geprüften Industriefachwirtin beziehungsweise Industriefachwirt vorbereiten wollen. Besonders angesprochen werden Fachkräfte, die eine Weiterbildung auf Bachelor-Niveau (DQR-Stufe 6) anstreben, praxisnah Führungs- oder Leitungsaufgaben übernehmen möchten oder langfristig den Sprung zum Betriebswirt (IHK) planen. Die flexible Kursgestaltung ermöglicht die Teilnahme sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend und eignet sich dadurch für unterschiedlichste Lebenssituationen.
Welche formalen Voraussetzungen musst du erfüllen?
Für die Teilnahme am Fernlehrgang und den institutsinternen Abschluss sind keine formalen fachlichen Voraussetzungen notwendig. Für die Anmeldung und Teilnahme benötigst du lediglich:
- Einen PC, Laptop oder ein Tablet mit Webcam und Headset
- Stabile Internetverbindung (mindestens DSL-Geschwindigkeit)
Möchtest du nach Abschluss die offizielle IHK-Prüfung "Geprüfter Industriefachwirt (IHK) – Handlungsspezifische Qualifikationen" ablegen, gelten folgende Zulassungskriterien zum Prüfungszeitpunkt:
- Die absolvierte (und maximal fünf Jahre zurückliegende) IHK-Teilprüfung "Wirtschaftsbezogene Qualifikationen".
- Mindestens ein Jahr einschlägige Berufspraxis im kaufmännischen oder verwaltenden Bereich mit Bezug zu den Tätigkeiten einer Industriefachwirtin beziehungsweise eines Industriefachwirts.
- Du kannst alternativ auch zur Prüfung zugelassen werden, wenn du durch andere Nachweise (z. B. Zeugnisse) belegst, dass du die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hast.
Die formalen Zugangsvoraussetzungen für die IHK-Prüfung müssen erst zum Zeitpunkt der Anmeldung zur Prüfung selbst vorliegen – die notwendige Berufserfahrung kannst du also noch während deines Fernlehrgangs sammeln.
Persönlich solltest du folgende Eigenschaften mitbringen:
- Interesse an betriebswirtschaftlichen Prozessen der Industrie
- Selbstorganisation und Motivation für eigenverantwortliches Lernen
- Bereitschaft, sich mit Themen aus Rechnungswesen, Controlling, Produktion, Marketing und Personalführung zu beschäftigen
- Kommunikationsfähigkeit, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Führungsaufgaben
- Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen zur Bearbeitung eines mehrmonatigen, berufsbegleitenden Lehrgangs
Welche Inhalte erlernst du im Fernlehrgang zum Industriefachwirt (IHK)?
Im Fernlehrgang zu den handlungsspezifischen Qualifikationen des Industriefachwirts (IHK) eignest du dir umfassende betriebswirtschaftliche und industrielle Managementkenntnisse an. Das Curriculum ist modular aufgebaut und behandelt zentrale Themenfelder der Industrieökonomie:
- Investition und Finanzierung: Du analysierst Finanzierungsformen, Wertpapiere und Kredite. Du lernst Finanzmanagement, Investitionsrechnung und -entscheidung.
- Kosten- und Leistungsrechnung: Du bekommst einen Überblick über Rechnungswesen, Voll- und Teilkostenrechnung, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung.
- Controlling: Vermittelt werden Planung, Aufbau und Management von Controlling-Prozessen. Du verstehst Kennzahlen, Liquiditätsmanagement und Risikomanagement.
- Produktionsprozesse: Du lernst Produktionsplanung, Steuerung technischer Abläufe, Bedarfsermittlung, Beschaffung, Einkauf, Logistik sowie Lager- und Entsorgungswesen.
- Marketing und Vertrieb: Es werden Marktanalysen, Ziele und Strategien, Marketingmix und Verkaufsprozesse behandelt. Du entwickelst eigene Vertriebskonzepte.
- Wissens- und Transfermanagement: Schwerpunkte sind Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Projektmanagement und die Einführung integrierter Managementsysteme.
- Führung und Zusammenarbeit: Du entwickelst Kompetenzen in Mitarbeiterführung, Kommunikation, Konfliktmanagement, Personalentwicklung und Potenzialanalyse.
- Betriebliche Ausbildung nach AEVO: Du wirst auf alle Aufgaben rund um Ausbildungsplanung, Durchführung und Abschluss vorbereitet. Inhalte zu Prüfungsvorbereitung, rechtlichen Vorgaben und Azubibegleitung sind enthalten.
Im Zertifikatslehrgang vertiefst du Fachwissen durch 9 Studienbriefe, Online-Vorlesungen und 11 Live-Webinare. Praxisorientierte Übungen, Fallstudien und eine freiwillige Prüfungsvorbereitung sichern eine zielgerichtete Vorbereitung auf die IHK-Prüfung. Dein Abschluss entspricht Bachelor-Niveau nach DQR-Stufe 6.
Wie läuft das Fernstudium zum Industriefachwirt ab?
Der Fernlehrgang ist vollständig online organisiert und dauert zwischen 3 und 11 Monaten, abhängig von deinem eigenen Lerntempo. Der Start ist täglich möglich – du bist nicht an Semesterzeiten gebunden.
- Du erhältst zu Beginn Zugang zum Online-Campus sowie zu allen Lehrskripten und Lehrmaterialien inklusive AdA-Unterlagen.
- Die Inhalte werden durch digitale Studienbriefe vermittelt. Ergänzend nimmst du an Live-Webinaren (insgesamt 11) teil – diese sind praxisbezogen und vermitteln den Lernstoff interaktiv.
- Die Webinare und Prüfungsvorbereitungen finden zu verschiedenen Terminen statt, damit du maximale Flexibilität hast.
- Du schreibst Zwischenprüfungen sowie eine optionale Online-Abschlussprüfung im Bereich „Handlungsspezifische Qualifikationen“ – mit Live-Aufsicht bequem von zu Hause aus.
- Zur optimalen Vorbereitung auf die IHK-Prüfung gibt es ein spezielles Webinar zur Prüfungssimulation.
- Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du das Institutszeugnis (DeLSt-Zertifikat) und bist zur externen IHK-Prüfung zugelassen.
Der Lehrgang ist berufsbegleitend, in Teilzeit oder Vollzeit absolvierbar. Du bearbeitest die Studienunterlagen ortsunabhängig im eigenen Tempo. Fachliche Tutoren und persönliche Studienbetreuung begleiten dich durch den gesamten Kurs.
Welche Karrierewege stehen dir nach dem Abschluss offen?
Mit dem Abschluss als geprüfte Industriefachwirtin oder geprüfter Industriefachwirt (IHK) qualifizierst du dich für anspruchsvolle Positionen im industriellen Management. Die Qualifikation entspricht Bachelor-Niveau und wird branchenweit anerkannt.
- Führungspositionen im mittleren Management: Steuerung von Produktions-, Logistik-, Vertriebs- oder Marketingabteilungen in Industrieunternehmen.
- Projekt- und Prozessmanagement: Leitung komplexer Projekte, Optimierung von Geschäftsabläufen, Verantwortung für Kostenstellen und Teams.
- Personalführung und -entwicklung: Übernahme von Aufgaben in der Personalentwicklung, Ausbildung und Wissensmanagement.
- Vertriebs- und Marketingmanagement: Entwicklung von Verkaufsstrategien, Marktanalysen und Betreuung wichtiger Kunden.
- Zugang zum Betriebswirt (IHK): Der Abschluss berechtigt zum Einstieg in den weiterführenden „Geprüften Betriebswirt (IHK)“ auf Master-Niveau (DQR-Stufe 7).
- Zugang zu akademischen Studiengängen: Mit der Qualifikation erhältst du die Hochschulzugangsberechtigung, beispielsweise für ein Bachelorstudium an Partnerhochschulen – auch eine Anerkennung von Vorleistungen ist möglich.
Viele Absolventinnen und Absolventen übernehmen nach dem Abschluss zusätzliche Verantwortung, steigen in höhere Gehaltsklassen auf oder wechseln in führende Positionen innerhalb der Industrie.
Mit welchen Kosten und Fördermöglichkeiten musst du rechnen?
Der Fernlehrgang kostet insgesamt 2.520 Euro. Die Zahlung ist in 18 Monatsraten à 140 Euro möglich. Im Preis inbegriffen sind alle Lehrmaterialien, die Nutzung des Online-Campus sowie die Teilnahme an allen Webinaren.
- Aufstiegs-BAföG: Bis zu 75 % der Gesamtkosten können durch staatliche Förderung (AFBG) übernommen werden. 50 % werden als Zuschuss gewährt, für die restlichen 50 % steht ein zinsgünstiges KfW-Darlehen zur Verfügung. Bei erfolgreichem Abschluss werden 50 % des Darlehens erlassen.
- Bildungsgutschein (AZAV): In bestimmten Fällen ist eine vollständige Übernahme der Kosten über einen Bildungsgutschein möglich.
- Berufsförderungsdienst der Bundeswehr: Aktive und ehemalige Soldatinnen und Soldaten erhalten bis zu 10 % Rabatt auf die Gebühren.
- Zuschüsse der Bundesländer: Je nach Bundesland gibt es weitere Förderprogramme.
Der Lehrgang kann steuerlich als Weiterbildungskosten geltend gemacht werden. Es entstehen keine versteckten Kosten; alle Leistungen sind im Gesamtpreis enthalten.
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