Vollzeitjob & Vollzeitstudium: Robin Strobel von GIVEAJOY über sein AKAD-Fernstudium

In diesem Podcast ist Entrepreneur Robin Strobel zu Gast. Robin hat an der AKAD University berufsbegleitend den Master Technologie- & Innovationsmanagement absolviert – und zwar in Regelstudienzeit neben seinem Vollzeitjob. Im Podcast erzählt Robin über das Onlinestudium an der AKAD University und natürlich darüber, wie er Vollzeitjob und Vollzeitstudium unter einen Hut bekommen hat.

Inhalt:

00:00 Schönen guten Tag
01:31 Robin über den Master Technologie- & Innovationsmanagement an der AKAD University
03:53 An wen richtet sich der Master Technologie- & Innovationsmanagement
05:46 Studieninhalte im Fernstudium Technologie- & Innovationsmanagement
08:20 Prüfungsformen im Master Technologie- & Innovationsmanagement
10:29 Robin über das Fernstudium an der AKAD University
12:05 Betreuung im Studium an der AKAD University
15:38 Skripte im Studium an der AKAD University
18:06 Robin über das California Campus Programm der AKAD University
20:53 Vollzeitjob & Vollzeitstudium: Wie Robin das geschafft hat
31:44 Robin über seine Lernstrategie
34:26 Robin über wissenschaftliches Arbeiten & Hausarbeiten
37:00 Robin über seine Firma GIVEAJOY

Robin & GIVEAJOY im Internet:

➡️ Website: https://giveajoy.de
➡️ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/robinstrobel
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/giveajoy.de


Im Podcast erwähnt:

👉 Alles zum Master Technologie- & Innovationsmanagement https://www.fernstudi.net/fernstudium/ingenieurwissenschaften/wirtschaftsingenieurwesen/14546
👉 Alles zur AKAD University: https://www.fernstudi.net/fernhochschulen/akad-university

Christian: Robin, herzlich willkommen hier im Podcast! Ich freue mich, dass du uns ein bisschen was über das Studium an der AKAD University erzählen kannst, über deine Firma und natürlich über das interessante Thema, wie du Vollzeitjob und Vollzeitstudium unter einen Hut bekommen hast. Also willkommen!

Robin: Vielen Dank dir für die Einladung, ich freue mich sehr, heute mit dir im Podcast zu sein.

Christian: Okay, wir wollen erstmal so ein kleines bisschen über den Master reden, den du an der AKAD University absolviert hast. Technologie- und Innovationsmanagement heißt der Studiengang. Vielleicht kannst du uns mal so ein bisschen sagen, wo kommst du her, was hast du im Bachelor studiert und was war dann der Grund für dich, dich für diesen Studiengang zu entscheiden und letztendlich fürs Fernstudium?

Robin: Ich habe einen Bachelor in Vollzeit studiert an der Fachhochschule Esslingen, und es ging in die ähnliche Richtung, also technische BWL, spezialisiert auf die Automobilindustrie. Und habe dann relativ schnell auch im Zuge von Praktika-Tätigkeiten gemerkt, dass dieses breite Wissen, also nicht Expertenwissen in einem Gebiet, sondern eher dieses breitere BWL-Wissen, für die Tätigkeit, die ich später mal ausführen wollte, auf jeden Fall die richtige Wahl war. Und das hat dann dazu geführt, dass ich auch meinen Master, den ich unbedingt noch draufsetzen wollte, berufsbegleitend gemacht habe bei der AKAD, auch in die Richtung. So kam ich dann nicht nur auf die AKAD, die in Esslingen und Stuttgart ihren Hauptsitz hat, sondern auch weil das Studium Technologie- und Innovationsmanagement, der Name sagt es schon, eher Richtung Innovation geht. Grundsätzlich war es eine Erweiterung von meinem breiten BWL-Studium, und ich habe mich natürlich entschieden, bewusst auch wieder etwas Breiteres zu nehmen. Und mit dem Hinblick, dass ich irgendwann mal auch mein eigenes Unternehmen gründen möchte, war natürlich Technologie- und Innovationsmanagement dafür gemacht. Was dann auch geschehen ist mit dem Startup, da reden wir noch ein bisschen drüber.

Christian: Bevor wir über die Studieninhalte reden, wer waren denn so deine Kommilitonen? Kannst du vielleicht mal ein bisschen was dazu sagen? Was mich interessiert und wahrscheinlich auch einige unserer Zuhörer: An wen richtet sich dieser Studiengang eigentlich?

Robin: Gute Frage, die ich dir gar nicht wirklich beantworten kann, um ehrlich zu sein. Die einzigen Personen, die ich wirklich physisch kennengelernt habe, waren bei der Kick-off-Veranstaltung ganz am Anfang, so das Onboarding: Wie funktioniert das System, wie funktionieren die Prüfungen, die Zugänge und alles drum und dran. Und da waren aber auch mehrere Studiengänge zusammengeschmissen, wir waren da vielleicht 30 Personen aus bestimmt fünf, sechs, sieben Studiengängen. Kann dir also gar nicht sagen, an wen das genau gerichtet ist.

Christian: Ich denke mal, es ist vor allem an Menschen aus technischen Studiengängen gerichtet, sieht man ja auch schon an den Zulassungsvoraussetzungen. Für diejenigen von unseren Zuhörern, die sich dafür interessieren: Wir verlinken das natürlich alles in der Beschreibung. Da kommt auch nicht jeder rein in diesen Studiengang, man braucht schon einen technischen Bachelor mindestens als Voraussetzung oder irgendwas in die Richtung, um dann diesen Master absolvieren zu können. Der ist denke ich mal sehr interessant auch für Gründer so wie du einer bist, oder die eben im Managementbereich arbeiten wollen, vielleicht in einer Firma im Technik- oder IT-Bereich. Dann lass uns mal ein bisschen über die Studieninhalte reden. Was sind die einzelnen Module, kannst du vielleicht dazu ein bisschen was sagen?

Robin: Alles, was man in so einem Bachelor of Science angesprochen hat, darauf baut das Ganze eigentlich auf. Also klar, wir hatten irgendwie Kosten- und Leistungsrechnung noch mal als Thema, was so sehr auf internes und externes Rechnungswesen oder internationale Rechnungslegung angeknüpft hat vom Bachelor-Studium. Richtig interessant wurde es dann vor allem bei der Vertiefung mit dem Innovationsmanagement.

Christian: Vertiefungsrichtungen gibt es aktuell zumindest drei Stück, habe ich gesehen auf der Webseite: Digitales B2B-Marketing und technischer Vertrieb ist die Nummer eins, internationales Innovationsmanagement Nummer zwei und Green Management Nummer drei. Weiß nicht, ob das bei dir auch schon die möglichen Vertiefungen waren? Green Management klingt für mich zum Beispiel nach einem sehr aktuellen Thema. Was hast du für eine Vertiefung gewählt?

Robin: Die kommen mir alle bekannt vor vom Namen her. Ich habe die allererste gewählt, Marketing und Vertrieb, einmal, weil ich im Vertrieb tätig war für meinen Arbeitgeber oder zumindest viele Berührungspunkte hatte, und weil Marketing mich super interessiert. Wie baue ich den Markt auf, wie erreiche ich den Markt, wie kriege ich dann für meine Marke, für mein Unternehmen den Marketing- und Betriebsbereich in Einklang? Das ist jetzt genau das, was ich zu 99 Prozent für mein eigenes Startup brauche, und deswegen habe ich da die Vertiefung gewählt. Nummer vier hatte ich jetzt noch vergessen: Innovation und Technologieberatung, das ist auch noch eine mögliche Vertiefung, die man in diesem Studiengang wählen kann.

Christian: Wie sieht es aus mit den Prüfungsformen? Die AKAD ist, soweit ich weiß, mittlerweile auch recht klausurlastig, man kann die Klausuren auch online absolvieren. Wie sah das im Masterstudium aus, hast du viele Klausuren gehabt oder Hausarbeiten?

Robin: Gemischt. Ich kann dir allerdings nicht sagen, was sich durch die Coronazeit geändert hat. Ich bin nämlich fertig geworden Ende 2020. Wenn ich mich zurückerinnere, hatte ich ungefähr 50/50 zwischen Klausuren, die ich direkt geschrieben habe, und Hausarbeiten. Wobei am Ende muss ich sagen, man kommt da unglaublich schnell rein in dieses wissenschaftliche Arbeiten. Von daher war der Aufwand für eine wissenschaftliche Arbeit am Ende, die dann über 10, 20 Seiten plus Anhang ging, viel einfacher und in viel weniger Zeit vorzubereiten. Ich würde sagen, das ganze Studium war ungefähr 60 Prozent Hausarbeiten und 40 Prozent Klausuren.

Christian: Okay, also doch recht ausgeglichen. Und ganz zum Schluss dann die Masterarbeit. Was hast du da für ein Thema gewählt?

Robin: Ich habe gewählt, wie sich Digitalisierung auf die Logistik auswirkt, und habe das dann ein halbes Jahr ungefähr bearbeitet.

Christian: Scheint auch ganz passend zu deinem Startup zu sein. Lass uns vielleicht noch mal ein paar Worte sagen generell zum Studium an der AKAD University. Warum hast du dich überhaupt für die AKAD entschieden? Hast du ja schon so ein bisschen angeschnitten, Stuttgart gleich um die Ecke, andererseits natürlich nicht ganz so wichtig, wenn man ein Fernstudium absolviert. Gab es noch andere Gründe?

Robin: Im Bekanntenkreis hat tatsächlich jemand bei der AKAD gearbeitet, mit der Person nie Berührungspunkte während meines Studiums gehabt, weil sie in der Verwaltung tätig war. Aber weil der Name mir schon ein Begriff war, habe ich mich schlau gemacht, was für Studiengänge es gibt, welche zu mir passen, und Innovationsmanagement Master war dann eigentlich wie gemacht für mich. Durch die Nähe, durch die bereits bestehende Bekanntheit und den passenden Studiengang habe ich dann meinen Weg dahin gefunden. Man muss auch sagen, mein Arbeitgeber hatte dann auch eine Kooperation mit der AKAD für Angestellte, die noch ein Studium machen wollen. Und dann hat sich eigentlich alles so perfekt gefügt.

Christian: Was auch viele interessiert: Wie ist es mit der Betreuung im Fernstudium? Die Betreuung ist ja in der Regel nicht ganz so intensiv, und es gibt sicherlich auch einen Unterschied zwischen einer staatlichen und einer privaten Hochschule. Vielleicht kannst du da mal ein paar Worte zu sagen. Der Kontakt zu den Lehrkräften, wie war das für dich?

Robin: Man muss glaube ich den Kontakt zwischen administrativen Fragen und fachspezifischen oder klausurspezifischen Fragen trennen. Die AKAD hat ein Dashboard, einen Login pro Student, und über den sieht man alles: seinen Notenspiegel, offene Klausuren, abgeschlossene Klausuren, wo man sich möglicherweise anmelden kann. Weil bei der AKAD bedeutet das ja auch, dass es keine geregelten Zeiten sind, sondern man bestimmt sein eigenes Tempo. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass ich jemals ein Sekretariat anfragen musste, weil alles über dieses Dashboard möglich war.

Robin: Die zweite Seite dann Richtung Professoren und Professorinnen: Da gab es immer offene Sprechstunden, bei denen man sich anmelden konnte, telefonisch oder online über eine Zoom-Konferenz. Ich habe das glaube ich kein einziges Mal genutzt, um ehrlich zu sein, abgesehen dann Richtung Masterarbeit, wobei der Kontakt mit dem Professor da ohnehin schon relativ gut war, hauptsächlich per E-Mail. Für jede Prüfungsleistung gibt es dann vor der Klausur immer ein Tutorium, wo man sich anmelden kann, wo man dann alle zusammen dem Professor Fragen stellt. So eine klassische Stunde Prüfungsvorbereitung. Da nimmt sich immer jeder Prüfer eine Woche oder anderthalb davor eine Stunde Zeit. Und das hilft natürlich immer ungemein, da noch mal zu wissen, was wirklich wichtig ist, worauf es ankommt und wie die Erwartungshaltung am Ende des Tages ist.

Christian: Ich habe ja auch mal den Online-Campus der AKAD gesehen, in der Pandemiezeit gab es irgendwie ein kostenloses Modul, das man absolvieren konnte, ging glaube ich in Richtung Digitalisierung. Und den Online-Campus finde ich auch im Vergleich zu anderen Hochschulen schon ziemlich ansprechend, hat ziemlich viele Möglichkeiten, mit den Lehrkräften in Kontakt zu kommen, mit Kommilitonen auch. Es wirkt alles irgendwie so ein bisschen lebhaft. Vielleicht noch ein paar Worte zu den Skripten generell und zu der Art zu lernen. Wie sahen die Studien-Skripte aus, wie sieht es aus mit Video-Content, wie sind da deine Eindrücke?

Robin: Also auch da, beim Online-Campus, fand ich den sehr gut. Es geht immer los, ich bereite mich vor auf eine Prüfungsleistung und aktiviere dann ein Modul. Sobald das Modul aktiviert ist, hat man immer ein kleines Päckchen mit Studienbriefen, das ist der Inhalt der Vorlesung sozusagen in Form von kleinen Heften, nach Hause geschickt bekommen, die konnte man dann durcharbeiten, mit Kontrollfragen und so weiter. Was Videos angeht, ich kann mich daran erinnern, dass es öfter ein Video gab, grundsätzlich als Einleitung zu dem Modul, einfach einmal, um vorzustellen, was einen erwartet und worum es geht, so ein zehn Minuten langer Überblick ganz am Anfang, so ein Intro. Während dem Durcharbeiten der dann drei bis sechs Hefte pro Modul kann ich mich nicht groß an irgendwelches Videomaterial erinnern, also lag der Fokus schon sehr stark auf den Skripten.

Christian: Videos sind im Fernstudium generell noch nicht so relevant. Viele haben so eine Vorstellung, bevor sie ins Fernstudium gehen, dass alles über Video abläuft und man sich Vorlesungen über zwei Stunden Video angucken kann. Ist aber in der Regel nicht so, man lernt hauptsächlich aus Skripten, und bei der AKAD University ist das auch nicht anders. Letzter Punkt zur AKAD University: Das California Campus Programm. Kannst du vielleicht mal kurz sagen, was das genau ist und wie das abläuft? Du hast da teilgenommen, soweit ich weiß.

Robin: Ich habe tatsächlich teilgenommen, und zwar die beste Entscheidung! Die AKAD kooperiert mit der Sacramento State University in Kalifornien und hat dort auch einen Professor sitzen, der ursprünglich mal von der AKAD kommt, ein deutscher Professor, der das managt. Da hat man die Möglichkeit, einen Monat lang, das waren dann dreieinhalb Wochen ungefähr, dort vor Ort zwei Module zu machen, alles auf Englisch, an der amerikanischen University, und dort einzutauchen in so ein kurzes Auslandssemester.

Robin: Hat super viel Spaß gemacht! Aus ganz Deutschland dann über sämtliche Studiengänge konnte sich jeder anmelden, alle in einen Topf geschmissen. Wir waren 20, 22 Personen zu der Zeit, alle in einer Unterkunft zusammen, und haben nicht nur viel gelernt, sondern auch sehr viel Spaß abseits gemeinsam gehabt, mit Ausflügen und Partys, wie sich das so gehört im Auslandssemester. Von daher, wenn man die Chance hat, wenn vielleicht sogar der Arbeitgeber das bezahlt, es sind noch mal Extrakosten, aber wenn man da die Chance hat, auf jeden Fall mitnehmen! Das ist eine Erfahrung, die will man nicht missen.

Christian: Also ein kleines Stückchen richtiges Studentenleben selbst im Fernstudium, sehr interessant. Und natürlich noch der Networking-Aspekt, Leute kennenlernen, das Besondere ist ja, dass man dann eben auch Leute aus anderen Studiengängen kennenlernt und nicht nur aus der eigenen kleinen Bubble. Das gibt es an der AKAD University, die Möglichkeit, so ein Auslandssemester beziehungsweise einen Monat zu absolvieren. Gibt es auch an anderen Fernhochschulen, an der Euro-FH beispielsweise, an der Hochschule Fresenius gibt es auch die Möglichkeit, ganze Semester im Ausland zu absolvieren. Sollte man auf jeden Fall versuchen in Anspruch zu nehmen, wenn man die Möglichkeit hat, damit man nicht nur zu Hause trocken vor seinen Skripten lernt, sondern auch noch ein bisschen Erlebnis-Effekt im Studium hat.

Christian: Kommen wir mal zu einem Thema, was ich auch so ein bisschen als Aufhänger gewählt habe: Du hast eigentlich recht beiläufig im Vorgespräch erzählt, dass du dieses Studium in Vollzeit absolviert hast, als Vollzeitstudium, und nebenher noch Vollzeit berufstätig warst. Mich interessiert, wie du das auf die Reihe gekriegt hast. Wie war dein Entscheidungsweg sozusagen, dich dafür zu entscheiden, in Vollzeit zu studieren, obwohl du Vollzeit berufstätig warst? Vielleicht sagst du erstmal ganz kurz, inwiefern du berufstätig warst, was du da gemacht hast.

Robin: Ich war tatsächlich Vollzeit angestellt als Berater in der Logistik und hatte da natürlich den entsprechenden Workload, den man von einem Berater fordert. Und ich habe dann, bevor ich das Studium begonnen habe, mir gesagt: Ich will es nicht nebenher machen und irgendwie mit 35 immer noch an dem Studium dransitzen. Der Faktor ist, man muss halt super viel Eigendisziplin mitbringen. Niemand interessiert, wann und wie du dein Studium machst. Und es gibt auch keinen sozialen Druck, es gibt keine Klasse, die sich immer trifft, wo dann einer sagt, ich habe schon gelernt, und dann innerlich der Druck sich aufbaut. Wenn man sich bei keiner Prüfung anmeldet, wird man auch nicht geprüft und kann praktisch so lange pausieren, wie man will.

Robin: Ich bin dann relativ pragmatisch rangegangen: Ich will das Ding eigentlich in zwei Jahren erledigen, also in der kompletten Regelstudienzeit. Kam dann drauf, dass ich jeden Monat eine Prüfungsleistung ableisten muss, ob Klausur oder Hausarbeit. Und habe mich dann darauf committed, dass ich wirklich diese 20 Prüfungsleistungen in den anderthalb Jahren durchbekommen möchte, plus dann noch ein halbes Jahr oder vier, fünf Monate für die Masterarbeit.

Christian: Und es war auf jeden Fall nicht leicht. Was war daran nicht leicht? Die meisten von uns können sich das sicherlich vorstellen. Du willst ja auch noch ein bisschen Privatleben haben, dann gibt es auch Sachen, die unvorhergesehen sind. Erzähl doch mal, wie du das hinbekommen hast, dich da immer wieder neu zu motivieren und dich immer wieder auf die nächste Prüfung vorzubereiten, und dann nicht so einen Hänger zu haben, irgendwie ein Urlaubssemester einzulegen, sondern da wirklich durchzuziehen über die zwei Jahre.

Robin: Immer wenn ich ein Modul abgeschlossen hatte, habe ich direkt das nächste aktiviert, das gab es nicht, jetzt mal eine Woche zu warten. Ich wusste, ich muss jeden Monat was ableisten, also das eigene Ziel. Das heißt, ich habe mir den Druck künstlich selber herbeigeführt. Mir sind immer wieder die neuen Unterlagen ins Haus geflattert, und dann werden die nicht ins Eck gelegt, die werden jetzt bearbeitet, weil die Prüfung am Ende des Monats steht. Und ich habe mich auch da direkt immer angemeldet, um den Druck zu haben. Das ist auch als Tipp: Wenn es Prüfungen gibt, dann immer anmelden und daraufhin lernen, und nicht lernen und dann irgendwann mal den Prüfungstermin legen.

Robin: Und in Vollzeit, ja, das war schon eine Hausnummer. Ich habe oft bei Partys zurückgesteckt und bin nicht auf eine Party, bin dann früher nach Hause oder auch bei einem Geburtstag, bin mal ein Wochenende irgendwo nicht mitgefahren und daheim geblieben. Weil es schon oft so war, dass ich bis abends gearbeitet habe und dann gegessen habe, vielleicht noch Sport gemacht habe, oder noch mal zwei Stunden am Schreibtisch saß. Bei Projekten, die auch sehr anspruchsvoll waren, da bin ich dann auch morgens um sechs aufgestanden, noch vorm Frühstück eine Stunde, anderthalb gelernt, dann vom Hotel zum Projektstandort, dort das Thema gerockt, und abends habe ich mir was zu essen geholt und noch mal im Hotelzimmer zwei Stunden gelernt. Wenn man das so intensiv machen möchte, dann ist es halt das Commitment. Und was ich da unglaublich gelernt habe, ist Disziplin und auch einfach bewusst sich Sachen zu entziehen, die eigentlich ganz schön wären.

Christian: Und Lernzeiten, du hast jetzt schon anklingen lassen, wie ich das verstanden habe, hast du eigentlich immer dann gelernt, wenn die Möglichkeit dazu bestand, also sowohl früh als auch abends als auch am Wochenende?

Robin: Es war nicht ganz so schlimm. Die Hochphasen waren dann wirklich so für ein paar Wochen oder vielleicht zwei Monate, ich glaube nicht, dass man das zwei Jahre lang durchhält mit dem Pensum. Entweder man nimmt sich eine fixe Zeit und nimmt sich wirklich bewusst Zeit dafür, immer montags zum Beispiel früher Schluss machen oder immer Samstagmorgen. Und dann aber mehrere Stunden am Stück gelernt, also jetzt nicht nur eine halbe Stunde irgendwie so ein bisschen gelesen, sondern ich habe da mindestens immer anderthalb bis zwei Stunden pro Session, vielleicht sogar dann noch mal zwei Stunden was gemacht. Wirklich Effizienz in kurzer Zeit, ich glaube, das war so ein bisschen der Schlüssel, in kurzer Zeit sehr viel zu lernen und dabei effizient zu sein, weil Zeit war da der wichtigste Faktor.

Christian: Und wie war das für deine Familie oder für deine Umgebung? Du hast ja schon gesagt, es waren sehr viele Entbehrungen. Hast du da öfter Bewunderung gehört oder war deine Umgebung teilweise auch genervt, dass du keine Zeit hattest?

Robin: Auf der einen Seite klar Bewunderung oder vielleicht etwas gelinder ausgedrückt, einfach Motivation, nach dem Motto: Hey cool, dass du da dranbleibst! Aber auf der anderen Seite, wenn ich dann irgendwo nach zwei Stunden wieder gegangen bin bei einem wichtigen Event, also für eine Person wichtiges Event wie ein Geburtstag, muss wieder gehen, kann auch nicht mitfeiern, kann nicht ewig lang bleiben, weil ich entweder morgen um halb acht samstags wieder anfangen muss oder vielleicht abends noch lernen will. Wobei das Negative schon in der Unterzahl war, also es war schon eher die Motivation vom Umfeld.

Christian: Das ist auch was, was wir hier im Podcast immer öfter besprochen haben, dass man versuchen sollte, sein Umfeld irgendwie mitzunehmen, zu erklären, das ist jetzt so, das wird nicht ewig so sein. Gerade so ein Master auf zwei Jahre verteilt, die Zeit geht sowieso super schnell rum. Und da müssen alle halt mal so ein bisschen mitarbeiten, zumindest wenn es Freunde oder Familie sind, und vielleicht auch ein bisschen helfen und mal ein kleines bisschen auf einen verzichten, dafür hat man dann nachher mehr Zeit. Man wird ja auch immer schneller und immer besser in dem, was man lernt.

Robin: Also jetzt habe ich schon auch gemerkt, die wissenschaftlichen Arbeiten, also diese Hausarbeiten, was 60 Prozent roundabout ausmachte von den Prüfungsleistungen, das waren zwischen 10 und 15, vielleicht auch mal 20 Seiten Ausarbeitung plus Anhang. Und am Anfang braucht man wahrscheinlich 40, 50 Stunden dafür. Am Ende saß ich vielleicht noch effektiv 13, 14, 15 Stunden pro Hausarbeit. Man wird da immer besser. Und die Zahlen sind auch kein Bauchgefühl, ich habe immer die Zeit getrackt, wie viel ich für welches Fach benötige, ich könnte auf die Minute genau sagen, wie viel Zeit ich pro Fach investiert habe, einfach um mich selber zu challengen. Man wird immer besser, wird immer schneller. Am Anfang ist es viel, und dann merkt man schon mit der zweiten Hausarbeit: Okay cool, 70 Prozent hat man aus dem Bachelorstudium mitgenommen.

Christian: Dann lass uns mal ein bisschen über deine Lernstrategie konkreter reden. Erzähl uns doch mal, wie du dich auf eine Klausur genau vorbereitet hast. Benutzt du Karteikarten, schreibst du dir Zusammenfassungen, oder wie hast du konkret gelernt?

Robin: Vielleicht ein Satz dazu, wie es am Anfang war, wie es ineffizient war. Bei der ersten Prüfung war es tatsächlich, dass ich irgendwelche Zusammenfassungen hingeschrieben habe, so wie man das klassisch kennt. Hat mir persönlich gar nichts gebracht. Die Hefte sind schon so gemacht, dass nach jedem Kapitel Kontrollfragen kommen, die das Wichtigste aus dem Inhalt aufgreifen. Und ich habe mir dann ganz klassisch Karteikarten geschrieben, allerdings nicht von Hand, sondern ein Online-Tool benutzt. Ich habe dort einfach alle Fragen und Antworten reingehauen, auch teilweise nur blind kopiert, Hauptsache die Karteikarten angelegt. Und durch dieses Karteikartensystem, das funktioniert ja so, dass wenn man Sachen weiß, dann kommt die Frage seltener, und wenn man die Frage nicht weiß, kommt sie viel öfter. So konnte ich super schnell und kontrolliert lernen, und vor allem überall. Wenn ich eine halbe Stunde in der Bahn saß, konnte ich halt easy mal kurz Karteikarten lernen. Das hat natürlich super geholfen.

Christian: Also Karteikarten als deine Top-Strategie sozusagen, in Kombination mit den Fragen, die man in den Skripten hat. Das ist glaube ich bei den meisten Hochschulen so, dass man in den Skripten Kontrollfragen hat, die man gleich zur Klausurvorbereitung nutzen kann. Man kann davon ausgehen, dass das letztendlich auch Fragen sind, die in so oder ähnlicher Form dann auch in der Klausur gestellt werden. Man sollte natürlich auch versuchen, die Inhalte zu verstehen, dafür liest man ja das Skript, aber letztendlich muss man für eine Klausur sehr viel auswendig lernen. Wie sieht es aus mit den wissenschaftlichen Arbeiten, mit den Hausarbeiten? Gibt es da irgendwelche Besonderheiten, hast du beispielsweise ein Literaturverwaltungsprogramm genutzt, gibt es da irgendwelche Strategien, mit denen du effizienter geworden bist?

Robin: Zum einen stellt man sich einmal eine Vorlage mit allen Formatierungen, die man immer wieder nutzt: die Nummerierung, dass die römisch ist bei den ersten Seiten, dann irgendwann die arabischen Ziffern. Das erstellt man sich einmal. Man holt sich einmal ein Zitiertool, Citavi zum Beispiel. Und dann weiß man, okay, ich habe immer den gleichen Aufbau, die Einleitung, die wissenschaftliche Herleitung, den Wendepunkt, wo dann viel Eigenes kommt. Google Books hat mir super geholfen. Man muss auch fairerweise sagen, bei so einer wissenschaftlichen Hausarbeit kommt es nicht auf die 20 verschiedenen Definitionen an. Am Ende habe ich einfach, zum Beispiel Definition Logistik, drei gefunden, eine ganze Seite gefüllt innerhalb von einer halben Stunde, perfekt zitiert, Thema erledigt. Man braucht nicht immer das Rad neu zu erfinden, und die Rückmeldungen der Professoren haben Recht gegeben, dass man nicht 30 Bücher lesen muss.

Christian: Das mit der Vorlage ist ein wichtiger Tipp! Das ist nämlich auch gerade im Bachelor ein Thema, wo Studierende viel Zeit verlieren mit diesem ewigen Hin und Her beim Formatieren, irgendwas funktioniert nicht mit dem Inhaltsverzeichnis oder der Paginierung. Deswegen möglichst am Anfang des Studiums sich so eine Vorlage bauen, die dann immer mal wieder anpassen, da spart man sich schon viel Zeit. Dann lass uns mal zum Schluss noch über dein Startup reden. Give it Joy heißt es, die Give it Joy GmbH, du bist der Mitgründer. Vielleicht sagst du uns mal ganz kurz, was ihr konkret macht und was die Gründungsstory ist.

Robin: In einem Satz zusammengefasst machen wir das Schenken für Firmen so einfach und individuell wie möglich. Geschenkboxen mit regionalen, innovativen Produkten, komplett individualisiert für die Anforderungen der Firmen. Und auf Wunsch automatisieren wir das auch ganzjährig, gerade für persönliche Geburtstage oder Mitarbeiterjubiläen. Wir nehmen praktisch Firmen, hauptsächlich HR-Abteilungen und Marketingabteilungen, komplett dieses Thema der Wertschätzung in Form von Geschenken ab.

Robin: Es gibt uns seit 2021, seit anderthalb Jahren jetzt roundabout, wir hatten letztes Jahr unser erstes volles Geschäftsjahr, haben dort auch bereits verdoppelt, was Personal angeht, werden dieses Jahr wieder verdoppeln auf ungefähr acht Personen. Sind jetzt von Stuttgart nach Berlin gezogen, um Privat- und Berufsleben vereinen zu können für uns zwei Gründer.

Christian: Also auch so ein bisschen technologiegetrieben und auch Logistik ist da mit drin, wenn ich das richtig verstehe, also alles Sachen, die auch zu deiner Expertise gehören. Aber woher kam die Idee, wie kommt ihr zusammen auf die Idee?

Robin: Es war tatsächlich kein Bier, sondern ein Aperol Spritz! Das war nämlich irgendwie im Sommer 2020 am Gardasee. Wir haben uns hingesetzt und gesagt, es gibt voll coole Ideen und Geschäftsmodelle da draußen, wir wollen auch was Eigenes ins Leben rufen. Aber es ist uns auch aufgefallen, dass keine Idee so ist, dass man morgens aufwacht und sagt, ich habe jetzt heute Nacht vom neuen iPhone geträumt, ich launche jetzt und mache Milliarden-Business draus. So läuft es halt in der Realität nicht ab, dahinter steckt viel Arbeit. Wir haben uns hingesetzt und einfach Alltagsprobleme aufgeschrieben, ein halbes Jahr lang, Ideen aufgedröselt und geschaut, was Sinnvolles ist, was man umsetzen könnte oder nicht.

Robin: Wir kamen relativ schnell drauf, dass es cool wäre, aus einer App heraus seinem Freund eine Kleinigkeit zu schicken. Die Idee haben wir dann aber relativ schnell verworfen, weil wir Umfragen gemacht haben, nicht nur Friends and Family, und keiner richtig einen Anwendungsfall dafür hatte. Im B2B-Bereich sind wir aber auf sehr großen Zuspruch gestoßen und haben dann in die Richtung weitergemacht. Also Geschenkboxen für Firmen, die individualisierbar sein müssen, mit Startup-Produkten, also wirklich nicht die klassische italienische Geschenkbox. Plus was wir dann letztes Jahr im Zuge des ersten Geschäftsjahres etabliert haben: Geschenke-Management, also ein Online-Tool, in dem alle Mitarbeiterdaten drinstehen inklusive Geburtstag oder Mitarbeiterjubiläum, und wir verschicken dann automatisiert im Namen der Firma die Geschenkbox zu dem Termin raus. Und ja, so ist aus einem Aperol Spritz am Gardasee über eine ewig lange Liste Give it Joy mit Geschenkboxen entstanden.

Christian: Man sieht also, dass ihr schon recht geplant und systematisch an diese Gründung rangegangen seid, das ist ja jetzt auch nicht immer so. Gibt es Dinge, die du aus dem Studium an der AKAD University mitgenommen hast, die dir jetzt was bringen für die Gründung und für die Arbeit an der Firma?

Robin: Von den Studieninhalten bestimmt, irgendwo zwischen den Zeilen, gerade bei der Arbeit, um unsere innovativen Ideen zu challengen, da habe ich auf jeden Fall methodisch viel aus dem Studiengang mitgenommen. Aber was ich am meisten mitgenommen habe: Ich war bei Weitem noch nicht so analytisch im Kopf unterwegs wie jetzt, durch diese permanenten wissenschaftlichen Arbeiten, wo man wirklich vom sehr Groben, nämlich von der Grunddefinition, bis hin zu einer Problemstellung geht und diese Problemstellung dann löst. Persönlich würde ich sagen: die Fähigkeiten, die Disziplin, auch zu verzichten, den Fokus nicht zu verlieren, das hat mir glaube ich das Fernstudium am meisten gebracht.

Christian: Super! Dann sag uns doch mal zum Schluss, wo können wir dir oder euch folgen, also wo findet man euch als Firma?

Robin: Ihr findet mich auf jeden Fall auf LinkedIn, wir machen sehr viel auch über unsere Gründer-Accounts und erzählen unsere Story. Folgt uns da gern, Robin Strobel oder auch Lukas Mund über LinkedIn. Alternativ gibt es immer noch die Möglichkeit, auf Instagram zu folgen. LinkedIn und Instagram sind so die Social-Media-Kanäle, auf denen wir vertreten sind.

Christian: Wir verlinken das natürlich auch alles in der Beschreibung für das Video beziehungsweise in den Shownotes für den Podcast. Also tausend Dank für deinen Erfahrungsbericht, was das Studium an der AKAD University angeht, aber auch die sehr interessante Thematik, wie man ein Vollzeitstudium irgendwie mit einem Vollzeitjob hinbekommt, und auch die Gründung. Vielen Dank für deine Berichte hier, und bis zum nächsten Mal!

Robin: Vielen Dank für die Einladung, und ja, bis zum nächsten Mal! Tschüss!

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