Du kennst das: Du öffnest ChatGPT oder Claude, und die KI hat schon wieder vergessen, wer du bist und worum es geht. Zum dritten Mal erklärst du, dass du BWL oder Soziale Arbeit studierst, dass es um deine Hausarbeit geht und dass du wissenschaftlich schreibst. In dieser Lektion hinterlegst du deinen Kontext einmal – auf zwei Ebenen: allgemeine Anweisungen für alle Chats und ein eigenes Projekt pro Aufgabe. Danach reicht ein kurzer Prompt.
Key Takeaways:
📚 Das Problem: Über Chats hinweg geht der Kontext verloren. Beide Tools haben zwar inzwischen eine übergreifende Memory, trotzdem fängst du bei vielen Dingen wieder bei null an und schreibst dieselben langen Prompts.
✅ Zwei Ebenen: Allgemeine Anweisungen gelten für alle Chats. Projekte gelten nur für eine konkrete Aufgabe. Du brauchst beides.
💡 Allgemeine Anweisungen in ChatGPT: Einstellungen → Personalisierung. Dort stellst du Basisstil und Tonfall ein und hinterlegst deine benutzerdefinierten Anweisungen – Hochschule, Niveau, Sprachstil. Trag auch deinen Beruf ein: ChatGPT bezieht ihn in Beispiele und Themenideen mit ein, gerade wenn du berufsbegleitend studierst.
📚 Erinnerungen: optional. ChatGPT baut sich aus deinen Chats eine allgemeine Erinnerung auf, und du kannst jederzeit sagen „Merk dir das für später“. Ich habe die Funktion aus Datenschutzgründen deaktiviert – schau sie dir an, verwalte sie regelmäßig und entscheide selbst.
✅ Dein erstes Projekt in ChatGPT: Projekte → Plus → Name, zum Beispiel „Hausarbeit Python“. Du wählst, ob die Chats in die Standarderinnerung einfließen oder nur in eine Projekterinnerung. Wenn du ChatGPT viel und auch privat nutzt, nimm die Projekterinnerung.
💡 Die Projektanweisung ist dein Systemprompt: In den Projekteinstellungen hinterlegst du einen ausführlichen Prompt nach den Regeln aus dem Prompting-Tutorial – Rolle, Kontext mit Arbeitstitel und Gliederung, Vorgaben zum Antwortformat, Hinweise. Einmal speichern, danach kennt jeder Chat im Projekt deinen Stand.
📚 Quellen hinterlegen: Im Tab „Quellen“ lädst du hoch, was zur Aufgabe gehört – Prüfungsleitfaden, KI-Richtlinie deiner Hochschule, deine recherchierten Quellen, auch einen vorläufigen Text. In der kostenlosen Version sind es etwa fünf Quellen, mit Bezahlversion deutlich mehr.
✅ Dasselbe in Claude: Speicher in den Einstellungen aktivieren, sensible Themen lassen sich ausnehmen, Erinnerungen aus anderen Tools importieren. Unter „Allgemein“ hinterlegst du deine allgemeinen Anweisungen, im Projekt dann Anweisungen und Dateien. Das funktioniert auch ohne Abo.
💡 Und Gemini? Dort heißen Projekte Notebooks. Sie sind mit Gemini Notebook verknüpft, das früher NotebookLM hieß, und du kannst dort ebenfalls Anweisungen und eine Memory hinterlegen. Wir gehen darauf in einem eigenen Tutorial ausführlich ein.
📚 Lohnt sich eine Bezahlversion? Rund 20 Euro im Monat pro Tool, Kreditkarte nötig. Meine Empfehlung: Entscheide dich für ein Tool und nimm dort die Bezahlversion – zumindest zeitweise, etwa während einer Hausarbeit. Du kannst jederzeit wieder herunterstufen.
✅ Der Grund sind die Limits: In der kostenlosen Version arbeitest du eine halbe Stunde produktiv und wartest dann drei bis vier Stunden. Genau die Zeit, die du mit KI eigentlich sparen willst.
💡 Letzter Tipp: Halte Projekte kleinteilig. Ein Projekt pro Hausarbeit oder pro Modul, nicht eins für das ganze Studium. Ein zusätzliches Projekt für Organisatorisches kann sinnvoll sein.
Dein Lernpfad 👇
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