Wer profitiert vom Bachelor Elektrotechnik im Fernstudium?
Dieser Studiengang richtet sich an Berufstätige, die ihre technische Expertise systematisch ausbauen und einen anerkannten Bachelor-Abschluss erwerben möchten. Typische Profile sind: Fachkräfte aus Industrie, Handwerk oder Energiewirtschaft – etwa Elektronikerinnen und Elektroniker, Mechatronikerinnen und Mechatroniker oder technische Zeichnerinnen und Zeichner – die neben dem Job in Richtung Entwicklung, Automatisierung oder Energietechnik aufsteigen wollen. Ebenso geeignet ist das Studium für Technikerinnen und Techniker oder Fachwirtinnen und Fachwirte, die ihre Praxis auf akademisches Niveau heben möchten. Auch wer aus IT-nahen Funktionen (z. B. SPS/Leittechnik, Embedded-Umfeld) stärker in Elektrotechnik, KI-Anwendungen oder vernetzte Systeme einsteigen will, findet hier den passenden Rahmen – flexibel organisierbar neben Schichtdienst, Projektgeschäft oder Familienzeit.
Zulassungsvoraussetzungen
Du studierst ohne NC, mit und ohne Abitur. Zugelassen wirst du mit:
- Allgemeiner Hochschulreife (Abitur), fachgebundener Hochschulreife oder Fachhochschulreife
- einer als gleichwertig anerkannten Hochschulzugangsberechtigung (Hessen)
- oder einer bestandenen Hochschulzugangsprüfung (HZP) nach zwei Leistungssemestern
Weitere Wege ohne Abitur:
- Qualifizierter Abschluss: Meisterbrief, Abschluss als Fachwirtin oder Fachwirt bzw. staatlich geprüfte Technikerin oder Techniker – jeweils ohne zusätzliche Eignungsprüfung
- Berufliche Qualifizierung: mindestens dreijährige Ausbildung mit Abschlussnote 2,5 oder besser, mittlerer Schulabschluss sowie zwei Jahre hauptberufliche Tätigkeit
Anrechnung und Praxis: Vorleistungen aus Studium, Fortbildung oder Beruf können auf Module angerechnet werden – das verkürzt die Studiendauer und reduziert Gebühren. Die berufspraktische Phase (BPP) lässt sich durch einschlägige Berufstätigkeit ersetzen.
Persönliche Voraussetzungen
Wichtig sind solide Grundlagen in Mathematik sowie Freude an Physik, Schaltungstechnik und Programmierung. Du solltest analytisch denken, gerne systematisch Probleme lösen und bereit sein, regelmäßig zu rechnen und zu üben – die Elektrotechnik lebt von kontinuierlicher Anwendung. Ein optionaler Vorkurs Mathematik erleichtert den Einstieg und frischt Wissen gezielt auf.
Fernstudium heißt Selbststeuerung: Du planst feste Lernfenster pro Woche, arbeitest konsequent mit und nutzt den Online-Campus aktiv. Hilfreich sind:
- gute Selbstorganisation und verlässliche Terminplanung – besonders neben Job und Familie
- Durchhaltevermögen über mehrere Semester sowie realistische Etappenziele pro Modul
- Bereitschaft, mit digitalen Tools zu arbeiten und sich auf Online-Formate einzulassen
- Praxistransfer: Gelerntes im Arbeitsalltag anwenden, um Inhalte zu festigen
Setze dir zu Beginn klare Prioritäten, stimme Lernzeiten mit Arbeitgeber oder Familie ab und plane Puffer für Prüfungsphasen ein. So hältst du das Pensum dauerhaft durch und baust Schritt für Schritt dein Kompetenzprofil – von den Grundlagen bis zur gewählten Vertiefung – auf.
Was lernst du im Elektrotechnik-Fernstudium an der Wilhelm Büchner Hochschule?
Du baust systematisch elektrotechnisches Kernwissen auf und verknüpfst es mit Digitalisierung, Automatisierung und Energietechnik. Das Studium umfasst 210 ECTS in 7 Semestern und führt über Grundlagen, Kernmodule und Praxisphasen bis zur Bachelorarbeit. Eine berufspraktische Phase (BPP), Projektarbeit sowie die Thesis runden das Profil ab.
Grundlagen und Methodenkompetenz
Mathematik I–II, Naturwissenschaften, Informatik und Messtechnik bilden das Handwerkszeug. Dazu kommen Systemtheorie und wissenschaftliches Arbeiten – inklusive aktueller Themen wie „Wissenschaftliches Arbeiten mit KI“.
Schaltungen, Signale, Regelung
Du vertiefst Digitaltechnik und Mikrorechentechnik, elektronische Schaltungstechnik sowie digitale Signal- und Informationsverarbeitung. Regelungs- und Steuerungstechnik (mit Labor) trainieren die Auslegung und den Betrieb dynamischer Systeme.
Energie, Maschinen, Leistung
Von Grundlagen der Energietechnik über Komponenten und Energiesysteme (mit Labor) bis zu elektrische Maschinen und Leistungselektronik. Ergänzend: Energieeffizienz und Nachhaltigkeit – wichtig für Netze, Antriebe und die Energiewende.
Vernetzung und Kommunikation
Grundlagen der Telekommunikation und Vernetzung sowie Themen der Informationsübertragung. So verstehst du eingebettete Systeme, Sensorik/Aktorik und vernetzte Anlagen im industriellen Einsatz.
Überfachliche Skills und Management
Betriebswirtschaftslehre, interkulturelle Kommunikation sowie Nachhaltigkeitstransformation und Digitalisierung. Ein Einführungsprojekt stärkt Selbstmanagement und Lernstrategie im Fernstudium.
Vertiefungen und Wahlpflicht
Mit der Wahl deiner Vertiefung legst du zugleich den Abschluss fest: B. Eng. oder B. Sc. Optionen sind u. a. Allgemeine Elektrotechnik (z. B. Aktorik, KI, optische Nachrichtenübertragung), Automatisierungstechnik (Fabrik- und Prozessautomatisierung, Industrierobotertechnik mit Labor), Elektromobilität (Sensorik/Aktorik im Kfz, Energiespeicher, HV-Systeme, elektrische/hybride Antriebe) sowie Vertriebsingenieurwesen (Marketing und technischer Vertrieb, Sales Management, Geschäftsmodelle). Wahlpflichtmodule wie Wasserstofftechnologien, Regenerative Energietechnik oder Vision Systems erlauben zusätzliche Spezialisierungen.
Praxis und Abschluss
Die BPP (anrechenbar bei relevanter Berufstätigkeit), eine eigenständige Projektarbeit sowie die Bachelorarbeit mit Kolloquium sichern die Verbindung von Theorie und Anwendung. Der Studiengang ist staatlich anerkannt (Hessen) und die Hochschule seit 2024 systemakkreditiert; institutionelle Reakkreditierung durch den Wissenschaftsrat bis 2027.
Wie läuft das Fernstudium im Elektrotechnik ab?
Du studierst berufsbegleitend mit digitalem Campus, Studienheften und Tutorien. Der Studienstart ist angekündigt für den 01.10.2026 (Anmeldung bereits möglich). Die Regelstudienzeit beträgt 42 Monate, eine kostenfreie Verlängerung um 21 Monate ist vorgesehen.
Lernen mit Studienheften, Online-Campus und KI-Assistentin
Die Inhalte bearbeitest du mit modernen Studienunterlagen und über den Online-Campus. Einsendeaufgaben sichern den Lernfortschritt – benotet, wenn verpflichtend, mit Feedback bei freiwilligen Übungen. Zum Auftakt gibt es eine Online-Einführungsveranstaltung. Zusätzlich unterstützt dich „KILEA“, eine KI-Lernassistentin, die Fragen zum Stoff beantwortet und auf Materialien verweist.
Prüfungen: online möglich, Präsenz weiterhin relevant
Jedes Modul schließt mit einer Prüfung ab – Hausarbeit, Klausur oder mündliche Leistung. Ein wesentlicher Teil der Prüfungen kann online von zu Hause abgelegt werden. Klausuren werden grundsätzlich an Prüfungszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschrieben; ein wachsender Teil ist bereits als Online-Klausur verfügbar (insbesondere Grundlagen-/Bachelor-Module).
Präsenzen: gering, aber einzelne Termine einplanen
Pflichtpräsenzen sind überschaubar. Neben der digitalen Online-Einführung können je nach Modul Laboranteile oder Präsenzklausuren anfallen. Die berufspraktische Phase (BPP) kann durch einschlägige Berufstätigkeit angerechnet werden – sonst wird sie berufsbegleitend absolviert.
Zeitbedarf, Tempo und Verlängerung
Für das 42-Monate-Modell solltest du mit etwa 10–15 Stunden pro Woche rechnen – neben Vollzeitjob machbar, aber fordernd. Du steuerst dein Tempo flexibel und kannst Module umpriorisieren. Eine kostenfreie Verlängerung um 21 Monate reduziert Druck in intensiven Phasen.
Was kostet der Bachelor Elektrotechnik an der Wilhelm Büchner Hochschule?
Der Einstiegspreis liegt bei ab 226,28 € monatlich (reguläre Studiengebühr im günstigsten Zeitmodell). Durch die 42 Monate Regelstudienzeit und die 21 Monate kostenfreie Verlängerung bleibt die monatliche Belastung planbar; eine Verlängerung verursacht innerhalb dieses Rahmens keine Mehrkosten.
Je nach gewähltem Preismodell variieren Monatsraten und Gesamtkosten. Zusätzliche Ausgaben können für Lernmittel außerhalb des Campus, Fachliteratur, eventuelle Anfahrten zu Prüfungszentren oder die Erstellung der Abschlussarbeit (Druck/Bindung) entstehen. Eine Anerkennung von Vorleistungen kann Studiendauer und Gebühren reduzieren; Umfang und Anrechnung werden individuell geprüft.
Steuerlich lassen sich Studiengebühren, Arbeitsmittel und Fahrtkosten in der Regel als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend machen. Arbeitgeberbeteiligungen sind verbreitet – vom Zuschuss bis zur vollständigen Kostenübernahme gegen Bindungsvereinbarung. Öffentliche Förderinstrumente wie Bildungsgutscheine greifen typischerweise nur bei AZAV-zertifizierten Weiterbildungen; akademische Bachelorstudiengänge fallen in der Regel nicht darunter.
Welche Berufe und Gehälter sind nach dem Elektrotechnik-Bachelor möglich?
Dir stehen Einstiegs- und Entwicklungsrollen in Entwicklung, Automatisierung, Energie- und Kommunikationstechnik offen. Typische Einstiegsgehälter in der Elektrotechnik liegen bei etwa 48.000–58.000 € brutto jährlich; mit Erfahrung sind 60.000–90.000 € realistisch – je nach Branche, Region und Verantwortung.
- Entwicklungsingenieurin bzw. -ingenieur Elektrotechnik: Hard-/Firmware, Leistungselektronik, Embedded Systems. Gehalt ca. 50.000–80.000 €.
- Automatisierungsingenieurin bzw. -ingenieur: SPS/PLC, Industrie 4.0, Robotik, Inbetriebnahme. Gehalt ca. 52.000–85.000 €.
- Projektingenieurin bzw. -ingenieur Energietechnik: Netze, Energiesysteme, Speicher, Effizienz. Gehalt ca. 48.000–82.000 €.
- Test- und Prüfingenieurin bzw. -ingenieur: EMV, Qualitätssicherung, Validierung. Gehalt ca. 45.000–75.000 €.
- Vertriebsingenieurin bzw. -ingenieur (B2B): Technischer Vertrieb, Investitionsgüter, Key Accounts. Fixum plus variabel, Gesamt ca. 55.000–95.000 €.
Mit der Vertiefungswahl positionierst du dich gezielt – z. B. Richtung Elektromobilität, Automatisierungstechnik oder technischer Vertrieb. Für Führungs- oder F&E-Laufbahnen ist ein Master sinnvoll, etwa in Elektrotechnik/Informationstechnik, Automatisierung, Energietechnik oder Wirtschaftsingenieurwesen (M. Eng./M. Sc.).
Für wen lohnt sich der Elektrotechnik-Bachelor – und für wen nicht?
Das Programm richtet sich an Berufstätige, die Elektrotechnik fundiert neben dem Job studieren wollen – mit klarer Verbindung zu Digitalisierung, Automatisierung und Energiewende. Es passt, wenn du strukturiert lernst und kontinuierlich 10–15 Stunden pro Woche investieren kannst.
- Wenn du bereits technisch arbeitest (z. B. Mechatronik, Energie, Instandhaltung) und einen anerkannten Ingenieurabschluss anstrebst.
- Wenn du dich für Antriebe, Leistungselektronik, Automatisierung oder vernetzte Systeme interessierst und Theorie in die Praxis übertragen willst.
- Wenn du Flexibilität brauchst: Online-Einführung, viele Prüfungen online, lange kostenfreie Verlängerung.
- Wenn du dich gezielt spezialisieren möchtest – etwa Elektromobilität oder Vertriebsingenieurwesen – und damit dein Profil im Unternehmen schärfen willst.
- Wenn dir ein staatlich anerkannter Abschluss einer systemakkreditierten Hochschule wichtig ist.
Nicht für jede Lebenslage ist ein ingenieurwissenschaftliches Fernstudium die beste Wahl. Die folgenden Punkte helfen dir, Fehlentscheidungen zu vermeiden.
- Wenn du kein solides Interesse an Mathematik, Physik und formalen Methoden mitbringst – der Mathe- und Theorieanteil ist spürbar und zieht sich durchs Studium.
- Wenn du keinerlei Zeitpuffer hast: Der Wochenaufwand von 10–15 Stunden über mehrere Jahre verlangt Verlässlichkeit; Phasen mit Präsenzklausuren/Laboren lassen sich nicht beliebig schieben.
- Wenn du ausschließlich komplett prüfungsfreie oder 100 % online-basierte Prüfungen erwartest – Präsenzklausuren an Prüfungszentren bleiben Teil des Konzepts, auch wenn vieles online möglich ist.
- Wenn du einen sehr kostengünstigen Abschluss wie an einer staatlichen Präsenzhochschule suchst – private Fernstudien sind teurer, bieten dafür Flexibilität und Service.
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