Zulassungsvoraussetzungen
Für den Bachelor Betriebswirtschaftslehre und Management brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung – aber nicht zwingend ein Abitur. Die Allensbach Hochschule lässt sieben verschiedene Zugangswege zu, drei davon stehen beruflich Qualifizierten ohne schulische Hochschulreife offen.
Formale Voraussetzungen
- allgemeine Hochschulreife
- fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife
- berufliche Qualifikation plus Aufstiegsfortbildung im Umfang von mindestens 400 Stunden (zum Beispiel Meisterbrief, Fachwirt IHK, staatlich geprüfter Betriebswirt)
- berufliche Qualifikation plus Eignungsprüfung nach dem Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg
- berufliche Qualifikation plus Probestudium
- abgeschlossenes Erststudium
- erfolgreich absolviertes erstes Studienjahr an einer Hochschule in einem anderen Bundesland
Die drei Wege ohne Abitur im Detail
Der einfachste Weg führt über eine Aufstiegsfortbildung: Wer Meister, Fachwirt, Bilanzbuchhalter oder staatlich geprüfter Betriebswirt ist, erfüllt die 400-Stunden-Schwelle in der Regel und kann sich direkt einschreiben.
Ohne Fortbildung bleibt die Eignungsprüfung für beruflich Qualifizierte nach dem Landeshochschulgesetz. Voraussetzung ist eine mindestens zweijährige kaufmännische Ausbildung und einschlägige Berufserfahrung. Die Prüfung kannst du an der Allensbach Hochschule in Konstanz ablegen.
Der dritte Weg ist das Probestudium. Du startest regulär und musst innerhalb von maximal vier Semestern mindestens 40 ECTS aus dem Pflichtbereich bestehen. Danach gilt das Probestudium als bestanden, du bekommst die endgültige Studienberechtigung, und alle erbrachten Leistungen zählen vollständig. Vorausgesetzt werden Deutsch auf Niveau B2, Englisch auf Niveau B1 und ein verpflichtendes Beratungsgespräch vor dem Start.
Was du mitbringen solltest
- Zahlenfestigkeit: Wirtschaftsmathematik, Statistik und zwei Semester Rechnungswesen stehen im Pflichtbereich. Wer damit fremdelt, verliert hier die meiste Zeit.
- Selbstorganisation ohne Taktgeber: Es gibt keine festen Semesterzeiten und keine Abgabefristen von außen. Du entscheidest selbst, wann du eine Prüfung anmeldest – oder eben nicht.
- Realistische Wochenplanung: rund 30 Stunden Lernzeit pro Woche im Regeltempo. Neben einem Vollzeitjob ist das nicht darstellbar, deshalb geh von einem gestreckten Verlauf aus.
- Englisch: Business English ist Pflichtmodul, Fachliteratur teils englischsprachig.
Für wen der Studiengang gedacht ist
- Kaufmännische Fachkräfte mit Fortbildung, die den akademischen Abschluss nachholen wollen, ohne den Job aufzugeben
- Quereinsteiger mit Ausbildung, aber ohne Abitur, die über Eignungsprüfung oder Probestudium einsteigen
- Berufstätige mit klarem Fachschwerpunkt – im Handwerksbetrieb, in der Bank, im Personalbereich oder in der Kommunikation –, die genau dort vertiefen wollen
Was lernst du im Bachelor Betriebswirtschaftslehre und Management an der Allensbach Hochschule?
Das Studium vermittelt in 180 ECTS ein vollständiges betriebswirtschaftliches Grundprogramm: Rechnungswesen, Kostenrechnung und Controlling, Investition und Finanzierung, Unternehmensführung, Marketing, Personalwirtschaft und Steuerlehre. Dazu kommen Wirtschaftsrecht, Volkswirtschaftslehre, Statistik, Wirtschaftsinformatik und Business English. Ab dem fünften Semester vertiefst du eine von 13 Fachrichtungen.
Inhaltlich lässt sich das Curriculum in vier Blöcke lesen. Der Zahlenteil zieht sich von Rechnungswesen I im ersten Semester über Kostenrechnung und Controlling bis zur Steuerlehre im fünften. Der Führungsteil deckt Unternehmensführung, Personalwirtschaft sowie Projekt- und Prozessmanagement ab. Der Rahmenteil liefert mit Wirtschaftsrecht I und II, Volkswirtschaftslehre I und II sowie Wirtschaftsmathematik das methodische Fundament. Und der Vertiefungsteil im fünften und sechsten Semester besteht aus drei Wahlpflichtmodulen plus einer Projektarbeit mit Fallstudien.
Bis einschließlich viertes Semester ist das Studium für alle identisch. Erst danach trennen sich die Wege – das bedeutet, dass du dich nicht am ersten Tag festlegen musst, aber auch, dass die Vertiefung mit drei Modulen vergleichsweise schlank bleibt. Wer einen Schwerpunkt in voller Studiengangsbreite sucht, findet ihn hier nicht; wer ein solides BWL-Studium mit fachlichem Akzent will, schon.
Die 13 Vertiefungen lassen sich nach Berufsfeldern sortieren:
- Finanzen und Zahlen: Banking, Betriebliche Steuerlehre, Rechnungswesen und Controlling
- Digitales: Digital Business Management, Digital Marketing Management
- Menschen und Kommunikation: Personalmanagement, PR- und Kommunikationsmanagement, Wirtschaftspsychologie
- Branchenfokus: Bau- und Immobilienmanagement, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Fashion Management, KMU- und Handwerksmanagement
- Selbstständigkeit: Gründungs- und Innovationsmanagement
Den Abschluss bildet die Bachelorthesis mit Kolloquium, das online stattfindet. Verliehen wird der Grad Bachelor of Arts, der zur Aufnahme eines Masterstudiums berechtigt – an der Allensbach Hochschule wie an jeder anderen Hochschule.
Wie läuft das Fernstudium BWL an der Allensbach Hochschule ab?
Das Studium läuft vollständig online und ohne Präsenzpflicht. Studienmaterial, Vorlesungsaufzeichnungen und Prüfungsanmeldung laufen über den Online-Campus, Prüfungen schreibst du von zu Hause aus, und Prüfungstermine gibt es monatlich. Einen festen Semesterstart gibt es nicht: Du beginnst an jedem beliebigen Tag im Jahr. Der Studiengang ist bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht unter der ZFU-Nummer 167616 zugelassen.
Lernformat und Studienmaterial
Die Lehrmaterialien liegen digital im Lernmanagementsystem: Skripte, Lehrvideos, Übungsaufgaben und Probeklausuren. Dozentinnen und Dozenten halten Online-Vorlesungen live, die aufgezeichnet werden – du kannst also teilnehmen, musst aber nicht. Wer im Schichtdienst arbeitet oder Kinder ins Bett bringt, ist damit nicht vom Unterricht abgeschnitten. Ergänzend gibt es Zugriff auf einen E-Book-Bestand und seit Kurzem einen virtuellen Studienbegleiter namens ALEX, der Organisationsfragen rund um die Uhr beantwortet.
Prüfungsformate
Geprüft wird in Online-Klausuren, Einsendeaufgaben, Portfolio- und Projektarbeiten sowie Haus- und Seminararbeiten. Klausurtermine stehen monatlich zur Wahl, schriftliche Arbeiten meldest du beim Prüfungsamt an, wann du so weit bist. Praktisch heißt das: Du kannst ein Modul nach dem anderen abschließen, statt am Semesterende fünf Prüfungen gleichzeitig zu stemmen. Für Berufstätige ist das der wichtigste Unterschied zu einem Präsenzstudium.
Präsenztermine
Es gibt keine. Weder Präsenzseminare noch Präsenzklausuren sind vorgesehen, auch das Abschlusskolloquium läuft online. Die einzige Ausnahme betrifft Bewerberinnen und Bewerber, die über die Eignungsprüfung einsteigen – diese Prüfung wird in Konstanz abgelegt.
Zeitaufwand und Verlängerung
Hier liegt der Punkt, an dem die meisten sich verrechnen. Die Regelstudienzeit von sechs Semestern entspricht einem Vollzeitstudium – kalkuliert mit rund 30 Stunden Lernzeit pro Woche. Neben einem Vollzeitjob ist das nicht zu halten, und die Hochschule sagt das auf ihren Studiengangsseiten selbst.
Deshalb sind 18 zusätzliche Monate gebührenfrei eingeplant. Wer in halbem Tempo studiert, liegt damit bei rund 54 Monaten – und zahlt dafür keinen Cent extra. Reicht auch das nicht, gibt es weitere Verlängerungsoptionen, die dann kostenpflichtig sind. Rechne dein Studium also lieber mit vier bis viereinhalb Jahren durch als mit drei.
Was kostet der Bachelor BWL an der Allensbach Hochschule?
Nach unserem Datenstand liegen die Studiengebühren bei rund 13.500 Euro für die gesamte Regelstudienzeit, zahlbar in Monatsraten von rund 375 Euro über 36 Monate. Eine Besonderheit: Die Allensbach Hochschule veröffentlicht ihre Gebühren nicht mehr auf der Website, sondern nennt sie nur auf Anfrage bei der Studienberatung. Wer Anbieter vergleichen will, muss hier also aktiv nachfragen.
Die gebührenfreien 18 Zusatzmonate sind in dieser Summe enthalten. Das ist der wirtschaftlich entscheidende Punkt: Anders als bei Anbietern mit monatlicher Weiterzahlung kostet dich ein gestreckter Verlauf innerhalb dieses Puffers nichts. Erst danach fallen weitere Gebühren an.
Bei der Finanzierung gibt es vier realistische Hebel:
- Steuer: Studiengebühren sind umsatzsteuerfrei und als Werbungskosten oder Sonderausgaben absetzbar. Bei berufsbegleitender Zweitausbildung ist der Werbungskostenabzug der Regelfall.
- Arbeitgeber: Eine Beteiligung an den Gebühren oder zusätzliche Bildungstage sind im kaufmännischen Bereich verbreitet – besonders, wenn die Vertiefung zum Arbeitsplatz passt.
- Aufstiegsstipendium des BMBF: 2.000 Euro pro Jahr für beruflich Qualifizierte im ersten akademischen Studium. Genau die Zielgruppe, die hier über Meister oder Fachwirt einsteigt.
- Anrechnung: Jedes anerkannte Modul verkürzt Studienzeit und damit Kosten.
Zwei Dinge funktionieren hier nicht: Der Studiengang hat keine AZAV-Zulassung, ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit kommt also nicht in Frage. Und BAföG scheidet bei einem berufsbegleitenden Fernstudium in aller Regel aus, weil die Ausbildung nicht die volle Arbeitskraft in Anspruch nimmt. Wie sich die Kosten gegenüber anderen Anbietern einordnen, zeigt unsere Vergleichsseite zum Fernstudium Betriebswirtschaftslehre.
Welche Berufe und Gehälter sind nach dem BWL-Bachelor möglich?
Der Abschluss qualifiziert für kaufmännische Fach- und Führungsaufgaben. Typische Einstiege sind Teamleitung im Rechnungswesen oder Controlling, Personalreferentin oder Personalreferent, Marketing- und PR-Management, Firmenkundenbetreuung in Banken sowie die Nachfolge oder Geschäftsführung im Familien- oder Handwerksbetrieb. Welche Richtung realistisch ist, entscheidet in der Praxis meist die gewählte Vertiefung zusammen mit der bisherigen Berufserfahrung.
Zum Gehalt gibt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit den belastbarsten Anhaltspunkt. Für die Berufsgattung „Berufe in der kaufmännischen und technischen Betriebswirtschaft“ auf dem Anforderungsniveau komplexer Spezialistentätigkeiten liegt das Medianentgelt bei 5.926 Euro brutto im Monat, das untere Quartil bei 4.605 Euro, das obere bei 7.441 Euro (Datenstand 2025, Vollzeit).
Diese Zahlen brauchen eine Einordnung: Der Entgeltatlas gliedert nach dem Anforderungsniveau der Tätigkeit, nicht nach dem Abschluss. Ein Bachelor hebt das Gehalt nicht automatisch – er öffnet den Zugang zu Stellen, die auf diesem Niveau ausgeschrieben sind. Wer nach dem Studium dieselbe Sachbearbeitung macht wie vorher, verdient auch dasselbe.
Mit 180 ECTS steht dir anschließend jeder konsekutive Master offen. An der Allensbach Hochschule selbst ist das der MBA General Management in der 120-ECTS-Variante; weitere Programme des Anbieters findest du im Profil der Allensbach Hochschule.
Für wen lohnt sich der Bachelor – und für wen nicht?
Der Studiengang ist auf beruflich Qualifizierte zugeschnitten, die den akademischen Abschluss nachholen, ohne den Job aufzugeben. Er passt gut, wenn:
- du eine Aufstiegsfortbildung mitbringst und Studienzeit über Anrechnung sparen willst
- du ohne Abitur einsteigst und einen Anbieter brauchst, der Eignungsprüfung und Probestudium selbst anbietet
- dein Alltag keine festen Termine verträgt – Schichtdienst, Außendienst, Kinderbetreuung
- du einen konkreten Fachschwerpunkt im Blick hast, der in den 13 Vertiefungen vorkommt
- du davon ausgehst, länger als drei Jahre zu brauchen, und die gebührenfreie Pufferzeit nutzen willst
Er passt nicht, wenn:
- du Wirtschaftspsychologie als psychologisches Fach suchst – der Schwerpunkt umfasst drei Module innerhalb eines BWL-Studiums und ist kein Psychologiestudium, kein Zugang zu psychologischen Masterprogrammen und kein Weg in die Psychotherapie
- du einen Bildungsgutschein einsetzen willst: ohne AZAV-Zulassung geht das nicht
- du vor der Anfrage wissen willst, was es kostet – die Gebühren stehen nicht öffentlich auf der Anbieterseite
- du Austausch in festen Lerngruppen brauchst, um dranzubleiben: Ohne Präsenztermine und ohne Semesterrhythmus musst du dir Struktur selbst bauen
- du ein breites Fachspektrum jenseits der BWL suchst – die Allensbach Hochschule ist eine reine Wirtschaftshochschule
Häufige Fragen zum Bachelor BWL an der Allensbach Hochschule
Ja. Die Allensbach Hochschule ist vom Land Baden-Württemberg staatlich anerkannt, der Studiengang wurde von der Agentur AHPGS begutachtet und vom Akkreditierungsrat akkreditiert. Als Fernstudiengang ist er zusätzlich von der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zugelassen (ZFU-Nr. 167616). Der Bachelor of Arts ist damit einem Abschluss staatlicher Hochschulen gleichgestellt und berechtigt zum Masterstudium an jeder Hochschule.
Die Regelstudienzeit von 36 Monaten entspricht einem Vollzeitpensum von rund 30 Wochenstunden. Wer voll berufstätig ist, studiert realistisch in halbem Tempo und landet bei etwa 54 Monaten. Genau dafür sind 18 Monate gebührenfreie Verlängerung vorgesehen. Wer darüber hinaus Zeit braucht, kann weiter verlängern – dann allerdings kostenpflichtig.
Ja, eine Anrechnung ist möglich und wird individuell geprüft. Die Hochschule nennt unter anderem Betriebswirt IHK, Betriebswirt VWA, Handelsfachwirt und Bankbetriebswirt sowie Studienleistungen anderer Hochschulen. Jedes anerkannte Modul verkürzt Studienzeit und Studiengebühren. Für die Prüfung brauchst du Zeugnisse und die Rahmenpläne beziehungsweise das Modulhandbuch deiner Vorleistung.
Die Semester eins bis vier sind für alle 13 Schwerpunkte identisch. Die Vertiefung besteht aus drei Wahlpflichtmodulen im fünften und sechsten Semester, dazu kommt eine Projektarbeit mit Fallstudien. Der gewählte Schwerpunkt wird im Zeugnis ausgewiesen. Ob ein Wechsel nach dem Studienstart möglich ist und bis wann, klärt die Studienberatung im Einzelfall.
Ja. Als zugelassener Fernstudiengang fällt das Studium unter das Fernunterrichtsschutzgesetz. Daraus folgt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen nach Vertragsschluss. Danach greift ein gesetzliches Kündigungsrecht: erstmals zum Ende des ersten Studienhalbjahres mit sechswöchiger Frist, anschließend jederzeit mit dreimonatiger Frist. Diese Rechte können vertraglich nicht ausgeschlossen werden.
Studienberatung
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