Fernstudium aus Shanghai & ohne Abitur, Digital Business an der IU – Michael Schmid im Gespräch
In dieser Folge ist zu Gast Michael Schmid, der an der IU Internationalen Hochschule Digital Business studiert. Mit Michael redet Christian über sein Fernstudium ohne Abitur, über das Studium aus dem Ausland heraus, über seine Erfahrungen mit der IU und viele andere Themen.
Inhalt:
00:00 Vorschau
00:44 Schönen guten Tag
02:35 Was hat Michael nach Shanghai verschlagen?
06:40 Michael über seine Schulzeit & Ausbildung
09:11 Michael über das Fernstudium ohne Abitur, Deutsch & Mathe
16:24 Erfahrung mit dem B.A. Digital Business an der IU
27:03 Wie funktioniert ein Studium aus dem Ausland?
29:21 Wie gefällt es Michael an der IU Internationalen Hochschule
33:13 Michael über seine Lernstrategie
38:25 Michael & Christian über Motivation und Prokrastination
47:05 Michael über den Staatlich geprüften Techniker am DAA Technikum
55:27 Michael über seine Website
Mit Michael haben wir auch ein Interview im Magazin online: Erfahrungen im Fernstudium Digital Business an der IU: Michael Schmid im Interview
Michael Schmid im Internet:
➡️ Website: https://ich-mach-weiter.de
➡️ Instagram: http://instagram.com/ich_mach_weiter
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/michael-schmid-652a661a9 und https://www.linkedin.com/company/83029138/
➡️ Facebook: https://www.facebook.com/ichmachweiter
➡️ Twitter: https://twitter.com/ichmachweiter/
Im Podcast erwähnt:
👉 Infos zum B.A. Digital Business an der IU: https://www.fernstudi.net/fernstudium/14149
👉 Infos zum Techniker am DAA: https://www.fernstudi.net/weiterbildung/14777
👉 Infos zum DAA-Technikum: https://www.fernstudi.net/fernschulen/daa-technikum
Christian: Am Start ist heute im Podcast Michael Schmidt, und der eine oder die andere von euch kennt Michael vielleicht schon über Instagram, Facebook oder auch seine Website ichmachweiter.de. Mit Michael möchte ich beispielsweise darüber reden, wie es ist, aus dem Ausland heraus zu studieren. Michael hat eine ganze Zeit sehr, sehr weit weg von uns gelebt. Wo genau, das werden wir im Podcast klären. Wir reden natürlich darüber, wie es ist, aus dem Ausland und aus dieser Entfernung heraus ein Fernstudium zu absolvieren, wie es mit den Prüfungen funktioniert und so weiter. Wir reden auch über das Thema Fernstudium ohne Abitur, denn Michael ist nämlich einer derjenigen, die kein Abitur haben und trotzdem studieren. Wir reden natürlich auch über Michaels Studium an der Internationalen Hochschule, dort studiert Michael Digital Business. Wir reden auch über die IU, wie es Michael an der Internationalen Hochschule gefällt. Und ich werde Michael natürlich auch ausquetschen über seine Lernstrategie. Außerdem möchte ich über das Thema Technikerausbildung im Fernstudium reden, denn Michael hat eine Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker auch im Fernstudium gemacht. Ich würde sagen, rein in den Podcast!
Christian: So, Michael, willkommen im Podcast!
Michael: Hallo Christian, ich bedanke mich für die Einladung, freue mich!
Christian: Schön, dass du da bist und teilnimmst. Die allererste Frage, die dann viele vielleicht auch interessiert, nachdem ich dich jetzt vorgestellt habe: Erzähl uns doch mal ganz kurz, was hatte dich nach Shanghai verschlagen? Wie kommst du nach Shanghai, so weit weg, nach China, wo man ja auch die Sprache viel schwerer lernt als in irgendeinem europäischen Ausland?
Michael: Shanghai, weit weg. Für mich ist es schon dazwischen, weil ich hatte von 2010 bis 2014 schon mal beruflich dort gearbeitet, und von daher war es dieses Mal gar nicht ganz so weit weg. Ich kannte mich schon aus, meine Frau auch, nur für unseren Sohn war es natürlich völlig neu. Diesmal hat uns dann zum einen der berufliche Hintergrund meiner Frau hingezogen, sie hat das Angebot bekommen, und für mich war es die Möglichkeit, Elternzeit zu nehmen und einfach was Neues zu starten.
Christian: Und 2010 bist du also beruflich dahin. Hast du vorher vielleicht schon die Sprache gelernt? Du hast im Vorgespräch erzählt, dass deine Frau Chinesin ist und entsprechend die Sprache natürlich kann. Chinesisch ist ja auch nicht die allerleichteste Sprache. Ich kenne das aus meinem persönlichen Umfeld, ein Freund von mir lernt eigentlich Chinesisch, seitdem ich den kenne, hat dann auch angefangen, Sinologie zu studieren, und nach fünf, sechs, sieben, acht Jahren Lernen sagt er immer noch, er kann so ein bisschen in der Zeitung reinlesen, aber Sprechen war immer noch nicht so richtig. Wie war das bei dir?
Michael: Also bei mir fing es an auf der ersten China-Reise. Ich hatte anfänglich auch nichts verstanden, und dann wollte ich einfach auch in ein Lokal gehen und mal was zu essen bestellen, ohne dass ich auf den Nachbartisch zeigen muss. Dann hatte ich immer mal wieder ein paar Wörter aufgeschnappt und dann auch relativ schnell angefangen, Vokabeln zu lernen über Internetplattformen, es gab damals ja schon Vokabeltrainer und so was. Ich habe mir damals schon die Lernkarten ausgedruckt und ja, fast täglich dann neue Vokabeln gelernt. Das ging eigentlich relativ gut voran. Während meiner Anstellung war ich in einem Großraumbüro, und um mich herum sprachen natürlich alle Chinesisch, und von daher habe ich täglich mindestens acht Stunden die Sprache gehört. Und wenn man eine Sprache hört, fällt es einem wirklich leichter, die Sprache zu erlernen.
Christian: Ja, das ist auch meine eigene Erfahrung mit dem Sprachenlernen, wenn man sich mit der Sprache umgibt. Chinesisch ist ja glaube ich auch gut fürs Gehirn, weil es einfach völlig anders ist als wenn wir jetzt Spanisch lernen oder so. Chinesisch ist sehr bildhaft. Aber ich würde gerne ein bisschen zurückgehen, damit wir einfach besser verstehen, was so dein Bildungshintergrund ist. Kannst du vielleicht kurz sagen, was du für einen Schulabschluss gemacht hast?
Michael: Sicher, ich habe einen ganz normalen Schulabschluss gemacht, mittlere Reife. Und anschließend bin ich in den größten Industriebetrieb zur Lehre gegangen, habe den Energieelektroniker gemacht. Und damals war schon relativ schnell klar, dass ich mich auch in Zukunft weiterbilden möchte. Das Thema lebenslanges Lernen war bei mir eigentlich zu keinem Zeitpunkt unbewusst. Ich muss sagen, in der Schule war ich relativ ein durchschnittlicher Schüler, kam mit ordentlichen Noten durch. In der Lehre war es dann auf einmal anders, da habe ich gemerkt, man kann auch mit guten Noten mehr erreichen, einfach mit Einsatz, und das war dann eine Motivation, um weiterzumachen.
Christian: Also nach der Lehre hast du direkt die Weiterbildung zum Techniker gemacht?
Michael: Genau, nach der Lehre musste ich noch ein Jahr zum Wehrdienst, das gab es zu meiner Zeit noch. Und kurze Zeit danach hatte ich dann direkt mit der Weiterbildung berufsbegleitend zum Techniker angefangen.
Christian: Und Studium war damals kein Thema für dich?
Michael: Ja, also damals ging es noch nicht so einfach, mit einer Berufsausbildung und Berufspraxis zu studieren. Ich hätte dann die BOS machen müssen, die Berufsoberschule. Ausbildungskollegen hatten das gemacht und die haben damals dann noch den Diplomingenieur studiert.
Christian: Also hast du dich dann für die Aufstiegsfortbildung entschieden. Das Interessante ist ja, dass du eben kein Abitur hast und trotzdem jetzt studierst. Dieses „trotzdem" ist eigentlich in Anführungszeichen zu setzen, weil ich sehe das von meiner Sicht ja eigentlich als überhaupt kein Problem. Aber ich merke, dass viele Leute so ein bisschen Bedenken haben. Was ist denn deine Motivation gewesen, noch mal zu studieren? Hast du vielleicht auch Bedenken gehabt vorher?
Michael: Bedenken hatte ich keine. Ich habe auch keinen Druck, also für mich ist das Studium freiwillig. Der Grund war, dass ich die letzten Jahre nicht mehr sehr glücklich im Job war. Durch die Masse an Bachelorstudenten hat sich das berufliche Umfeld stark geändert. Zum Zeitpunkt, als ich den Techniker gemacht habe, gab es wenige Diplomingenieure in der Firma, und es war auch als Techniker oder Meister möglich, in leitende Positionen zu kommen. Aktuell ist das nicht mehr so einfach möglich, weil einfach die Masse an Bachelorabsolventen da ist. Und es war mir ein bisschen ein Dorn im Auge, weil ich wollte nicht stehen bleiben. Dann habe ich mich entschieden, im Zuge der Elternzeit das Studium zu beginnen.
Christian: Also ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, ich bin nach der fünften Klasse aufs Gymnasium gegangen und dann in der neunten oder zehnten Klasse abgegangen, weil ich nicht mehr gut genug war, und habe dann auch die mittlere Reife gemacht. An der Realschule war es viel mehr anwendungsbezogen, das hat mir geholfen. Wie war das bei dir mit Mathe, ist das für dich ein Thema?
Michael: Also ganz ehrlich, ich hatte mich bei der Studienwahl gar nicht darüber informiert, wie der Mathe-Anteil jetzt ist. Ich hatte mit Mathe auch in der Realschule keine Probleme und auch im Techniker ging es eigentlich immer sehr gut. Im Studium habe ich dann den Schwerpunkt Marketing gewählt, also nicht den mathematiklastigen Schwerpunkt.
Christian: Sprechen wir vielleicht mal ein bisschen über dein Studium an der IU. Du hast Digital Business gesagt. Was hat dich dazu bewogen, diesen Studiengang zu wählen?
Michael: Der ausschlaggebende Grund war eigentlich, als ich mich entschieden hatte zu studieren, wollte ich eigentlich Wirtschaftsingenieurwesen studieren. Kurz bevor ich mich dann eingeschrieben habe, kam noch ein Newsletter der IU mit den neuen Studiengängen im Programm, und da war eben Digital Business neu aufgenommen worden. Ich habe mir dann mal die Module angeschaut und festgestellt, dass eigentlich die Grundlagen der BWL im Vergleich zum Wirtschaftsingenieur relativ gleich sind. Mein Ziel des Studiums war eigentlich nicht, meine Fachkenntnisse zu stärken, weil die waren nach dem Techniker schon stark vorhanden, sondern eigentlich meinen BWL-Hintergrund ein bisschen zu festigen. Und da der Wirtschaftsingenieur noch viel Anteil an Elektrotechnik oder Mechatronik hat, was ich ja nicht unbedingt brauche, habe ich mich im Endeffekt für Digital Business entschieden, um einfach meinen Horizont noch mehr zu erweitern.
Christian: Welches Zeitmodell hast du gewählt?
Michael: Ich hatte damals das Vollzeitmodell gewählt. Es ging mir darum, dass es einfach das günstigste Modell ist. Und zum damaligen Zeitpunkt gab es noch die 18 Monate kostenlose Verlängerung, jetzt sind es nur noch zwölf.
Christian: Aber eigentlich lohnt sich das trotzdem für viele, das Vollzeitmodell zu wählen. Man muss das einfach mal durchrechnen. Wie sieht es aus mit dem Fortschritt?
Michael: Ja, das hat mehrere Gründe. Bevor wir nach China gegangen sind, hatte die Firma eine Neuorientierungsreise bezahlt. Und ich wollte sicherstellen, bevor ich wirklich übersiedle, dass die ganze Technik in China auch funktioniert. China hat ja eine große Firewall, und da ist es nicht so einfach, die Programme am Laufen zu halten, sprich Google ist nicht verfügbar, YouTube sowieso nicht, WhatsApp und die ganzen sozialen Medien auch nicht. Da war es mir wichtig, im Vorfeld zu prüfen, ob die ganze Infrastruktur funktioniert. Das heißt, ich hatte mich eigentlich ein halbes Jahr vorher schon eingeschrieben, um die ganze Technik zu prüfen. Und dann als wir Oktober ankamen, war der Start des Kindergartens für meinen Sohn erst im März, das heißt, erst im März hatte ich wirklich Zeit, was zu machen.
Christian: Und den Studiengang Digital Business, der hat ja zwei Vertiefungsrichtungen, also Data Science und Marketing. Du hast dich für Marketing entschieden. Das hängt dann auch mit deinem Blog zusammen?
Michael: Ja, ich habe inzwischen auch meinen eigenen Blog auf ichmachweiter.de, auf dem ich auch über das Thema Fernstudium und technische Weiterbildung schreibe. Mir war es nach ein paar Modulen einfach irgendwie zu trocken, man kann ja nicht Digital Business studieren und kein eigenes Business haben, dachte ich mir. Dann habe ich ein Praxisprojekt angefangen, mich mit dem Thema Internet, Marketing und so weiter zu beschäftigen.
Christian: Vielleicht kannst du ein bisschen was dazu sagen, wie es dir an der IU gefällt. Was gefällt dir besonders gut?
Michael: Also die Flexibilität war ein wichtiger Entscheidungsgrund. Ich habe jetzt keinen Vergleich zu anderen Hochschulen. Was ich manchmal ein bisschen an der IU vermisse, ist, dass man sich mit Kommilitonen austauschen kann, aber es gibt natürlich WhatsApp-Gruppen und Teams, wo man sich austauschen kann.
Christian: Klausuren, wie sieht es aus für dich an der IU?
Michael: Bisher habe ich die eigentlich alle machbar gefunden. Natürlich gibt es Module, die einem leichter fallen, weil man vielleicht mehr Interesse hat, und dann gibt es Module, die einfach trocken sind. Dann muss man sich halt durchbeißen, Skript aufschlagen und einlesen, ob man will oder nicht.
Christian: Sprechen wir mal ein bisschen über deine Lernstrategie. Nimm uns vielleicht mal ein bisschen durch deinen Lernalltag mit.
Michael: Aus meiner Sicht gibt es keine einzige richtige Antwort dafür. Jeder muss für sich selbst herausfinden, was für ihn die beste Lernmethode ist. Ich habe da auch mehrere Methoden ausprobiert und bin zum Schluss dabei angelangt, dass ich einfach das Skript in die Hand nehme und von Anfang bis Ende durcharbeite, Schritt für Schritt. Das heißt, ich lese es erst einmal durch und fange dann noch mal von vorne an, Kapitel für Kapitel, markiere wichtige Dinge, und wenn es mal wirklich Aufzählungen sind, mache ich dazu noch Karteikarten, aber sehr selten.
Christian: Du schreibst also keine Zusammenfassung?
Michael: Anfänglich habe ich das gemacht, die ersten zwei, drei Module. Aber dann war es einfach zu zeitaufwendig. In der Zwischenzeit, wo ich die Zusammenfassung schreibe, hätte ich schon die ersten zwei Lektionen gelernt.
Christian: Wie sieht es bei dir aus mit Motivation, Prokrastination? Ist das ein Thema für dich?
Michael: Ja, also auf jeden Fall. Ich bereite mich auch gerade auf eine Klausur vor seit ein, zwei Monaten, und dann ist mein Sohn krank. Er ist dann nach einer Woche wieder gesund, und dann habe ich halt wirklich keine Lust, mich in das Thema wieder reinzufinden. Es ist ja nicht so, dass alles weg ist, aber es ist dann wieder erst im Kurzzeitgedächtnis, und das wieder aufzurufen, ist für mich echte Überwindung.
Christian: Ja, diesen Wiedereinstieg zu finden, das kenne ich auch. Und ich weiß genau, wenn ich den dann habe, auch wenn ich mal einen Monat lang gar nichts gemacht habe, dann sitze ich auch wirklich wieder kontinuierlich an den Sachen und habe dann auch wirklich wieder Spaß daran. Was machst du dann dagegen?
Michael: Ich mache dann meistens so, dass ich erst die anderen Dinge abarbeite, die in der Woche aufgeschoben wurden, und dann zum Lernen komme. Und was mir hilft: Sich feste Ziele setzen, am besten jedes Semester einfach feste Ziele, zu welchem Zeitpunkt will ich die Klausuren schreiben, und die Ziele im Auge behalten.
Christian: Bleiben wir vielleicht mal beim Thema Studium im Ausland. Die Firewall, war das tatsächlich ein Problem?
Michael: Eigentlich läuft alles, allerdings kann es auch recht langsam sein. Ich hatte mir dann ein VPN zugelegt, und wenn das dann stabil war, war alles okay. Ohne VPN lief das Online-Portal der IU schon ziemlich langsam, aber mit VPN gab es dann kein Problem. Und die Klausuren kann man an der IU durchgehend online ablegen, also das war auch ein Grund für meine Entscheidung, an der IU zu studieren. Zum damaligen Zeitpunkt gab es eigentlich nur die IU, die ein hundertprozentig online Studium angeboten hat. Bei den anderen hätte man die Prüfungen dann beispielsweise am Goethe-Institut ablegen müssen, und das war mit Kind für mich nicht möglich.
Christian: Und den Blog ichmachweiter.de, hast du den im Studium gestartet?
Michael: Ja, genau richtig. Mir war es nach ein paar Modulen einfach irgendwie zu trocken, und man kann ja nicht Digital Business studieren und kein eigenes Business haben. Dann habe ich das Praxisprojekt einfach angefangen. Und was natürlich dazu kommt: Im Fernstudium in China hat man ja keine Kommilitonen um sich, man ist ja immer allein. Durch diesen Blog habe ich natürlich auch Anschluss zu anderen Leuten bekommen. Die Kommunikation und Interaktion hat dem Ganzen einfach Leben gegeben, das man sonst in dem Sinne nicht hat.
Christian: Das ist auch so mein Tipp an alle: Geht mit eurem Studium auch mal ein bisschen live. Ein Blog aufzubauen ist schon eine Herausforderung, aber man kann ja auch auf Instagram sich einfach einen Studien-Account anlegen, da gibt es mittlerweile so viele Studierende, die dann einfach über ihr Studium bloggen und sich dadurch mit anderen austauschen.
Christian: Jetzt kommen wir mal zum letzten Thema: Du hast eine Aufstiegsfortbildung gemacht zum staatlich geprüften Techniker, vor einigen Jahren schon, und das auch im Fernstudium, und zwar am DAA-Technikum. Was für einen Techniker hast du gemacht?
Michael: Ich habe den Elektrotechniker gemacht.
Christian: Für diejenigen, die sich für so eine Aufstiegsfortbildung interessieren: Lohnt sich so was eigentlich überhaupt noch, oder soll man nicht besser gleich einen Bachelor machen?
Michael: In der heutigen Zeit, zu meiner Zeit gab es den Diplomingenieur und darunter Meister und Techniker. Jetzt ist es so, dass durch den Bologna-Prozess der Bachelor und Master eingeführt wurden, und ein Bachelor ist meist nach zwei, drei Jahren schon fertig. Ich glaube, es sind so um die 50 Prozent, die dann noch einen Master machen. Ein Bachelorabsolvent ist aus meiner Sicht nicht gleichwertig mit einem Diplomingenieur, der fünf, sechs Jahre studiert hatte. Aber es gibt eben sehr viele Leute jetzt mit Bachelorabschluss, und meine Erfahrung zeigt, dass in den meisten Firmen Stellen, die früher von Facharbeitern ausgeübt wurden, jetzt mit Bachelorabsolventen besetzt werden. Daher ist es für einen Techniker oder Meister gerade in den mittleren oder größeren Unternehmen schwierig geworden, noch die entsprechenden Stellen zu bekommen. Wenn ich aktuell noch mal anfangen dürfte, würde ich auf jeden Fall den Bachelor machen und nicht mehr den Techniker.
Christian: Wie sieht es aus mit der Kombination? Man macht beispielsweise den staatlich geprüften Techniker und hängt dann ein Studium dran, bei dem man sich Teile der Fortbildung anerkennen lassen kann.
Michael: Das ist auch ein guter Weg. Bedenkt man, dass man für einen Bachelor ohne Abitur eine Ausbildung und ein paar Jahre Berufserfahrung braucht, kann man dann ungefähr vier Jahre nach der Ausbildung mit dem Studium anfangen und sich durch die Anerkennung schon einiges anrechnen lassen. Es ist abhängig von der Hochschule, das DAA-Technikum rechnet recht viel an und auch die Wilhelm Büchner Hochschule.
Christian: Man hat da seine eigene Website ichmachweiter.de, die auch so eine Mischung aus Blog und Informationsportal ist, zum Studium an der IU und auch zum staatlich geprüften Techniker. Kannst du vielleicht mal kurz ein paar Worte dazu sagen, wie schwer ist es denn eigentlich, so eine Website aufzubauen?
Michael: Es ist nicht einfach. Ich hatte überhaupt keine Internetkenntnisse, ich wusste nicht, was HTML ist, ich wusste nicht, was WordPress ist. Ich habe quasi bei null angefangen. Man kann sich mit allem ein bisschen beschäftigen und sich da auch reinlesen und gute Fortschritte machen, aber wenn man eine Website aufbaut, kommt man immer irgendwie an einen Punkt, wo man sagt: Ach nee, jetzt hätte ich das von Anfang an anders machen müssen.
Christian: Das ist gut, wenn du das am Anfang schon erkennst, weil da lässt sich alles noch ein bisschen leichter ändern als nach zehn Jahren Betrieb. Ich will auch als Mutmacher für unsere Zuhörer sagen: Ihr müsst nicht programmieren können. Für viele stellt sich heutzutage auch die Frage, lohnt sich überhaupt noch so eine Website oder soll ich nicht lieber gleich auf Instagram gehen?
Michael: Ich habe mich dann für den Blog entschieden. Ich glaube, wenn man ein seriöses Business aufbauen möchte, ist es doch besser, ein eigenes Produkt zu haben, wo man nicht wirklich so stark davon abhängig ist, wie irgendein Algorithmus funktioniert. Man sollte einfach klein anfangen und sich dann weiterentwickeln und gucken, was geht und was nicht.
Christian: Schaut einfach mal auf der Website von Michael vorbei, ichmachweiter.de. Es gibt auch noch einen Instagram-Channel und so weiter. Ich würde sagen, dann haben wir alles besprochen, worüber wir reden wollten. Das Thema Techniker vertiefen wir vielleicht noch in einem eigenen Podcast. Erstmal tausend Dank, Michael, dass du uns Rede und Antwort gestanden hast zum Studium und zu all diesen Themen.
Michael: Ja, ich sage danke, ich habe mich sehr gefreut, dabei sein zu dürfen! Dann auf das nächste Interview zum Techniker.
Christian: Super!

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