Deutschland verzeichnet deutlichen Anstieg ausländischer Fachkräfte, Studierender und Auszubildender
Die Zahlen der ausländischen Fachkräfte, Studierenden und Auszubildenden in Deutschland sind im letzten Jahr signifikant gestiegen, seit die erste Stufe des neuen Fachkräfteeinwanderungsrechts in Kraft getreten ist. Dies wird als positiv für den Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Landes bewertet.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales meldete, dass seit der Einführung des neuen Fachkräfteeinwanderungsrechts vor einem Jahr rund 200.000 Visa zu Erwerbszwecken erteilt wurden. Diese Zahl stelle einen Anstieg um über 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar, als 177.578 Visa erteilt wurden.
Besonders auffällig sei das gestiegene Interesse von Menschen, die in Deutschland studieren, eine Berufsausbildung absolvieren oder ihre ausländischen Abschlüsse anerkennen lassen möchten. In diesen Bereichen sei ein Anstieg der Visazahlen um über 20 Prozent bei Studierenden, um zwei Drittel bei Auszubildenden und um knapp 50 Prozent bei Anerkennungsmaßnahmen ausländischer Berufsqualifikationen verzeichnet worden.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser betonte, die erleichterte Fachkräfteeinwanderung sei entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des Landes. „Wir sorgen dafür, dass wir die Arbeits- und Fachkräfte gewinnen, die unsere Wirtschaft seit Jahren dringend braucht“, ließ Faeser verlauten. Deutschland habe jetzt eine größere Flexibilität für gut qualifizierte Fachkräfte und erleichtere auch ausländischen Akademikern den Zugang durch die „Blaue Karte EU“. Die Einführung der Chancenkarte ermögliche es erstmals, Arbeitskräfte auf Basis ihrer Berufserfahrung einwandern zu lassen.
Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hob die Bedeutung des neuen Gesetzes hervor. Deutschland fehlen jedes Jahr 400.000 kluge Köpfe und noch mehr Hände, die das Land als modernes und attraktives Einwanderungsland stark machen könnten. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz habe Deutschland das modernste Einwanderungsrecht Europas geschaffen und essenzielle bürokratische Hürden aus dem Weg geräumt, sagte Baerbock.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erklärte, das Gesetz habe Bürokratie abgebaut und neue Wege für hochqualifizierte Fachkräfte und Auszubildende in deutsche Betriebe eröffnet. Heil betonte, die Bearbeitung von Visaanträgen und Beratungsgespräche im Ausland hätten ein Rekordniveau erreicht. Dies sei ein klares Signal für die aktuelle wirtschaftliche Lage und den Bedarf an qualifiziertem Personal, um die demografische Entwicklung am Arbeitsmarkt auszugleichen.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland sei in den letzten fünf Jahren um 1,6 Millionen angestiegen, wobei der Großteil des Anstiegs auf ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zurückzuführen sei. Besonders trügen Drittstaatsangehörige zum Anstieg bei, was die Bedeutung der Fachkräfteeinwanderung betone.
Um als Einwanderungsland attraktiv zu bleiben, betonten die Ministerien, dass neben guten rechtlichen Rahmenbedingungen auch eine gelebte Willkommenskultur erforderlich sei. Die Digitalisierung der Antragsverfahren sei hierbei ein wichtiger Schritt. Ab Anfang 2025 sollen die wichtigsten Visa weltweit digital beantragt werden können, was die Effizienz und Geschwindigkeit des Verfahrens weiter verbessern solle.
Quelle: Pressemitteilung vom 18.11.2024
Veröffentlicht am 19.11.2024 06:16 von Christian Wolf