Pflege im Fernstudium: IU vs. EAH | berufsbegleitend Bachelor Pflegemanagement

In Zeiten des Fachkräftemangels, insbesondere in der Pflegebranche, bieten berufsbegleitende Fernstudiengänge die Möglichkeit, sich kontinuierlich weiterzubilden, ohne die praktische Tätigkeit aufgeben zu müssen.

Ein Fernstudium in Pflegewissenschaften ermöglicht es Pflegekräften, ihre Qualifikationen zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Im Studium erworbene Fähigkeiten im Management eröffnen zudem Möglichkeiten für einen Karrieresprung und Positionen mit höherer Verantwortung.

Die Studiengänge B.Sc. Pflege, Pflegeleitung an der @ErnstAbbeHochschuleJena und B.Sc. Pflege an der@IUInternationaleHochschule vermitteln Kenntnisse in Pflegewissenschaft, Pflegeforschung, Management, professionellem Handeln, Kommunikation und Rechtsaspekten.

Christian hat die beiden Studiengänge hinsichtlich ihrer Besonderheiten, Zugangsvorraussetzungen, Studieninhalte, sowie Präsenzen und Kosten im Detail verglichen.

Inhalt:

00:00 Schönen guten Tag
02:13 Besonderheiten an der IU Internationalen Hochschule
03:57 Besonderheiten an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
05:35 Voraussetzungen an der IU Internationalen Hochschule
07:26 Voraussetzungen an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
09:23 Studieninhalte & Vertiefungen an der IU Internationalen Hochschule
16:26 Studieninhalte & Vertiefungen an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
20:29 Präsenzen & Seminare an der IU Internationalen Hochschule
21:27 Präsenzen & Seminare an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
23:33 Kosten an der IU Internationalen Hochschule
25:22 Kosten an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena
26:56 Fazit


Weiterführend:

👉 Alles zum Bachelor Pflege an der IU: fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/pflegewissens…
👉 Alles zum Bachelor Pflege an der EAH: fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/pflegewissens… und eah-jena.de/studienangebot/studienangebot/bachelor-pflege-p…
👉 Alle Fernstudiengänge in Pflege & Pflegemanagement: fernstudi.net/fernstudium/humanwissenschaften/pflegewissens…


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#studium #fernstudium #pflege
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Transkript

Schönen guten Tag. In diesem Video schauen wir uns zwei Fernstudiengänge im Pflegebereich an. Dafür habe ich mir den Bachelor Pflege an der IU Internationalen Hochschule herausgesucht und vergleiche ihn mit dem Bachelor Pflege/Pflegemanagement an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena – das eine eine private, das andere eine staatliche Hochschule. Beide Studiengänge sind auch ziemlich unterschiedlich, deswegen ist es interessant, sie einmal gegenüberzustellen und zu gucken, welcher Studiengang sich für wen am besten eignet.

Wir gucken uns natürlich die Voraussetzungen an, und da will ich gleich vorweg sagen: Ihr braucht eine abgeschlossene Berufsausbildung im Gesundheitsbereich, um in einen dieser Studiengänge hineinzukommen. Wie das genau aussieht, schauen wir uns im Video an. Dann gucken wir uns die Studieninhalte an: Was kann man überhaupt mit diesem Studium machen, warum sollte ich noch einmal Pflege studieren, wenn ich schon eine Ausbildung habe? Dann schauen wir, wie das Ganze abläuft und wie es mit den Präsenzen aussieht – in einem der beiden Studiengänge gibt es sogar eine Auslandsexkursion, das werde ich euch genauer zeigen. Und natürlich, was es kostet. Ich würde sagen, wir legen direkt los.

Vorab: Weitere Studiengänge im Pflegebereich

Ganz wichtig für euch zu wissen: Wir haben auf fernstudi.net einen sehr ausführlichen Artikel, der alle möglichen Fernstudiengänge im Pflegebereich und im Bereich Pflegemanagement vorstellt, sowohl Bachelor als auch Master. Schaut da mal genauer hinein, es gibt nämlich nicht nur diesen Pflege-Bachelor an der IU. Es gibt beispielsweise auch Pflegepädagogik – darauf werde ich im Video noch kurz eingehen – es gibt auch einen Studiengang in Gerontologie an der IU. Pflegemanagement kann man auch an der APOLLON Hochschule studieren, das habe ich auch schon einmal auf diesem Kanal vorgestellt. Und es gibt einen relativ neuen Bachelor in Pflege an der AKAD University, auf den wir hier nicht genauer eingehen. Und eben diesen Studiengang im Bereich Pflegemanagement an der Ernst-Abbe-Hochschule, wo es mittlerweile auch einen Master in Pflegewissenschaft gibt. All diese Dinge könnt ihr euch in diesem Artikel genauer anschauen, ich verlinke euch das natürlich in der Beschreibung.

Die beiden Hochschulen

Ich sage erst einmal ein paar allgemeine Sachen zu beiden Hochschulen. Wir haben auf der einen Seite die IU Internationale Hochschule, im Prinzip die größte Hochschule in Deutschland, eine private Hochschule mit über 100.000 eingeschriebenen Studierenden. Und der Sitz der Hochschule ist zufälligerweise Erfurt in Thüringen, also nicht weit weg von der Ernst-Abbe-Hochschule.

An dieser Hochschule gibt es natürlich nicht nur diesen Bachelor in Pflege, sondern wirklich über 100 verschiedene Fernstudiengänge, tatsächlich auch duale Studiengänge und hybride Studiengänge beziehungsweise Studiengänge, wo man sich aussuchen kann, ob man Veranstaltungen an einem Campus besucht oder alles digital absolviert. Und auch im pflegerischen beziehungsweise gesundheitlichen Bereich gibt es neben diesem Bachelor in Pflege noch jede Menge andere Studiengänge.

Ich möchte ein, zwei Besonderheiten vorab nennen. Zum einen braucht ihr für diesen Studiengang an der IU eine abgeschlossene Berufsausbildung – was es genau für eine Ausbildung sein muss und welche Besonderheiten es gibt, schauen wir uns gleich bei den Voraussetzungen an. Die zweite Besonderheit ist, dass ihr diesen Studiengang durch eure Ausbildung in nur drei Semestern Vollzeit absolvieren könnt. Ihr müsst nicht, ihr könnt euch auch länger Zeit lassen, es gibt verschiedene Zeitmodelle. Und die dritte Besonderheit, auch im Gegensatz zur Ernst-Abbe-Hochschule: Dieser Studiengang ist super flexibel. Ihr habt beispielsweise keine Präsenzen, ihr müsst nirgendwo verpflichtend auftauchen, nirgendwo hinreisen, ihr könnt alles bis hin zu den Klausuren von zu Hause aus machen. Gerade wenn ihr wirklich Vollzeit berufstätig seid, ist es sicherlich sehr vorteilhaft, dass das alles so flexibel läuft.

Dann haben wir hier die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, eine Fachhochschule – hier steht auch University of Applied Sciences – in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft, die in Jena steht. Das ist auch wichtig für euch zu wissen, weil ihr hier ab und an in Jena vor Ort sein müsst, und nicht nur ab und an, sondern ziemlich regelmäßig, jedes Semester. Wie das genau aussieht, stelle ich euch noch genauer vor. Diese Fachhochschule ist 1991 gegründet, und dort studieren jetzt ungefähr 4.300 bis 4.400 Studierende, also ein ganzes Stückchen kleiner als die IU.

Auch hier die Besonderheit, dass sich dieser Studiengang an Berufstätige richtet, die bereits im pflegerischen Bereich arbeiten – auch hier müsst ihr zwingend eine abgeschlossene Berufsausbildung in diesem Bereich vorzeigen, um euch zu immatrikulieren. Zweite Besonderheit im Gegensatz zur IU: Ihr habt super viele Präsenzphasen direkt in Jena. Was ich wiederum vorteilhaft finde, gerade wenn ihr in der Region lebt, also in Thüringen, und es nicht ganz so weit habt bis nach Jena. Ihr müsst dann tatsächlich schon zwei-, dreimal im Semester nach Jena reisen, um an Präsenzen teilzunehmen – was ich persönlich für den Lerneffekt sehr positiv finde. Wie das genau aussieht und wie viele Präsenzen man hat, schauen wir uns gleich im Detail an. Dritte Besonderheit im Gegensatz zur IU: Dieser Studiengang ist zulassungsbeschränkt, ihr müsst euch also tatsächlich bewerben, um aufgenommen werden zu können.

Die Voraussetzungen

Gucken wir uns die Voraussetzungen an. Wir fangen mit der IU an: Über den Button Zulassung habt ihr die Übersicht. Ihr braucht hier eigentlich erst einmal ein Abitur oder ein Fachabitur, also eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, und zusätzlich müsst ihr eine Ausbildung abgeschlossen haben, und zwar als Altenpflegerin oder Altenpfleger, Kinderkrankenpflegerin, Gesundheits- und Krankenpflegerin beziehungsweise Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Oder ihr habt die Fachhochschulreife – also das Fachabitur, und zwar den schulischen und den praktischen Teil – und eine dieser Ausbildungen abgeschlossen. Dann könnt ihr in diesen Studiengang hineinkommen. Das hat den Vorteil, dass euch die ersten Semester dieses Studiengangs anerkannt werden und ihr verkürzt studieren könnt – aber ihr müsst zwingend diese Ausbildung haben.

Was, wenn ihr kein Abitur habt? Dann könnt ihr euch auch einschreiben: Ihr habt eure Ausbildung abgeschlossen und zusätzlich im Anschluss an eure Ausbildung noch mindestens drei Jahre in diesem Beruf beziehungsweise in einem dieser Gesundheitsberufe gearbeitet, dann könnt ihr euch auch ohne Abitur einschreiben.

Hier noch einmal die Übersicht: Diese Berufsausbildungen gelten für die Zulassung – Altenpflegerinnen und Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, Pflegefachfrau oder Pflegefachmann, und auch Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger.

Wie sieht es mit den Voraussetzungen an der Ernst-Abbe-Hochschule aus? Im Prinzip gibt es ähnliche Voraussetzungen: Ihr müsst eine allgemeine Hochschulreife nachweisen oder die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife, also ein Abitur oder Fachabitur, und zusätzlich eine Ausbildung in diesem Bereich vorweisen – als Krankenschwester oder Pfleger. Ich weiß gar nicht, ob man heutzutage noch Krankenschwester sagt, das gibt es glaube ich gar nicht mehr, das werdet ihr wahrscheinlich genauer wissen, schreibt es mal in die Kommentare. Oder als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Ich glaube, früher hieß das tatsächlich Krankenschwester – hier werden also auch die Menschen abgeholt, die vor 20 Jahren so eine Ausbildung gemacht haben.

Im Gegensatz zur IU könnt ihr hier auch hineinkommen, wenn ihr eine Ausbildung als Hebamme oder Entbindungspfleger absolviert habt, oder im Bereich Altenpflege. Und auch hier ist es genauso wie an der IU möglich, in den Studiengang zu kommen, wenn ihr kein Abitur oder Fachabitur habt – ihr müsst dann einfach diese Ausbildung abgeschlossen und im Anschluss noch mindestens drei Jahre in diesem Beruf gearbeitet haben.

Dann müsst ihr euch hier bewerben, das ist auch wichtig. Da müsst ihr auf die Webseite der Ernst-Abbe-Hochschule schauen, was ihr da alles an Unterlagen einreichen müsst – das ist ziemlich viel. Ich meine, diese Unterlagen müsst ihr natürlich auch an der IU nachweisen beziehungsweise einreichen. Und dann geht ihr diesen Bewerbungsprozess durch, hier steht auch noch einmal genau, wie die Bewerbung abläuft und wie das Vergabeverfahren ist. Ich verlinke euch die Webseite für diesen Studiengang natürlich in der Beschreibung.

Was macht man mit diesem Studiengang?

Schauen wir uns die Studieninhalte für beide Studiengänge an. Ich fange mit der IU an. Wichtig zu wissen ist, welche Module man hat – und ich empfehle euch immer, nicht nur in diese Übersichten der einzelnen Module zu gucken, sondern auch immer das Modulhandbuch beziehungsweise den Studienablaufplan zu konsultieren. Den bekommt ihr eigentlich an den meisten Hochschulen, und hier auf der Webseite der IU habt ihr einen Link, wo ihr euch das PDF zum Studienablaufplan herunterladen könnt.

Vielleicht vorher noch: Was macht man eigentlich mit diesem Studiengang? Ich kenne das ein bisschen aus eigener Erfahrung – nicht, weil ich im pflegerischen Bereich tätig bin, sondern weil ich das in meinem Umfeld beobachte. Die meisten von euch haben sicherlich so eine Ausbildung gemacht und arbeiten dann im pflegerischen Bereich. Und wenn man dann überlegt, vielleicht in die Stationsleitung zu gehen, dann könnte man so einen Studiengang absolvieren – wobei es da auch sinnvoller sein könnte, gleich Pflegemanagement zu studieren, wenn man das weiß.

Hier wirbt die IU noch damit, dass man möglicherweise auch in Forschung und Wissenschaft gehen kann. Aber ganz so viele Möglichkeiten hat man da im Prinzip nicht – wenn man hier Pflege studiert, dann ist es doch relativ wahrscheinlich, dass man irgendwie ins Pflegemanagement geht, und das dann wahrscheinlich auch bei größeren Pflegeunternehmen. Vielleicht möchte man auch als Pflegedienstleitung tätig werden. Theoretisch könnte es aus meiner Sicht und nach dem, was ich beobachte, dann auch ausreichen, eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung zu machen, da muss man vielleicht gar nicht studieren – aber das muss jeder für sich selbst wissen.

Was natürlich sehr sinnvoll an so einem Studiengang ist: dass man sein eigenes Handeln noch einmal ein ganzes Stück weit professionalisiert und einen ganz anderen Blick auf die Dinge bekommt, die täglich auf einen einprasseln, sei es im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung.

Die Studieninhalte an der IU

Schauen wir uns die Inhalte genauer an. Ich gucke in den Studienablaufplan, da kann man noch ein paar mehr Informationen entnehmen. Ganz wichtig zu wissen ist erst einmal, dass es an der IU drei Zeitmodelle gibt. Ihr habt das Vollzeitstudium, dann dauert der ganze Studiengang im Prinzip nur drei Semester – ihr könnt also in anderthalb Jahren euren Bachelor absolvieren, dann müsst ihr euch aber auch Vollzeit hineinknien und ungefähr 30 bis 40 Stunden pro Woche für das Studium investieren. Dann habt ihr das Teilzeitmodell 1, da dauert das Studium insgesamt vier Semester, also letztendlich auch nicht so viel länger. Und ihr habt das Teilzeitmodell 2, das dauert dann doppelt so lange wie das Vollzeitstudium, da absolviert ihr den Studiengang in sechs Semestern.

Aus meiner Erfahrung entscheiden sich die meisten wahrscheinlich für das Teilzeitmodell 1, dann habt ihr vier Semester Zeit und könnt noch ein kleines bisschen überziehen und euch so fünf, sechs Semester Zeit lassen, also zwei bis drei Jahre – und dann könnt ihr das auch berufsbegleitend absolvieren.

Wichtig zu wissen sind natürlich die Module, die man absolviert. Ich gucke auch immer erst einmal darauf, welche Prüfungsformen es gibt, und das habt ihr auch in dieser Übersicht stehen. Ihr habt viele Klausuren, ihr habt gelegentlich auch mal eine Hausarbeit, ihr habt ein sogenanntes Advanced Workbook – das ist ein bisschen so etwas wie eine Hausarbeit – ihr habt eine Fachpräsentation zu erledigen, eine Seminararbeit, was letztendlich auch eine schriftliche Ausarbeitung ist, und natürlich eure Bachelorarbeit, die hier dann auch mündlich verteidigt wird. Also schon eine ganz gute Mischung aus verschiedenen Prüfungsformen.

Was ich mir auch angucke, ist, wie viele ECTS beziehungsweise Leistungspunkte ich mit einem Modul erwerbe. Falls ihr das noch nicht wisst: Ein Leistungspunkt trifft eine Aussage darüber, wie viel Arbeit ich in ein Modul stecken soll. Fünf Leistungspunkte sind eigentlich mäßig – ihr habt hier in fast jedem Modul einen Umfang von fünf Leistungspunkten, und dadurch lässt sich das gut in ungefähr einem Monat durcharbeiten, wenn man sich ein bisschen eingearbeitet hat. Vielleicht braucht man am Anfang ein kleines bisschen länger, aber im Verlauf des Studiums sollte man das gut innerhalb eines Monats schaffen.

Und dann seht ihr: Ihr habt die ersten drei Semester einfach übersprungen durch eure Ausbildung, deswegen ist das hier auch alles ausgegraut, das ist nicht relevant für euch. Dann geht es im vierten Semester los mit einer Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. Dann habt ihr ein Modul Pflege als Profession, eine Einführung ins Pflegemanagement, Pflegerecht – damit werdet ihr euch auseinandersetzen – auch mit ein bisschen allgemeineren Themen, Soziologie und Psychologie. Ihr habt ein Seminar, und dann habt ihr ein Modul, das ihr so ähnlich auch an der Ernst-Abbe-Hochschule habt, wenn ich das richtig sehe: Elemente hochkomplexer Pflege.

Und dann habt ihr – das ist die Besonderheit an der IU – die Möglichkeit, euch in zwei ziemlich umfangreichen Wahlpflichtmodulen zu vertiefen. Da könnt ihr euch Bereiche aussuchen, die euch interessieren. Bei Wahlpflichtmodul A könntet ihr euch beispielsweise mit evidenzbasierter Pflege auseinandersetzen, oder auch mit dem Thema Digitalisierung in Therapie und Pflege. Das soll ja soweit ich weiß immer noch ein relativ großes Problem sein, dass der pflegerische Bereich noch gar nicht so digitalisiert ist, wie man das eigentlich erwarten würde – obwohl es gleichzeitig ziemlich hohe Anforderungen zum Beispiel an die Dokumentation von Pflegeprozessen gibt. Damit könnt ihr euch auseinandersetzen.

Ihr könnt hier auch ein Pädagogikmodul absolvieren. Ich sage euch aber gleich: Das wird wahrscheinlich nicht ausreichen, wenn ihr in die Pflegepädagogik gehen wollt. Wenn ihr vielleicht an einer Pflegeschule als Pädagogin oder Pädagoge tätig werden wollt, dann wäre es sinnvoller, gleich Pflegepädagogik zu studieren – und anschließend müsst ihr theoretisch heutzutage sogar einen Master machen, um da irgendwie als Seiteneinsteiger in den Lehrbetrieb hineinzukommen, wenn ihr nicht entsprechend auf Lehramt studiert habt. Dafür ist das also nicht der richtige Studiengang, das muss euch klar sein: Wenn ihr in den pflegepädagogischen Bereich einsteigen wollt, dann müsst ihr möglichst gleich Pflegepädagogik studieren und im Anschluss noch einen Master machen. Hier sind die Anforderungen aber auch von Bundesland zu Bundesland extrem unterschiedlich, informiert euch da einfach im Detail – und schreibt eure Fragen in die Kommentare, wenn ihr euch für den Pflegepädagogik-Bereich interessiert, dann können wir gemeinsam gucken, wie man da am besten hineinkommt.

Und dann habt ihr noch ein Wahlpflichtmodul, das ein bisschen fachübergreifend ist. Da könnt ihr euch zum Beispiel mit Personalmanagement auseinandersetzen, falls ihr tatsächlich in den Pflegemanagement-Bereich gehen wollt, oder mit Führung und Controlling in der Pflege.

Die Studieninhalte an der Ernst-Abbe-Hochschule

Schauen wir uns an, wie der Studienaufbau an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena gestaltet ist. Auch hier ist es so, dass ihr im Prinzip Semester überspringt, in dem Fall das erste und zweite Semester, das euch aufgrund eurer Berufsausbildung angerechnet wird. Dann geht es im dritten Semester los, und ihr absolviert insgesamt fünf Semester. Das ist berufsbegleitend angelegt, und da seht ihr schon den Unterschied zur IU: Ihr könnt das nicht in drei Semestern Vollzeit absolvieren, sondern ihr müsst hier tatsächlich mindestens diese fünf Semester aufwenden, um diese ganzen Module zu absolvieren. Es dauert also theoretisch ein bisschen länger – aber die meisten von euch werden diese Zeit sowieso brauchen, wenn ihr berufsbegleitend studieren wollt.

Ihr könnt hier soweit ich weiß auch ein Teilzeitstudium absolvieren, da braucht man bestimmte Gründe dafür, das ist an so einer staatlichen Hochschule ein bisschen schwieriger, man muss begründen, dass man in Teilzeit studieren möchte, wenn man beispielsweise Vollzeit berufstätig ist. Aber normalerweise dauert dieser Studiengang fünf Semester.

Es geht im dritten Semester los mit einer Einführung in die Pflegewissenschaft, auch hier professionelles Handeln in der Pflege. Dann geht es im vierten Semester weiter, da habt ihr noch einmal eine Vertiefung dieser Einführung in die Pflegewissenschaft, rechtliche Aspekte werdet ihr hier ganz genauso behandeln, Pflegeforschung habt ihr hier noch als Modul. Ihr seht, das wird noch ein Stückchen weiter vertieft. Dann habt ihr ein Modul Internationale Entwicklungen in der Pflege – das ist ganz wichtig zu wissen, weil das mit eurem Auslandspraktikum beziehungsweise der Auslandshospitation zusammenhängt, das gucken wir uns gleich noch genauer an.

Ihr könnt euch über den Downloadbereich auch eine Übersicht über die einzelnen Module herunterladen, dann habt ihr ein Modulhandbuch und könnt da noch genauer hineinschauen. Da habt ihr wirklich eine Übersicht über diese ganzen einzelnen Module und welche Prüfungsformen vorherrschen. Und wenn ihr da durchguckt, dann werdet ihr sehen: Ihr werdet auch hier sehr viele Klausuren schreiben, habt aber auch alle möglichen alternativen Prüfungsformen – ihr habt mal eine Hausarbeit zu schreiben zum Beispiel oder auch mal eine mündliche Prüfung.

Wichtig zu wissen: Hier gibt es keine Vertiefungsmöglichkeiten wie an der IU, ihr müsst einfach diese Module absolvieren. Und auch wichtig: Das Thema Pflegepädagogik wird hier nicht aufgegriffen, es gibt keine pädagogischen Module. Also auch hier noch einmal der Hinweis: Wenn ihr in die Pädagogik gehen möchtet, wenn ihr an der Berufsschule unterrichten möchtet, ist das hier auch nicht der richtige Studiengang, um in diesen Bereich einzusteigen.

Eine Besonderheit gibt es noch, die kann man den studiengangsspezifischen Bestimmungen entnehmen: Wenn ihr euch dieses Dokument herunterladet, dann werdet ihr sehen, dass ihr mit diesem Studiengang Praxisanleiterin beziehungsweise Praxisanleiter werden könnt und euch gleichzeitig zur Pflegedienstleitung weiterqualifiziert. Praxisanleiter kennt ihr sicherlich – jeder von euch, der so eine Ausbildung gemacht hat, wird natürlich auch einen Praxisanleiter beziehungsweise eine Anleiterin in seinem Betrieb gehabt haben. Mit diesem Studiengang qualifiziert ihr euch gleichzeitig dafür, selbst so eine Praxisanleitung durchzuführen. Auch das ist genauso vom Fachkräftemangel betroffen wie eure pflegerische Tätigkeit. Also habt ihr hier meiner Einschätzung nach auf jeden Fall super Chancen, damit tatsächlich einen sehr guten Job zu bekommen – und mit diesem Studiengang habt ihr das gleich abgegolten, da müsst ihr euch nicht noch einmal zusätzlich qualifizieren. Dasselbe gilt für eine Tätigkeit als Pflegedienstleitung.

Praxis und Präsenzphasen

Schauen wir uns an, wie es mit Praxis und Präsenzphasen aussieht. Ich hatte schon gesagt: An der IU gibt es keine Präsenzpflicht, ihr müsst nirgendwohin. Wenn ihr wollt, könnt ihr die Klausuren in Präsenz an den verschiedenen Standorten der IU schreiben, aber die meisten schreiben diese Klausuren mittlerweile tatsächlich online beziehungsweise von zu Hause aus, auch das ist möglich. Ansonsten habt ihr natürlich die eine oder andere Veranstaltung online – es gibt Seminare beziehungsweise Tutorien oder virtuelle Lehrveranstaltungen, die online stattfinden, wo man sich auch ein bisschen austauschen kann. Aber auch da muss man soweit ich weiß nicht immer teilnehmen. Was ihr eben nicht habt, ist der Austausch mit Kommilitonen – den habt ihr schon digital, aber nicht in der Form, wie man das hat, wenn man zusammen in so einem Unterricht sitzt. Das kennt ihr sicherlich auch aus eurer Ausbildung.

An der Ernst-Abbe-Hochschule sieht das Ganze ein bisschen anders aus. Ihr habt hier wirklich sehr viele Präsenzzeiten, das steht auch auf der Webseite: In der Regel gibt es 15 Tage im Semester, also pro Studienhalbjahr – das sind insgesamt ungefähr 30 Tage, also ein ganzer Monat pro Jahr, den ihr an Präsenzzeiten habt. Und dazu müsst ihr nach Jena, in die Stadt Jena, müsst euch dort irgendwie eine Unterkunft suchen, falls ihr nicht in der Nähe lebt. Und dann kommen auch noch ein, zwei Tage innerhalb einer Prüfungswoche dazu für die schriftlichen oder mündlichen Modulprüfungen. Das ist auch nicht gerade wenig, entsprechend habt ihr hier wirklich sehr viele Veranstaltungen jedes Semester – natürlich nicht wie in einem Vollzeit- oder Präsenzstudium, aber trotzdem jede Menge.

Hier steht auch: Die Präsenzveranstaltungen finden gewöhnlich von 9:30 Uhr bis 16:45 Uhr statt, und am Abreisetag von 7:45 Uhr bis 15 Uhr. Also früh müsst ihr hier auch aufstehen – aber ich sage mal, wenn ihr an der Uni oder an einer Fachhochschule studieren geht, müsst ihr in der Regel auch früh aufstehen, da gehen die ersten Vorlesungen auch gegen acht Uhr los. Ganz wichtig zu wissen also: Diese Präsenzzeiten muss man irgendwie in sein Leben integriert bekommen.

Und dann kommt noch die Auslandsexkursion hinzu. Ihr habt in diesem Modul soweit ich weiß auch noch eine kleinere Auslandsexkursion, in der ihr beauftragt werdet, in einer ausländischen Einrichtung zu hospitieren und einfach mal zu gucken. Das sind glaube ich fünf Tage, die im fünften oder sechsten Semester stattfinden. Dann müsst ihr schauen, ob ihr das irgendwie mit Urlaub verbindet, vielleicht in die Schweiz zu reisen oder in die Niederlande. Ich denke, da gibt es Möglichkeiten der Hochschule, euch Partnerunternehmen vorzuschlagen, mit denen das immer wieder durchgeführt wird, und die helfen euch natürlich dabei, ein Unternehmen zu finden, wo ihr eure kleine Auslandsexkursion absolvieren könnt.

Was kostet das Studium?

Zum Schluss schauen wir uns an, wie hoch die Studiengebühren sind. Ich fange mit der IU an. Ihr habt diese drei Zeitmodelle, die ich euch schon genannt habe, und es sind auf eine Art auch Finanzierungsmodelle.

Im Vollzeitstudium studiert ihr nur 18 Monate beziehungsweise drei Semester und zahlt dann 390 Euro pro Monat. Wenn man das zusammenrechnet – 390 Euro auf 18 Monate – dann kommt ihr auf insgesamt 7.020 Euro. Aber was man nicht unterschätzen darf, sind die Zusatzkosten: Ihr habt noch eine Graduierungsgebühr, die 2.299 Euro hoch ist. Zu diesen 7.020 Euro kommen also noch einmal 2.299 Euro, und dann seid ihr bei insgesamt 9.319 Euro für diesen Studiengang, wenn ihr Vollzeit studiert – also rund 9.300 Euro.

In der Teilzeit-1-Variante zahlt ihr monatlich ein bisschen weniger, aber wenn man das zusammenrechnet, wird es insgesamt ein Stückchen teurer – es ist halt eine Art Finanzierungsvariante. Ihr habt zwar eine geringere monatliche Belastung, hier 325 versus 390 Euro, aber ihr kommt auf insgesamt 10.099 Euro. Oder ihr studiert Teilzeit 2, also so richtig hardcore Teilzeit, sage ich mal, dann zahlt ihr monatlich nur 239 Euro, kommt aber auf insgesamt 10.900 Euro – also über 1.000 Euro teurer als die Vollzeitvariante. Da sollte man sich schon überlegen, für welche Variante man sich entscheidet.

An der Ernst-Abbe-Hochschule zahlt ihr zumindest auf den ersten Blick nicht viel. Ihr habt hier einen Semesterbeitrag in Höhe von 59 Euro, dazu kommen einmalig 15 Euro für die sogenannte thoska-Karte, die zahlt ihr aber nur einmalig. Und dann zahlt ihr pro Semester noch 350 Euro für Studienmaterialien – also keine richtigen Studiengebühren, sondern diese Kosten für die Studienmaterialien. Und dann kommt ihr bei fünf Semestern Studiendauer auf insgesamt 2.045 Euro, im Vergleich zur IU also super wenig.

Was ihr aber einberechnen müsst, sind natürlich die Kosten, die ihr habt, wenn ihr ständig vor Ort sein müsst. Ihr müsst irgendwie eine Unterkunft finden, wenn ihr nicht in der Gegend von Jena lebt und nicht im Anschluss immer nach Hause fahren könnt – ihr müsst diese Unterkünfte finanzieren. Ich hatte gesagt, ungefähr 30 Veranstaltungstage im Jahr, und für jeweils zwei Tage müsst ihr wahrscheinlich einmal übernachten, also ungefähr 15 Übernachtungen einrechnen. Ihr müsst die Anfahrt mit einrechnen, wenn ihr mit dem Auto hinfahren müsst. All das sollte man auf jeden Fall noch mit einberechnen, und es wird nicht wenig – das wird wahrscheinlich mindestens noch einmal so teuer wie diese 2.045 Euro. Das müsst ihr alles einberechnen, aber ihr könnt es natürlich auch mit hoher Wahrscheinlichkeit steuerlich geltend machen und euch ein bisschen von diesem Geld zurückholen.

Fazit

Ganz zum Schluss noch ein kleines Fazit. Ich fange mit den Voraussetzungen an: Die sind bei beiden Studiengängen im Prinzip gleich. Der kleine Unterschied ist, dass ihr den Studiengang an der Ernst-Abbe-Hochschule auch mit einer Ausbildung zur Hebamme absolvieren könnt. Ansonsten habt ihr dieselben Voraussetzungen: Ihr braucht zwingend eine Ausbildung in diesem Bereich, ihr braucht nicht zwingend ein Abitur oder Fachabitur – wenn ihr im Anschluss an eure Ausbildung drei Jahre berufstätig wart, könnt ihr euch auch ohne Abitur oder Fachabitur in einen dieser Studiengänge einschreiben.

Inhaltlich hatte ich es euch gezeigt: Da gibt es im Prinzip auch nicht die großen Unterschiede. Wo der Unterschied liegt, ist, dass ihr an der IU ein bisschen mehr Möglichkeiten habt, euch zu vertiefen – ihr habt insgesamt zwei Vertiefungsmodule im Umfang von 20 Leistungspunkten. Ansonsten wird euch an beiden Hochschulen durch diese Ausbildung sehr viel anerkannt, aber wenn man es zusammennimmt, scheint mir der Umfang an der IU ein bisschen geringer zu sein – da wird euch ein kleines bisschen mehr anerkannt, wenn ich das richtig erkannt habe, sodass ihr vielleicht auch ein kleines bisschen weniger zu tun habt.

Praxis und Präsenzen sind in dem Sinne kein Vergleich: Ihr habt keine Präsenzzeiten an der IU, ihr habt aber super viele Präsenz- und Vor-Ort-Veranstaltungen an der Ernst-Abbe-Hochschule. Das finde ich persönlich gut – wenn man die Möglichkeit hat, sollte man das definitiv wahrnehmen, weil man da einfach ein bisschen mehr lernt als in einem rein digitalen Studium. Das ist meine Einschätzung, vielleicht seht ihr das auch anders und ihr braucht mehr die Flexibilität – und die habt ihr eben an der IU. Der ganze Studiengang ist super flexibel, ihr könnt euch aussuchen, wann und wo ihr lernt, ihr könnt die Klausuren tatsächlich auch online schreiben, also alles von zu Hause absolvieren. Diese Flexibilität habt ihr nicht in dem Maße an der Ernst-Abbe-Hochschule.

Letzter Punkt, die Kosten: Hier liegt die Ernst-Abbe-Hochschule zumindest auf den ersten Blick ein ganzes Stückchen weiter vorne, mit Kosten von insgesamt ungefähr 2.000 bis 2.500 Euro für die Semesterbeiträge und die Studienunterlagen. Aber da kommen im Prinzip noch Kosten durch die ganzen Anreisen dazu, das hatte ich euch gesagt, also wird es doch noch ein Stückchen teurer. Aber selbst wenn man hier auf Kosten in Höhe von insgesamt so 5.000 Euro für diesen Studiengang kommt, wäre das noch ein ganzes Stückchen günstiger als an der IU – denn dort kostet dieser Studiengang 9.000 bis ungefähr 10.000, 11.000 Euro. Die Ernst-Abbe-Hochschule ist hier also so oder so ein ganzes Stückchen günstiger.

Freunde, ich hoffe, das war interessant für euch. Wenn ihr noch Fragen zu einem dieser Studiengänge habt oder zum Fernstudium in Pflege oder auch Pflegepädagogik, schreibt mir das einfach in die Kommentare. Ich würde sagen, wir sehen uns in einem der nächsten Videos auf diesem Kanal. Euer Wolf.

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