April 2026 hat die IU Internationale Hochschule angekündigt, drei Fernstudiengänge aus der Vermarktung zu nehmen: den Bachelor Architektur, den Master Architektur und den Bachelor Innenarchitektur. Neue Studierende werden nicht mehr aufgenommen. Für das Fernstudium-Angebot in Deutschland bedeutet das einen tiefen Einschnitt: Einen Bachelor-Weg in die Architektur per Fernstudium gibt es nicht mehr, und auch Innenarchitektur ist als akademisches Fernstudium verschwunden. Was bleibt, sind berufsbegleitende Master an der Hochschule Wismar und der RPTU Kaiserslautern – und die setzen alle einen einschlägigen Erst-Abschluss voraus.
- Alle Kurse im Überblick
- Fernstudium Architektur heute: Nur noch Master für Bau-Fachleute
- IU streicht Architektur-Fernstudium: Chronik, Gründe, Auswirkungen
- Was kostet ein Fernstudium Architektur aktuell noch?
- Die Master im Detail: Was unterscheidet Wismar und RPTU?
- Wie wird man Architekt/in, wenn nicht per Fernstudium?
- Welche architekturnahen Berufe gehen berufsbegleitend?
- Was verdient man in architekturnahen Berufen ohne Kammertitel?
- Welche Zulassungsvoraussetzungen haben die verbleibenden Master?
- Häufige Fragen zum Fernstudium Architektur
Alle Kurse im Überblick
Wir verzeichnen insgesamt 4 Kurse im Fachbereich Architektur.
Lighting Design
- Hochschule Wismar
- 5 Semester
- Wismar, Berlin, Bangkok
- ab 650 € monatlich
Integrative StadtLand-Entwicklung
- Hochschule Wismar
- 5 Semester
- Hannover, Hamburg, Wismar, Berlin, Online
- ab 491 € monatlich
Nachhaltige Architektur und Technik
- Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau
- 4 Semester
- Kaiserslautern
Fernstudium Architektur heute: Nur noch Master für Bau-Fachleute
Die Kurzfassung für alle, die schnell Klarheit wollen: Als reines Fernstudium ist Architektur aktuell nur noch auf Masterebene möglich. Alle verbleibenden Studiengänge richten sich an Menschen, die bereits einen einschlägigen Bachelor mitbringen – in Architektur, Bauingenieurwesen, Innenarchitektur oder einem verwandten Fach. Wer bei Null anfängt, findet hier keinen Einstieg mehr.
| Master-Fernstudium | Hochschule | Abschluss | Voraussetzung | Für wen geeignet? |
|---|---|---|---|---|
| Architektur und Umwelt | Hochschule Wismar | M.Sc. | Bachelor Architektur oder verwandt | Ökologisches Bauen, Klimaanpassung, Umweltplanung |
| Integrative StadtLand-Entwicklung | Hochschule Wismar | M.Sc. | Bachelor Architektur, Stadt- oder Raumplanung | Stadt- und Regionalentwicklung |
| Lighting Design | Hochschule Wismar | M.A. | Gestalterischer Bachelor (Architektur, Innenarchitektur, Design) | Lichtplanung, Innenraum, Bühne |
| Nachhaltige Architektur und Technik | RPTU Kaiserslautern-Landau (staatlich) | M.Eng. | Bachelor Architektur oder Bauingenieurwesen | Energieeffizienz, Sanierung, nachhaltiges Bauen |
Keiner dieser Master führt für sich genommen in die Architektenkammer. Es sind Vertiefungen für Menschen, die bereits einen kammerfähigen Präsenz-Bachelor haben oder die in einem architekturnahen Beruf arbeiten und sich akademisch weiterqualifizieren wollen. Wer den geschützten Berufstitel „Architektin" oder „Architekt" anstrebt, braucht zusätzlich den klassischen Präsenzweg – dazu weiter unten mehr.
IU streicht Architektur-Fernstudium: Chronik, Gründe, Auswirkungen
Im April 2026 hat die IU Internationale Hochschule bekannt gegeben, dass sie drei Fernstudiengänge aus der Vermarktung nimmt und keine neuen Bewerberinnen und Bewerber mehr aufnimmt: den Bachelor Architektur, den Master Architektur und den Bachelor Innenarchitektur. Bereits eingeschriebene Studierende können ihr Studium nach Angaben der Hochschule regulär zu Ende bringen.
Offizielle Gründe hat die IU nicht genannt. Aus der Vorgeschichte der Studiengänge lassen sich aber vier Treiber rekonstruieren, die in der Summe den Ausschlag gegeben haben dürften:
- Strukturelle Präsenzpflicht der Kammern: Die Bundesarchitektenkammer und die Landesarchitektenkammern akzeptieren reine Fernstudienabschlüsse nicht als kammerfähig. Architekturstudium ohne gemeinsames Entwerfen im Atelier, ohne Modellbau, ohne Exkursionen entspricht aus Sicht der Kammern nicht dem Berufsbild. Die Bundesarchitektenkammer hatte seit 2022 mehrfach öffentlich darauf hingewiesen.
- Dutzende Schadensersatzklagen: Ehemalige IU-Studierende hatten bundesweit Klagen eingereicht, weil sie sich nicht ausreichend über die fehlende Kammerfähigkeit informiert fühlten. Allein am Landgericht Frankfurt waren laut Hessischem Rundfunk sieben Verfahren anhängig, weitere in Düsseldorf, München und Stuttgart.
- Öffentlicher Druck nach dem SPIEGEL-Bericht: Ein SPIEGEL-Artikel vom November 2025 hatte den Architekturstudiengang als Paradebeispiel für „Studiengänge ohne Berufsqualifikation" genannt. Bundes- und Landesarchitektenkammern sprachen parallel öffentlich keine Empfehlung für den Studiengang aus.
- Strategischer Pivot zur Präsenz: Seit dem Wintersemester 2024/25 bietet die IU das duale Architekturstudium an den Standorten Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und Stuttgart kammerfähig akkreditiert an – acht statt sechs Semester, mit Präsenzlehre und Praxisphasen. Die Fernstudium-Variante wurde damit strategisch überflüssig.
Die Einstellung ist weniger ein Strategiewechsel als ein Schlusspunkt unter eine Konstruktion, die aus Sicht der Kammern von Anfang an nicht tragfähig war: Ein akademischer Abschluss, der nicht in den Beruf führt, für den er qualifizieren soll. Mehr zum Kontext im Magazin-Artikel SPIEGEL-Bericht zu IU-Schattenseiten: Berechtigte Kritik oder einseitige Darstellung?.
Was kostet ein Fernstudium Architektur aktuell noch?
Die verbleibenden Master-Fernstudiengänge liegen zwischen 14.000 € für den Wismar-Master „Architektur und Umwelt" und 19.500 € für „Lighting Design" an derselben Hochschule. Die monatliche Belastung bewegt sich zwischen rund 470 und 650 €, je nach Studiendauer und Anbieter. Gebührenfreie Optionen existieren in dieser Nische nicht.
| Studiengang | Hochschule | Studiendauer | Kosten | |
|---|---|---|---|---|
| Architektur und Umwelt, Master of Science Fernstudium | Hochschule Wismar | 5 Semester | ab 14000 € insgesamt | |
| Integrative StadtLand-Entwicklung, Master of Science Fernstudium | Hochschule Wismar | 5 Semester | ab 14750 € insgesamt ab 491 € monatlich | |
| Nachhaltige Architektur und Technik, Master of Engineering Fernstudium | Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau | 4 Semester | ab 15045 € insgesamt | |
| Lighting Design, Master of Arts Fernstudium | Hochschule Wismar | 5 Semester | ab 19500 € insgesamt ab 650 € monatlich |
Finanzierung: BAföG ist bei weiterbildenden Mastern nur im Härtefall möglich – es handelt sich faktisch um ein Zweitstudium. Realistische Wege sind KfW-Studienkredite, Bildungsfonds oder die Absetzung als Werbungskosten in der Einkommensteuer. Letzteres ist für Berufstätige oft der größte Hebel: Der gesamte Studiengang gilt als beruflich veranlasste Fortbildung und mindert das zu versteuernde Einkommen über mehrere Jahre. Verwandt – und mit breiterer Finanzierungsperspektive – ist das Fernstudium Bauingenieurwesen, für das BAföG im Erststudium regulär in Frage kommt.
Die Master im Detail: Was unterscheidet Wismar und RPTU?
Die Hochschule Wismar bietet drei Master mit unterschiedlichen Schwerpunkten, die RPTU Kaiserslautern-Landau ist mit einem Programm vertreten – als einzige staatliche Universität unter den verbleibenden Anbietern. Im Folgenden die Kurzprofile mit Zielgruppe, Besonderheit und typischen Arbeitsfeldern.
Architektur und Umwelt (Wismar, M.Sc.)
Der Master behandelt ökologisches Bauen, Gebäudeklima, energetische Sanierung und den Gebäudebestand unter Aspekten der Klimaanpassung. Er richtet sich an Architektinnen und Architekten mit abgeschlossenem Präsenz-Bachelor, die sich für nachhaltige Planung und Bestandsentwicklung spezialisieren wollen. Studiendauer: fünf Semester. Gesamtkosten: 14.000 €. Das Programm ist besonders relevant für alle, die im Zuge des Gebäudeenergiegesetzes und der EU-Gebäuderichtlinie in die Sanierungsberatung einsteigen wollen.
Integrative StadtLand-Entwicklung (Wismar, M.Sc.)
Dieser Master verbindet Stadtplanung, Regionalentwicklung und Raumplanung und adressiert ein konkretes gesellschaftliches Problem: die wachsende Ungleichheit zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen in Deutschland. Zulassungsvoraussetzung ist ein erster Hochschulabschluss in Architektur, Stadtplanung, Geographie oder verwandten Disziplinen. Die monatliche Rate liegt bei 491 €. Typische Arbeitsfelder: kommunale Planungsämter, Regionalentwicklungsagenturen, Stiftungen mit Raum- und Strukturbezug, Beratungsbüros im ländlichen Raum.
Lighting Design (Wismar, M.A.)
Das teuerste Programm unter den verbleibenden Angeboten: Mit rund 650 € monatlich bewegt es sich im oberen Preissegment für Fernstudium-Master, die Gesamtkosten liegen bei 19.500 €. Inhaltlich geht es um Lichtplanung für Architektur, Innenraum, Event und Bühne – eine enge Nische mit internationaler Nachfrage. Der Master ist auch für Absolventinnen und Absolventen aus Innenarchitektur, Bühnenbild oder Produktdesign zugänglich und eignet sich für Menschen, die bereits in der Licht-, Bühnen- oder Veranstaltungstechnik arbeiten.
Nachhaltige Architektur und Technik (RPTU Kaiserslautern-Landau, M.Eng.)
Der einzige Master an einer staatlichen Universität unter den verbleibenden Angeboten. Er kombiniert Architektur, Bauingenieurwesen und Gebäudetechnik und richtet sich an Absolventinnen und Absolventen mit einem Bachelor in Architektur oder Bauingenieurwesen. Studiendauer: vier Semester. Gesamtkosten: rund 15.040 €. Fokus: Energieeffizienz im Bestand, Sanierung, passive und aktive Energiekonzepte, Gebäudehülle. Für alle, denen staatliche Anerkennung, akademische Reputation und ein praktischer Bauingenieur-Hintergrund wichtig sind, ist das die erste Wahl.
Wie wird man Architekt/in, wenn nicht per Fernstudium?
Der Berufstitel „Architektin" und „Architekt" ist in Deutschland geschützt. Wer ihn führen, Bauanträge einreichen und ein eigenes Büro eröffnen will, muss in einer Architektenkammer eingetragen sein. Für die Kammereintragung gelten drei Voraussetzungen:
- Ein kammerfähiges Architekturstudium mit mindestens vier Jahren Regelstudienzeit (in der Regel Bachelor plus Master, zusammen 240 ECTS)
- Mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nach dem Studium unter Anleitung eines eingetragenen Architekten oder einer eingetragenen Architektin
- Die Anerkennung des Studiengangs durch die zuständige Landesarchitektenkammer des jeweiligen Bundeslandes
Das bedeutet praktisch: Wer Architekt werden will, kommt am Präsenzstudium nicht vorbei. Die gangbaren Wege:
- Staatliche Universität oder Hochschule: TU München, RWTH Aachen, HTWG Konstanz, HFT Stuttgart, HCU Hamburg und viele weitere. Klassisches Präsenzstudium mit NC, international hohe Reputation, Studiengebühren auf Semesterbeitrags-Niveau. Für Berufstätige oft nur im Teilzeitmodell machbar.
- Private Präsenzhochschule: Beispielsweise die Alanus Hochschule, die Hochschule Detmold OWL oder die HMKW. Höhere Kosten, dafür kleinere Seminare und flexiblere Zulassung – aber ebenfalls Präsenzpflicht.
- Duales IU-Programm (Architektur, B.A.): Seit dem Wintersemester 2024/25 an den Standorten Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und Stuttgart kammerfähig akkreditiert. Acht statt sechs Semester, mit Praxisphasen in Büros und Gehalt während der Studienzeit. Die kammerfähige Alternative innerhalb der IU – aber kein Fernstudium, sondern dual-präsent.
Nach dem kammerfähigen Erst-Abschluss können Fernstudium-Master durchaus ins Spiel kommen – zum Beispiel die hier vorgestellten Master an Wismar und RPTU, um die 240-ECTS-Schwelle zu erreichen oder sich thematisch zu spezialisieren. Wichtig: Ob ein konkreter Master auf die Kammerzulassung anrechenbar ist, entscheidet jede Landesarchitektenkammer individuell. Vor der Einschreibung solltest du mit der zuständigen Kammer des Bundeslandes sprechen, in dem du später eingetragen werden möchtest.
Welche architekturnahen Berufe gehen berufsbegleitend?
Nicht alle Menschen, die sich für Architektur interessieren, wollen den geschützten Berufstitel führen. Wer Gestaltung, Bau und gebaute Umwelt spannend findet, aber nicht zwingend ein eigenes Architekturbüro eröffnen will, hat auch nach dem IU-Aus eine breite Palette an berufsbegleitenden Optionen:
- Bauingenieurwesen im Fernstudium: Mehrere Fernhochschulen bieten Bachelor und Master an. Bauingenieurinnen und Bauingenieure planen Tragwerke, Infrastruktur und Sanierung – und verdienen im Schnitt besser als klassische Architekten im Bürobetrieb. Details: Fernstudium Bauingenieurwesen.
- Bauprojektmanagement und Facility Management: Schnittstellenberufe zwischen Bau, Immobilien und Betrieb. Als Bachelor und Master im Fernstudium verfügbar – kein Architektentitel nötig, gute Karriereperspektiven in Unternehmen und Kommunen.
- BIM-Management: Building Information Modeling wird bei öffentlichen Bauprojekten ab 2025/26 in mehreren Bundesländern verpflichtend. BIM-Zertifizierungen (buildingSMART) und entsprechende Master sind berufsbegleitend gut machbar und auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt.
- Energieberatung: Mit einer BAFA-Zulassung als Energieberater/in lässt sich eine Beratungsnische im Bestand bedienen. Die Nachfrage steigt durch Gebäudeenergiegesetz und Förderprogramme kontinuierlich an.
- Immobilienwirtschaft: Bachelor- und Master-Fernstudiengänge sind weit verbreitet. Wer in Projektentwicklung, Asset Management oder Bauträgergesellschaften arbeiten will, braucht keinen Architektentitel – sondern ein solides immobilienwirtschaftliches Verständnis plus Baukompetenz.
- Raumgestaltung als Weiterbildung: Für Innenarchitektur-Interessierte, die keinen akademischen Abschluss brauchen, bieten Fernschulen Raumgestaltungs-Lehrgänge an. Deutlich günstiger, nicht akademisch, aber praxisnah und berufsbegleitend machbar.
Diese Wege sind ehrliche Alternativen, kein Trostpreis. Einige davon sind finanziell sogar attraktiver als der klassische Architektenberuf – wie der nächste Abschnitt zeigt.
Was verdient man in architekturnahen Berufen ohne Kammertitel?
Die Gehälter in der gebauten Umwelt hängen stark davon ab, ob ein Kammereintrag nötig ist – und überraschend oft verdienen kammerfreie Berufe besser als klassische Einstiegspositionen im Architekturbüro. Die folgenden Werte sind mittlere Bruttogehälter pro Jahr (Einstieg / mit Erfahrung). Quellen: gehalt.de, StepStone Gehaltsreport, Bundesarchitektenkammer.
| Beruf | Kammereintrag nötig? | Gehalt (Einstieg / erfahren) |
|---|---|---|
| Architekt/in (angestellt oder freiberuflich) | Ja | 38.000 – 46.000 € / 55.000 – 70.000 € |
| BIM-Manager/in | Nein | 45.000 – 55.000 € / 60.000 – 80.000 € |
| Bauingenieur/in im Hochbau | Nein | 42.000 – 52.000 € / 60.000 – 75.000 € |
| Projektsteuerung / Bauherrenberatung | Nein | 50.000 – 60.000 € / 70.000 – 90.000 € |
| Energieberater/in (BAFA-zugelassen) | Nein | 40.000 – 50.000 € / 55.000 – 75.000 € |
| Projektentwicklung Immobilien | Nein | 45.000 – 60.000 € / 75.000 – 100.000 € |
Die Zahlen zeigen: Der klassische Architektenberuf ist kein Spitzenverdiener-Pfad. Wer finanziell denkt, fährt mit Projektsteuerung, Immobilienentwicklung oder BIM-Management oft besser – und braucht dafür weder Kammereintrag noch Präsenzstudium. Der Architektentitel bleibt attraktiv für Menschen, denen der gestalterische Entwurf, die bauherrenseitige Verantwortung und die gesellschaftliche Rolle wichtiger sind als das Gehalt.
Welche Zulassungsvoraussetzungen haben die verbleibenden Master?
Alle verbleibenden Fernstudium-Master setzen einen einschlägigen ersten Hochschulabschluss voraus. Die Details unterscheiden sich, aber das Muster ist überall gleich: ohne vorangegangenen Bau- oder Architektur-Bachelor kein Zugang.
- Wismar (alle drei Master): Bachelor in Architektur, Innenarchitektur, Stadtplanung, Raumplanung oder verwandter Disziplin. Bei „Lighting Design" ist zusätzlich ein gestalterischer Hintergrund aus Design, Bühnenbild oder Produktgestaltung zulassungsfähig. Teils wird einschlägige Berufserfahrung verlangt.
- RPTU Kaiserslautern-Landau: Bachelor in Architektur oder Bauingenieurwesen. Zusätzlich gefordert: einschlägige Berufserfahrung im Bereich Planung oder Bauausführung. Die Auswahl erfolgt über ein Bewerbungsverfahren.
Einen Weg ohne Abitur und ohne Bau-Bachelor gibt es im Fernstudium Architektur damit nicht mehr. Wer bei Null anfängt und trotzdem akademisch in diese Richtung will, braucht zuerst einen Bachelor in einem zugänglicheren Fach – zum Beispiel ein Bauingenieurwesen-Fernstudium – und kann darauf anschließend auf einen der Wismar- oder RPTU-Master aufsatteln.
Häufige Fragen zum Fernstudium Architektur
Über das Fernstudium nicht mehr. Bachelor und Master Architektur im Fernstudium der IU wurden zum 14. April 2026 aus der Vermarktung genommen und nehmen keine neuen Studierenden mehr auf. Über das duale Präsenzstudium der IU ist der Weg zur Kammer weiterhin möglich: An den Standorten Frankfurt, Berlin, Hamburg, München und Stuttgart ist das acht-semestrige Programm seit Wintersemester 2024/25 kammerfähig akkreditiert.
Nach Angaben der IU können bereits eingeschriebene Studierende ihr Studium regulär zu Ende bringen. Die Einstellung betrifft ausschließlich neue Bewerberinnen und Bewerber. An der fehlenden Kammerfähigkeit des Fernstudium-Abschlusses ändert sich nichts – wer nach dem Abschluss den Berufstitel „Architekt/in" führen will, braucht zusätzlich ein kammerfähiges Präsenzstudium oder muss über das duale IU-Programm umsatteln.
Offizielle Gründe hat die IU nicht genannt. Aus dem Kontext ergeben sich vier Treiber: die fehlende Kammerfähigkeit des Fernstudium-Formats, Dutzende Schadensersatzklagen ehemaliger Studierender, öffentlicher Druck nach einem SPIEGEL-Bericht im November 2025 und der strategische Pivot der IU zum dualen Präsenzstudium, das seit Wintersemester 2024/25 an fünf Standorten kammerfähig akkreditiert ist. Die Bundesarchitektenkammer hatte bereits seit 2022 öffentlich darauf hingewiesen, dass reine Fernstudienabschlüsse für die Kammereintragung nicht ausreichen.
Ein akademisches Bachelor- oder Master-Fernstudium in Innenarchitektur gibt es in Deutschland aktuell nicht mehr. Die IU war der einzige Anbieter, und ihr Bachelor Innenarchitektur wurde am 14. April 2026 aus der Vermarktung genommen. Für Innenarchitektur-Interessierte bleiben drei Optionen: ein Präsenzstudium an einer staatlichen oder privaten Hochschule, der Wismar-Master „Lighting Design" als Nischen-Spezialisierung (setzt einen gestalterischen Bachelor voraus) oder Raumgestaltungs-Weiterbildungen als nicht-akademische Alternative.
Vom Start eines Präsenz-Bachelors bis zur Kammereintragung vergehen in der Regel sechs bis acht Jahre: drei bis vier Jahre Bachelor, zwei Jahre Master (nötig für die 240-ECTS-Schwelle in den meisten Bundesländern), anschließend zwei Jahre Berufserfahrung unter Anleitung einer eingetragenen Architektin oder eines eingetragenen Architekten. Beim dualen IU-Programm sind es acht Semester Bachelor plus Master plus zwei Jahre Berufserfahrung – also rund acht Jahre insgesamt, dafür mit Gehalt während der Studienzeit. Nebenberuflich über ein Präsenz-Teilzeit-Studium sind zehn Jahre realistisch.
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