10.02.2026

IU-Studie: Große Wissenslücken bei Deepfakes und Fake News in Deutschland

Eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule zeigt, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung in Deutschland Schwierigkeiten hat, Deepfakes und Fake News zu erkennen. Laut der repräsentativen Befragung, an der knapp 2.000 Menschen im Alter von 16 bis 65 Jahren teilnahmen, wissen zwar 96,3 Prozent der Befragten, was Fake News sind, aber nur 34,3 Prozent können mit dem Begriff Deepfake etwas anfangen. Besonders alarmierend: 15 Prozent der Teilnehmenden gaben an, bereits auf Deepfakes hereingefallen zu sein.

Die Untersuchung wurde im April 2025 durchgeführt und beleuchtet die Verbreitung und Wahrnehmung manipulierter Inhalte im digitalen Raum. Die aktuelle Debatte um den KI-Chatbot Grok, der auf der Plattform X fotorealistische – auch sexualisierte – Deepfakes generieren kann, unterstreicht die gesellschaftliche Brisanz des Themas. Die EU-Kommission hat dazu im Januar 2026 ein Verfahren nach dem Digital Services Act gegen die Plattform eingeleitet.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass jüngere Menschen häufiger wissen, was Deepfakes sind. Dennoch bleibt die Wissenslücke über alle Altersgruppen hinweg groß. Von denjenigen, die bereits Deepfakes geglaubt haben, berichten fast die Hälfte von Stress oder Angst als Folge, und knapp 18 Prozent gaben an, dass es deswegen zu Streitigkeiten kam. Zudem glauben 84,8 Prozent der Befragten, dass KI-basierte Suchmaschinen die Verbreitung von Fake News künftig noch verstärken werden.

Im Umgang mit Desinformation sehen die meisten Befragten die Hauptverantwortung bei den Betreibern sozialer Plattformen (65,1 Prozent) und der Politik (63,1 Prozent). Prof. Dr. Nele Hansen, Professorin für Medienmanagement an der IU Internationalen Hochschule, betont, dass Medienkompetenz und kritisches Hinterfragen entscheidend seien, um Manipulationen zu erkennen und einzuordnen.

Die IU Internationale Hochschule beschäftigt sich bereits seit Längerem mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und deren Auswirkungen auf Bildung und Gesellschaft. In anderen Studiengängen, wie etwa Game Design, werden KI-Technologien gezielt eingesetzt, um Studierende auf die Herausforderungen der digitalen Medienwelt vorzubereiten. Die Ergebnisse der aktuellen Studie unterstreichen, wie wichtig der Ausbau von Medienkompetenz für alle Altersgruppen ist.

Quelle: Pressemitteilung vom 10.02.2026
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