04.09.2025

Sorge um Desinformation: Mehrheit sieht Fake News als Gefahr für Demokratie laut IU-Studie

Eine neue Studie der IU Internationalen Hochschule ermittelt, dass fast 90 Prozent der Befragten in Deutschland Fake News als ernsthafte Bedrohung für Demokratie und Freiheit einstufen. Die Untersuchung hebt zudem hervor, wie sich das Informationsverhalten in Zeiten digitaler Medien verändert und welche Verantwortung verschiedene gesellschaftliche Akteure bei der Bekämpfung von Desinformation sehen.

Für die repräsentative Studie wurden im April 2025 insgesamt 1.999 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Dabei gaben 71,8 Prozent an, dass ihr Vertrauen in Medien durch die Zunahme von Fake News zurückgegangen sei. Auch Deepfakes verunsichern: 64,1 Prozent beobachten einen Vertrauensverlust im Zusammenhang mit manipulierten Bild- und Videoinhalten. Besonders kritisch sehen 92,2 Prozent Fake News im politischen Kontext, da diese gezielt zur Meinungsmanipulation und Wahlbeeinflussung genutzt werden könnten.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass klassische Medien wie Radio, Fernseh-Nachrichtensendungen und Online-Nachrichtenportale als wichtigste Informationsquellen gelten. 68,9 Prozent nutzen vor allem TV-Nachrichten, 59,3 Prozent greifen auf Online-Portale zurück. Dennoch spielen auch soziale Medien und das persönliche Umfeld eine bedeutende Rolle: 49 Prozent beziehen dort ihre Informationen, 34,8 Prozent verlassen sich auf Freunde und Familie. Besonders in der jungen Generation Z rangieren soziale Medien als beliebteste Nachrichtenquelle.

Das Vertrauen in Inhalte digitaler Plattformen bleibt jedoch gering: Lediglich 30,9 Prozent stufen Anwendungen wie ChatGPT als glaubwürdig ein. Bei sozialen Medien liegt der Wert ähnlich niedrig. Ein Drittel der Teilnehmer gab an, bereits politische Falschmeldungen geglaubt zu haben; bei den Unter-30-Jährigen ist dieser Anteil besonders hoch. Deepfakes konnten nur 15 Prozent der Befragten im Nachhinein als solche erkennen. Mehr als ein Viertel (26,7 Prozent) sind sich nicht sicher, ob sie bereits auf Fake News hereingefallen sind.

Die Studie beleuchtet zudem die Folgen von Desinformationen: Über 13 Prozent berichten, Wahlentscheidungen auf Basis von Fake News oder Deepfakes getroffen zu haben. 42,8 Prozent der Betroffenen erlebten Stress oder Angst, mehr als ein Fünftel gab Streitigkeiten im persönlichen Umfeld an. Eine Mehrheit (84,4 Prozent) schätzt, dass Künstliche Intelligenz die Ausbreitung von Falschmeldungen künftig noch beschleunigen wird.

Bei der Frage nach Gegenmaßnahmen sehen knapp zwei Drittel die Hauptverantwortung bei den Betreibern sozialer Plattformen (65,1 Prozent) und der Politik (63,1 Prozent), aber auch Einzelpersonen und Medien werden in die Pflicht genommen. Die Mehrheit spricht sich dafür aus, Fake News eindeutig zu kennzeichnen und aktiv zu entfernen. Maßnahmen wie Aufklärung der Nutzer und die Bereitstellung von Faktencheck-Tools werden ebenso als sinnvoll angesehen.

Die vollständigen Studienergebnisse sind auf der Website der IU Internationalen Hochschule abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung vom 04.09.2025
Fotos & Abbildungen: IU Internationale Hochschule
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