Fernstudium: Kommunikation & Kontakt zu Kommilitonen halten – Juliane über ihre Erfahrungen

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Transkript

Bei dem Thema Kommunikation können wir jetzt noch bleiben, das würde ich als abschließendes Thema nehmen. Wir haben im Vorgespräch ja schon ein bisschen darüber geredet, was du so machst, und du hast gesagt, dass Kommunikation im Fernstudium für dich auf jeden Fall ein wichtiges Thema ist.

Denn beim Fernstudium gibt es ja auch das Vorurteil, dass es Kommunikation da nicht so richtig gibt und man als Fernstudi ein bisschen vereinsamt: Man sitzt allein an seinem Schreibtisch, weil man sich nicht jeden Tag in einer Mensa trifft oder mittags zusammen ist und darüber quatscht, wie die letzte Vorlesung war, oder weil man nicht in Vorlesungen zusammensitzt. Aber ich weiß aus meiner Erfahrung, dass es nicht ganz so ist – es ist eben anders, es gibt andere Möglichkeiten, die muss man aber auch nutzen.

Wie war das denn bei dir? Du hast gesagt, du bist an deiner Hochschule gleich aktiv geworden und engagierst dich da – das ist ja auch eine Art, sich einzubringen und zu kommunizieren. Wie sieht es ansonsten mit den Kommilitonen aus? Vielleicht kannst du mal sagen, wie groß dein Fachbereich ungefähr ist und wie du da den Kontakt zu deinen Kommilitonen hältst.

Empfehlung eins: zur Kick-off-Veranstaltung gehen

Was ich auf jeden Fall empfehlen kann: Es gibt, soweit ich weiß, für jeden Studiengang immer eine Kick-off-Veranstaltung. Die ist bei uns in Change Management alle zwei Monate, das heißt, da kommen immer alle rein, die neu mit dem Studium starten. Manchmal verirrt sich da auch noch jemand aus den oberen Semestern.

Man kann das ja nicht wirklich sagen, weil man bei der Fresenius jeden Monat starten kann, oder eigentlich an jedem Tag, wie man möchte: Wenn du dich heute anmeldest und alles einreichst, kannst du übermorgen starten, so ungefähr.

Das ist also meine erste Empfehlung: zum Kick-off zu gehen, um ein bisschen abzuchecken, was hier so für Leute unterwegs sind.

Von der Online-Community in die WhatsApp-Gruppe

Und dann gibt es, wie du vorhin schon angesprochen hast, diese Communitys innerhalb der Online-Plattform. Das heißt, es gibt auch da für jeden Studiengang eine eigene Online-Community. Wenn man sich da ein bisschen durchscrollt, gibt es meistens irgendeinen Post wie: Hey, wir haben da eine WhatsApp-Gruppe, wer will, sagt Bescheid, wir nehmen dich auf. Und dann geht das eigentlich recht schnell.

Wir haben jetzt eine WhatsApp-Gruppe mit, ich glaube, so 40 Leuten aus unserem Studiengang. Ich bin einer von denen, die schon etwas länger dabei sind, so anderthalb, zwei Jahre – und es sind auch ganz neu Gestartete dabei, von vor zwei Monaten oder so. Und wir bereichern uns gegenseitig.

Denn es ist nicht so, dass du deutlich weiter bist, nur weil du schon anderthalb Jahre dabei bist. Du hast ja die Möglichkeit, die Module zu dem Zeitpunkt zu belegen, wie es sich für dich gut anfühlt und wie es gerade passt. Es gibt einen Studienverlaufsplan, an dem solltest du dich entlanghangeln, aber grundsätzlich bist du frei in dem, was du gerade belegen möchtest. Das heißt, auch wenn ich schon anderthalb Jahre dabei bin, bin ich vielleicht noch in einem Modul, in dem ich auch schon vor einem Jahr hätte sein können.

Damit will ich einfach sagen: Es ist gar nicht schlimm, dass da alle so durcheinandergewürfelt sind – im Gegenteil, es ist eher eine gegenseitige Bereicherung.

Der harte Kern

Und dann hat sich innerhalb der WhatsApp-Gruppe noch mal so ein kleiner – wir nennen es liebevoll: der harte Kern – gebildet. Das sind so sechs, sieben Leute, die alle ungefähr gleich weit sind: Wir haben ungefähr die gleiche Anzahl an Modulen belegt und auch die gleichen Module. Und deswegen haben wir uns noch mal einen eigenen Kern geschaffen, in dem wir wirklich spezifisch über die Module sprechen.

Ich kenne es aber auch von anderen Studiengängen, dass die eine große, allgemeine WhatsApp-Gruppe haben, und wenn du dann beispielsweise in einem spezifischen Modul in die Lernvorbereitung gehst, gibt es dazu noch mal eine abgespaltene kleine WhatsApp-Gruppe – damit du mit deinen Fragen nicht die ganze große Runde vollspamst.

Der virtuelle Stammtisch

Und trefft ihr euch dann auch noch mal digital? Also jetzt sowieso digital, aber über eine Zoom-Konferenz oder so etwas, weil man da ja auch mehr in einen fachlichen Austausch gehen kann.

Genau. Online-Kommunikation über WhatsApp ist natürlich ganz großartig, weil man da ja auch nie etwas missversteht – also, ist ja alles total super. Aber was natürlich richtig cool ist: dass wir auch einen Stammtisch haben, alle 14 Tage, also einen virtuellen Stammtisch.

Da sprechen wir wirklich über brandaktuelle Themen: Wo seid ihr gerade, wo hängt es bei dem einen oder anderen, wo können wir dich noch unterstützen? Es ist aber auch manchmal so eine kleine Auskotz-Ecke: Wenn es bei irgendjemandem nicht so gut läuft, dann hat er da kurz die Möglichkeit, sich mal auszukotzen – und dann holen ihn die anderen gern wieder zurück, sodass die allgemeine Motivation aufrechterhalten werden kann. Das ist schon ganz cool.

Ein Partner in Crime

Darüber hinaus haben wir also die große WhatsApp-Gruppe, eine kleine WhatsApp-Gruppe und den Stammtisch. Und was ich für mich festgestellt habe und was mir unheimlich hilft, ist, sich einen Partner oder eine Partnerin in Crime zu holen: also jemanden, mit dem du wirklich auf einer Wellenlänge schwimmst und der vielleicht auch aus einem ähnlichen Unternehmenskontext kommt wie du. Wenn du aus dem Konzern kommst, jemand, der auch aus dem Konzern kommt; jemand aus dem Start-up einen, der auch aus dem Start-up kommt – oder wo man einfach merkt, da klickt es, die Chemie stimmt, man unterhält sich gut.

Und ich bin jemand, der das nicht so trennen kann. Ich kann nicht sagen: Das ist meine Arbeitsfamilie, das ist meine Studienfamilie, und Privates klammere ich komplett aus – sondern es vermischt sich alles. Alle wissen, wo ich arbeite, alle wissen, wer meine Stakeholder auf der Arbeit sind. Das ist aber auch völlig in Ordnung, weil ich das auch von denen zurückbekomme, und so bereichern wir uns gegenseitig.

So bekommt man auch ein bisschen Inspiration: Worüber schreiben die anderen gerade, haben die vielleicht ähnliche Themen? Man geht gemeinsam in die Themensuche. Es gibt auch Kommilitonen, die gemeinschaftlich eine Projektarbeit schreiben, denn es gibt auch Hausarbeiten oder Projektarbeiten, die man gemeinsam in Gruppenarbeit erstellen kann. Und so macht es einfach noch viel mehr Spaß.

Und irgendwann auch mal offline

Es ist sogar schon so ausgeartet – ich hoffe, ich verrate jetzt nicht zu viel –, dass wir uns dieses Jahr wohl auch noch alle miteinander treffen werden, wenn Corona das zulässt. Dann wollen wir auf jeden Fall noch mal eine kleine Live-Session machen. Und auch das wird sehr herausfordernd, weil wirklich von München über Berlin und Hamburg bis Köln alles dabei ist.

Ja, das gibt es glaube ich auch schon immer, zum Beispiel an der FernUni Hagen: so regelmäßige Offline-Stammtische. Zu Coronazeiten ist das wahrscheinlich alles ein bisschen weniger geworden und hat sich ins Digitale verlagert. Aber ich glaube, das ist auch sehr hilfreich, wenn man über sein Studium hinweg eine gewisse Konstanz hat, auch was die Gesichter angeht.

Noch ein Tipp: die Umkreissuche

Vielleicht noch ein Tipp für unsere Zuhörer: Bei uns auf der Plattform fernstudi.net könnt ihr, wenn ihr euch einloggt – ihr müsst euch in dem Fall also anmelden –, eine Umkreissuche starten und einfach mal gucken, wer so in eurer Gegend studiert. Am besten gebt ihr im eigenen Profil auch an, wo ihr ungefähr herkommt, man kann auch einfach ein Bundesland angeben.

Und dann einfach mal gucken: Vielleicht gibt es auch jemanden, der dasselbe in derselben Stadt studiert. Das muss ja nicht mal jemand von derselben Hochschule sein – es ist vielleicht auch ganz interessant, sich mit jemandem auszutauschen, der auch gerade BWL oder so etwas studiert, aber an einer ganz anderen Hochschule. Denn gerade im Grundstudium beziehungsweise im Bachelorstudiengang macht man ja sowieso an allen Hochschulen dieselben Module. Da ist es, glaube ich, ganz sinnvoll, sich auszutauschen – und sich dann ab und zu auch mal wirklich offline zu treffen.

Sehr cool. Das habe ich bis jetzt eigentlich von niemandem so gehört, so intensiv, wie du das jetzt erzählt hast: dass man sich da wirklich austauscht und sich auch richtig gut kennt. Und auch noch mal ein guter Tipp mit dem Study Buddy, sich jemanden zu suchen, mit dem man sich gemeinsam durch das Studium kämpft – das ist, glaube ich, wirklich eine gute Sache für die Motivation.

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