Befragung zur Nutzung von Netzwerken und Web 2.0 durch Fernstudis gemeinsam erstellen?

Wolf

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 •  #1

Ich poste das hier mal in den BiWi-Bereich, da passt es irgendwie ganz gut rein, weil es Bildungswissenschaftler sicher auch sehr interessiert.

Ich hatte ja vor ein paar Tagen die kleine Umfrage hier zur Nutzung von sozialen Netzen und Web 2.0 durch Fernstudenten und Fernschüler erstellt: www.fernstudi.net/umfragen?controller=polls&id=7&task=viewpoll

Zeigt auch ein paar interessante Tendenzen, ist aber zum ernsthaften Erkenntnisgewinn nicht zu brauchen.

Jetzt würde ich gerne eine richtige Umfrage erstellen mit ordentlichem Umfragendesign, am liebsten mit jemandem/Euch gemeinsam.

Dafür gibt es hier auf fernstudi.net ein Tool für richtige Umfragen, das jetzt noch nicht öffentlich ist, aber demnächst auch für alle Fernstudis verfügbar sein wird, die z.B. Umfragen für ihre Abschlussarbeiten erstellen wollen. Bis dahin erstelle ich diese Umfrage hier nach Euren Anregungen, falls sich jemand beteiligt.

Zur Verfügung stehen uns diese Fragetypen:
  • Likert-Skala
  • Einfachauswahl
  • Mehrfachauswahl
  • Kurzantwort/Freitext
  • Ranking DropDown
  • Ranking Drag'n'Drop
  • Ranking

Das sollte für eine ordentliche Umfrage eigentlich ausreichen. Auch Abhängigkeiten können festgelegt werden, bei einer bestimmten Antwort wird der Nutzer also zu einer bestimmten Frage weitergeleitet.

Wer also Lust hat, hier mitzumachen, mag bitte einfach posten. Ansonsten erstelle ich die Umfrage dann auch alleine und stelle sie dann hier zur Diskussion ein. Vielleicht braucht ja jemand von Euch auch so eine Umfrage für seine Abschlussarbeit oder eine Hausarbeit.

So, für den Anfang hier mein Vorschlag für den groben Aufbau:
  • Allgemeine Frage zur Nutzung bestimmter Netzwerke (Likert-Skala, damit auch die Häufigkeit angegeben werden kann)
  • Fragen, um herauszufinden, ob jemand eher aktiv nutzt, also auch postet oder an Wikis mitarbeit, oder eher passiv
  • Fragen zur konkreten Nutzung bestimmter Netzwerke wie Facebook, XING, Twitter etc.
  • Fragen zur Nutzung und Häufigkeit der Nutzung von PC & Internet
  • Demografische Angaben/Angaben zur Studienrichtung etc.

Also, würde mich über Teilnahme freuen :)

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Wolf

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 •  #2

So, habe jetzt einen ersten Entwurf der Befragung fertig. So ist sie bisher aufgebaut.
  • Seite 1: Fragen zur Nutzung und Häufigkeit der Nutzung von Netzwerken wir Facebook, StudiVZ etc. Gelistet sind bisher 12 verschiedene social netzworks. Verwendet wird eine Skala, über die auch die Häufigkeit der Nutzung angegeben werden kann.
  • Seite 2: Fragen zur Nutzung und Häufigkeit der Nutzung von Chatdiensten wie Skype. Gefragt wird auch nach der Art der Nutzung, also ob z.B. auch Videotelefonie verwendet wird.
  • Seite 3: Fragen zur Nutzung und Häufigkeit der Nutzung von Blogs, Foren, Lerngruppen, Wikis, Twitter, Youtube. Hier wird auch versucht rauszufinden, ob diese Angebote eher aktiv oder eher passiv genutzt werden.
  • Seite 4: Allgemeine Fragen zu PC-Kenntnissen und zur verwendeten Technik sowie zur Zeit, die vor dem Rechner und im Internet verbracht wird.
  • Seite 5: Demografische Angaben, Beruf, welche Hochschule, welcher Studiengang/Kurs etc.

Zusätzlich habe ich mal meinen Reader "Quantitative Methoden der Sozialforschung" aus dem (alten) Studiengang Kulturwissenschaften wieder ausgepackt, um mich noch einmal theoretisch mit dem Erhebungsinstrument der Befragung zu beschäftigen.

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Wolf

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 •  #3

So, nun zum weiteren Vorgehen ein paar Hinweise. Ich denke, dass es vielen von Euch nützt, wenn ich das Vorgehen für diese Befragung hier transparent mache. Befragungen sind ja schon ein interessantes Werkzeug für Abschlussarbeiten oder auch Hausarbeiten

Ich habe noch eine weitere Seite 6 erstellt, welche abfragt, ob der Teilnehmer über Ergebnisse informiert werden möchte (per Mail) und ob er am Gewinnspiel teilnehmen möchte. Dass man Preise auslost ist sicher eine wichtiger Anreiz für Teilnahme, dazu aber später mehr.

Dann hab ich die Umfrage vom Webformular in ein Worddokument übertragen; eigentlich hätte ich sie gleich auf Papier/in Word entwerfen sollen. Das nutze ich jetzt, um die Befragung zu überarbeiten, ich stelle das dann hier als PDF-Voransicht ein.

Als Nächstes beschäftige ich mich jetzt mit der Theorie (Reader der FernUni + Recherche im Netz), danach kommt die Überarbeitung und Verbesserung.

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Wolf

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 •  (aktualisiert am 09.11.2010 von Wolf) #4

Nachdem ich gestern anfing, mich ein bisschen mit der Theorie auseinanderzusetzen, hier ein paar theoretische Hinweise zum Thema Befragungen. Eingelesen habe ich mich in den Abschnitt 4.3. "Die Befragung" des Readers "Quantitative Methoden der Sozialforschung. Eine Einführung für die Kulturwissenschaften" (Nicole Burzan) aus dem Studiengang Kulturwissenschaften (ohne Fächerschwerpunkt).

Ich bin noch nicht ganz durch, will aber erst einmal zusammenfassen, damit es nicht zuviel auf einmal wird.

Befragungen bieten, natürlich, sowohl Vorteile als auch Nachteile. Persönlich-mündliche oder telefonische Befragungen spielen für diese Befragung hier keine Rolle, daher nur kurz etwas zu einigen Vorteilen/Nachteilen der schriftlichen (Online-)Befragung.
  • Vorteile: kein Einfluss durch den Interviewer, dadurch ein geringeres Verzerrungsrisiko; Fragen können auch relativ komplex sein; Anonymität lässt sich ziemlich gut wahren; Schieberegler oder Drag'n'Drop etc. kann für Antwortmöglichkeiten genutzt werden (bei Online-Befragungen)
  • Nachteile: Rücklauf ist oft gering; Belohnungen, die eigentlich als Anreiz dienen sollen, können zu nachlässiger Beantwortung führen; Befragungs-Situation kann nicht kontrolliert werden (Verzerrungsrisiko)
Sicher gibt es weitaus mehr Vor- und Nachteile, die ihr hier gerne ergänzen könnt. Für diese kleine Befragung hier, die eher statistischen Zwecken und der Übung dient als Forschungszwecken, bietet die Art der schriftlichen Online-Befragung mit standardisierten Antworten die größten Vorteile.

Ablauf einer schriftlichen Befragung:
1. Theoretisches Konzept und Fragestellung entwickeln: In Bezug auf unsere Umfrage hier muss ich da noch ein wenig drüber nachdenken (bevor ich den Fragebogen überarbeite) und schreibe später etwas dazu.
2. Wahl der Erhebungsmethode: schriftliche Onlinebefragung, steht ja schon fest.
3. Operationalisierung, Fragebogenentwicklung
4. Pretest
5. Erhebung
6. Auswertung

Fragearten:
Fragen kann man nach verschiedenen Gesichtspunkten einteilen, z.B. aus inhaltlicher Perspektive (Fragen zum Verhalten, zu Eigenschaften, zu Meinungen oder zu Wissen etwa); man kann auch zwischen offenen und geschlossenen Fragen unterscheiden. Wir verwenden hauptsächlich geschlossenen Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, einige Fragen sind aber auch offen, etwa die nach dem Beruf.
Wichtig sind auch Ein- und Überleitungsfragen.

Einige Regeln zur Formulierungen von Fragen:
  • einfach, kurz, konkret, dabei eindeutig und verständlich
  • keine doppelten Verneinungen
  • eindeutiger zeitlicher Bezug
  • nicht auf mehrere Dinge gleichzeitig beziehen
  • aufpassen bei der Verwendung wertbesetzter Begriffe
  • keine Anbiederung, Überforderung, Suggestion oder Unterstellung
Da gibt es sicher auch noch viel mehr Dinge zu beachten, aber für diesen einfachen Fragebogen soll das erst einmal ausreichen.

Als nächstes soll es dann um Dinge gehen, die man bei den Antwortmöglichkeiten beachten sollte.

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 •  (aktualisiert am 10.11.2010 von Wolf) #5

So, nächster Punkt. Dass mitgelesen wird, weiß ich :P, wer was zu meckern und auszusetzen oder anzuregen hat, kann das gerne tun, geht ja auch ohne vorherige Anmeldung hier.

Jetzt geht es erst einmal um Fragestellung und Zweck der Umfrage.

Hauptgrund ist natürlich, wie schon angesprochen, Übung. Zudem soll hier keine komplexe Forschung betrieben werden, sondern es geht eher darum, ein paar statistische Daten zu gewinnen.

Welche sozialen Netzwerke und Web-2.0.-Werkzeuge werden wie oft, von wem und in welcher Art mit konkretem Bezug auf das Fernstudium genutzt?

(In weiteren Befragungen könnte man sich dann auf einzelne Plattformen, z.B. Facebook, konzentrieren, das würde hier aber zu weit führen und die Befragung zu sehr aufblähen.)

Vielleicht sollte man hier erst einmal festlegen, was mit sozialem Netzwerk und Web 2.0 überhaupt gemeint ist. Unabhängig davon habe ich einfach eine Reihe von Websites und Tools festgelegt, deren Nutzung befragt wird:

Netzwerke:
  • Facebook
  • WKW
  • StudiVZ
  • MeinVZ
  • XING
  • MySpace
  • Lokalisten
  • StudentSN
  • fernstudi.net
  • studi.net
  • studylounge.de
  • sixgroups.com

Chat und Telefonie:
  • Skype
  • ICQ
  • AOL Instant Messanger
  • Yahoo Messenger
  • Windows Live Messenger
  • Facebook-Chat
  • StudiVZ Buschfunk
  • MeinVZ Buschfunk

Weitere Tools: Blogs, Foren, Lerngruppen, Wikis, Twitter, Youtube

Es geht zum einen also darum zu schauen, welche Werkzeuge wie oft, von wem und in welcher Art (aktiv/passiv) genutzt werden, zum anderen soll erfasst werden, wie Fernstudenten/Fernschüler technisch ausgestattet sind, und es sollen Zusammenhänge hergestellt werden zwischen Nutzung, Studiengang, Einrichtung, Alter usw.

Dass die ganze Sache dann nur eingeschränkten Wert bestitzt, ist mir schon vorher klar. Denn es wird leichter sein, onlineaffine Fernstudis zur Teilnahme zu bewegen, was schon ein starkes Verzerrungsrisiko birgt, weil die Umfrage wahrscheinlich kaum repräsentativ für die Gesamtheit der Fernschüler und Fernstudenten wird. Aber dennoch werden sich sicher interessante Tendenzen aufzeigen lassen.

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