Allein im Fernstudium? So baust du dir ein Netzwerk auf, das dich durchs Studium trägt" seo_title: "Allein im Fernstudium? Netzwerk aufbauen
Mentorin Manuela Gnann beschreibt es so: Fernstudierende sind wie Satelliten, die allein im Orbit kreisen. Kein Campus, keine Mensa, kein spontanes „Hast du schon angefangen?“ nach der Vorlesung. Wer im Fernstudium nicht aktiv ein Netzwerk aufbaut, studiert allein – gegen den Stoff und gegen die Motivationstiefs. Aber das muss nicht sein.
- Im Fernstudium fehlt der soziale Autopilot des Campus – Vernetzung muss aktiv passieren.
- Study Buddy = stärkstes Tool gegen Isolation: jemand, der im gleichen Boot sitzt.
- Dozierende kontaktieren wird unterschätzt – die meisten freuen sich über Initiative.
- Plattformen: fernstudi.net Community, Instagram, Discord/WhatsApp-Gruppen, Hochschul-Foren.
- Networking ist kein Nice-to-have, sondern Sicherheitsnetz für Motivation und Studienerfolg.
- Warum Vernetzen im Fernstudium so wichtig ist – und so schwer
- Wo du andere Fernstudierende findest
- So findest du einen Study Buddy
- Dozierende kontaktieren – warum es sich lohnt und wie du es machst
- Häufige Fragen zum Networking im Fernstudium
- Du bist nicht allein – aber du musst den ersten Schritt machen
- Kommentare
Warum Vernetzen im Fernstudium so wichtig ist – und so schwer
Im Präsenzstudium passiert Networking automatisch: In der Vorlesung, in der Mensa, im Flur. Im Fernstudium gibt es diese Gelegenheiten nicht. Du lernst allein, meist zu Hause, und niemand merkt, ob du heute drei Stunden gelernt oder drei Stunden Netflix geschaut hast.
Manuela Gnann, die als Mentorin hunderte Fernstudierende begleitet hat, beschreibt das im Podcast so: „Ich beschreibe das ganz häufig bei meinen Mentees so, dass sie eigentlich wie so ein Satellit sind, der irgendwie so im Orbit kreist.“
Die Folgen dieser Isolation sind konkret:
- Fehlende Motivation: Kein sozialer Druck, kein „Mir geht’s genauso“ – Motivationstiefs treffen dich allein
- Kein informelles Feedback: Keiner, der sagt „Das Kapitel war bei mir auch schwer“ oder „Konzentrier dich auf Thema X, das kam dran“
- Scham bei Problemen: Wer allein studiert, denkt schnell „Alle anderen schaffen das“ – und schweigt, statt Hilfe zu suchen
Forschung bestätigt: Soziale Unterstützung ist der stärkste Puffer gegen Studienstress. Wer vernetzt ist, bricht seltener ab, lernt effektiver und empfindet das Studium als weniger belastend.
Wo du andere Fernstudierende findest
Die gute Nachricht: Du musst das Rad nicht neu erfinden. Es gibt funktionierende Plattformen – du musst sie nur nutzen.
fernstudi.net Community und App
Unsere Community verbindet Fernstudierende über Hochschulgrenzen hinweg. Hier findest du Lerngruppen, kannst andere Studierende in deiner Nähe finden (Umkreissuche) und dich über Erfahrungen austauschen – auch mit Studierenden anderer Hochschulen, die ähnliche Module bearbeiten. Lade die App, um nichts zu verpassen.
Instagram und TikTok
Auf @fernstudinet und @fernstudi.net findest du hunderte Fernstudierende, die über ihren Studienalltag posten. Schau in die Liste der Accounts, denen wir folgen – dort findest du Studierende aller großen Fernhochschulen. Kommentieren, DMs schicken, Kontakt aufbauen – die Hürde ist niedriger, als du denkst.
Discord und WhatsApp-Gruppen
Für viele Studiengänge und Hochschulen gibt es eigene Gruppen. Der einfachste Einstieg: Suche auf Facebook nach der Gruppe deiner Hochschule (z.B. „IU Fernstudium“, „FernUni Hagen Wirtschaftswissenschaft“) und frage dort nach Einladungslinks für Discord oder WhatsApp. In vielen Gruppen passiert deutlich mehr als auf den offiziellen Hochschulplattformen.
Hochschul-Onlinecampus
Die meisten Fernhochschulen bieten Foren und Vernetzungsmöglichkeiten auf ihren Plattformen an. Wird oft unterschätzt, ist aber der direkteste Weg zu Kommilitoninnen und Kommilitonen im gleichen Modul. Manche Hochschulen bieten auch virtuelle Stammtische oder Orientierungswochen für Neueingeschriebene an.
So findest du einen Study Buddy
Ein Study Buddy ist mehr als ein Lernpartner – es ist jemand, der die gleichen Probleme hat, der dich motiviert und der sagt „Komm, wir setzen uns heute Abend nochmal 30 Minuten dran.“ Juliane, die an der Hochschule Fresenius studiert hat, beschreibt im Video, wie ein Study Buddy ihr Fernstudium verändert hat:
Schritt 1 – Wo suchen:
- In der fernstudi.net Community nach Studierenden im gleichen Studiengang suchen
- In WhatsApp-/Discord-Gruppen deiner Hochschule fragen: „Wer hat gerade das gleiche Modul und Lust, sich regelmäßig auszutauschen?“
- Auf Instagram Fernstudierende anschreiben, die über ähnliche Module posten
Schritt 2 – Was einen guten Study Buddy ausmacht:
- Gleiches oder ähnliches Modul – idealerweise gleiche Prüfungsphase
- Ähnliche Lebenssituation – wer auch neben Job und Familie studiert, versteht die Zwänge
- Verlässlich, aber nicht perfekt – es geht um Verbindlichkeit, nicht um gleiche Noten
Schritt 3 – Wie es im Alltag funktioniert:
- Wöchentlicher Check-in: 10 Minuten per Sprachnachricht oder Kurzchat – was hast du geschafft, was steht an?
- Gemeinsame Lernzeit: Zoom oder Discord öffnen, Kamera an, jeder arbeitet an seinem Stoff – wie ein virtuelles Großraumbüro
- Gegenseitige Accountability: „Bis Freitag habe ich Kapitel 4 durch“ – die soziale Verbindlichkeit wirkt besser als jeder Timer
Dozierende kontaktieren – warum es sich lohnt und wie du es machst
Manuela Gnann sagt im Podcast etwas, das viele Fernstudierende überrascht: „Ich als Dozentin freue mich immer total, wenn ich angeschrieben werde.“ Die meisten Studierenden trauen sich nicht – und verpassen damit eine der wertvollsten Ressourcen ihres Studiums.
Wann du Dozierende kontaktieren solltest:
- Wenn du eine fachliche Frage hast, die das Skript nicht beantwortet
- Wenn du Themenfindung für eine Hausarbeit oder Projektarbeit brauchst
- Wenn du Feedback zu einem Entwurf oder einer Idee möchtest
- Wenn persönliche Umstände dein Studium beeinflussen (Zeitdruck, Krankheit, familiäre Situation) – Dozierende können oft flexibler reagieren, als du denkst
Wie du es richtig machst:
- E-Mail: Kurz, höflich, mit konkreter Frage. Nicht „Können Sie mir alles zu Thema X erklären?“, sondern „Ich habe Kapitel 3 durchgearbeitet und verstehe den Zusammenhang zwischen A und B nicht – könnten Sie mir einen Hinweis geben?“
- Virtuelle Sprechstunden nutzen, wenn die Hochschule sie anbietet – persönlicher und effizienter als E-Mail
- Professionell bleiben, auch auf informelleren Kanälen (Chat, Social Media)
Häufige Fragen zum Networking im Fernstudium
Suche in der fernstudi.net Community, in WhatsApp- oder Discord-Gruppen deines Studiengangs oder auf Instagram nach Fernstudierenden, die gerade das gleiche Modul bearbeiten. Schreibe eine kurze Nachricht („Studierst du auch Modul X? Hast du Lust, dich regelmäßig auszutauschen?“). Ein guter Study Buddy muss kein Genie sein – wichtiger ist, dass ihr ähnliche Ziele und eine verlässliche Routine habt.
Technisch nicht – du kannst ein Fernstudium komplett allein durchziehen. Aber die Forschung und die Erfahrung tausender Fernstudierender zeigen: Wer vernetzt ist, bricht seltener ab, bewältigt Motivationstiefs besser und empfindet das Studium als weniger belastend. Networking ist kein Pflichtprogramm, aber ein Sicherheitsnetz, das du nicht erst brauchst, wenn es zu spät ist.
Per E-Mail: kurz, höflich, mit konkreter Frage. Zeige, dass du dich mit dem Thema bereits auseinandergesetzt hast, und formuliere präzise, wofür du Hilfe brauchst. Nutze virtuelle Sprechstunden, wenn deine Hochschule sie anbietet – das ist persönlicher und effizienter. Die meisten Dozierenden freuen sich über Initiative – Manuela Gnann sagt: „Es wird gar nicht so wahnsinnig häufig Kontakt gesucht, und ich als Dozentin freue mich immer total.“
Du bist nicht allein – aber du musst den ersten Schritt machen
Im Fernstudium kommt niemand auf dich zu. Kein Sitznachbar in der Vorlesung, kein Kommilitone in der Mensa. Aber die Menschen sind da – in Communities, in Gruppen, auf Instagram, in virtuellen Lernräumen. Du musst nur die Hand ausstrecken.
Fang heute an: Eine Nachricht in einer Gruppe. Ein Kommentar unter einem Post. Eine E-Mail an deinen Tutor. Der erste Schritt ist immer der schwerste – und fast immer der wichtigste.

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