100.000 Karteikarten

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 •  #1

Hallo,

lest Ihr auch gelegentlich, dass Luhmann und andere Wissenschaftler riesige Zettelkästen hinterlassen haben? Ich frage mich dann immer, wann die Leute anfangen, solche Karten anzulegen.

Wie macht Ihr das? Erstellt Ihr schon während des Studiums - auf Papier oder elektronisch - Zettelkästen mit den Inhalten Eurer Vorlesungen? Oder fangt Ihr erst für Eure Abschlussarbeit damit an? Hat jemand ein einheitliches System für Erst- und Aufbaustudium?

Grüße

C.

Wolf

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 •  #2

Hallo,

hier meine bescheidene Meinung dazu.

Ich frage mich dann immer, wann die Leute anfangen, solche Karten anzulegen.

Viel wichtiger finde ich persönlich die Frage, ob so ein Zettelkasten notwendig ist. Für Luhmann war das sicher eine tolle Sache. Aber wäre sie das auch für jeden anderen?
Zum einen gibt es heutzutage Softwarelösungen, die die Zettelwirtschaft überflüssig machen. Zum anderen braucht man das vielleicht tatsächlich einfach nicht, zumindest nicht so ausführlich wie bei Luhmann. Sicher, Zitate zu sammeln/zu sortieren/zu ordnen ist für eine Abschlussarbeit eine praktische Sache. Aber hat Otto-Normal-Student ohne große wissenschaftliche Ambitionen wirklich einen Nutzen davon, wenn er das das ganze Studium über betreibt?

Deine/Eure Meinungen dazu würden mich sehr interessieren.

Notizen halte ich, auch für Studenten, allerdings für unverzichtbar. Das wichtigste Tool für Lernskripte ist m.E. Microsoft Word. Eine einfache Vorlage zum Download findet sich hier www.fernstudi.net/lernskripte/36-word-vorlage-fuer-lernskripte (Word) und hier www.fernstudi.net/lernskripte/37-open-of...age-fuer-lernskripte (Open Office). Vorschläge, um die Vorlage noch besser zu machen, nehme ich gerne entgegen, dann würde ich die auch einmal aktualisieren.

Für Notizsammlungen halte ich Microsoft OneNote für DIE Software. All die Features dieser äußerst flexiblen, aber einfach zu bedienenden Software hier aufzuzählen, würde den Rahmen des Beitrags sprengen. Einfach mal die Demoversion installieren und 30 Tage testen, das Geld dafür lohnt sich m.E., wer sich einmal daran gewöhnt hat, will und kann vielleicht nie wieder ohne, so wie ich.
Eignet sich auch hervorragend für Notizen zum Studium.

So, Literaturverwaltung kann man im Prinzip auch mit Onenote oder einfach mit Word betreiben. Wenn es aber umfangreicher wird, bietet sich ein Literaturverwaltungsprogramm an. Einzelne Programme werden hier vorgestellt: ollewolf.de/tutorials/wissenschaftliches...-literaturverwaltung
M.E. ist das für ein normales Studium überflüssig, so ein Programm, höchstens geeignet für literaturreiche Abschlussarbeiten, insbesondere Promotionen. Und natürlich praktisch für Forscher/Wissenschaftler, die Wissenschaft beruflich betreiben.


Hoffe, das hilft dir ein bisschen weiter.

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 •  #3

Hallo Christian,

danke für die Links! MS OneNote habe ich sogar.

Darf ich neugierig sein? - Wann/wie verwendest Du Lernskripte, wann Notizsammlungen?

Grüße, C.

Wolf

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 •  #4

Lernskripte erstelle ich mir einfach vor Klausuren, das habe ich mir im Abi angewöhnt, da habe ich komplette Lehrbücher mit dem gesamten Lernstoff einfach exzerpiert (ich habe an der Externenprüfung teilgenommen, musste mich also selbstständig auf den gesamten Abistoff vorbereiten).

Im Fernstudium entsprechend die Reader, heruntergebrochen auf den Stoff, der klausurrelevant ist, vielleicht ergänzt um Sachen, die mich interessieren, oder auch um Abbildungen/Grafiken/Fotos. Sehr gerne z.B. erstelle ich Kurzbiografien von wichtigen Persönlichkeiten (z.B. im Fach Literaturwissenschaft oder Geschichte).

Das hilft mir auch sehr gut, den Lernstoff einfach zu sortieren und eine Übersicht zu erhalten. Manchmal, habe ich auch zum Abi gemacht, vertone ich die Lernskripte dann via Mikrofon, damit ich mir alles noch per MP3-Player ständig anhören kann, so bleibt der Lernstoff immer super im Gedächtnis.

OneNote habe ich für das Studium bisher noch nicht direkt genutzt. Ich nutze es derzeit hauptsächlich beruflich und privat. Ich sammle damit Screenshots, Zitate von Internetseiten, ich lege Listen an (z.B. Passwörter, Telefonnummern, auch ToDo-Listen oder Tabellen) usw.
Ich nutze es auch für Recherche, bevor ich einen Text schreibe, und sammle dort einfach relevante Informationen und schreibe in das gleiche Fenster den Text, könnte man auch mit Word machen, Word erlaubt es aber nicht, Textblöcke beliebig auf dem Bildschirm anzuordnen und zu verschieben, das ist einer der größten Vorteile von OneNote meiner Meinung nach.

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Wolf

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 •  #5

Ach ja, sorry für das Doppelposting, aber noch eine kleine Ergänzung.

Als ich noch echte Vorlesungen hatte, habe ich immer große A4-Notizbücher (kariert und Hardcover) verwendet für die Mitschriften. Da habe ich eine ganze Zeit lang sorgfältig nach den Vorlesungen die Mitschrift immer ergänzt um weitere Interessante Infos, Bilder noch reingeklebt, Biografien ausgedruckt und reingeklebt usw. Klausurrelevanten Stoff habe ich dann aber mit Word übernommen. Die Notizbücher habe ich heute immer noch. Ich hatte dabei jeweils ein Notizbuch pro Fach (Geschichte, Literatur etc.) und Semester verwendet, da landeten dann alle wichtigen Vorlesungen und teilweise Seminare drinne.

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 •  #6

Danke für die ausführliche Antwort. Ich habe den Eindruck, dass Du wirklich viel Aufwand in das Ordnen des Stoffs steckst. Auf die Idee mit dem Vertonen bin ich (obwohl Hörbuchhörer) noch nicht gekommen.

Wenn Du Deine gesamten Unterlagen in ihr Äquivalent in Karteikarten umrechnest, ergibt sich wahrscheinlich eine ganz beachtliche Zahl.

Grüße, C.

Wolf

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 •  #7

Ich habe den Eindruck, dass Du wirklich viel Aufwand in das Ordnen des Stoffs steckst.

Vielleicht auch eine Art Manie, die sich bei mir zwar positiv auswirkt, weil ich das letztendlich beruflich betreibe (ich baue Websites und strukturiere Inhalte), muss aber bei anderen nicht zwangsläufig der beste Weg sein.

Wenn Du Deine gesamten Unterlagen in ihr Äquivalent in Karteikarten umrechnest, ergibt sich wahrscheinlich eine ganz beachtliche Zahl.

Das ist tatsächlich gar nicht so viel, ist ja alles immer extrem komprimiert. Für den Abistoff haben teilweise 5–10 Seiten pro Fach ausgereicht, Stichpunkte, aber relativ kleine Schrift.

Was nutzt Du für Ordnungssysteme für Dein Studium?

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 •  #8

Christian schrieb:

Was nutzt Du für Ordnungssysteme für Dein Studium?


Bei mir gab es bisher einen Ordner pro Vorlesung oder Fach. Zu jeder Vorlesung habe ich dann Notizen, Übungen und Skripte/Material chronologisch abgeheftet.

Wolf

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 •  #9

Ja, hatte ich vergessen zu erwähnen, dicke Ordner mit Materialien gab/gibt es bei mir auch noch :)

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