Fernstudium & Arbeit an der HS Fresenius, Lernstrategie & Karriere-Talk – Norman Rost im Interview

Im Gespräch haben wir Norman Rost, der an der Hochschule Fresenius arbeitet und gleichzeitig studiert. Wir reden darüber, wie Norman es geschafft hat, eine Stelle an der Hochschule auch ohne Bachelorabschluss zu bekommen. Wir reden auch über das Fernstudium Medien- & Kommunikationsmanagement, über Normans Werdegang, seine Lernstrategie und über das Thema Karriere.

Inhalt:

00:00 Vorschau & Vorstellung
03:09 Wie hat Norman den Job an der HS Fresenius ohne Bachelor bekommmen?
07:38 Über Normans beruflichen Werdegang
12:38 Warum Norman sich für ein Fernstudium entschieden hat
15:03 Über den B.A. Medien- & Kummunikationsmanagment an der Hochschule Fresenius
20:07 Fernstudium & Prüfungsformen an der Hochschule Fresenius
25:04 Norman über seine Lernstrategie
32:31 Norman über Motivation & Prokrastination
37:08 Norman & Christian über Berufsleben und Karriere (Networking, Social Media,  Selbstvermarktung, Konflikte und Kommunikation)

Norman im Internet:

➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/norman-rost-409946194/
➡️ DJ-Website: https://www.purpurevent.de/
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/norman0097/

Im Podcast erwähnt:

👉 Norman als Gesicht der Kampage für das berufsbegleitende Studium an der Hochschule Fresenius: https://www.hs-fresenius.de/berufsbegleitend/?crmid=aEbHfcEcFfCqBbs
👉 Infos zum B.A. Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hochschule Fresenius: https://www.fernstudi.net/fernstudium/13169

Christian: Schön, heute habe ich zu Gast Norman Rost von der Hochschule Fresenius. Norman arbeitet im Moment an der Hochschule Fresenius, was er da genau macht, darüber werden wir jetzt in diesem Podcast reden. Wir reden auch darüber, wie er das geschafft hat, an der Hochschule Fresenius zu arbeiten, denn er hat nämlich keinen Bachelor- oder Masterabschluss und hat trotzdem eine Stelle bekommen, die typischerweise an Bachelor- und Masterabsolventen vergeben wird. Norman kennt vielleicht sogar der eine oder die andere von euch: Norman ist das Gesicht der aktuellen Kampagne der Hochschule, zumindest im berufsbegleitenden Studium und im Fernstudium. Dann werden wir natürlich auch über Normans Fernstudium reden, denn wie es der Zufall so will, Norman studiert auch an der Hochschule Fresenius Medien- und Kommunikationsmanagement. Wir reden auch noch mal über das Thema Karriere und Berufsleben. Ich würde mal sagen, rein in den Podcast!

Christian: So, Norman, willkommen hier im Podcast auf fernstudi.fm! Schön, dass du da bist.

Norman: Ja, vielen Dank für die Einladung!

Christian: Wir haben uns ja kennengelernt, jetzt weiß ich nicht genau wann, vor einem halben Jahr oder so, in einem Zoom-Meeting, wo ich mit einer Kollegin von dir gesprochen habe und du mit dabei warst. Da habe ich dich das erste Mal gesehen und wahrgenommen. Und dann ein paar Wochen später habe ich dich dann das zweite Mal wahrgenommen, als Gesicht der Hochschul-Kampagne. Von daher, wir kennen uns jetzt noch nicht so lange. Vielleicht kannst du mal ein ganz kleines bisschen erzählen, seit wann arbeitest du jetzt an der Hochschule Fresenius und was machst du da genau?

Norman: Schön, dass du mich wiedererkannt hast! Bei der Hochschule Fresenius bin ich seit November letzten Jahres, also jetzt zehn Monate. Ich bin eigentlich jetzt mit meiner Kollegin zusammen für die Publishing-Portal-Betreuung zuständig, also im Marketingbereich.

Christian: Ich habe dich jetzt auch im Intro quasi so angekündigt als jemand, der es geschafft hat, eigentlich ohne Bachelor-Abschluss in eine Stelle oder Position zu kommen, wo zumindest aus meiner Erfahrung sehr viele oder fast alle eingestellt werden, die mindestens einen Bachelor oder vielleicht sogar den Master haben. Bei dir ist es jetzt aber so, dass du keinen Bachelor hast, also noch nicht zumindest. Vielleicht kannst du mal kurz ein paar Worte dazu sagen, wie du es geschafft hast, in diese Stelle zu kommen, ohne den Bachelor-Abschluss.

Norman: Ja, also ich komme eigentlich aus der Verlagsbranche, habe dort meine Ausbildung gemacht und konnte da natürlich ein bisschen Erfahrung mitbringen, auch im Marketingbereich. Ich habe dann 2020 das Studium angefangen, Medien- und Kommunikationsmanagement im Bachelor bei der Hochschule Fresenius, da war ich also noch nicht bei der Hochschule Fresenius angestellt. Ich habe angefangen während Corona, also das war so eine lange Zeit, wo es etwas ruhiger war, da konnte ich mich eigentlich ganz gut auf das Studium fokussieren. Und weil das Fernstudium alles neben einem Vollzeitjob gelaufen ist, dadurch dass ich schon im Marketingbereich drin war durch meine Ausbildung, hatte ich dann schon ein bisschen Vorkenntnisse und konnte mich auf Marketing-Stellen bewerben. Ich glaube, gerade in den Bewerbungsgesprächen, dieses Kennenlernen, die Kommunikation darüber, wenn man kommunikativ ist und das auch zeigt, und dann natürlich auch Erfahrungen mitbringen kann, dann kann man glaube ich auch überzeugen. Und wenn man dann noch ein Studium gerade im Laufen hat, hat natürlich alles ineinander gespielt und war so ein roter Faden, der sich dann auch durch meinen Lebenslauf durchgezogen hat.

Christian: Interessant, also Berufserfahrung ist ein Punkt, der natürlich eine Rolle spielt, und Kommunikation, das Auftreten. Vielleicht reden wir mal ein bisschen über deinen beruflichen Werdegang und auch über den schulischen Werdegang. Was hast du für einen Schulabschluss, und wie war die Schule generell für dich?

Norman: Also eigentlich sind meine Erinnerungen an die Schulzeit sehr gut, sehr positiv. Ich habe einen Realschulabschluss gemacht. Ich war so ein durchschnittlicher Schüler, nicht High-Performer, und gerade die letzten zwei Jahre, also neunte, zehnte Klasse, die wurden schon ziemlich heftig. Aber letztendlich habe ich mich immer wieder rausgerettet, war immer so einer, der dann auf der letzten Geraden sich noch mal selbst geputscht hat. Nach der Realschule wusste ich eigentlich gar nicht genau, was ich machen will. Studium kam da noch nicht in Frage. Dann habe ich erstmal Fachabitur gemacht, in Wirtschaft und Verwaltung, das ging ja zwei Jahre. Und ich war immer so ein Typ, der gesagt hat, eigentlich möchte ich nicht studieren, sondern in die Arbeitswelt. Dann kamen die ersten Gespräche mit der Arbeitsagentur, und Kommunikation, Medien, Marketing, das hat alles so gut gepasst, und dann habe ich eine Ausbildung gemacht als Medienkaufmann für Digital und Printmedien.

Christian: Und dafür nach Düsseldorf?

Norman: Genau, zweieinhalb Jahre zum Handelsblatt.

Christian: Also Handelsblatt-Gruppe, ist jetzt auch nicht so einfach, da eine Ausbildung zu bekommen. Und dann hast du dich im Anschluss für ein Fernstudium entschieden?

Norman: Ja, also erst war ich noch bei einer Elternzeitvertretung, 14 Monate, im Marketingbereich. Dann war so eine Entscheidung: Sehe ich mich jetzt weiter in Düsseldorf, weil ich hab immer gependelt, anderthalb Stunden pro Strecke, und nach dreieinhalb Jahren war das dann so ein bisschen nervig. Dann habe ich mich relativ schnell, so November/Dezember 2019, dazu entschieden zu gehen. Dann hat die Bewerbungsphase leider nicht so geklappt, weil Corona kam im Februar/März 2020, und ich war dann mehr oder weniger arbeitslos einen Monat. Dann bin ich relativ schnell zum General-Anzeiger Bonn gekommen, also von einem überregionalen zu einem regionalen Verlag gewechselt. Und dann habe ich mich im Mai 2020 für das Fernstudium entschieden, weil berufsbegleitend Präsenz ging zu der Zeit nicht, Vollzeitstudium war für mich klar, mache ich nicht, weil ich weiter im Beruf bleiben wollte. Also war die dritte Option ein Fernstudium.

Christian: Und welches Zeitmodell hast du gewählt?

Norman: Die 36 Monate, also Vollzeitstudium.

Christian: Und wie ist es mit der Anerkennung deiner Ausbildung?

Norman: Das war einer der größten Argumente, warum ich auch dabei geblieben bin. Ich hatte eine super Studienberatung und konnte mir aus der Ausbildung ein paar Module anrechnen lassen und dann noch aus einem englischen Zertifikatskurs. Letztendlich hatte ich von den 36 Modulen schon sieben angerechnet, also fast ein Semester gespart.

Christian: Deshalb ist es besonders sinnvoll, sich Sachen anerkennen zu lassen und dann gleich ins Vollzeitstudium zu gehen. Dieser Studiengang, Medien- und Kommunikationsmanagement, der hat zwei Schwerpunkte zur Auswahl: Unternehmenskommunikation und Kommunikationsagenturmanagement, und den zweiten Schwerpunkt kann man sich aus einem anderen Studiengang raussuchen. Für was hast du dich entschieden?

Norman: Ich habe mich für den Schwerpunkt Unternehmenskommunikation entschieden, weil ich halt in diesem Studiengang gerade die Kommunikation spannend fand. Agenturmanagement war jetzt nicht so das, was ich einschlagen wollte. Unternehmenskommunikation, also interne und externe Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, das hat dann auch gut gepasst. Und den zweiten Schwerpunkt habe ich mir aus dem Marketingbereich ausgewählt.

Christian: Was mich zum Beispiel interessiert: Die Hochschule Fresenius wirbt ja auch mit mehr alternativen Prüfungsformen als jetzt beispielsweise die IU, die ja sehr klausurenlastig ist. Wie ist es bei dir im Studiengang, was gibt es für Prüfungsformen und wie kommst du damit zurecht?

Norman: Also ich gebe mal Recht: Für mich waren Klausuren, wo ich dann präsent sein muss und in 60 oder 90 Minuten eine Klausur schreiben muss, das war für mich nie was. Ich habe viel lieber Hausarbeiten als Klausuren. Und der ganze Studiengang ist auch geprägt von Hausarbeiten und Präsentationen, das liegt mir halt viel mehr. Im ganzen Studiengang habe ich insgesamt fünf Klausuren gehabt, davon wurden ein, zwei noch durch die Ausbildung anerkannt, dann kam Corona, das heißt, es waren gar nicht Präsenzklausuren, sondern Online-Klausuren, die die Fresenius jetzt auch anbietet.

Christian: Also war das auch ein Entscheidungsgrund für dich, an die Hochschule Fresenius zu gehen?

Norman: Auf jeden Fall. Ich wusste ja nie, was jetzt in den drei Jahren passiert. Und gerade das Fernstudium macht es möglich, dass ich die freie Entscheidung habe: Sechs Module will ich mir aussuchen, die vielleicht einfacher auf Reisen zu bearbeiten sind, wo ich keine Klausur ablegen muss, sondern nur Hausarbeiten und Präsentationen, die ich von überall abgeben kann. Diese Flexibilität war mir wichtig.

Christian: Reden wir vielleicht noch ein bisschen über deine Art zu lernen. Nimm uns mal ein bisschen mit durch deinen Lernalltag.

Norman: Lernen ist ein großes Thema gerade im Fernstudium, weil du halt komplett selbst organisiert alles machen musst. Zu Anfang kriegt man so einen Plan, den du dir selber ausgestalten kannst. Den habe ich gar nicht so benutzt, weil ich gesagt habe, dadurch dass ich ins Fitnessstudio gehe und Fußball spiele und fünf Stunden Sport in der Woche mache und dann was mit der Familie oder mit der Freundin, wollte ich mich da gar nicht so festlegen, sondern habe gesagt: Ich bin so diszipliniert, dass ich in der Woche auf meine Stunden komme. Und bei mir war es eigentlich so, dass es meistens nach der Arbeit weiterging. Ich mache um 17, 17:30 Uhr Feierabend und dann bleibe ich direkt am Rechner, gehe vielleicht mal kurz was trinken, aber bleibe dann eigentlich zu Hause und versuche, mich gar nicht groß abzulenken, und ziehe dann noch mal anderthalb Stunden durch. Dann gehe ich erst zum Sport oder zum Fußball oder treffe die Freundin. Weil wenn ich so einen Switch machen würde, mal kurz rausgehen und dann wiederkommen, dann wird das nichts. Und ich habe auch oft die Wochenenden genutzt, Samstag und Sonntag zwei Stunden von zehn bis zwölf, das tut glaube ich keinem so weh, und danach habe ich noch genug Zeit für meine Freizeitaktivitäten.

Christian: Also ohne festen Plan eigentlich. Und die Skripte, nutzt du die gedruckten oder auch die digitalen?

Norman: Zu Beginn hatten wir zwei, drei kostenlose Skripte, die wir uns nach Hause schicken lassen konnten. Vom Feeling, von der Haptik, das macht schon Spaß, aber wenn du schnell vorankommen willst, dann ist das PDF einfach effektiver für mich. Wenn du da mal was nachschauen willst, kannst du es auch ausdrucken. Aber gerade bei den Kommunikationsmodulen war es gar kein Problem, das auf PDF zu bearbeiten oder auf dem iPad zu lesen. Ich vermute, es kommt auch darauf an, wie lernintensiv ein Modul ist. Wenn du wirklich viel auswendig lernen musst, dann ist vielleicht das Gedruckte besser zum Markieren. Aber wenn es darum geht, Verständnis aufzubauen und zu lesen, dann reicht das Digitale manchmal sogar.

Christian: Wie sieht es bei dir aus mit Motivation, Prokrastination? Ist das irgendwie ein Thema für dich?

Norman: Hätte man gedacht, ist bin ich so ein Typ, der da Probleme mit hat. Aber während Corona war das relativ wenig, weil Corona wenig Ausgleich bot und dann hat dieses Studium irgendwie gehalten. Jetzt, wo die Normalität wieder da ist, ist das schlimmer geworden, man lässt sich auch wieder zu sehr ablenken. Mein Problem ist, dass ich mich abends gerade nach Feierabend ablenken lasse, meine Freunde haben dann Feierabend, dann ruft jemand mal kurz durch, und dann bin ich eigentlich noch beim Studium, aber schon abgelenkt.

Christian: Hast du irgendeinen Trick, wie du dich motivierst?

Norman: Richtig motiviert bekomme ich mich dann glaube ich nicht mehr. Entweder lasse ich es dann komplett sein und habe für den nächsten Tag ein bisschen mehr Druck. Oder ich versuche dann echt noch mal vielleicht leichtere Texte, die einfacher zu verstehen sind, also nicht wo du denkst, du musst das vier Mal durchlesen. Ich suche mir dann einfache Texte raus. Ich habe auch schon Module, an denen ich gerade arbeitete, liegen gelassen und mir ein anderes Modul geholt und angefangen, das andere Modul weiter zu bearbeiten. Gerade zu Beginn, wenn du noch sehr viele Möglichkeiten zu lernen hast, da hat man noch viele offene Sachen, die man bearbeiten kann.

Christian: Das ist glaube ich auch ein ziemlich guter Trick. Das habe ich mir so ein bisschen aus dem Sport abgeguckt. Manchmal akkumuliert sich die Müdigkeit, und dann macht man eben mehr so Erholungstraining, etwas Leichteres. Im Fernstudium hat man eben die Möglichkeit, einfach ein neues Modul anzufangen, und das ist auch einer der großen Vorteile des Fernstudiums, diese Flexibilität.

Christian: In einem letzten großen Themenbereich würde ich jetzt gerne mal noch so ein bisschen über Berufsleben und Karriere reden. Das erste Stichwort, was ich nennen möchte, ist Networking.

Norman: Sehr, sehr wichtig, nicht nur im Beruf, sondern auch im privaten Leben. Ich stehe total gerne auf Messen und lerne einfach gerne Menschen kennen. Gar nicht so mit dem Hintergedanken, die bringen mich irgendwann mal weiter, sondern auch, dass sie auf mich mal zukommen können. Einfach einen neuen Kontakt, einen neuen Eindruck bekommen.

Christian: Networking ist halt auch ein schwieriger Begriff, weil der dann so impliziert, man versucht, so viele Leute wie möglich kennenzulernen und in seinem Netzwerk zu sammeln. Ich glaube, wenn man das erfolgreich für sein Berufsleben nutzen will, dann ist es auch mal wichtig, einfach zu versuchen, Menschen kennenzulernen, und dann zu gucken, was sind das für Menschen, wie ticken die. Ich war halt eher mehr so der zurückgezogene Typ, vielleicht auch ein bisschen schüchtern, und habe dadurch gerade in den ersten Berufsjahren eigentlich wenig Leute kennengelernt aus meiner Branche. Seitdem ich einfach versuche, die Leute kennenzulernen, ist das Berufsleben viel spannender und abwechslungsreicher.

Norman: Ja, auf jeden Fall. Viel Inspiration auch, ich gucke mir halt auch gerne an, was macht erfolgreiche Menschen aus, und was kann ich mir da abgucken. Auf die Art und Weise nimmt man sich dann immer ein bisschen was von anderen Menschen, und umgekehrt ist es wahrscheinlich genauso.

Christian: Zweiter Stichwort ist Social Media.

Norman: Ich bin total gerne auf Social Media. Gerade auf LinkedIn, das haben die recht jetzt sehr gut umgesetzt, zum Teil. Aber es driftet auch schon ein bisschen ins Private ab. Man sieht nicht mehr nur berufliche Inhalte, sondern auch sehr viel Content über das private Leben. Das nervt mich bisschen, weil LinkedIn eigentlich die Plattform sein sollte, die zeigt, was es Neues gibt von den Unternehmen, Stellenangebote, Projekte. Instagram nutze ich dann eher für Privates, und versuche, das ein bisschen zu trennen.

Christian: Das nächste Stichwort hängt auch ein bisschen damit zusammen: Selbstvermarktung und Selbstpräsentation. Das ist ja auch dein Motto auf LinkedIn.

Norman: Ja, ich finde, Menschen, die im Marketing arbeiten, sind da sehr offen. Mir macht Präsentieren auch total viel Spaß. Ich glaube, wenn ich ein Produkt erfolgreich vermarkten möchte, dann muss ich bei mir selber anfangen, mich gut zu vermarkten. Dann fällt mir das im Leben umso leichter. Es geht nicht darum, wie komme ich bei anderen Personen an, sondern einfach das auszuprobieren, was kommt bei den Personen gut an, und wie kann ich mich selber authentisch in ein gutes Licht stellen.

Christian: Ich habe gemerkt, dass mich das beruflich auch stark vorangebracht hat, als ich angefangen habe, YouTube-Content zu machen und mich ein bisschen zu präsentieren. Es geht nicht darum, eine Persona von sich zu erschaffen, die nicht authentisch ist, sondern einfach versuchen, sich authentisch darzustellen und dann nach außen zu kommunizieren und zu gucken, was kommt zurück. Ein Stichwort noch: Konflikte und Konfliktlösung.

Norman: Also ich habe jetzt knapp drei Jahre Berufserfahrung fest angestellt im Vollzeitjob, und zum Glück noch nicht so viele Konflikte gehabt. Ich versuche es über offene Kommunikation zu lösen. Wenn ich merke, dass was, das ich gemacht habe, nicht auf das Ziel eingegangen ist, dann versuche ich das auch zu kommunizieren. Ein bisschen Selbstreflexion, das glaube ich total wichtig. Wenn man Selbstreflexion zeigt, dann gehen die Leute mit dir ganz anders um. Ich versuche gar nicht, dass ein Konflikt erst entsteht, sondern versuche auch so ein bisschen vorausschauend zu gucken: Könnte da ein Konflikt entstehen? Und dann vielleicht auch nicht über E-Mail, weil da viele Missverständnisse entstehen, sondern einfach kurz anrufen und sagen: Mir ist aufgefallen, das geht gerade in eine falsche Richtung.

Christian: Die Konfliktlösungsfähigkeit ist ein super wichtiger Skill im Berufsleben, gerade wenn man im Team arbeitet. Man sollte auf jeden Fall fähig sein, Konflikte zu erkennen, schon allein für die eigene psychische Gesundheit. Letzter Punkt: Kommunikation im Berufsleben.

Norman: Kommunikation ist sehr wichtig. Ich nehme total gerne Kritik an und kann glaube ich auch relativ gut damit umgehen. Aber ich habe manchmal Probleme, Kritik zu geben, weil ich dann denke: Wie geht die Person gegenüber damit um? Und generell, das Wort Kommunikation, das brauchst du überall, im Beruflichen und im Privaten. Überall, wo keine Kommunikation ist, gibt es Missverständnisse und Konflikte. Ich versuche das so stark zu pflegen, dass es vielleicht gar nicht erst dazu kommt.

Christian: Hat ja auch jeder so ein bisschen seine eigene Art zu kommunizieren. Manche können halt besser reden und sich besser präsentieren, andere schreiben halt gut. Bei mir war das auch lange so, dass wenn ich einen Konflikt hatte, ich einfach Romane geschrieben habe, Briefe teilweise, und dann später E-Mails. Heute bin ich glaube ich auch eher so, dass ich dann lieber anrufe. Also super wichtiges Thema auch für das Berufsleben.

Christian: Zum Abschluss vielleicht noch: Du bist auch als DJ tätig, habe ich gesehen?

Norman: Da muss man aufpassen, weil DJ ist ja sehr umfangreich. Ich nenne mich selber eher Event-DJ. Also damals beim Handelsblatt, wenn es Abendveranstaltungen gab, dann ein bisschen Musik laufen lassen, oder Speaker kommen auf die Bühne und brauchen einen geschmeidigen Auftritt, oder wenn sie ihre Redezeit überschritten haben. Also Hintergrundmusik und dann mal so durch eine Veranstaltung führen, ein bisschen mehr Spaß reinbringen.

Christian: Sehr vielfältige Persönlichkeit würde ich sagen. Das war bestimmt auch so ein bisschen das Rezept, um dann an der Hochschule Fresenius diese Stelle zu bekommen. Vielen Dank für das Gespräch, habe auch wieder viele neue Aspekte kennengelernt!

Norman: Ja, vielen Dank!

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