29.01.2026

IU-Studie: Bleisure Travel und Workation gewinnen an Bedeutung im deutschen Tourismus

Die IU Internationale Hochschule hat mit dem „Bleisure und Workation Monitor Deutschland“ erstmals eine umfassende Untersuchung zur Rolle hybrider Reiseformen im deutschen Tourismus durchgeführt. Die Studie basiert auf einer bundesweiten Online-Befragung von rund 300 touristischen Betrieben und beleuchtet, wie sich die Grenzen zwischen Arbeit und Urlaub zunehmend auflösen.

Erste Ergebnisse zeigen, dass Bleisure Travel – die Kombination aus Geschäftsreise und privater Verlängerung – in der Praxis bereits deutlich verbreiteter ist, als bisher angenommen. Zwei Drittel der befragten Betriebe gaben an, Gäste beherbergt zu haben, die Bleisure Travel oder Workation, also das Arbeiten am Urlaubsort, genutzt haben. Besonders Bleisure Travel sorgt laut Studie für zusätzliche Wertschöpfung bei Betrieben und Destinationen, ohne dass zwangsläufig neue Kostenstrukturen entstehen.

Allerdings fehlt es vielerorts noch an klaren Produktstrukturen und konsistenten Vermarktungsansätzen. Nur etwa ein Viertel der Betriebe mit Bleisure-Gästen verfügt über explizite Angebote. Oft entstehen diese Reiseformen eher situativ als strategisch, klassische Pauschalen oder systematische Kooperationen sind selten. Beim Thema Workation zeigt sich ein noch uneinheitlicheres Bild: Viele Betriebe benennen diese Form nicht explizit oder trennen sie nicht klar von Bleisure Travel.

Die Studie unterstreicht zudem, dass bislang vor allem einzelne Unternehmen entsprechende Angebote vermarkten. Destinationen und übergeordnete Tourismusorganisationen spielen bislang eine untergeordnete Rolle, obwohl ein Großteil der Befragten die Bedeutung lokaler Netzwerke für einen nachhaltigen Markt betont. Die vollständige Analyse mit regionalen Auswertungen und Handlungsempfehlungen soll im Sommer 2026 veröffentlicht werden.

Das Forschungsprojekt wird von drei Professoren der IU Internationale Hochschule aus den Bereichen Hospitality, Tourismus und Wirtschaft geleitet. Ziel ist es, eine langfristige Datengrundlage zu schaffen, um Entwicklungen bei Bleisure Travel und Workation systematisch zu erfassen und die Tourismusbranche bei der strategischen Ausrichtung zu unterstützen. Bereits zu Beginn des Projekts hatte die Hochschule betont, dass flexible Arbeitsmodelle und Reisen immer stärker miteinander verschmelzen und neue Chancen für touristische Anbieter entstehen.

 

Quelle: Pressemitteilung vom 29.01.2026
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