Technologie, KI & Nachhaltigkeit im Studium: Christian Rebernik über die Tomorrow University
In dieser Podcast-Folge spricht Christian mit Christian Rebernik, Mitbegründer und CEO der Tomorrow University, über die Vision und das Studium an der „Global University For Impactful Careers“.
Die Tomorrow University ist mit ihrem Entstehungsjahr 2021 noch eine backfrische Fachhochschule und bietet Bachelor-, Master & MBA-Studiengänge in Nachhaltigkeit, Technologie und Unternehmertum. Sie setzt dabei auf moderne und unkonventionelle Studienkonzepte, die Flexibilität, Selbstbestimmung und individuelle Lernziele der Studierenden in den Mittelpunkt stellen sollen.
Im Gespräch stellt Christian Rebernik sich und die Tomorrow University genauer vor und bespricht unter anderem Hintergründe zur Entstehung und Lernkonzepte der Hochschule, wie die Hochschule mit Künstlicher Intelligenz umgeht, wen das Studium hier ansprechen soll und was wir in Zukunft von der ToU erwarten können.
Inhalt:
00:00 Vorschau
01:25 Kleine Vorstellungsrunde mit Christian & Christian
04:57 Christian Rebernik über den Background der Tomorrow University
11:27 Herausforderungen bei der Gründung der ToU
16:35 Die 3 Säulen der ToU-Philosophie
20:49 Zielgruppe der Tomorrow University
25:50 Technologie, Lernprinzipien & Prüfungen im Studium an der ToU
32:52 (KI-)Assistenzsysteme für Studierende der ToU
35:45 (KI-)Assistenzsysteme für Lehrende der ToU
39:19 Bewertung & Notensystem an der Tomorrow University
42:49 Vernetzung - Campus, Hubs & Community an der ToU
49:09 Exkurs: KI - Herausforderungen, Verantwortung & Umgang an der ToU
53:33 Ausblick: Christian Reberniks Vision für die Tomorrow University
56:32 Welche Pläne gibt es für Studienangebot & Studiengänge der ToU?
58:00 Hier könnt ihr Christian & die Tomorrow University kontaktieren
Christian Rebernik und die ToU im Internet:
➡️ Website: https://www.tomorrow.university/
➡️ Youtube: https://www.youtube.com/@tomorrow.university
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/tomorrow.university/
➡️ Facebook: https://www.facebook.com/tomorrow.university/
➡️ TikTok: https://www.tiktok.com/@tomorrow_university
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/school/tomorrowuniversity/
➡️ Christian auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/crebernik/
Im Podcast erwähnt:
👉 Der B.Sc. Artificial Intelligence & Sustainable Technologies: https://www.fernstudi.net/fernstudium/ingenieurwissenschaften/data-science-ai/17148
👉 Der Impact MBA Sustainability, Innovation & Leadership: https://www.fernstudi.net/fernstudium/wirtschaft/mba/17140
👉 Die ToU, weitere Studiengänge & Zertifikate im Überblick: https://www.fernstudi.net/fernhochschulen/tomorrow-university-of-applied-sciences
Christian: Schönen guten Tag! In diesem Podcast habe ich zu Gast Christian Rebernik. Christian ist Mitbegründer der Tomorrow University. Vielleicht geht's euch ja wie es mir vor einigen Wochen noch ging: Ihr wisst gar nicht so richtig, was die Tomorrow University eigentlich ist, oder was diese sehr moderne, sehr neue Hochschule ausmacht. Je mehr ich mich jetzt damit auseinandergesetzt habe mit der Hochschule, umso spannender finde ich das. Deswegen reden wir hier auch über ganz spannende Themen, nämlich über Technologie im Bildungswesen, darüber wie man das Bildungswesen auch mit Hilfe von Technologie verbessern, transformieren kann. Wir wollen über KI beispielsweise reden, und Christian wird uns ein bisschen darüber erzählen, wie die Tomorrow University funktioniert, wie man sich so ein Studium an der Tomorrow University vorstellen kann. Wir reden auch über Philosophie, was es genau damit auf sich hat, das werdet ihr jetzt im Laufe des Podcasts hören. Das Mindset ist nämlich auch wichtig, gerade für Studierende an der Tomorrow University. Darüber wollen wir reden, und natürlich will ich auch so ein bisschen darüber ausquetschen, wer er eigentlich ist, und über ganz viele andere spannende Sachen. Ich würde sagen, wir legen mal direkt los.
Christian: Christian, dann herzlich willkommen hier in diesem Podcast. Ich find es sehr schön und freue mich wirklich, dass du dich bereit erklärt hast, hier ein bisschen was über die Hochschule zu erzählen und auch ein bisschen was über dich. Vielleicht stellst du dich selber erst noch mal ganz kurz vor und sagst uns, wer du bist und was du machst.
Rebernik: Hallo zusammen, freue mich sehr hier sein zu dürfen! Ich bin Christian Rebernik, der Gründer der Tomorrow University und auch Kanzler tatsächlich. Mein Hintergrund ist eigentlich in Technologie, deswegen freue ich mich, darüber auch gleich mehr zu erzählen. Warum wir das machen: Die Tomorrow University selber ist eine Hochschule für Nachhaltigkeit, Wirtschaft, Unternehmertum und auch Technologie wie z.B. künstliche Intelligenz. Das ist eine Remote-first-Hochschule, wie wir es auch gerne nennen, so dass man wirklich von überall aus eigentlich Zugriff hat auf die beste Bildung und auch das beste Netzwerk, um eine erfolgreiche Karriere zu haben.
Christian: Okay, dann vielen Dank schon mal. Ich würde jetzt was machen, was ich normalerweise in dem Podcast nicht mache, nämlich mich selber noch mal vorstellen, ein bisschen was über meine Bildungskarriere sagen. Ich glaube, das passt ganz gut zu den ganzen Themen, über die wir jetzt reden. Bei mir ist es so: Unsere Community weiß vieles davon auch. Ich bin zur Schule im Osten, in der ehemaligen DDR gegangen, also noch ein ganz anderes Bildungssystem als jetzt, und war da wirklich ein guter Schüler. Am Gymnasium ging es dann so mit der Zeit irgendwie mal weiter abwärts mit meiner Bildungskarriere, bis ich dann irgendwann abgebrochen habe, neunte oder zehnte Klasse oder so, und erstmal die mittlere Reife gemacht habe, was dann wiederum sehr gut lief.
Christian: Das lag irgendwie einfach daran, dass ich da aus verschiedensten Gründen wirklich sehr motiviert war. Dann habe ich einen sehr guten Realschulabschluss gemacht, bin dann wieder aufs Gymnasium gegangen, habe tatsächlich noch mal abgebrochen. Dann war ich ganz traurig, weil ich jetzt keinen Abschluss hatte so wie meine ganzen Mitschüler, und habe mich dann dafür entschieden, das Abitur doch noch nachzuholen, und zwar auf dem zweiten Bildungsweg. Da gab's auch ganz viele verschiedene Möglichkeiten. Letztendlich habe ich das dann alles ohne Schule und ohne Lehrer gemacht, ich habe einfach nur gelernt und hab dann an den Prüfungen teilgenommen, das auch bestanden, und dann konnte ich anfangen mit Studieren.
Christian: Dann saß ich irgendwann an der Uni, und das ist halt so die klassische Uni wie man sie kennt gewesen, mit ganz langen, vielen Vorlesungen, wo alle irgendwie so auf dem Tisch liegen und mehr oder weniger schlafen. Da waren sicherlich auch spannende Vorlesungen dabei. Ich habe angefangen, Geschichte, Philosophie und Literatur zu studieren, Geisteswissenschaften, und das habe ich aber nie abgeschlossen. Dann bin ich irgendwann mal an der FernUni Hagen gelandet, habe mich nebenher selbständig gemacht, und weil ich dann eben irgendwann auch selbständig Geld verdient habe, habe ich das Studium nie abgeschlossen, auch das Fernstudium nicht. Hab noch ein bisschen Wirtschaftswissenschaften studiert und zwischendurch noch mal an der Präsenzhochschule gewesen, aber irgendwie war das nie alles was für mich. Ich habe da auch nie die Sachen gelernt, die ich tatsächlich brauchte, um selbstständig erfolgreich zu sein, eine Firma zu gründen und so weiter.
Christian: Das vielleicht noch mal so ein bisschen als Kontext. Vielleicht können wir das hier und da auch als Aufhänger für unser Gespräch nehmen. Ich will jetzt auch im Verlauf nicht mehr so viel reden und dir das Wort lassen. Weil wir jetzt kein richtiges Vorgespräch zusammen hatten, dachte ich, stelle ich mich dir jetzt auch in dem Sinne noch mal ganz kurz vor, damit du auch so ein bisschen weißt, wer ich bin. Du hast dich jetzt vorgestellt, vielleicht reden wir jetzt erstmal so ein ganz kleines bisschen über den Background der Tomorrow University. Wie kommst du dazu, eine Hochschule zu gründen?
Rebernik: Passt ganz gut zu deinem Einstieg, sehr ähnlich. Ich habe mich auch in der Schule schon sehr gelangweilt, muss ich sagen. Das ist dann irgendwie noch schlimmer geworden während meines Studiums, das ich auch irgendwann abgebrochen habe. Ich habe Wirtschaft studiert, auch mehr aus dem Grund der Orientierungslosigkeit, muss ich ehrlich sagen, und dann wirklich keine Motivation gehabt, irgendwie Prüfungen zu machen oder mich in Vorlesungen zu setzen und zuzuhören. Das war es nicht.
Rebernik: Ich habe mich dann während des Studiums selbständig gemacht und habe gegründet tatsächlich und habe mir auf diesem Wege sehr schwer, sehr mühsam muss ich auch sagen, vieles angeeignet, was ich eigentlich hätte wahrscheinlich auch lernen können. Das war schon viel mühsames Selbst-Schauen: Wo ist die richtige Information?
Rebernik: Warum ich dann aber eine Hochschule gegründet habe, das ist eigentlich viel später. Ich habe drei Kinder mittlerweile, und die Kinder waren während der Pandemie zu Hause im Homeschooling. Das eine ist, du schickst sie in die Schule und dann gehen sie in die Schule und alles ist das Problem von wem anders. Das andere ist, die sitzen mit dir quasi am Tisch. Mein Sohn hat einfach Geschichte gelernt, um das Thema aufzugreifen, und ist tatsächlich während der Session, eine Stunde, einfach eingeschlafen, und zwar wirklich vor mir. Das war für mich so ein Deja-vu, weil ich mir gedacht habe: Ja, das ist auf der Uni wie in der Schule, und es gibt's doch nicht, das ist noch immer so!
Rebernik: Ich durfte in den letzten 20 Jahren in ganz viele Unternehmen arbeiten oder auch mitgestalten oder auch gründen, die alle sehr kundenfokussiert waren. Es ging immer darum, das Beste für den Kunden zu wollen. Dabei ist mir noch mehr aufgefallen, dass eigentlich die Schule oder die Uni gar nicht so ist: Der Student ist nicht das Wichtigste, sondern mehr die Lehrkraft. Deswegen kommen ja auch alle zur Lehrkraft in die Klasse. Das ist eigentlich schade, vor allem weil Bildung so wichtig ist. Bildung ist wichtig nicht nur für den Einzelnen, für die Person, aber auch für die Zukunft, für die Gesellschaft, damit die gut funktioniert und sich gut und richtig entwickelt.
Rebernik: Gerade jetzt, wo sich so viel ändert und die Änderungsgeschwindigkeit auch aufgrund der Innovation sich erhöht, geht es auch darum, dass man die relevanten Fähigkeiten lernt. Das findet man auch oft nicht, muss man sagen. Der Anstoß war für mich: Das kann doch nicht sein, es muss doch besser gehen! Dann habe ich mich viel umgeschaut, und das ist leider ein bisschen traurig, weil wir eigentlich wissen, wie wir es besser machen können. Das ist gar kein Wissensproblem. Nur das System ist oft sehr schwierig zu verändern und zu gestalten. Genau deswegen haben wir gesagt: Ich möchte was verändern. Das ist dann über mehrere Schritte dazu gekommen, dass wir eine Hochschule gegründet haben.
Christian: Die Pandemiezeit kann ich mich auch noch erinnern. Da war ich tatsächlich auch noch an einer staatlichen Hochschule eingeschrieben, wo ich davor tatsächlich Vorlesungen hatte, wirklich in Präsenz, ganz normale klassische Vorlesungen, die auch ganz gut waren. Aber als dann die Pandemie losging und die Hochschule versucht hat, auf digital umzustellen, ist alles, was passiert ist, eigentlich der Versuch, dieses Vorlesungssystem und das, was man da die ganze Zeit über macht, in das Digitale zu transformieren. Also saß man dann eben vorm Rechner und hat, wenn man Glück gehabt hat, noch ein Videobild dazu gehabt. In der Regel gab es da nur ein paar Folien zu sehen, und dann über Zoom oder was auch immer für Tools genutzt worden, gab's dann eben eine Präsentation über zwei Stunden, die ich eigentlich auch mir hätte einfach so als Video anschauen können, weiß ich nicht, in doppelter Geschwindigkeit, bisschen Zeit gespart, aber nicht viel gelernt dabei. Das war wirklich zum Einschlafen. Aber da waren alle auch ein bisschen überfordert in dieser Zeit.
Rebernik: Ganz genauso, glaube ich, auch im Schulsystem. Ich habe ja z.B. auch N26, so eine Bank, mit aufbauen dürfen, und was mir damals so einfiel: Das eine ist Digitalisierung. Wenn du eine Bank hernimmst und digitalisierst, z.B. einen Kontoauszug, früher auf Papier, hast du eine ganze lange Liste an Einträgen gehabt, was sich auf dem Konto bewegt hat. Digitalisierung heißt: Ich mach daraus ein PDF. Oder du denkst eben: Hey, was ist der Bankkunde in der Zukunft? Und dann geht's darum, dass du jemandem sofort eine Push-Nachricht schickst: Hey, das hat sich gerade geändert auf deinem Kontostand, das ist das, was es für dich bedeutet. Das ist für mich so ein ganz simpler Blick auch auf Bildung. Du kannst nicht eine Vorlesung nehmen, so wie sie heute in der Klasse erfolgt, und dann sie einfach nur so online nehmen. Das funktioniert vielleicht nicht so gut, und man muss einfach vieles auch gerade fürs flexible Lernen anpassen, sich neu überlegen, wie das eigentlich richtig funktioniert, so dass jemand nicht einschläft auf der einen Seite, aber wirklich was lernt und sich weiterentwickeln kann. Aber auch das Netzwerk ist ja ein ganz wichtiger Teil vom Studieren, einfach Beziehungen aufbauen können.
Christian: Das Komische ist ja, dass die Studierenden das teilweise auch erwarten, dass das so weiterhin funktioniert, auch im Digitalen. Ich merke das immer so ein bisschen in der Studien- und Bildungsberatung. Da kommen ganz viele auch und fragen: Ja, wo sind denn jetzt die Online-Vorlesungen an der Hochschule? Ich würde gerne einfach nur vor dem PC sitzen oder auf der Couch und diese Vorlesungen schauen. Aber ihr versucht eben das Ganze mal von Grund auf neu zu denken und mal zu schauen, wie man das dann eben mehr nutzer- oder studierendenzentriert angehen kann. Jetzt habt ihr natürlich trotzdem die Strukturen, in denen ihr euch da bewegen müsst, die staatlicherseits beispielsweise vorgegeben sind. Was sind denn so die großen Herausforderungen, vor denen ihr da steht oder standet, als ihr euch dafür entschieden habt, eine Hochschule zu gründen?
Rebernik: Wir haben uns zuerst damit sehr intensiv beschäftigt: Was ist eigentlich moderne Pädagogik? Wie lerne ich eigentlich effektiv? Das ist so ein ganz wichtiger Aspekt. Auf der anderen Seite: Welche Rolle hat Technologie eigentlich in Zukunft, und wie kann Technologie das Lernen verbessern? Diese beiden Aspekte wollten wir wirklich zusammenbringen. Technologie kann personalisieren, z.B. auf deiner Seite, und das besser auf mich anpassen. Wir wollen nicht mehr, dass jeder gleich in der gleichen Geschwindigkeit die gleichen Kompetenzen lernt, wenn der eine vielleicht schon viel über Wirtschaft weiß und der andere nicht und beide machen eine Klasse. Das macht keinen Sinn. Da kann Technologie viel helfen.
Rebernik: Auf der anderen Seite, beim Thema Pädagogik: Wir wissen, dass heute ein Vortrag, wo ich nur zuhöre, eine Stunde, eigentlich nicht wirklich viel hilft, Fähigkeiten aufzubauen. Dafür gibt's mehrere Schritte. Das eine ist eben klar, du musst das Wissen aufbauen, aber du musst es auch anwenden. Dadurch merkst du dir vieles, was es heißt in der Situation, und dann vielleicht sogar das Wissen weitergibst an andere. Dadurch realisierst du, was für dich wirklich wichtig davon ist. Das heißt, vom Lernmodell müssen wir da auch einen Schritt weitergehen.
Rebernik: Wir haben eben das ganze System dafür entworfen, dass Technologie genutzt wird, aber moderne Pädagogik auch angewendet wird, und dafür eine eigene Plattform entwickelt. Das erste war für uns nicht gleich, eine Hochschullizenz anzustreben, sondern wir haben mit einer bestehenden Universität, der Wirtschaftsuniversität in Wien, eine Partnerschaft gemacht und mit denen gemeinsam einen Master in Sustainability und Technologie herausgebracht. Das war großartig, weil die WU Wien hat gesagt: Online, das fällt uns wirklich schwer. Aber sie haben natürlich großartige Lehrkräfte. Da haben wir zusammengearbeitet, eigentlich den ganzen Studiengang zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, und dadurch Menschen zu helfen, eben diese drei Felder Nachhaltigkeit, Unternehmertum und auch Technologie zu erlernen.
Rebernik: Das war wirklich ein großer Erfolg und hat aber auch bewiesen, dass das, was wir entworfen haben, in einem akademischen Setting funktioniert, das heißt auch regulatorisch und auch die Qualitätsanforderungen, die da notwendig sind, gut funktioniert. Das hat sozusagen die große Basis dafür geschaffen, dass wir gesagt haben: Okay, wir wollen das noch weiterentwickeln, und deswegen wollen wir auch eine eigene Hochschulzulassung anstreben, eine eigene Akkreditierung, die auch staatlich anerkannt ist.
Rebernik: Das haben wir in Deutschland angeschaut. Das ist eine Bundeslandgeschichte, jedes Bundesland ist dafür zuständig, gibt auch Regulatorien, die zum Teil anders sind. Wir haben uns für Hessen entschieden. Hessen ist ein Standort, der auch stark in Innovation ist, aber auch stark in Bildung, die das sehr professionell auch im Ministerium aufgestellt sind. Mit denen haben wir gesprochen zu unserem Vorhaben. Das Gute muss man auch sagen: Zu dem Zeitpunkt, es war während der Pandemie oder kurz nachher, da war auch Innovationswille vorhanden. Dadurch haben wir sehr viel gesprochen, sehr viel miteinander gearbeitet, auch dazu, wie das eigentlich möglich ist, und auch viel erklärt, warum und wie sich etwas verändern muss.
Rebernik: Das waren viele Gespräche, die dafür wichtig waren, um das auch gemeinsam zu gestalten, dass man sagen kann: Wir wollen hier auch der Pionier sein in Europa. Wir sind das erste, ich würde sagen Edu-Tech, also Bildungstechnologie-Unternehmen, was auch eine anerkannte Hochschule gebaut hat, und das aus Deutschland heraus. Man beschwert sich ja oft gerne über die Bürokratie in Deutschland, aber ich muss da echt sagen, dass wir hier einen großen Schritt nach vorne gemacht haben, gemeinsam mit dem Bildungsministerium und auch mit dem Wissenschaftsrat, die es echt ermöglicht haben, nicht nur das Gleiche noch mal zu machen, was wir schon kennen, sondern wirklich das anzuerkennen, was Sachen neu entwickelt und weiterentwickelt.
Rebernik: Wir haben ja nicht das Rad neu erfunden, sondern wir haben auch auf Wissenschaft, auf den letzten Erkenntnissen der Lernwissenschaft aufgebaut, das gemeinsam mit Technologie zusammengebracht und das eben auch schon erprobt. Durch diese Erprobung, und da es auch wissenschaftlich fundiert war, ist es auch möglich geworden, das Ganze zu akkreditieren.
Christian: Dann lass uns mal über Philosophie sprechen. Ich hatte eben schon angeschnitten, dass ich auch mal Philosophie studiert habe. Aber vielleicht geht's nicht nur um Philosophie, sondern auch ein bisschen um Psychologie. Das ist mir jetzt bei der Vorbereitung auf diesen Podcast mehrmals sozusagen unter die Ohren gekommen. Ich habe noch einen anderen Podcast mit dir gehört, da hast du darüber geredet. Das sind die drei Säulen, auf denen auch so ein bisschen die Philosophie der Hochschule basiert. Kannst du uns vielleicht mal sagen, was diese drei Säulen genau sind, was man sich da drunter vorstellen kann?
Rebernik: Die Frage bei der Gründung war so ein bisschen: Was wollen wir eigentlich und warum wollen wir das? Bildung ist für uns wichtig, und es ist wichtig auch für eine bessere Zukunft. Wenn wir von einer besseren Zukunft sprechen, sprechen wir gerne auch von einer nachhaltigen Zukunft. Was uns da das Kernanliegen ist: Wir brauchen eigentlich eine nachhaltige Gesellschaft, um auch auf einem Planeten nachhaltig leben zu können. Wir glauben, dass das nicht eine Einzelperson macht, sondern wir brauchen ganz viele Gestalter, die diese positive Zukunft gestalten können.
Rebernik: Wenn du das als unseren Grundgedanken annimmst, dann ist die Frage: Was brauchen diese Gestalter eigentlich für Werkzeuge? Was müssen wir für Themen abdecken, um das zu erreichen? Da sind die drei Kernthemen für uns: Nachhaltigkeit auf der einen Seite, weil es eben darum geht, eine nachhaltige Gesellschaft, einen nachhaltigen Planeten aufzubauen. Da sprechen wir ganz gerne auch konkret von den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, die Nachhaltigkeit sehr breit fassen. Da geht's dann nicht nur um Klima, da geht's genauso um Energie, um die Ozeane, um Wirtschaft, um Gemeinschaften, um Gesundheit, Bildung, also ganz viele Themen, jetzt breit gefasst unter Nachhaltigkeit.
Rebernik: Das zweite Thema, was wir glauben, was wirklich wichtig ist: Wir leben in einer Welt der Innovation. Gerade auch die Zukunft wird durch Innovation massiv beeinflusst, deswegen ist Technologie für uns ein ganz wichtiger Pfeiler. Wir sehen gerade, KI treibt gerade viele um, aber die Innovationszyklen beschleunigen sich nur. Das Internet hat in den letzten 30 Jahren wirklich großen Einfluss gehabt, Wirtschaft, Privatleben, die Gesellschaft verändert. Jetzt ist es wahrscheinlich künstliche Intelligenz, die sehr viel verändern wird. Wir glauben auch, dass die Gestalter von morgen Technologie verstehen und beherrschen müssen, weil das ein gutes Werkzeug ist, mit dem du effektiver Probleme lösen kannst.
Rebernik: Die dritte wichtige Säule ist eben Wirtschaft und Unternehmertum, wo es darum geht, dass wir Leute wollen, die auch gestalten. Davon ist Wirtschaft ein ganz wichtiger Teil, dass du Verständnis davon aufbaust, wie diese Gestaltung möglich ist. Deswegen sind das so unsere drei grundsätzlichen Säulen, die sich in allen unseren Programmen wiederfinden. Auch wenn man jetzt einen Studiengang hernimmt zum Thema KI, dann ist da Sustainability drinnen genauso wie auch ein Teil von Wirtschaft. Es ist integriert. Es gibt keinen Studiengang bei uns, wo du nicht auch was über Nachhaltigkeit lernst. Auch wenn es Wirtschaft ist, dann heißt es bei uns z.B. Responsible Entrepreneurship, wo sehr wohl Ethik drinnen ist, weil es darum geht, wie kann man nachhaltig wirtschaften.
Rebernik: Das sind so unsere drei Säulen. Darin geht es auch immer sehr stark um das Thema, welche Kompetenzen im 21. Jahrhundert wirklich wichtig sind. Da gehen wir sehr viel tiefer, z.B. wie man gut kommuniziert, wie man sich selbst gut führen kann.
Christian: Da habe ich so überlegt: So ein ganz kleines bisschen schränkt ihr damit ja auch eure Zielgruppe eigentlich ein. Es gibt halt ganz viele Studierende, und das ist auch irgendwie schon immer so, die wirklich nur so auf diesen Abschluss hin studieren möchten, möglichst schnell. Das sind auch mal so die Top-Themen bei uns im Podcast: Wie kann ich ganz schnell mein Studium schaffen, um schnell diesen Abschluss zu bekommen, um schnell mehr Geld zu verdienen beispielsweise, in meinem Job irgendwie aufzusteigen? Aber eure Zielgruppe sind ja eher Menschen, die dann vielleicht für sich auch suchen, so einen gewissen Sinn, vielleicht eine Sinnstiftung, versuchen etwas beizutragen auch zur Nachhaltigkeit beispielsweise, und eben nicht einfach nur versuchen, möglichst schnell einen Abschluss zu bekommen, sondern eben etwas zu lernen. Das ist glaube ich ganz wichtig. Wie ist das im Studium, wie kann man sich das vorstellen? Vermittelt ihr tatsächlich dann auch Module, die sich mit Purpose beispielsweise beschäftigen?
Rebernik: Super spannend, dass du das sagst. Es schließt sich nicht aus natürlich. Du kannst schnell einen Abschluss haben und trotzdem was lernen. Ich glaube, es gibt bei Tomorrow keinen einzigen Studenten, der nur wegen des Abschlusses herkommt, tatsächlich. Das ist etwas, was natürlich auch eine ganz andere Studenten-Community dadurch erzeugt. Du hast Leute, die wirklich dafür interessiert sind, was eine super spannende Dynamik erstellt.
Rebernik: Tatsächlich, wenn du vom Purpose sprichst: Wir glauben, gerade in einer Zeit, wo wir viele Grundprobleme anfangen zu lösen, wenn du die Maslow-Pyramide hernimmst, wo so die Sicherheitsprobleme, Ernährung ganz unten stehen, die fangen wir ja an zu lösen. Das heißt, es geht sehr viel um den obersten Teil, Selbstverwirklichung: Wo kann ich mich eigentlich verwirklichen? Das glauben wir, ist ein wichtiger Treiber auch in der Zukunft, dass die Leute was gestalten wollen. Das ist gar kein Edge Case, sondern es gibt viele Menschen. Man kann sich unterschiedliche Zahlen anschauen, aber so ungefähr 80% der Jobsuchenden sind eigentlich daran interessiert, auch etwas Positives zu bewegen. Das ist sehr viel mehr als vielleicht noch vor 40 Jahren, wo es nur darum ging: Wie kann ich einfach einen Euro machen? Heute ist einfach ein anderes Thema.
Rebernik: Diese Leute fangen halt eben auch damit an: Was ist denn eigentlich mein Purpose? Was will ich denn überhaupt bewegen? Das ist eine fundamentale Frage, die man sich stellen muss. Bei uns startet das Studium tatsächlich mit der Frage: Was ist mein Zweck? Was will ich machen? Was interessiert mich? Was sind meine Werte? Was leitet mich so ein bisschen? Das macht man in der Mission Identification, einer Orientierungsphase bei uns.
Rebernik: Dann geht's aber auch darum: Was ist das Unterstützungsnetzwerk, das Supportnetzwerk, was mich eigentlich in meinem Leben begleitet? Wer berät mich? Wer darf mich beeinflussen auf dieser Fahrt? Wer hat für mich Expertise? Wer versteht mich gut? Wer sind die Leute, die mich unterstützen dürfen? Und dann geht's auch am Anfang darum: Was sind die Stärken, die ich bereits mitbringe? Das heißt, wo bin ich stark heute, und was sind die Sachen, wo ich Kompetenzen entwickeln möchte? Wo sehe ich noch Entwicklungsfelder für mich selber? Das ist so eine gute Grundlage, und dann eben zu schauen: Wie ist eigentlich mein Studienfahrplan? Was brauche ich eigentlich, um mein Ziel zu erreichen?
Rebernik: Kann das sein, schnell zu studieren? Da ist nichts dagegen zu sagen. Manchmal möchte man auch schnell Ergebnisse sehen, Fortschritt sehen. Aber es geht auch darum, dass es nicht nur schnell, sondern auch effektiv ist. Die Zeit abzusitzen irgendwo ist halt auch Verschwendung der Lebenszeit, die wertvoll ist. Es geht auch darum, dass wenn man schon lernt, dass es Sachen sind, wo man rausgeht und sagt: Hey, das hat mir was gebracht, für mich persönlich. Studentenzentriert, das hast du schon ganz gut gesagt vorher. Es geht darum, dass wir nicht wollen, dass du eine Prüfung geschafft hast. Wir wollen, dass du was gelernt hast, was du mitnimmst für dich, für dein Leben und für deine Karriere. Ich glaube, und das ist auch unsere Grundthese, dass dadurch die Lernenden auch wirklich erfolgreicher werden.
Christian: Super interessant. Das beobachte ich an anderen Hochschulen eher weniger. Ich gucke mir immer viel so Studiengänge an und was da so für Module gibt. Natürlich hat man in den ersten Semestern mal wissenschaftliches Arbeiten und all diese Sachen und sicherlich auch hier und da Soft Skills und Sprachen lernen. Aber dass man dann tatsächlich auch mal wirklich reflektiert schon ins Studium einsteigt, mit einer Reflektion, ist super interessant. Das gefällt mir ziemlich gut.
Christian: Lass mal über Technologie reden. Auch hier vielleicht noch als Erinnerung: Ich kann mich dran erinnern, dass Technologie in meinen ersten Studienjahren irgendwie so eine Art Erlösung war. Da gab's das Internet dann nicht plötzlich, aber so nach und nach verfügbar in den Hochschulen beispielsweise, in den Bibliotheken. Es war damals noch nicht so, um 2000, 2002, 2003 rum, dass da jeder Internet zu Hause verfügbar hatte, zumindest schnelles Internet. Das war super praktisch für mich, weil ich ganz viele Sachen einfach ganz schnell recherchieren konnte, nachlesen konnte. Das war großartig für mich, das hat dann auch ein bisschen dazu geführt, dass ich dachte: So wichtig ist die Hochschule eigentlich gar nicht mehr. Ich kann mir all diese Dinge ja auch irgendwie online aneignen, die mich wirklich interessieren, und das viel selektiver, nicht wie das Fernsehgucken, auch damals, wo man zu einer bestimmten Uhrzeit in dieser Vorlesung sitzen musste, sondern wirklich dann, wann mich das interessiert.
Christian: Vielleicht kannst du uns mal ein bisschen erklären, wie Technologie jetzt tatsächlich an eurer Hochschule eingesetzt wird, um ein Lernerlebnis zu generieren.
Rebernik: Ja, das erinnert mich, voll zustimmend. Das Internet hat wirklich geändert, wie man lernt. Die Hochschulen sind entworfen worden zu einer Zeit, da gab's irgendwo eine Bibliothek, wo du hingehen musstest, um dir die Informationen zu beschaffen und Nachforschung zu tätigen. Heute hast du es auf Knopfdruck verfügbar. Man muss auch sagen, KI wird es noch stärker verstärken, was du tun kannst. Das ist aus unserer Sicht faszinierend. Das Thema ist nur, dass sich die Hochschulen nicht geändert haben, wohl sich die Welt geändert hat. Das ist aber das wirklich Notwendige, dass sich die Hochschulen daran anpassen.
Rebernik: Ich glaube auch, eine Hochschule brauchst du nicht, um nur Wissen anzusammeln. Das ist nicht der Zweck aus meiner Sicht. Der Zweck von Hochschule aus meiner Sicht ist, dir zu helfen, dass du eine gute Karriere hast, dass du vorbereitet bist, dass du Fähigkeiten entwickelst, dein Leben gut zu meistern. Da kann man viel tatsächlich auch selbst machen durch das Internet. Ich habe ja auch viel für mein Leben selber mir angeeignet. Es ist nur wirklich mühsam und es dauert wirklich länger. Ich glaube, dass die Hochschule dir hier nicht nur helfen kann, das effektiver zu machen, sondern auch besser zu machen.
Rebernik: Wir sind ja als Edu-Tech gestartet, das heißt für uns ist Technologie ein ganz fundamentaler Bestandteil. Nicht nur: Hier ist eine Internetplattform, die kannst du nutzen. Sondern wir haben von Anfang an gleich überlegt: Wie kann moderne Pädagogik mit Technologie zusammenwirken? Wie können wir dadurch das Lernerlebnis nicht nur verbessern, sondern bestärken, so dass du besser lernen kannst? Wir haben deswegen auch unsere eigene Lernplattform entwickelt.
Rebernik: Da gibt's ganz viele wichtige Aspekte, damit das gut funktioniert. Das fängt immer bei uns mit der Pädagogik an: Wie lerne ich eigentlich gut? Es basiert auf echten Szenarien, auf echten Herausforderungen, auf deinen Stärken. Kompetenzbasiert ist das Lernen, und es ist auch grundsätzlich soziales Lernen. Ich lerne am besten mit anderen, von anderen, andere Beispiele zu haben.
Rebernik: Auf der anderen Seite kann Technologie unterstützen. Es kann dir helfen, es zu personalisieren, auch die Lernpfade zu personalisieren, dass du herausfindest: Okay, was sind die nächsten Schritte? Es kann auch, und das ist gar nicht so einfach, sich zu strukturieren: Wann lerne ich denn? Wie viel? Wie kann ich das sinnvoll runterbrechen? Wie kann ich sinnvoll mit anderen auch gemeinsam lernen? Das kann sehr gut aus unserer Sicht funktionieren. Unsere Lernplattform orchestriert das, gerade wenn man online lernt und auch viele andere Themen hat, die einen beschäftigen, die Arbeit oder Familie. Es ist gar nicht so leicht, sich zu organisieren. Das ist das, was unsere Lernplattform auch macht: zu helfen, zu organisieren, und dass die Lerninhalte auch richtig gut aufbereitet werden, so dass es nicht in langen Texten oder langen Videos ist. Wir haben Bite-size Content, da kann man sich gut interaktiv durcharbeiten.
Rebernik: Es ist sehr strukturiert. Du fängst immer mit einer Challenge an, die wir live auch mit dem Professor präsentieren: Was ist die Challenge überhaupt? Du diskutierst dazu, wirst inspiriert. Dann hast du Themen, die du für dich in deiner Zeit asynchron erarbeiten kannst. Dann gibt's auch Kursdiskussionen, wo an der Herausforderung gearbeitet wird: Wie kann man sie gut lösen? Was sind Ansatzpunkte? Welche Ansatzpunkte haben auch andere gelernt? Dann wird's Gruppenarbeiten geben, das heißt auch mit anderen Themen erarbeiten.
Rebernik: Es gibt bei uns keine klassischen Prüfungen, das heißt keine Multiple-Choice-Fragen oder so was, sondern es gibt immer eine Projektabgabe, und zu der bekommst du Feedback, was möglichst hilfreich ist für deinen Lernprozess. Die Kurse sind bei uns nicht lang über ein halbes Jahr mit einer Prüfung am Ende, sondern möglichst kurz, so drei bis vier Wochen, sehr intensiv, so dass jeder Student sich auch intensiv mit dem Thema gleichzeitig beschäftigt, so dass der Austausch zwischen den Studenten auch möglichst intensiv ist und die Antwortzeiten gut sind, was wichtig ist für Teamprojekte. Wir haben versucht, das Ganze zusammenzuweben. Natürlich nutzen wir auch künstliche Intelligenz und Assistenzsysteme für den Lerner, damit der effektiver lernen kann.
Christian: Also ganz wichtiges Merkmal eurer Hochschule ist dann eben dieser Online-Campus. Den Online-Campus haben irgendwie alle Hochschulen, aber ich kenne das so aus meiner Erfahrung, da loggt man sich jetzt auch nicht jeden Tag ein, damit lernt man in der Regel auch nicht. Manchmal hat man da einen Lernpfad, was ganz hilfreich ist, Zugriff auf Community-Funktionen. Aber bei euch ist ganz zentral der Online-Campus, und da ist mittlerweile auch KI integriert sicherlich. Das Thema war eben noch nicht so relevant, als ihr gegründet habt, wie das jetzt die letzten zwei Jahre wichtig geworden ist. Wie kann man sich das vorstellen? Assistenzsysteme sagst du. Kann ich da Fragen stellen zu meinem Kursmaterial oder wie funktioniert das?
Rebernik: Ja, das sowieso. Das ist jetzt sozusagen das Banale, einfach KI-Assistenten haben, denen ich Fragen kann, wo ich mich orientieren kann. Aber für uns, wir sprechen jetzt von generativer KI, das ist für uns ein spannender Case, weil der kann dich bei mehreren Sachen unterstützen. Das eine ist z.B., du fängst mit deiner Mission an. Das heißt aber auch, die Aufgaben, die du lernst, sind nicht nur: Hier ist eine zufällige Aufgabe, macht die. Sondern es geht darum, immer diese Challenges auch auf deine Mission zu mappen. Das Mapping kann z.B. auch unterstützt werden durch den KI-Assistenten. Der kennt deine Mission, der kennt aber auch die Inhalte und der hilft dir, das z.B. darauf abzubilden. Du kannst natürlich auch mit der KI zum Thema, zu den Inhalten sprechen.
Rebernik: Das andere ist: Diese Mission ist für uns ein wichtiges Thema. Unsere eigene Vision ist, die Menschen auszubilden, aber auch gut zu vernetzen, für eine, wir nennen es gerne, impactful career, also eine gute Karriere, bei der du auch einen Impact erzielen kannst für dein Leben. Dafür gibt's z.B. auch ein Mission Journal, das dich begleitet, wo du versuchst, das, was du lernst, auf dich anzuwenden und zu dokumentieren, wo du dann auch Leute hast, die dir Feedback geben. Da fließt auch KI mit rein, ob es inspirierende Quotes sind zu deiner Mission, die dich inspirieren dürfen, oder ob das eben wiederum Mapping ist zu deiner Mission.
Rebernik: Das sind so Bereiche, wo wir spezifisch versuchen, KI anzuwenden, so dass es möglichst hilfreich ist für den Lerner und nicht nur: Hier ist ein Ding, was eigentlich ChatGPT ist, und das kannst du nutzen. Vielleicht noch kurz zum Thema KI grundsätzlich: Es gibt ja auch Schulen oder Unis, die sagen, nutzt es nicht. Wir bilden proaktiv Leute darin aus und wir unterstützen auch die Nutzung davon. Wir glauben, dass es Tools und Werkzeuge sind, die nicht weggehen werden, sondern nur stärker und besser werden. Es geht darum, die gut einzusetzen, aber auch verantwortungsvoll.
Christian: Über ethische Fragestellungen können wir uns gleich noch mal ein bisschen genauer unterhalten. Eine Frage vielleicht noch: Das war jetzt die Perspektive der Studierenden, also wie Studierende Technologie bei euch nutzen. Wie sieht das auf der anderen Seite aus, also auf Seite der Lehrenden? Learning Analytics ist da etwas, was mir jetzt so spontan einfällt, was auch ganz interessant ist. Wie wird da Technologie bei euch genutzt?
Rebernik: Was z.B. ein Thema ist aus unserer Sicht: Feedback geben, das hilfreich ist, ist eine Kunst. Ich krieg mal schnell Feedback und dann sage ich: Hier roter Strich, geht nicht. Auch schlecht, auch schlecht, auch schlecht. Dann habe ich so alles Feedback, was mir der Professor gesagt hat, was schlecht ist. Aber das ist kein gutes Feedback, das hilft mir nicht wirklich. Wo wir eben KI auch nutzen tatsächlich, ist als Assistent für Tutoren, um richtig gutes Feedback zu geben.
Rebernik: Ich habe vorher das kompetenzbasierte Lernen angesprochen. Das heißt, auch unsere Inhalte sind nicht nur irgendein PDF, sondern sind tatsächlich verwoben in unserem Content-Management-System und vernetzt mit Kompetenzen und mit eigenen Rubrics, das heißt klaren Kriterien, wie wir eigentlich messen, ob eine Kompetenz demonstriert wird. Wir haben ein eigenes System dafür entwickelt, um dir eben gutes und hilfreiches Feedback zu geben.
Rebernik: Aber auch um dir wiederzuspiegeln: Du hast nicht nur einen Kurs abgeschlossen, Check, sondern wie entwickelst du eigentlich deine Kompetenzen gerade? Angenommen, ich bin gut im Kommunizieren, dann ist es nicht so: Ich bin gut im Kommunizieren, Punkt. Ich kann auch einen schlechten Tag haben, das ist einfach so im Leben. Dann habe ich einen schlechten Auftritt. Das heißt aber nicht, dass ich schlecht kommunizieren werde. Deswegen sagen wir das auch ganz gerne: Wir sammeln eigentlich Evidences, also Beweise, wo du eine Kompetenz demonstriert hast. Wenn die immer gut sind und du hast einen Ausreißer, das macht überhaupt nichts. Darüber geben wir dann Feedback, wie sich deine Kompetenz entwickelt hat.
Rebernik: Wie gesagt, dafür, dass es auch möglichst hilfreich ist und qualitativ gutes Feedback gibt, nutzen wir eben auch intern KI, um das vorzubereiten. Das ist halt ein Assistenzsystem. Ich persönlich bin sehr davon überzeugt, bevor KI was übernehmen kann, muss es eigentlich als Assistenzsystem am Anfang gut funktionieren. Das ist das klassische Beispiel selbstfahrendes Auto: schwierige Aufgabe tatsächlich. Du kannst nicht sagen: Hier, KI, fahr mal. Sondern es ist eigentlich viel besser, wenn du sagst: Okay, halt mal die Spur, mach mal, versuch mal Stoppschilder zu erkennen. Und wenn das gut ist, kannst du immer mehr der KI überlassen. Aber das musst du stufenweise machen, um das sozusagen auch wirklich hilfreich zu machen. Deswegen ist es immer gut, wenn im Driver's Seat die Person ist, also der Lernende oder eben der Professor.
Christian: Letztendlich macht das ja auch jeder gute Lehrer oder jede gute Lehrerin, die kennen halt einfach ihre Schüler über die Jahre, und dann wissen die ganz genau: Okay, der hatte heute einfach einen schlechten Tag, da können wir trotzdem nicht die eine schlechte Note geben, sondern vielleicht noch eine Chance geben, um eine bessere Note zu bekommen. Stichwort vielleicht Noten noch: Wie sieht's da aus? Noten sind ja auch eher ein umstrittenes Thema in der Pädagogik.
Rebernik: Vielleicht ganz kurz noch einzuhaken beim Thema gute Lehrer. Ich habe von meinem Sohn erzählt, schlechtes Beispiel, schlechter Lehrer. Natürlich gibt's ganz großartige Lehrer, ich hatte auch ein paar. Aber viele waren eben nicht so gut oder nicht sehr engaged. Die haben einfach einen anderen Fokus gehabt, manchmal auf Forschung, da waren sie richtig gut, aber haben nicht gut unterrichtet, haben sich auch nicht für die Studenten interessiert.
Rebernik: Ich glaube aber, dass es nicht die Aufgabe des Schülers ist, irgendwo zu parieren, sondern eigentlich muss jede Klasse den besten Standard haben. Das ist so wichtig. Ich glaube, dass da eben KI oder die Plattformtechnologie sehr gut helfen kann, dass jede Klasse outstanding ist. Es darf nicht sein, dass eine schlecht ist und die nächste gut und das wirklich vom Lehrer abhängt, sondern es geht darum, wirklich die Qualität immer hochzuhalten. Das ist ein wichtiger Aspekt von Technologie, dass du als Schüler oder Student jede Klasse als outstanding erlebst und immer was Spezielles ist, wo du was mitnehmen kannst.
Rebernik: Dann kurz zu den Noten: Wir haben keine traditionellen Noten. Wir haben natürlich Noten, wenn wir sie benötigen, auch aufgrund der Gesetzgebung und Regulatorik. Aber worum es uns geht in erster Linie, ist dir hilfreiches Feedback zu geben. Wir kommunizieren nicht in erster Linie die Noten, sondern uns geht es in erster Linie darum: Hast du das Projekt erfolgreich abgeschlossen? Und dann qualitatives und quantitatives Feedback dazu. Das ist für uns das Wichtige.
Rebernik: Du kannst auch einfach Projekte wiederholen. Wenn du es nicht geschafft hast, dann ist es wie im echten Leben. Not yet achieved, nennen wir das Ganze, weil ich kann ja auch z.B. ein Finanzmodell einfach noch mal machen. Das ist das Schöne, die Hochschule sollte eigentlich der richtige Playground für persönliches Wachstum sein. Da kann man ja und soll man ja bitte auch sagen: Das klappt nicht. Großartig, dann mache ich es noch mal, mit dem Feedback, was ich erhalten habe. Ich kann es gerne auch drei, vier Mal wiederholen, wenn mir das hilft.
Rebernik: Es ist meistens auch mehr ein Indikator, dass wir nicht gut waren in die Richtung zu weisen, welche Kurse vielleicht gut angemessen sind für die richtige Schwierigkeitsstufe. Es ist auch teilweise unsere Aufgabe zu schauen, dass es die richtigen Schwierigkeitsstufen hat und dass du es natürlich schaffst, nicht nur die Abgabe, sondern wirklich kompetent zu werden. Das ist unser Interesse, worauf das auch alles ausgelegt ist. Natürlich kann man das Feedback, das wir geben, in Noten übersetzen. Das ist regulatorisch notwendig, aber wir stellen das nirgendwo in der Kommunikation in den Mittelpunkt, weil es nicht darum geht.
Christian: Technologie ganz wichtig und zentral, das hast du jetzt noch mal gezeigt. Da gibt's natürlich auch Grenzen. Eine Grenze würde ich beispielsweise sehen in dem, was das Online-Lernen an sich auch hat: die Vernetzung. Das hast du jetzt auch schon mehrmals angesprochen. Es ist eben schwieriger, online Menschen kennenzulernen, seine Mitschüler kennenzulernen. Das ist mal so das, was für mich irgendwie die Hochschule ausgemacht hat. Wie ist denn das bei euch? Ich habe gesehen auf eurem Instagram-Kanal, es gibt auch so was wie Treffen, wenn ich das richtig gesehen habe, dass man sich auch irgendwie mal live trifft, aber es gibt jetzt keine Seminare. Wie kann ich mir das bei euch vorstellen?
Rebernik: Wie ich schon gesagt habe: Bildung ist sehr sozial, es geht sehr viel um soziales Lernen. Man lernt am effektivsten von und mit anderen. Deswegen ist das ganze Lernen bei uns kursorientiert. Das ist nicht so, du lernst für dich im stillen Kämmerlein, sondern es ist sehr sozial. Du gehst raus, du sprichst mit anderen Leuten, du vernetzt dich, du tauschst dich aus über andere Lösungswege, diskutierst Probleme gemeinsam. Das ist für uns ein ganz wichtiger Bestandteil.
Rebernik: Das geht online eigentlich überraschend, ich würde sagen überraschend für viele, sehr gut. Es ist so, wie wir jetzt hier den Podcast haben, aber du kannst mit Leuten sprechen, mit denen du sonst nie sprechen würdest. In unserem Fall wirklich von der ganzen Welt. Da nehmen auch Leute von unterschiedlichen Hintergründen teil. Du sprichst mit jemandem, der gerade in Afrika sitzt, in Deutschland, in Amerika oder auch in Neuseeland, 12 Stunden Zeitunterschied, ist am Abend und du am Morgen, aber man tauscht sich online aus.
Rebernik: Was wir sehen und glauben, das funktioniert wirklich richtig gut: Wir haben einen eigenen Campus auch im Metaverse entwickelt. Man kann sich den anschauen unter campus.tomorrow.university. Dort haben wir alle unsere Kursdiskussionen. Das ist schon speziell ausgelegt. Ein Zoom-Call ist z.B. mehr transaktional: Du gehst rein und gehst raus. Uni ist aber viel sozialer, weil du hast 5 Minuten vor der Vorlesung: Ah, ich habe es nicht zum Projekt geschafft, ich bin hinterher, kannst du mir helfen? Hier, ich habe das verstanden. Oder du gehst nachher noch zum Professor und sagst: Können Sie mir noch mal das erklären? Ich habe das einfach nicht verstanden. Oder ich treff den anderen am Gang und spreche mit dem.
Rebernik: Unser Campus ist genau dafür ausgelegt. Du siehst alle Kurse gleichzeitig, du siehst, wer gerade da ist, du kannst vorher mit dem Professor sprechen oder nachher länger bleiben, du kannst dich mit Kommilitonen noch gemeinsam treffen und austauschen. Das ist Video, also das ist nach wie vor eine Videokonferenz, aber es ist schon wesentlich sozialer als dieses rein Transaktionale.
Rebernik: Was wir aber glauben, was dazu kommen muss, ist die Vertiefung der Beziehung. Die funktioniert in Person einfach viel besser. Wie Dating: Du kannst super online kennenlernen, du kannst keine Beziehung wirklich führen, ohne jemanden wirklich getroffen zu haben. Deswegen haben wir zwei Sachen: Wir haben ganz reguläre große Meetups, wo sich die Studenten treffen von überall. Die kommen her. Letzte Woche war es hier in Berlin bei uns im Space, direkt beim Hauptbahnhof, war richtig cool. Da kommen auch Studenten von allen Studienrichtungen, sehr viele Workshops, auch viele davon studentenorganisiert, aber auch von Partnern, und es ist so zwei Tage durchgehend. Es geht wirklich um das Kennenlernen, sich Vernetzen, Beziehungen vertiefen. Das ist schon cool, weil du kennst dich halt online und dann siehst du die Person zum ersten Mal.
Rebernik: Wir haben auch in verschiedenen Städten oder Regionen eigene Hubs. Wir sind in Wien, Berlin, München, London, Amsterdam, wo sich die Studenten lokal treffen. Da gibt's einen Student Ambassador, der das organisiert, der organisiert regelmäßige Treffen in der Region. Da kann man sich treffen, auch einfach ins Kino gehen oder sich einfach nur zum Essen treffen, oder auch eine Challenge gemeinsam von derselben Location aus machen. Das ist studiengangsübergreifend. Das sind so die beiden Elemente: die Meetups, die regelmäßig stattfinden, und die Hubs, um soziale Beziehungen zu vertiefen. Wir sehen das auch bei unseren Studenten: Es ist schon sozial online, aber es wird halt noch viel besser, wenn du die Leute regelmäßig triffst und dann sehr intensive Zeit auch miteinander hast.
Christian: Also auch wichtig, dass man sich dann mal aufrafft als jemand, der online studiert und immer nur so in seinem Kämmerlein vor dem PC sitzt oder vor seinen Studienskripten, und sich dann eben auch mal vernetzt, auch wenn man ein bisschen weiter reisen muss. Viele leben ja auch auf dem Land und müssen erstmal ein paar Stunden nach Berlin fahren oder in eine größere Stadt. Auf jeden Fall auch in Anspruch nehmen.
Rebernik: Wir haben ja auch z.B. viele, die arbeiten, und für die passt das ganz gut. Wir haben auch einige in Elternzeit, die haben eine frische Familie zu Hause. Das ist eigentlich eine gute Kombination, online und gleichzeitig flexibel zu studieren, aber gleichzeitig dann auch die Möglichkeit zu haben, die Leute echt zu treffen. Da kann man sich meistens organisieren, dass die Kinder von den Großeltern aufgepasst werden, oder der Partner macht das dann am Wochenende, und dann kann die Person herkommen und die Leute treffen. So kann man eben sozial sein Netzwerk aufbauen, einfach für den eigenen Erfolg und für Beziehungen fürs Leben.
Christian: Wir kommen so langsam ans Ende. Ich habe noch zwei Themenbereiche, über die ich noch gerne reden würde. Das eine, da könnte man einen ganzen Podcast wahrscheinlich dazu machen, das sind so gesellschaftliche Auswirkungen von KI und vielleicht auch die Verantwortung, die man als Hochschule beispielsweise hat im Umgang mit KI. Kannst du noch ein paar Worte darüber verlieren? Was sind so die großen Herausforderungen? Datenschutz fällt mir beispielsweise ein.
Rebernik: Ich glaube, KI ist in vielen Sachen noch am Anfang eigentlich vom Einsatz. Das wird in den nächsten 10, 20 Jahren sehr viel verändern. Gerade auch weil es am Anfang ist, muss man schauen, was heißt das eigentlich. Es gibt immer diesen Übergang zwischen: Wo können wir Experimente machen? Wo müssen wir schauen und sehr verantwortungsvoll vorgehen, vor allem wo es viele Leute betrifft? Ich glaube, es gibt beide Räume.
Rebernik: Für uns heißt verantwortungsvoll eben: Ja klar, Datenschutz, wo gehe ich mit meinen Daten um, wo muss ich zustimmen. Da gibt's ja auch mittlerweile gute Standards mit der Datenschutz-Grundverordnung, die auch dafür zutrifft. Du kannst nicht ein KI-System einfach trainieren mit den Daten von Studenten ohne Einwilligung. Aber du kannst es sehr wohl nutzen, z.B. ein trainiertes Modell, und dort die Studentendaten mit Einwilligung personalisieren. Dann habe ich eben ein Studentenassistenzsystem.
Rebernik: Aber es geht weiter. Für uns heißt es auch, dass wir die Studenten ausbilden darin, dass KI auch trainiert sind auf Datensätzen, und Daten sind natürlich ausgewählte Daten, die auch wieder einen Bias haben. Dadurch hat die KI einen Bias. Du kannst drei unterschiedliche KIs hernehmen und potenziell mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen herauskommen. Bei uns geht's auch darum, dass wir die Studenten an der Nutzung fördern, aber ihnen auch helfen: Vielleicht machst du das Gleiche mit zwei KIs, um zu schauen, was sind denn die Unterschiede. Oder dass man natürlich damit umgeht: Wie nutze ich denn die Ergebnisse, wenn ich die kommuniziere? Kommuniziere ich die z.B. auch mit dem Hinweis, das ist KI-unterstützt, und kann das referenzieren?
Rebernik: Man muss auch noch z.B. bei Forschung natürlich aufpassen. Da kann ja die KI auch ganz gut halluzinieren, also es kann ja auch erfunden werden von den Systemen. Da geht's auch um Überprüfung der Daten, die die KI so ausspuckt, was das eigentlich bedeutet.
Rebernik: Wir haben für unsere eigene KI auch ein Feedback-System natürlich etabliert, wo man Feedback geben kann. Ich gebe ein Beispiel: Ich heiße Christian Rebernik. Die KI hat am Anfang das als Religion interpretiert, Christian, und hat mir dann christliche Zitate geliefert. Ich habe vorher von den Zitaten im Mission Journal gesprochen. Das war natürlich nicht angepasst, und so was muss du natürlich dann herausfinden. Das meine ich auch mit Experimentieren. Es geht nicht darum zu sagen: Hey, wir müssen vorher alle Use Cases getestet haben, sondern wir experimentieren selber damit, indem wir das iterativ machen und Feedback einholen dazu.
Rebernik: Noch etwas zum Thema verantwortungsvoll, was auch ein Anliegen für uns ist: das Thema Energie. Wir sprechen auch von einer nachhaltigen Zukunft, und das Thema Trainieren von KI-Modellen nimmt wirklich viel Rechenpower in Anspruch. Auch dazu sich zu überlegen, was das eigentlich bedeutet, ist ein ganz wichtiger Aspekt. Auch wie man Systeme baut, wann Anfragen sinnvoll und notwendig sind, wie viele davon, das sind so wichtige Aspekte, auch wenn man es oft nicht so fühlt. Das ist ein wichtiger Aspekt, der im Hintergrund mitläuft.
Christian: Also definitiv ein Thema, das ihr auch reflektiert und was natürlich auch gut zu euren Studiengängen passt, was sicherlich auch hier und da reflektiert wird, vielleicht in einer Masterarbeit beispielsweise. Tomorrow steht ja auch für Zukunft. Vielleicht gehen wir ganz zum Schluss noch mal so ein bisschen auf einen Ausblick ein: Sag uns doch vielleicht mal, wo siehst du die Hochschule jetzt in den nächsten vielleicht 5 Jahren, vielleicht sogar 20 Jahren?
Rebernik: Wir wollen den Wandel zur nachhaltigen Gesellschaft beschleunigen. Das passiert durch Einzelpersonen, die wir ausgebildet haben, die wir gestärkt haben, vernetzt haben, die großen Impact haben wollen. Für uns macht natürlich auch der Zugang einen richtigen Unterschied, wie viele Leute wir erreichen können. Wir wollen wirklich möglichst viele Leute möglichst stark empowern und vernetzen. Das ist das, was uns die nächsten 10, 20 Jahre bewegen wird.
Rebernik: Wie können wir mehr Leute erreichen, aber wie können wir diesen Leuten auch noch stärker helfen? Wir haben auch viele Prozesse dazu, wo wir uns selber überlegen und hinterfragen: Wie können wir noch besser die Leute vernetzen, besser ausbilden, besser helfen? Wir haben auch viel im Bereich: Welche Jobs gibt's nachher? Wir machen auch viel in der Gründung. Wir haben viele Studenten, die haben schon gegründet, erfolgreich. Viele, die jetzt bei Apple z.B. arbeiten und dort helfen, Apple nachhaltiger zu werden, was großartig ist.
Rebernik: So was bewegt uns auch. Wir messen unseren Impact z.B. als Organisation selber daran, wie viele unserer Studenten nachher an den Sustainable Development Goals arbeiten. Das liegt aktuell bei 57%, das heißt im Verhältnis zu vorher arbeiten 57% mehr an nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen als vorher. Das ist ein großes und wichtiges Thema. Wir werden in Zukunft sicherlich noch stärker Technologie nutzen, um die Pädagogik zu verbessern, um die Vernetzung intelligenter zu machen. Wir werden aber auch sicherlich daran arbeiten, noch wesentlich mehr Zugang zu schaffen. Wie kann ich leichter beginnen? Wie kann ich vielleicht auch in meiner Sprache noch mehr machen? Aktuell sind unsere Studiengänge auf Englisch. Wir wollen das auch mehr möglich machen, in Deutsch mehr zu lernen.
Rebernik: Es gibt sehr viel Entwicklungspotenzial, und immer in eine sehr klar definierte Richtung. Ich glaube, purposeful Lernen ist nicht nur eine Nische, das ist ein Megatrend, der uns in der Zukunft noch die nächsten Generationen stärker antreibt: Was ist eigentlich unsere Rolle auf der Welt, und wie können wir einen Impact haben, das aber natürlich trotzdem kombinieren mit einer guten Karriere?
Christian: Sind denn neue Studiengänge geplant oder gibt's da irgendwas Neues bald?
Rebernik: Wir haben jetzt gerade MBA-Studiengänge rausgebracht und auch den Master of Science. Impact Master heißt der bei uns, der Master of Science. Da geht's sehr um Data Analytics, AI, aber auch wieder Sustainability, Green Energy, diese ganzen Themen, die wir da gut abbilden können. Wir wollen wirklich Menschen adressieren, die Projekte und Produkte entwickeln wollen, um einen Impact zu haben. Wir haben jetzt aktuell Bachelor-Studiengänge im Bereich Technologies und im Bereich Responsible Entrepreneurship, und die werden wir auch noch erweitern. Wenn man davon spricht, welche Kompetenzen du brauchst, um Impact zu haben, werden wir auch grundsätzlich mehr Studiengänge in Zukunft rausbringen, um besser den Menschen zu helfen, sie zu personalisieren, damit sie sich besser auf ihre Karriere vorbereiten können.
Christian: Ich bin total gespannt und beobachte eure Entwicklung natürlich. Ganz zum Schluss: Kannst du unseren Zuhörern und Zuschauern und Zuschauerinnen vielleicht noch sagen, wie man mit dir in Kontakt treten kann? LinkedIn bist du aktiv, in letzter Zeit habe ich gesehen. Gibt's noch irgendwie Möglichkeiten?
Rebernik: Gerne! tomorrow.university ist unsere Website, da kann man sich am besten informieren, auch über die Studiengänge, wie die unterschiedlichen funktionieren. Gerne darüber in unserem Admissions-Team in Kontakt treten, dort alle Fragen stellen. Wir sind auch sehr präsent auf Social Media, wirklich dort nicht nur zur Kommunikation in eine Richtung, sondern gerne auf beide Richtungen, bidirektional. Also gerne kommentieren auf unsere Beiträge, gerne persönlichen Kontakt suchen. Wir freuen uns wirklich über den aktiven Austausch. Ich bin auf der Plattform X aktiv und auch auf Instagram aktiv. Soziale Medien sind sicherlich ein guter Weg, sich zu engagieren. Aber ansonsten unsere Website einfach anschauen und gerne informieren und Kontakt aufnehmen.
Christian: Dann herzlichen Dank für deinen Beitrag in diesem Podcast. Bei mir wird's immer heller, sieht man, wenn man sich das YouTube-Video anschaut. Hier ist es sehr sonnig. Ich hoffe, bei dir ist es auch so sonnig. Dass du noch einen schönen Tag hast, tschüss!
Rebernik: Vielen Dank für die Einladung, hab mich sehr gefreut.
Christian: Gerne, tschüss!

Kommentare