IU-Studie: Junge Generation in Deutschland strebt verstärkt nach finanzieller Unabhängigkeit
Eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule macht deutlich: Finanzielle Unabhängigkeit nimmt für viele Menschen in Deutschland einen hohen Stellenwert ein, insbesondere bei der jungen Generation Z. Laut der Erhebung steht dieses Ziel bei 66,7 Prozent der 16- bis 30-Jährigen an erster Stelle – mehr als im Gesamtdurchschnitt der Bevölkerung, wo 58,9 Prozent finanzielle Selbstständigkeit als wichtigstes Finanzziel angeben.
Die Untersuchung basiert auf einer bundesweit repräsentativen Befragung von 2.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren, die im Juni 2025 durchgeführt wurde. Neben dem Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit sind der Studie zufolge auch Altersvorsorge, die Erfüllung persönlicher Wünsche und Lebensziele sowie der Erwerb von Eigentum zentrale Anliegen. Besonders auffallend: Die Gen Z verfolgt häufiger Ziele, die auf individuelle Lebensgestaltung und Freiheit abzielen.
Gleichzeitig zeigt sich bei der jungen Generation ein starker Einfluss sozialer Medien auf finanzielle Entscheidungen. Mehr als jede oder jeder Fünfte aus der Gen Z gibt an, dass Plattformen wie TikTok oder Instagram das eigene Konsumverhalten beeinflussen. Impulskäufe stehen damit bei jüngeren Menschen doppelt so häufig auf der Tagesordnung wie bei älteren Generationen. Zudem spielt das persönliche Umfeld, etwa Familie und Freunde, beim verantwortlichen Umgang mit Geld eine größere Rolle als bei älteren Befragten.
Die emotionale Bewertung der eigenen finanziellen Situation unterscheidet sich der Studie nach ebenfalls markant zwischen den Generationen: Während junge Menschen vor allem Hoffnung mit ihren Finanzen verbinden, äußert die Gen Y (heute etwa 31- bis 45-Jährige) häufiger Frustration. Bei den sogenannten Babyboomern überwiegt dagegen das Gefühl der Gelassenheit.
Die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit bleibt weiterhin ein wichtiger Aspekt im Alltag vieler Menschen. Über die Hälfte der Befragten sorgt sich um die aktuelle Wirtschaftslage sowie um eine ausreichende Versorgung im Alter. Die Gesamtauswertung ergibt für das finanzielle Wohlbefinden einen Durchschnittswert von lediglich 53 von 100 möglichen Punkten. Laut Johannes Treu, Professor an der IU Internationalen Hochschule, sende diese Entwicklung klare Signale an Politik und Finanzbranche, künftig stärker auf die veränderten Bedürfnisse und Erwartungen der jüngeren Generationen einzugehen.
Quelle: Pressemitteilung vom 18.11.2025
Foto und Abbildungen: IU Internationale Hochschule
Veröffentlicht am 18.11.2025 10:32 von Christian Wolf





