Schneller lernen im Studium, Lernkarten sind ineffizient & mehr - Interview mit Gabriel Gorbach
In der 1. Folge unseres Podcast fernstudi.fm 🎙️ haben wir Gabriel Gorbach zu Gast. Gabriel berät Studierende & Fernstudierende, die ihre Lerntechnik verbessern möchten, um so mehr Lernstoff in kürzerer Zeit zu verinnerlichen. Im Podcast sprechen Christian und Gabriel über gehirngerechtes Lernen, Memotechniken, Lernkarten, Zusammenfassungen und mehr.
Inhalt:
00:00 Über Gabriel Gorbach
02:10 Wie funktioniert unser Gedächtnis?
05:03 Gabriel über die 3DW-Methode zum Lernen
09:34 Was sind klassische Lernmethoden?
18:45 Wie speichere ich Lernstoff ab?
25:38 Wie rufe ich den Lernstoff aus dem Gedächtnis ab
30:22 Wie aufwändig ist es, Lerntechniken zu verbessern?
35:43 Nahrungsergänzungsmittel & Brainbooster
39:35 Sport, Bewegung und Neuroplastizität
46:35 Was Gabriel über Fernstudium und Lernen am Bildschirm denkt
50:25 Wie kann man gehirngerecht neue Skills lernen
56:28 Wie Gabriel einer Fernstudentin beim Lernen half
Gabriel im Internet:
➡️ Website: https://gabrielgorbach.com
➡️ Youtube: https://www.youtube.com/c/GabrielGorbach
➡️ Instagram: https://www.instagram.com/gabriel_gorbach/
➡️ Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/erfolgreichstudieren
Im Podcast erwähnt:
👉 Dr. Wendy Suzuki: Boost Attention & Memory with Science-Based Tools | Huberman Lab Podcast #73 https://www.youtube.com/watch?v=099hgtRoUZw
👉 Das Buch, das Christian am Anfang in die Kamera hält: Sheila Ostrander, Lynn Schroeder: Super Memory - Der Weg zu optimalen Gedächtnis. München 1996.
Christian: So Gabriel, dann willkommen hier im Podcast! Das ist jetzt der zweite Versuch, dass wir das aufnehmen. Ich hoffe mal, das klappt jetzt, und ich freue mich, dass du da bist. Du bist ja der allererste Gast.
Gabriel: Ja, und ich freue mich auf das Gespräch. Ja, vielen Dank auch, dass ich hier sein kann. Wir haben uns ja auch schon einige Themen überlegt, über die wir jetzt reden wollen. Da wird sicher ein sehr spannender Podcast.
Christian: Ja, denke ich auch. Und das insbesondere auch deswegen, weil das Thema Lernen mich auch schon sehr lange begleitet. Also wer diesen Channel beziehungsweise unseren YouTube-Channel verfolgt, hat da vielleicht mitbekommen, dass ich auf, würde ich mal sagen, ziemlich Umwegen mein Abitur nachgeholt habe vor vielen Jahren. Und in dieser Zeit habe ich mich eben auch sehr viel mit didaktischem Lernen auseinandergesetzt. Wobei ich für mein Abitur hauptsächlich über Zusammenfassungen, teilweise Lernkarten gelernt habe, also aus deiner Sicht dann wahrscheinlich auch nicht sonderlich effizient. Aber das Thema begleitet mich wie gesagt schon sehr, sehr lange über viele Jahre. Deswegen finde ich es auch interessant, da jetzt mal darüber zu reden und auch mal von dir jetzt so ein bisschen zu lernen, wie man das Ganze ein bisschen effizienter gestalten kann. Also ich habe ja noch ein Buch in meinem Regal stehen gehabt, ja, das heißt Super Memory, der Weg zum optimalen Gedächtnis, so ein kleiner Beweis, sage ich mal, dass mich das vor vielen Jahren auch schon versucht hat, ein bisschen damit auseinanderzusetzen.
Christian: Aber über die Jahre, auch über die Zeit, die ich beispielsweise an der FernUni Hagen und so studiert habe, und über meine Studienzeit habe ich eigentlich nicht wirklich viel an meiner Lerntechnik geändert. Ja, immer mit Zusammenfassungen, Karteikarten gelernt. Und vielleicht wäre es ein ganz interessanter Einstieg auch für unsere Zuhörer, wenn du uns erstmal ganz kurz ein bisschen überblicksartig erklären könntest, wie funktioniert eigentlich unser Gedächtnis? Also Kurzzeitgedächtnis, Langzeitgedächtnis, was gibt es da so, und wie läuft das eigentlich ab, wenn wir uns etwas merken wollen?
Gabriel: Ja, sehr spannend, gerade eben auch fürs Studium wirklich wichtig. Also ganz grob kann man es immer einteilen in das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Im Kurzzeitgedächtnis speichern wir Informationen natürlich noch kurzfristig. Deswegen ist das Ziel im Studium eigentlich, Informationen ins Langzeitgedächtnis zu befördern. Da ist es so, dass unser Langzeitgedächtnis eigentlich anders funktioniert als das Kurzzeitgedächtnis. Und dementsprechend müssen wir auch anders lernen, um die Informationen ins Langzeitgedächtnis zu befördern. Und was da eben wichtig ist, ist dass man sich wirklich anschaut, wie jetzt unser menschliches Gehirn funktioniert, wie das Gedächtnis arbeitet, wie Erinnerungen sich bilden. Ich bin da eben so durch die Nische der Neurowissenschaften dazu gekommen, heißt, ich habe mich einfach damit beschäftigt, wie unser Gehirn arbeitet, wie das Gedächtnis funktioniert. Weil das Schöne ist, wenn man wirklich so lernt, dass es für das eigene Gehirn optimal ist, kann man einfach Informationen viel schneller aufnehmen und direkt im Langzeitgedächtnis speichern. Das heißt, wenn man es einmal sich gemerkt hat, dann bleibt das Wissen. Wir können uns auch Monate und Jahre später noch an das erinnern, was wir eben heute gelernt haben.
Christian: Ja, da habe ich auch noch eine kleine Geschichte. Werde ich dann jetzt gleich im Verlaufe von unserem Gespräch erzählen. Aber vorher würde ich vielleicht noch ganz kurz deine Methode mal ansprechen. Also hatte ich jetzt schon angesprochen in der Einleitung, als ich dich ein bisschen vorgestellt habe. Du hast eine Methode entwickelt für dich auch im Studium, die nennst du die 3DW-Methode. Und vielleicht kannst du uns mal so ein bisschen erklären, wofür steht 3DW, was sind die Säulen und die Prinzipien deiner Methode?
Gabriel: Genau, also 3DW, das steht für die dreidimensionale Würfelmethode. Weil ich habe festgestellt, um im Studium Erfolg zu haben, braucht man im Prinzip drei Bausteine. Der erste davon ist, man muss es einfach schaffen, wirklich regelmäßig, kontinuierlich zu lernen, muss einfach dranbleiben, ausreichend Zeit ins Lernen zu investieren. Das kriegen die meisten schon einigermaßen gut hin. Aber beim anderen sind es doch mehr Herausforderungen, die man einfach bewältigen muss. Das heißt nicht, dass man jetzt 10, 12 Stunden oder so etwas lernt, je nachdem, ob man jetzt eben einen Vollzeitberuf hat oder vielleicht sogar mehr Zeit hat, dann kann das noch einmal mehr sein. Aber man sollte es einfach schaffen, regelmäßig Zeit ins Studium zu investieren. Das ist die Umsetzung.
Gabriel: Der zweite Baustein, der auch daneben benötigt wird, ist die Lerntechnik. Weil davon hängt ab, wie viel Wissen man in kurzer Zeit aufnehmen kann. Was ich eben festgestellt habe, ist, dass eigentlich 90 Prozent der Studenten noch keine gute Lerntechnik haben. Ich bin da ebenso ins Studium reingestartet und habe zuerst mal diese klassischen Taktiken aus der Schule probiert, also zum Beispiel Zusammenfassungen zu schreiben, Karteikarten verwenden, sich die Skripte einfach nur durchzulesen, das Wichtigste zu markieren. Das funktioniert auch in der Schule, weil man da vergleichsweise wenig Stoff hat. Aber wenn man halt mal 100, 200, 300 Seiten Stoff oder so etwas zu lernen hat, dann braucht man doch relativ viel Zeit, um mit diesen Methoden zu lernen.
Gabriel: Dann ist natürlich auch das Erste, womit man sich beschäftigt hat und wie wir so in das Thema einsteigen, diese Techniken also: Gedächtnispalast, Assoziationsketten und so weiter. In der Theorie gut, im Labor klappt das Ganze, fürs Studium ist es meistens doch nicht so ganz anwendbar. Zum Beispiel der Gedächtnispalast: Da stellt man sich einen Raum vor und platziert dann in diesem Raum unterschiedliche Objekte, und da kann man später quasi gedanklich durch diesen Raum gehen, sieht diese Objekte und kann sich so die Informationen merken. Und wie gesagt, es funktioniert im Labor auch echt gut, und man kann sich, was weiß ich, eine Einkaufsliste damit merken. Aber mehr als ein Partytrick ist es dann halt doch nicht, weil wenn man halt 200 Seiten Skript hat, das nur aus Text besteht, dann viel Spaß damit, fünf oder mehr Gedächtnispaläste zu erstellen.
Gabriel: Sondern was wirklich darauf ankommt beim Lernen, ist, dass man eben gehirnoptimiert lernt, also dass man so lernt, dass das eigene Gehirn die Informationen schnell aufnehmen kann und einfach langfristig im Langzeitgedächtnis speichert. Und ich habe einfach entdeckt, dass es einige Prinzipien gibt, mit denen das Gehirn quasi Wissen aufnimmt. Streng genommen haben die Wissenschaftler entdeckt, dass es einfach Prinzipien gibt, mit denen das Gehirn Informationen aufnimmt. Und ich habe dann aus diesen Prinzipien konkret anwendbare Methoden gemacht, eben das gehirnoptimierte Lernen, und dadurch kann man einfach seinen Uni-Stoff, Skripte, was weiß ich, bei 100 Seiten Stoff wirklich viel schneller aufnehmen und auch langfristig abspeichern. Also der zweite Punkt ist die Lerntechnik.
Gabriel: Und der dritte Baustein in der 3DW-Methode ist das, was ich die Erinnerungsfähigkeit getauft habe. Das ist quasi die Fähigkeit, sich im richtigen Moment an alles zu erinnern. Weil vielleicht kennst du das sogar: Man sitzt bei einer Prüfungsfrage, man weiß genau, ich hab das gelernt, ich sollte das eigentlich können, vielleicht weiß man sogar, wo das im Skript steht, wie man sich das zusammengefasst hat, was auch immer, aber jetzt fällt mir einfach nicht mehr ein, was da steht. Das heißt, man hat den Stoff zwar gelernt, man hat es auch theoretisch im Kopf gespeichert, aber man kann es einfach nicht abrufen, kann sich nicht daran erinnern. Und wenn man es braucht, nützt einem das quasi gar nichts. Da ist es auch einfach wichtig, neben der Zeit, die man zum Lernen investiert, also gar nicht viel, was weiß ich, wenn man eben vollzeitarbeitet, Kinder hat oder so was, dann sind das realistisch 7, 10, vielleicht 12 Stunden oder so, die man lernen sollte in der Woche, dass es einfach wichtig ist, dass man Spaß daran hat, dass man auch die Freude nicht verliert, um einfach langfristig motiviert zu sein. Dann braucht man auch eine gute Lerntechnik, um wirklich viel Wissen in kurzer Zeit aufzunehmen, ich glaube, da haben die meisten Studenten echt noch ein großes Potenzial nach oben. Und die Erinnerungsfähigkeit sorgt dafür, dass man sich im richtigen Moment an alles erinnern kann und einfach gelassen in die Prüfung geht: Ich kann den ganzen Stoff, ich kann mich an alles erinnern, also werde ich diese Prüfung sicher mit einer guten Note bestehen.
Christian: Ja, danke dir also für diese Übersicht. Den Gedächtnispalast, den habe ich glaube ich auch aus diesem Buch damals entnommen, hab damit natürlich auch versucht, aber wirklich bis auf das eine oder andere kleine Sache irgendwie mal zu speichern, so im Gedächtnispalast, weiter bin ich darüber nicht hinausgekommen. Ich glaube, ich habe auch versucht, sehr viel Zeit darauf verwendet, einen solchen Gedächtnispalast quasi aufzubauen. Also als Jugendlicher in dieser Zeit damit wirklich so einen Palast vorgestellt, und da verbraucht man schon Ewigkeiten erstmal, um sich da was zu recht zu bauen. Ich meine, man kann ja auch einfach die Plätze und Orte nehmen, an denen man sich eigentlich so schon mal bewegt, seine Wohnung, das Büro und was auch immer. Aber ja, was soll man denn da alles reinpacken an Erinnerungen.
Christian: Aber bleiben wir ja vielleicht mal beim Thema Lerntechnik und auch bei den klassischen Lernmethoden. Und da ist mir auch in der Vorbereitung auf dieses Gespräch was eingefallen, also was mir selber passiert ist in Bezug auf Lerntechnik, so eine eigene Erfahrung. Und zwar war das bei uns im Biologieunterricht vor vielen, vielen Jahren, also Gymnasium, fünfte, sechste, siebte Klasse so. Dass Biologie eines der zwei, drei, ich sag mal, Hassfächer waren, die wir hatten, weil in diesem Fach kam immer eigentlich jemand in jeder Stunde vorne zur Leistungskontrolle dran. Also man musste lernen, man kam halt zufällig dran, man hatte eine gewisse Chance daran zu kommen, bei 30 Schülern in der Klasse ist man dann weiß ich nicht, alle paar Wochen oder paar Monate eigentlich nur drangekommen, aber manchmal kam man auch nacheinander dran, irgendwie so zwei, drei Wochen nacheinander. Also man musste auf jeden Fall lernen. Das war ein riesiger Stress, dann in diese Stunde zu gehen.
Christian: Und ich weiß noch, einmal, in einem Themenbereich beziehungsweise in einem Jahr, ging es dann um die Verdauung. Und ich habe entsprechend halt versucht, die Verdauung irgendwie zu lernen, also wie das, was man da alles so lernen muss im Biologieunterricht, ja: Kauen, Nahrung zerkleinern, wie es dann durch den Hals geht und so weiter, in den Magen, Dünndarm, Dickdarm und so weiter, was dann alles passiert mit der Nahrung, wie die vom Körper verwertet wird. Und ich weiß noch, dass ich mich, als ich das gelernt habe, das erste Mal hingesetzt habe und versucht habe, bewusst mit einer Lernmethode zu lernen. Ich glaube, daran lag es, dass mein Vater mir damals geraten hatte, ich solle einfach mal versuchen, mir das Ganze wirklich bildlich vorzustellen. Und hab ich mal versucht, mir das Ganze einfach sehr bildlich vorzustellen mit der Verdauung, vielleicht mit irgendwelchen kuriosen Bildern, wie die Nahrung zerkleinert wird, mit Speichel angereichert wird, wie die Kohlenhydrate abgebaut werden und was auch immer. Und ich weiß, dass ich mir das ganz gut gemerkt hatte.
Christian: Was ich jetzt nicht mehr weiß, ist, ob ich dann tatsächlich drangekommen bin zur Leistungskontrolle. Aber ich spule jetzt mal ein paar Jahre vor. Ich habe dann später meinen Realschulabschluss gemacht, also Gymnasium ist so die höchste Schulbildung, ich bin einen Schritt zurückgegangen, habe die Mittlere Reife gemacht, weil ich ja das Gymnasium zwischendurch abgebrochen hatte. Und da gab es dann irgendwann die allererste Biostunde, die ich dann, als ich neu an die Schule gekommen bin, teilnehmen musste. Und der Lehrer, der hatte da auch so ein bisschen den Ruf, sage ich mal, ein Lehrer zu sein, der wirklich sehr, sehr streng ist, und auch Leistungskontrollen immer macht. Scheint irgendwie so damals normal gewesen zu sein im Biounterricht, dass da immer per Leistungskontrolle gleich am Anfang der Stunde irgendjemand an die Tafel muss.
Christian: Und ich dachte so, okay, ist die allererste Stunde, da kann ich mich erstmal noch hinlegen, ausruhen, erstmal gucken, was hier so passiert, da komme ich noch nicht dran. Und dann hat er mich aber tatsächlich in der allerersten Stunde, in der ich da war, an die Tafel gerufen, wahrscheinlich deshalb, weil ich vom Gymnasium kam und er erstmal austesten wollte, was der vom Gymnasium so drauf hat in Bio. Und er ruft mich dann vor an die Tafel und meint so: Christian, dann erzähl uns doch ein bisschen, wie funktioniert eigentlich die Verdauung, die menschliche. Und rollte eine Karte aus, damals gab es noch Karten irgendwie im Biounterricht, weiß nicht ob es die heute immer noch gibt, das sind riesige Plakate quasi, wo dann so dieser ganze Verdauungsweg sozusagen aufgezeichnet war.
Christian: Und ja, da war ich eigentlich dann doch recht entspannt, als ich vorne stand, weil ich das alles tatsächlich noch im Kopf hatte. Also wenn er mich jetzt irgendwas anderes gefragt hätte, was ich da so im Biounterricht alles zu lernen gehabt hätte, wäre ich da wahrscheinlich nicht weit gekommen. Aber genau dieses Thema hatte ich tatsächlich noch im Kopf, weil ich das viele Jahre zuvor irgendwie mit einer etwas anderen Lerntechnik gelernt habe, Visualisierung oder wie auch immer. Und dann konnte ich das tatsächlich abrattern über die Verdauung, also wirklich Schritt für Schritt. Hab gemerkt, der war auf jeden Fall beeindruckt, der Biolehrer. Hatte ich zumindest so als Gymnasiast, die eigentlich mal als arrogant dort galten in dieser Schule, ein bisschen Stein im Brett. Er war eigentlich dann so die nächsten zwei Jahre, die ich an der Schule war, so der Lieblings-Bio-Schüler eigentlich von ihm. Er hat mich dann auch meistens eigentlich in Ruhe gelassen. Aber das verdanke ich so ein bisschen glaube ich, jetzt vielleicht nicht dieser Lerntechnik, sondern dass ich mich damals schon als Jugendlicher damit auseinandergesetzt habe, wie kann ich mir eigentlich Sachen effizienter speichern.
Christian: Da komme ich dann vielleicht auch zur Frage, die ich da anschließen möchte an diese kleine Erinnerung: Was zählst du eigentlich jetzt, du sprichst ja öfter von klassischen Lernmethoden, was zählst du eigentlich zu diesen klassischen Lernmethoden, und warum sind diese klassischen Lernmethoden aus deiner Sicht nicht sonderlich effizient?
Gabriel: Ja, spannende Frage. Vielleicht auch noch zu dem Thema vorher: Erstmal, gratuliere, dass du direkt in der ersten Stunde dich so profilieren konntest. Was man auch mega schön sieht, ist, dass wenn Informationen mal im Langzeitgedächtnis gespeichert sind, dann haben wir sie einfach, können uns auch Jahre später, oder in einer ganz neuen Situation dran erinnern. Weil das menschliche Langzeitgedächtnis ist einfach nur gewaltig. Also man geht auch so davon aus, wir könnten theoretisch 20 Jahre lang lesen, nonstop, 24 Stunden am Tag, und nach 20 Jahren hätten wir erst 10 Prozent der Kapazität unseres Langzeitgedächtnisses aufgebraucht. Das heißt, unser menschliches Langzeitgedächtnis ist einfach gewaltig. Da können wir Informationen in enormen Mengen speichern. Das Einzige, worauf es ankommt, ist, das einfach dort wirklich auch langfristig abzuspeichern.
Gabriel: Und zu deiner Frage, was ich eben zu diesen klassischen Lerntechniken zähle: Das sind eben so Sachen wie zum Beispiel Zusammenfassungen schreiben. Das braucht relativ viel Zeit, aber in der Schule funktioniert das Ganze auch gut, und das ist ja auch fast so die Go-to-Variante. Ich habe es in meinem Studium genau so gemacht. Aber die meisten, die eben Zusammenfassungen schreiben, kommen irgendwann an den Punkt, wo es einfach extrem viel Zeit braucht und man trotzdem nicht wirklich die Informationen langfristig speichert. Oder teilweise ist die Zusammenfassung sogar länger als das Original, das heißt, wer damit lernen kann, kann nicht unterscheiden, was wichtig ist und was weniger wichtig ist. Also Zusammenfassung ist so eine Methode, von der ich persönlich nicht so viel halte, zumindest nicht im Studium.
Gabriel: Dann natürlich die Karteikarten und so etwas, sind ähnlich wie Zusammenfassungen. Wenn man das Ganze auf Papier schreibt, hat man auch einen enormen Aufwand damit. Es gibt natürlich auch Karteikarten am Handy mit einer App, das funktioniert vielleicht schon besser, als sich die Karteikarten quasi selbst zu schreiben aus Papier. Allerdings ist es auch so, dass unser Gehirn Informationen weniger gut von einem Bildschirm aufnehmen kann als vom klassischen Medium wie Papier. Der Klassiker ist dann auch noch, einfach seine Skripte immer und immer und immer wieder durchzulesen. Das geht vielleicht schnell, aber im Prinzip speichert man halt nur so wenig Wissen dabei, dass man ganz häufig durchlesen muss, im Endeffekt wiederum viel Zeit dafür benötigt.
Gabriel: Und da ist es immer schön, wenn man von so einer klassischen Lerntechnik auf ein gehirnoptimiertes Lernen wechselt. Dann hat man einfach schlagartig, ist man noch etwas schneller, wenn man grundlegend anders vorgeht und einfach mal so lernt, dass das Gehirn Informationen viel, viel schneller aufnehmen kann. Vielleicht auch eine kleine Geschichte dazu: Die Olivia, mit der ich zusammengearbeitet habe, studiert Personalmanagement im Master an der Euro-FH neben ihrem Vollzeitberuf und ihrer kleinen Tochter. Und sie hat es geschafft, dass sie innerhalb von zehn Tagen ungefähr zweieinhalb mal so schnell beim Lernen wurde. Das sah so aus, dass sie ungefähr zehn Seiten in einer Stunde zusammengefasst hat, dort hat sie aufgehört, ihre Zusammenfassungen zu schreiben, hat eben mit dem optimierten Lernen begonnen. Zehn Tage, nachdem wir quasi unsere Zusammenarbeit begonnen haben, hat sie mir gesagt, dass sie in den letzten zwei Stunden 50 Seiten gelernt hat, mit dem selben Lerneffekt wie eben vorher ihre zehn Seiten Zusammenfassung. Das heißt, innerhalb von zehn Tagen gut zweieinhalb mal so schnell beim Lernen, weil sie jetzt eben nicht mehr so lernt, dass sie sich selbst bremst dabei, sondern weil sie auch einfach so lernt, dass es für ihr eigenes Gehirn optimal ist.
Christian: Zusammenfassungen schreiben frisst ja auch so viel Zeit. Also ich habe das bei meiner letzten Weiterbildung auch so gemacht, hatte so eine Weiterbildung zum Stress- und Mentalcoach. Da musste ich auch sehr, sehr viel lernen, und ich hab wirklich hier noch liegen so einen Riesenstapel an Lern-Skripten. Und ich habe den Fehler, sage ich mal, gemacht, erstmal angefangen, da wirklich alles rauszuexzerpieren, was ich da so gefunden habe, von dem ich geglaubt habe, dass ich das brauche für die Prüfung oder was auch immer. Es gab dann sehr viele Prüfungen zum Schluss. Und dann aus diesen Skripten habe ich mir dann zusätzlich noch Vokabelkarten gemacht, auch in der wahrscheinlich eher falschen Vorstellung, dass ich schon dadurch alleine sehr viel lerne, also durch das Rausschreiben, Rausexzerpieren. Ich meine, ich habe schon einen gewissen Anteil davon dadurch gelernt, aber nicht wirklich das, was ich dann auch in der Prüfung wieder abrufen musste. Dafür habe ich dann nochmal sehr viel Zeit über die Vokabelkarten aufgebracht, und das auch letztendlich so, wie du das eben gesagt hast, eben durch immer wieder Durchlesen, immer wieder laut lesen. Also ich hab dann auch versucht, laut zu lesen, das hat mir ganz gut geholfen. Aber ich habe eben sehr, sehr viel Zeit da reingesteckt.
Christian: So, momentan mache ich eine Weiterbildung im Fitnessbereich, also eine Trainerlizenz, da muss ich auch sehr viel lernen. Ist ein bisschen anders als diese Weiterbildung zum Stress- und Mentalcoach, das geht ein bisschen so im medizinischen Bereich rein, und dann muss ich sehr, sehr viel Muskulatur beispielsweise lernen. Wer von unseren Zuhörern in diesem Bereich irgendwie tätig ist, vielleicht auch im medizinischen Bereich oder so was, oder eine pflegerische Ausbildung hat, der weiß ja oder die weiß, dass man da sehr viel lernen muss. Also alleine so Muskeln, du musst halt die lateinischen Bezeichnungen beispielsweise lernen des Muskels. Das fällt den einen ein bisschen leichter, den anderen eher nicht so leicht. Mir fällt das ein bisschen leichter, wenn ich schon Latein oder Latinum habe, ist es trotzdem schwierig, sich allein schon diese lateinischen Namen zu merken. Zusätzlich natürlich noch die deutschen Bezeichnungen, so ein bisschen wie Vokabeln lernen, kann man das sagen. Und dann muss man sich zu jedem Muskel noch beispielsweise den Ursprung, den Ansatz merken, also wo geht der Muskel los, vielleicht auch was für Nerven gehen dadurch, wie sieht er überhaupt aus, wie sind die Muskelfasern, beispielsweise auch manchmal ganz hilfreich, wenn man das weiß und auswendig gelernt hat, aus welchen Teilen besteht der Muskel. Ja, der Bizeps beispielsweise besteht aus mehreren Teilen. Man muss wirklich sehr viele Aspekte zu einer Sache lernen.
Christian: Und deswegen meine Frage, die zielt jetzt so ein bisschen auf das Thema Speichern, also Speicherung von Inhalten: Was wäre denn so dein Tipp, also für diejenigen, die wie ich jetzt vielleicht in einer ähnlichen Lage sind? Um gerade so komplexe Inhalte ein bisschen effizienter zu lernen, außer jetzt vielleicht einfach nur mit Karteikarten, oder vielleicht auch mit Hilfe von Karteikarten, aber was wären so deine Tipps, damit das Ganze ein bisschen schneller geht?
Gabriel: Ja, also jetzt natürlich so runterzubrechen, prinzipiell sollte es ja immer so sein, dass man aufs Eigentliche angepasst lernt. Was ich dir auch direkt mitgeben kann: Das Langzeitgedächtnis ist ein semantischer Speicher. Bedeutet, das Langzeitgedächtnis speichert Informationen anhand der Bedeutung einer Information. Beim Kurzzeitgedächtnis ist es anders, aber beim Langzeitgedächtnis müssen wir quasi Informationen eine Bedeutung geben, und dann merken wir sie uns. Das kennt wahrscheinlich auch jeder: Teilweise hat man etwas, und es macht einfach Klick, und man versteht das, und dann kann man das einfach, dann reicht eine einzige Wiederholung, weil diese Bedeutung da ist, um sich das Ganze zu merken.
Gabriel: Wenn diese Bedeutung initial nicht da ist, beispielsweise bei lateinischen Begriffen, und so was, wobei ich auch so sagen würde, das ist ja eher eine Ausnahme im Studium, weil die meisten müssen einfach viel Text lernen, aber weniger quasi so einzelne Vokabeln. Könnte man quasi sagen, aber gut, wenn man eben so was lernen muss, muss man es schaffen, denen einfach künstlich eine Bedeutung zu geben, dass man das Ganze schnell abspeichern kann. Beispielsweise wäre es cool, dass man diese Muskeln in eine Geschichte einpackt oder sowas, es in Worten zu einer Geschichte macht. Wobei ich auch gleich dazu sage, dass eigentlich das generell eher nicht zu empfehlen ist und worum es bei mir eher wenig geht, weil es eben fürs Studium nicht wirklich anwendbar ist in vielen Fällen. Natürlich, wer Medizin studiert, wenn man eben was Nicht-Auch-Mal-Recht-Statives hat, dann klar, kann man das da verwenden. Aber häufig geht es einfach darum, möglichst viel Text zu lernen. Dann gilt genau dasselbe Prinzip: Man muss dem Ganzen irgendwie eine Bedeutung geben, dass man sich das Ganze schnell merken kann. Aber die konkrete Anwendbarkeit ist quasi da eine andere.
Christian: Und wie individuell ist das Ganze dann eigentlich? Also das vielleicht dann die Anschlussfrage. Also hast du jetzt ein System, wo du sagen kannst, ja, eigentlich kann jeder sozusagen diese eine Technik anwenden? Also ich hatte ja das Beispiel gegeben, bei mir hat das geklappt, mir Sachen visuell vorzustellen beispielsweise, also vor vielen Jahren. Das ist meine Erfahrung. Und mit Hilfe von diesen Vorstellungen zu arbeiten, mit Geschichten zu arbeiten, das funktioniert bei mir auch ganz gut. Teilweise funktioniert auch ganz gut über den Klang, gerade jetzt bei so lateinischen Sachen. Wie individuell ist das Ganze eigentlich, oder wie individuell ist die Lerntechnik, die man dann nutzen kann oder sollte?
Gabriel: Ja, also da gibt es einen großen Mythos, und zwar ist es ein Mythos, dass jeder seinen eigenen Lerntyp finden muss, dass jeder anders lernt. Was im Ansatz vielleicht stimmt, aber in Wirklichkeit auch nicht so wirklich, weil die Prinzipien, wie das menschliche Gehirn funktioniert, die sind einfach bei jedem dieselben. Also das Gehirn funktioniert einfach auf eine ganz bestimmte Art und Weise, dementsprechend sind auch die Prinzipien, wie man lernen sollte, eigentlich bei jedem Menschen gleich. Es gibt aber Unterschiede dahingehend, was man lernen muss. Beispielsweise wenn man jetzt einfach viel Text zu lernen hat, geht man anders vor, als wenn man sich zum Beispiel Muskeln merken möchte. Wenn man vielleicht auch lange Fahrtzeiten hat oder sowas, dann kann man dafür sorgen, dass man in dieser Zeit einfach Wissen aufnimmt. Ein Student, mit dem ich zusammenarbeite, ist auch Mitte 30, fährt jeden Tag eine Stunde ins Büro und eine Stunde zurück, und er lernt mittlerweile fast nur noch, indem er quasi auf dieser Fahrt passiv Wissen aufnimmt. Er verbringt aber nur noch relativ wenig Zeit, wo er aktiv über seinen Büchern sitzt. Das heißt, die Anwendung der konkreten Prinzipien ist einfach von Situation zu Situation unterschiedlich, je nachdem, ob man viel Text lernen muss, vielleicht auch mal praktische Sachen lernt, wo es eher um das Anwenden geht, also jetzt Statistik, Mathematik, auch Rechtswissenschaften und so weiter. Aber die grundlegenden Prinzipien, die sind eigentlich bei allen Menschen die gleichen. Und deswegen, grundsätzlich mit den Studenten, mit denen ich arbeite, da gibt es einfach immer so dieselben Prinzipien, die ich ihnen beibringe. Da passt man das natürlich immer auf die jeweilige Situation an, aber man kann schon sagen, das ist relativ einheitlich.
Christian: Gut, kommen wir mal zum Abrufen. Also ich sitze in einer Prüfung und versuche meine Muskeln, die Muskulatur, die Namen oder was auch immer ich gelernt habe, in dieser Prüfung dann wiederzugeben, abzurufen. Also jetzt mal abgesehen von einem Blackout, gehen wir jetzt davon aus, dass ich relativ ungestört in die Prüfung gehe, einfach weil ich mich eben gut vorbereitet habe, weil ich mich so ein bisschen mit Lerntechniken schon auseinandergesetzt habe, deswegen habe ich jetzt auch nicht wirklich Angst, bin in der Prüfung nicht wirklich verkrampft und habe auch nicht Angst vor einem Blackout, weil ich mich eben schon ein bisschen mit Lerntechniken auseinandergesetzt habe. Was sind denn so deine Tipps, würde ich mal sagen, um eben das, was ich mir dann da in mein Gehirn versucht habe zu speichern, möglichst effizient in so einer Prüfung wieder abzurufen?
Gabriel: Also ein ganz einfacher Tipp, den man direkt anwenden kann, ist, dass man die Situation der Prüfung ähnlich macht zu der Situation, in der man gelernt hat. Weil neue Informationen, die werden eigentlich zuerst so abgespeichert, dass sie immer über alte Informationen quasi zugänglich sind. Das heißt, wenn wir uns an neue Informationen erinnern wollen, müssen wir gedanklich den Weg über die alte Information gehen, dann kommen wir zur neuen. Das machen wir gar nicht bewusst, aber unbewusst.
Gabriel: Das kennt wahrscheinlich jeder: Man ist auf der Straße, man sieht eine Person, man weiß genau, hey, ich kenne diese Person irgendwie, ich hab sie irgendwie schon einmal zuvor gesehen. Aber man weiß gar nicht am Anfang, wo man diese Person gesehen hat. Weil man sie immer in einem bestimmten Kontext gesehen hat, beispielsweise im Supermarkt, war das die Kassiererin zum Beispiel. Das Gesicht bekommt man bekannt vor in einer ganz neuen Situation, in der Bahn beispielsweise, aber weiß zuerst nicht, wer diese Person ist. Also diese alte Information, der Kontext, der Supermarkt, hilft. Heißt, wir müssen es schaffen, dass bei der Prüfung die Situation der Prüfung möglichst ähnlich ist zu der Situation, in der wir gelernt haben.
Gabriel: Was manchmal sehr leicht geht, zum Beispiel Studierende, die die Prüfung einfach zu Hause machen, dann geht das relativ leicht, wenn man wirklich in derselben Situation, im selben Raum die Prüfung schreiben kann wie da, wo man lernt. Wenn das Ganze nicht geht, weil man halt an die Hochschule fahren muss, kann man trotzdem die Situation ähnlich machen, indem man denselben Stift nimmt, dasselbe Getränk hat, dass man einfach möglichst ähnliche Sinneseindrücke dabei hat, damit man es einfach leichter schafft, sich zu erinnern.
Gabriel: Für diejenigen unter euch, die ein Instrument spielen: Es ist ja so, dass man, wenn man ein Stück auswendig lernt, dann kann man das an dem Instrument leichter quasi spielen, an dem man es auch initial gelernt hat. Beispielsweise, wenn man jetzt ein Klavierstück lernt, kann man immer das am besten dort spielen, an dem Instrument oder dem Klavier, an dem man das Ganze geübt hat. Obwohl eigentlich jedes Klavier gleich ist, jedes hat die gleichen Tasten, trotzdem können wir uns an dem Klavier, an dem wir etwas gelernt haben, am besten erinnern, weil eben dieser Kontext hilft.
Gabriel: Und wenn man diese Erinnerungsfähigkeit optimiert, und das Schöne ist, das geht endlich wirklich schlagartig, kann man einfach, was weiß ich, 5 Prozent, 10 Prozent besser bei Prüfungen sein. Und das ist auch recht spannend, einmal kam ein Student auf mich zu, und wir hatten unsere Zusammenarbeit gestartet am Freitag. Am Montag hat er die Prüfung geschrieben, hat so zuerst gedacht, er fliegt durch diese Prüfung, weil er einfach seinen Stoff noch nicht wirklich gut kann. Schlussendlich hatte er diese Prüfung bestanden. Die Note war zwar nicht wahnsinnig gut, aber er hat es geschafft, noch so viel von dem gelernten Wissen quasi abzurufen im richtigen Moment, dass es trotzdem gereicht hat, um durchzukommen, weil er eben diese Erinnerungsfähigkeit schlagartig optimieren konnte.
Christian: Also sehr interessant, was du jetzt auch sagst über die Lernumgebung. Das heißt, man sollte sich auch versuchen, vielleicht beim Lernen schon den ein oder anderen Trigger quasi zu schaffen. Das spricht ja auch ein bisschen dafür, was man früher in der Schule oder auch teilweise in der Uni beobachtet hat, wenn so Leute, weiß ich nicht, irgendein Kuscheltier oder so mit in die Prüfung bringen. Die machen ja eigentlich genau das, haben sie ja wahrscheinlich so einen Trigger geschaffen, der sie auch ein bisschen entspannt, schon beim Lernen, und sich dann so gesagt haben, wenn ich das jetzt mit in die Prüfung nehme, das bringt mir Glück vielleicht bei der Prüfung. Und letztendlich macht man ja eigentlich das, dass man die Lernumgebung dann in der Prüfungssituation ein kleines bisschen reproduziert. Vielleicht ein bisschen schwieriger jetzt in der mündlichen Prüfung, da kannst du jetzt nicht, weiß ich nicht, ein Kuscheltier auspacken. Aber weiß nicht, ich habe hier ein Taschenmesser liegen, vielleicht packt man sich einfach so ein Taschenmesser in die Tasche oder so was. Also sehr interessant und auch ein sehr gutes Argument, finde ich, für die Online-Klausuren.
Christian: Es gibt ja auch bei uns auf dem YouTube-Channel das ein oder andere Video, wo ich über Online-Klausuren rede. Ich bin nicht so der allergrößte Fan davon, ich weiß aber, dass die meisten Studierenden an der IU absolut zufrieden sind mit dieser Form von Klausuren. Und das wäre wirklich ein super Argument dafür, für diese Online-Klausuren.
Christian: Da komme ich gleich mal zur nächsten Frage. Und ja, mich interessiert auch so ein bisschen, wie aufwändig beziehungsweise wie schnell kann ich eigentlich, wenn ich mich jetzt dafür interessiere, meine Lerntechnik so ein bisschen zu verbessern und einfach ein bisschen effizienter zu lernen, wie lange brauche ich eigentlich jetzt dafür, um da meine Lerntechnik zu verbessern? Die nächste Klausur, die steht jetzt vielleicht nächste Woche schon an. Sollte ich die Zeit jetzt einfach nur nutzen, um wirklich weiter klassisch meine Exzerpte oder was auch immer zu lesen, mit meinen Karteikarten zu arbeiten, oder lohnt sich da vielleicht jetzt noch, ein paar Stunden in die Lerntechnik zu investieren und zu schauen, wie kann ich besser lernen? Wie lange brauche ich dafür ungefähr?
Gabriel: Also generell gilt: Die Lerntechnik sollte man eigentlich immer verbessern, und es rentiert sich praktisch sofort, damit seine Lerntechnik zu verbessern, weil es einfach extrem schnell geht. Also das ist nichts, was man trainieren muss oder so, da gibt's keinen Trainingseffekt, sondern wenn man einfach anders vorgeht, hat man schlagartig Fortschritte, kommt also schneller voran. Man kann sich das Ganze so vorstellen, dass man jetzt am Fahrrad unterwegs ist und dann steigt man um und steigt ins Auto und fährt mit dem Auto los. Natürlich muss man zuerst ein bisschen abbremsen, aber trotzdem sollte man so früh wie möglich vom Fahrrad aufs Auto umsteigen, weil man einfach viel, viel schneller vorankommt.
Gabriel: Und selbst wenn man eben nächste Woche eine Prüfung hat, rentiert es sich dort noch, die Lerntechnik zu verbessern. Weil sagen wir jetzt mal, man wird nur, und wirklich nur, 20 Prozent schneller, und das geht halt schlagartig. Heißt, wenn ich jetzt zehn Stunden in der Woche ins Lernen investiere, dann verwende ich quasi eine Stunde darin, meine Lerntechnik zu verbessern, und bin danach 20 Prozent schneller. Das bedeutet, dass ich den Stoff von zehn Stunden schon in acht Stunden quasi gelernt habe, habe eine Stunde benötigt, um meine Lerntechnik zu verbessern, also noch eine Stunde gutgemacht. 20 Prozent seine Lerntechnik zu verbessern ist einfach, das geht richtig, richtig schnell. Das heißt, wenn jetzt nicht gerade morgen die Prüfung ist, würde ich auf jeden Fall empfehlen, einfach die Lerntechnik zu verbessern, weil die Effekte einfach so schnell kommen.
Gabriel: Dasselbe Thema, wenn man kaum Zeit hat, also selbst wenn man 50, 60 Stunden arbeitet, am Wochenende auch nicht frei hat, gerade dann sollte man sich die Zeit nehmen, seine Lerntechnik zu verbessern. Weil das ist das, was einem immer noch wirkliche Entspannung bringen kann, was noch wirklich dafür sorgt, dass man nicht mehr so hinterherhechelt, sondern ja einfach wieder mithalten kann, im Zeitplan ist und dann auch mal Freizeit genießen kann, ohne dass man ein schlechtes Gewissen hat. Und das Ding ist, und das muss man sich einfach klar machen, dass es ja relativ simpel ist, seine Lerntechnik zu verbessern. Es ist also nicht komplex, nicht kompliziert oder so, man muss einfach nur quasi bildlich gesprochen vom Fahrrad ins Auto umsteigen, anders fahren, und ist einfach dann viel schneller.
Gabriel: Was man natürlich schon dazu sagen muss: Wenn man jetzt angenommen nächste Woche die Prüfung hat, auch wenn man jetzt heute seine Lerntechnik um 50 Prozent schneller macht, hat man vielleicht im Endeffekt auch nur noch eine Woche Zeit, um mit dieser 50 Prozent schnelleren Lerntechnik zu lernen, also ist der Gesamteffekt so, wie wenn man eineinhalb Wochen normal lernen würde. Aber es kann auch sein, dass trotzdem das relativ knapp ist. Man sollte natürlich dennoch auch Zeit haben, um das Ganze anzuwenden. Grundsätzlich gilt: So früh wie möglich Lerntechnik verbessern, am besten natürlich schon am Anfang des Studiums.
Christian: Teilweise ist es ja auch ein Thema, wenn man sich jetzt so die ersten Module in einigen Studiengängen anguckt, das wissenschaftliche Arbeiten, da geht es teilweise auch ein bisschen um die Lerntechniken. Aber ich glaube, häufig werden da einfach nur noch so diese Lerntypen abgehandelt, und man lernt ja jetzt nicht wirklich mehr, außer dass man Karteikarten nutzen sollte oder was auch immer.
Gabriel: Noch ein anderes Thema, das auch das Traurige ist, dass Menschen, teilweise auch Studenten, gar nicht mehr auf die Idee kommen, dass sie noch schneller lernen können. Also da kriegt man halt vielleicht klassisch mitbekommen, okay, es gibt auditive Lerntypen und so weiter, das ist übrigens wissenschaftlich gesehen überhaupt nicht bewiesen, es gibt keine einzige Studie, die das belegt, im Gegenteil, es stimmt einfach nicht. Und auch diese klassischen Mnemotechniken oder so etwas, das man so am Anfang mitbekommt, funktionieren bei den meisten nicht. Und viele verlieren dann das Vertrauen in sich, dass sie überhaupt noch schneller lernen können, dass das Studium eben keine Qual sein muss. Und viele müssen quasi erst neu lernen, dass es auch einfach einfach gehen kann, dass es nicht schwierig ist, und dass man auch ein Studium angenehm neben der Arbeit oder neben der Familie machen kann. Und das ist einfach, es geht, man kann viel, viel schneller lernen.
Christian: Da streift man eigentlich noch so ein bisschen ein kleines strukturelles Problem, das man auch an den Universitäten hat, nämlich dieses krasse Auswendiglernen von irgendwelchen Sachen, die man dann in den Prüfungen wiedergeben muss. Das war in der Schule eigentlich auch so ein bisschen das Problem, dass da weniger auf das Verständnis oder das da weniger darum geht, Zusammenhänge irgendwie zu verstehen, sondern erstmal wirklich ganz, ganz viele Sachen auswendig zu lernen. Also kommt sicherlich auch auf den Lehrer an, an der Uni kommt so ein bisschen auf die Veranstaltung, auf die Vorlesung an, aber es muss doch schon sehr, sehr viel auswendig gelernt werden. Und da passt es ein bisschen irgendwie in unsere Leistungsgesellschaft, wenn man das auch versucht, möglichst effizient ranzugehen. Wenn wir es müssen, dann warum dann nicht versuchen, noch ein bisschen effizienter zu werden und auch motivierter?
Christian: Dazu passt auch ein bisschen die nächste Frage, die ich habe, und zwar wollte ich vielleicht noch mal ein, zwei Sätze von dir hören zum Thema Nahrungsergänzungsmittel. Also ich sehe das beispielsweise oft auf Instagram, wo man nur so ein bisschen beobachten kann, wie lernen die Leute eigentlich. Also ich habe da sehr viele Fernstudierende, denen ich da folge, und dann posten die häufig immer so ein Bild, irgendwie wenn sie anfangen mit ihrem Lernen, Essen und Trinken, dann einfach erstmal Red Bull oder irgend so was mit haufenweise Koffein, um sich da so ein bisschen mehr zum Lernen zu motivieren, kann man ja eigentlich schon als Nahrungsergänzungsmittel bezeichnen. Aber auch Vitamine, weiß ich nicht, Vitamine die gut fürs Gehirn sein sollen, oder dann gibt es ja auch bei Amazon haufenweise sogenannte Brain Booster, also Mischungen eigentlich aus Vitaminen und Aminosäuren, teilweise auch die auf die Neurotransmitter und so weiter einwirken sollen. Was denkst du dazu? Ich schreibe jetzt morgen eine Prüfung, nützt es da was, wenn ich mir einen Brain Booster auf Amazon kaufe oder Vitamin B12 nehme oder so was? Oder bringt das eher weniger aus deiner Sicht?
Gabriel: Also meiner Meinung nach nützt das nicht wirklich etwas. Ich will gar nicht abstreiten, dass diese Brain Booster oder diese Nahrungsergänzungsmittel prinzipiell einen Effekt haben, und ein Red Bull, logischerweise, wenn man am Einschlafen ist und da noch Energie braucht, um weiterzulernen, ja, natürlich bringt das etwas. Aber was ich definitiv sagen kann, ist, dass der Effekt davon einfach sehr, sehr klein ist. Auch wenn man vielleicht theoretisch sogar ein bisschen bessere Neurotransmitter-Verhältnisse in seinem Gehirn hat, der Gesamteffekt ist 1, 2 Prozent oder so. Dann wird es sicher nicht in den zweistelligen Prozentbereich herankommen. Das heißt, wenn ich mir jetzt noch 100 Stunden Lernspaß gönne und dabei nur 2 Prozent besser werde, wenn ich dann aber mit Zusammenfassungen lerne, hat das in der Praxis dann eigentlich gar keinen nennenswerten Effekt. Klingt nett in der Theorie, natürlich funktioniert das in der Theorie, aber in der Praxis macht das doch nicht so den großen Unterschied. Das sind sogar eher so diese Peanuts-Tipps, Sachen, die in der Theorie funktionieren, die aber in der Praxis nicht wirklich einen großen Effekt haben. Dementsprechend kann man sich das auch eher sparen.
Christian: Es passt wahrscheinlich auch zu diesen klassischen Lerntechniken, wo man ja doch schon sehr viel Motivation braucht, einfach stundenlang seine Skripte irgendwie zusammenzuschreiben. Da funktioniert es vielleicht ganz gut, erstmal ein, zwei, drei Kaffee vorher zu trinken. Ich meine, dann hat man ja sowieso nach einer Stunde schon wieder so einen Kaffee-Crash, muss eigentlich gleich den nächsten trinken, damit es dann weitergeht mit der Motivation. Aber es ist nicht wirklich smart, da stimme ich dir schon zu.
Christian: Was aus meiner Erfahrung aus ein bisschen funktionieren kann, sind Aminosäuren, die beispielsweise auf den Acetylcholin-Spiegel einwirken. Also ich will jetzt auch nicht zu tief in das Thema eintauchen, aber es hilft zumindest aus meiner Sicht so ein bisschen auch beim Abruf von Erinnerungen beziehungsweise von dem, was man im Gedächtnis gespeichert hat, vielleicht auch so ein bisschen mit der Konzentrationsfähigkeit. Aber das nur so als kleiner Hinweis noch am Rande. Das ist jetzt meine Erfahrung, ich weiß auch nicht, ob es da irgendwie Studien oder so was dazu gibt. Ich habe mich sicherlich irgendwann schon mal damit auseinandergesetzt, aber da habe ich jetzt nichts parat. Wenn wir irgendwas finden, dann können wir es ja auch gerne noch mit in die Shownotes packen. Die Shownotes an unsere Zuhörer, die findet ihr übrigens, wenn ihr auf YouTube zuschaut, natürlich in der Beschreibung vom Video. Wenn ihr zuhört, dann geht einfach auf fernstudi.net/podcast/1, also fernstudi.net/podcast/1 für die erste Folge, da findet ihr dann auch die ganzen Links und so zu den Sachen, die wir euch hier erzählen.
Christian: Und eine interessante Sache, die ich jetzt noch gefunden habe, die ich auch noch anschneiden möchte, ist so ein bisschen das Thema Bewegung, vielleicht auch noch das Thema Neuroplastizität. Denn da habe ich einen sehr interessanten Podcast gehört, und ich weiß nicht, ob du diesen Podcast kennst, ist ein englischsprachiger Podcast, der heißt Huberman Lab Podcast. Also Huberman ist Professor für Neurobiologie, ich glaube, an der Stanford University müsste das sein. Und er betreibt diesen Podcast, ist momentan eigentlich einer meiner Lieblingspodcasts. Da muss man sich dann tatsächlich auch hinsetzen und viele, viele Notizen machen, weil er so viel erzählt, da wird auch so viele Studien und so weiter verwiesen, sehr interessant. Da geht es häufig auch um das Thema Lernen. Da gab es neulich einen Podcast, den Huberman geführt hat mit einer Professorin, auch ich glaube für Neurobiologie oder irgendwas, und die haben letztendlich über auch über Lernen gesprochen, so ein bisschen über das Thema, über das wir hier gerade reden, aber sehr, sehr viel auch in diesem Podcast über Bewegung geredet, also wie wichtig Bewegung ist für Neuroplastizität. Sport also, erstmal einfacher Sport, vielleicht ein bisschen Laufen zu gehen oder Spazieren zu gehen, auch Kraftsport, ja, da gibt es auch, zumindest wie im Podcast erzählt wird, einige Studien, die darauf hinweisen, dass Bewegung und Sport auch sehr, sehr wichtig sind für unsere Lernfähigkeit. Sicherlich auch schon im Kindesalter. Das ist jetzt natürlich nichts, was sozusagen eine kurzfristige Strategie ist, also wenn ich morgen meine Prüfung habe oder nächste Woche, dann reicht wahrscheinlich nicht aus, wenn ich da heute noch mal Joggen gehe, vor allem dann, wenn ich nie Joggen war oder nie so richtig Sport gemacht habe. Aber das ist auf jeden Fall ein sehr interessantes Thema. Also ich weiß nicht, wie weit du dich jetzt damit auseinandergesetzt hast, aber diesen Podcast, also die Folge, die ich hier erwähnt habe, die packe ich auch in die Shownotes. Kann ich dir auch gerne nochmal zuschicken, wenn dich das interessiert. Ja, vielleicht hast du noch eine Meinung dazu?
Gabriel: Ja, ich habe mich natürlich auch schon mal damit beschäftigt, ob man durch Sport einfach besser lernen kann. Und da ist die Studienlage auch sehr eindeutig, dass es was bringt, Sport zu machen. Also wenn man vor dem Lernen oder auch nach dem Lernen Sport macht, wird im Endeffekt mehr Wissen gespeichert, als wenn man das Ganze nicht gemacht hat. Und der Effekt ist gar nicht mal so vernachlässigbar, das sind schon so 5 bis 10 Prozent, um die das Wissen besser gespeichert wird. Also insofern bringt es schon etwas, Sport zu machen. Andererseits ist es dann auch so, dass das nicht den größten Hebel hat. Also ja, man sollte schon Sport machen, ist ja grundsätzlich auch gesund. Aber ich kann es verstehen, wenn man jetzt zehn Stunden gearbeitet hat, dann nach Hause kommt, dann noch zwei Stunden lernen möchte und danach noch Laufen gehen, also ich weiß nicht, ob ich das machen würde. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, ja klar, dann kann man das machen, dann sollte man das auch machen. Auch wenn man vielleicht erstmal am Wochenende lernt, da kann man ruhig auch mal in einer Lernpause mal an die frische Luft gehen oder Sport machen, was den Lerneffekt sicherlich verbessern wird. Den riesigen Effekt würde ich mir jetzt persönlich nicht davon erwarten, da sind jetzt andere Sachen wichtiger. Aber Sport machen ist generell nützlich auch zum Lernen, kann man schon so festhalten.
Christian: Meditation ist beispielsweise auch ein Thema, das in diesem Podcast angesprochen wird. Schlaf natürlich, ja, darüber haben wir jetzt auch noch gar nicht geredet. Wie wichtig ist Schlaf eigentlich für den Lerneffekt? Jetzt, wahrscheinlich, vielleicht kannst du da auch noch ein paar Worte dazu sagen. Wenn ich jetzt meine Prüfung nächste Woche habe oder morgen, bringt es mir da was, wenn ich jetzt die Nacht einfach mal durchlerne und dann, weiß ich nicht, mit Streichhölzern in den Augen zur Prüfung gehe?
Gabriel: Also ich gehe da eigentlich genauso ran wie bei Schlaf, Sport, Nahrungsergänzungsmitteln und so weiter, das hat alles einen Effekt, wobei auch hier der Effekt nicht allzu groß ist. Zum Schlafen ist es so, das ist schon wichtig. Man kann sich das Ganze so vorstellen: Wenn wir untertags etwas lernen, dann wird das Wissen noch nicht direkt ins Langzeitgedächtnis befördert, sondern es kommt zuerst in so eine Zwischenspeicherung, wie einen Vorraum könnte man sagen. Und erst in der Nacht, während der REM-Schlafphase, also die Schlafphase, in der wir träumen, wird dieses Wissen dann wirklich ins Langzeitgedächtnis befördert. Heißt, wenn man zum Beispiel gar nicht schläft, sehr schlecht schläft oder viel Alkohol getrunken hat und deswegen einfach weniger von diesen REM-Phasen hat, dann ist es tatsächlich so, dass das, was man quasi untertags gelernt hat, einfach weniger langfristig abgespeichert wird, weil vieles davon dann während der Nacht wieder verloren geht.
Gabriel: Also man sollte schon darauf achten, gut zu schlafen. Aber was ich sage: Es reicht, dass man noch einigermaßen gut schläft oder so was. Ich will jetzt nicht sagen, nur vier Stunden langfristig schlafen, aber wenn man jetzt auf seine sechs, sieben, acht Stunden oder so etwas kommt, dass man da nicht am nächsten Tag einschläft, dann reicht das Ganze. Man muss sich da auch keinen Kopf darüber machen. Es bringt schon was, Schlaf ist schon wichtig, aber es ist quasi wichtiger, nicht schlecht zu schlafen, als dass es wichtig ist, besonders gut zu schlafen.
Christian: Ja, eine Erfahrung habe ich auch noch gemacht vor einigen Jahren. Also ich spiele autodidaktisch Gitarre gelernt vor vielen Jahren, und hatte mal so eine Phase, da wollte ich irgendein Stück besonders schnell lernen. Und das ging jetzt nicht besonders schnell in dem Sinne, dass ich mich da einfach hingesetzt habe. Also ich habe halt dann teilweise auch so klassische Gitarre gespielt, wo man jetzt nicht einfach ein paar Akkorde anschlägt, sondern schon recht komplexe Abläufe mit seinen Fingern sozusagen lernen muss. Und jetzt nicht unbedingt so komplex wie Bach zu spielen oder so was, aber schon relativ komplizierte Sachen, das dann wirklich viel auswendig zu lernen.
Christian: Und ich habe gemerkt: Ich hatte mal so eine Phase, da hab ich dann gelernt, tagsüber, dann habe ich irgendwie eine halbe Stunde meditiert, letztendlich hat die Meditation wahrscheinlich so einen Effekt wie ein Mittagsschlaf oder so was. Und dann hatte ich den Kopf wieder frei und hatte das tatsächlich, was ich dann vorher schon gelernt hatte, schon ganz gut drin. Also das habe ich sonst nicht, davor war es immer so, ich habe tagsüber eine Übungssession gemacht für die Gitarre, ich musste dann mal warten bis zum nächsten Tag, bis ich gemerkt habe, okay, jetzt kann ich das, jetzt kann ich zum nächsten Teil des Stücks übergehen. Aber da war es so, da konnte ich wirklich mehrmals am Tag bestimmte Dinge auswendig lernen. Also ich weiß nicht, ob es da auch Studien dazu gibt zum Thema Meditation, es hat wahrscheinlich einen ähnlichen Effekt wie Schlaf. Aber es ist halt schwierig, sich da am Tag jetzt mehrmals hinzulegen und zu schlafen. Also kann jeder für sich einfach mal selber ausprobieren, was das bringt. Aber Meditation, ja, wir reden ja hier auch über effizientes Lernen, Meditation kostet natürlich auch Zeit. Vielleicht gibt es da auch so eine minimale effektive Dosis, sage ich mal, dass schon eine Viertelstunde oder so reicht, zu meditieren. Aber Meditieren muss man ja auch erstmal lernen, das kann man ja auch nicht einfach so.
Christian: So, dann möchte ich noch über ein Thema vielleicht reden, jetzt wo ich dich ja einmal im Podcast habe, das ist schon das Thema Fernstudium eigentlich, in das Thema digitales Lernen. Du hast vorhin schon mal angeschnitten, dass man vom Bildschirm nicht ganz so effizient oder effektiv lernt wie vom Papier, da gibt's ja auch Studien dazu. Und unsere Fernstudierenden oder unsere Zuhörer, die lernen ja eigentlich auch mehr und mehr direkt vom Bildschirm, also häufig vom iPad beispielsweise, wo die Skripte direkt am iPad gelesen und bearbeitet werden. Dann gibt es ja auch noch diesen Trend zur Nachhaltigkeit, sodass man denkt, ich lasse mir die Skripte lieber nicht gedruckt als Papier, sondern lasse die direkt digital. Also das ist so ein Aspekt, was das Fernstudium angeht. Und generell, ob es auch einen Unterschied macht, dass man jetzt nicht direkt Vorlesungen hat, wo man Sachen erlebt, sich mit Kommilitonen austauschen kann, sondern dass man eben nur zu Hause vor sich sitzt, die Sache nicht wirklich diskutiert, die man da lernt. Wie siehst du das?
Gabriel: Ja, ich bin persönlich ein riesiger Fan von Fernstudiengängen, weil da einfach extrem viel möglich ist. Also ich persönlich habe ja nicht im Fernstudium studiert, sehe aber einfach, weil ich mit ganz vielen Studierenden von Fernhochschulen zusammenarbeite, dass es sehr gut möglich ist, da einfach schnell durchs Studium zu kommen und das auch angenehm nebenher zu machen. Vielleicht ein Beispiel dazu: Ein Student, mit dem ich zusammengearbeitet habe, Franz, er studierte Ernährungswissenschaften an der IU, und er hat es geschafft, dass er innerhalb von sieben Monaten 55 ECTS in seinem Studium gemacht hat. Das heißt, innerhalb von sieben Monaten hat er quasi den Stoff von knapp einem Jahr schaffen können, neben seinen beiden Kindern, wohlgemerkt. Das sind auch Sachen, die gehen halt nur im Fernstudium.
Gabriel: Und vielleicht auch noch als Ermutigung dazu: Franz ist nicht als Überflieger ins Studium gestartet, überhaupt nicht. Von seinen ersten sechs Prüfungen hat er fünf nicht bestanden. Also er war am Anfang massiv hinterher, war zweimal im Drittversuch, hatte kein Abitur gehabt. Das heißt, er hat sich wirklich durchgekämpft, hat gedacht, er wäre zu blöd für sein Studium. Und dann hatte er wirklich so eine Glanzleistung hingelegt, als er in den nächsten sieben Monaten 55 ECTS gemacht hat. Also insofern bin ich ein riesiger Fan von Fernhochschulen.
Gabriel: Und zu diesem Punkt digitales Lernen: Es ist verlockend, weil natürlich mit einem iPad oder so etwas lässt es sich schon irgendwie leicht lernen, dann muss man diese Zettel nicht extra ausdrucken oder die Skripte sich nicht zuschicken lassen. Allerdings ist es so, dass einfach unser Gehirn sich Informationen besser merkt, wenn man quasi nicht digital gelernt hat, wenn man das Ganze wirklich mit einem physischen Skript machen kann, mit einem physischen Buch. Da bleibt das Wissen einfach besser hängen. Ich würde es nicht ganz verbieten oder so etwas, mit einem iPad kann man das Ganze schon machen, und wenn man auf ein paar Feinheiten achtet, dann kann man den negativen Effekt relativ reduzieren. Grundsätzlich bin ich aber schon eher ein Fan davon, einfach ganz normal zu lernen, weil das einfach schneller hängen bleibt.
Christian: Ja, interessant. Beim iPad und so, beim Lernen am Bildschirm kommt ja noch dazu, dass das Licht, also das Blaulicht, ja auch mittlerweile als nicht sonderlich gesund gilt, sich vielleicht auch negativ auf den Schlaf auswirkt, gerade wenn man jetzt später noch am Bildschirm lernt. Also das ist meine Empfehlung auch: Versucht, eher am Skript zu lernen, das kann man ruhig aber bei etwas gedämpfterem Licht machen. Das ist nicht so, wie man früher mal gesagt bekommen hat, mach das Licht an zum Lernen. Die Augen können sich ruhig auch mal ein kleines bisschen anstrengen, um etwas zu erkennen. Muss jetzt nicht Kerzenlicht oder so was sein, aber das ist immer noch besser als, zumindest spätabends, am iPad oder einem Bildschirm zu lernen und dann die ganze Zeit so zu blinzeln. Ich glaube, da bleibt dann auch nicht wirklich viel hängen.
Christian: Dann das vorletzte Thema, über das ich mal gerne noch sprechen würde: Wir haben jetzt geredet über Lerntechniken, gerade wenn es darum geht, Sachen für die Uni, für die Hochschule auswendig zu lernen. Reden wir vielleicht noch so ein bisschen darüber, über Skills also. Skills, du hast ja schon ein bisschen angedeutet, wie es ist, ein Instrument beispielsweise zu lernen. Ich geb dir mal ein anderes Beispiel. Also wer unseren YouTube-Channel verfolgt, hat vielleicht mitbekommen, ich hab so einen kleinen Sehnenriss an der Daumen-Strecksehne gehabt, das hat sich jetzt auch herausgestellt, dass die Sehne tatsächlich gerissen ist. Also ich hab ein bisschen Schwierigkeiten jetzt, den Daumen richtig normal zu bewegen. Und habe natürlich auch überlegt, wie kann das eigentlich passieren, also es war ein Unfall jetzt beim Handwerken, aber irgendwie muss das Ganze ja schon so ein bisschen vorgeschwächt sein, und das ist eigentlich auch durch die viele Arbeit wahrscheinlich an der Tastatur. Ich meine, ich habe schon eine sehr ergonomische Tastatur, aber ich arbeite jetzt seit, weiß ich nicht, 20, 30 Jahren eigentlich sogar, nutze ich Tastaturen, und das ist auf Dauer einseitig, ja, egal wie ergonomisch die Tastatur ist, und hat sicherlich auch ein bisschen dazu beigetragen, dass ich dann diesen Sehnenriss sozusagen erlitten habe.
Christian: Und da habe ich mir jetzt natürlich auch Gedanken gemacht, was kann ich machen, um weniger an der Tastatur zu arbeiten. Eine Möglichkeit ist beispielsweise Spracheingabe, das funktioniert heute schon ganz gut, heutzutage besser als noch vor zehn, fünfzehn Jahren. Eine andere Möglichkeit, die ich gefunden habe, ist, das Tastaturlayout umzustellen. Also wir benutzen ja so eine normale QWERTZ-Tastatur, wo die Buchstaben eben so gelegen sind, wie wir das kennen und wie wir das auch in der Schule gelernt haben. Aber mittlerweile weiß man, dass das eigentlich nicht sonderlich effizient zum Schreiben ist. Es gibt noch andere Tastaturlayouts, beispielsweise das Colemak-Layout, und da bewegen sich die Finger einfach nicht so viel auf der Tastatur, ist einfach viel effizienter für die Finger, ein bisschen wahrscheinlich auch deswegen dann angenehmer. Und um auf den Punkt zu kommen: Ich habe mir überlegt, okay, ich sollte jetzt langsam mal umsteigen auf diese neue Art zu schreiben. Ich habe es vor vielen Jahren schon mal probiert, nach einer Weile dann aufgegeben. Also es ist wirklich sehr lernintensiv, ein bisschen wie neu Schreiben eben zu lernen auf der Tastatur, wie das vor vielen Jahren, als man als Jugendlicher vielleicht gelernt hat, oder wie ein Instrument zu lernen. Und deswegen meine Frage: Vielleicht hast du ja auch irgendwie Tipps, wie man da rangehen kann mit Hilfe von gehirngerechtem Lernen?
Gabriel: Ja, aber ich muss auch ehrlich sagen, das ist nicht mein höchstes Expertisegebiet. Das, was ich jeden Tag mache, ist dafür zu sorgen, dass man normalen Text, Stoff wirklich schnell aufnimmt. Deswegen diese Skills, das ist nicht das, wo ich sagen würde, bin ich absoluter Experte dazu. Trotzdem habe ich natürlich einige Sachen mitbekommen, was dabei wichtig ist. Einerseits, dass wir schnelles Feedback bekommen, also dass man wirklich direkt sieht, ob das funktioniert oder eben nicht. Würde ich mir zum Beispiel vorstellen, wenn man jetzt eine neue Tastatur verwendet, dass man das relativ quasi direkt sieht, ob man richtig geschrieben hat oder nicht. Das ist auch wichtig, dass man quasi konstant das Level an Schwierigkeit steigert, also dass man nicht dann immer dieselben Sachen macht, sondern sich wirklich konstant dabei steigern kann. Und dann ist auch einfach noch wichtig, dass man es im richtigen Rhythmus wiederholt. Weil es ist einfach so, manchmal hat man diese Skills gelernt, manchmal erreicht man so ein Level, wo man einfach nicht mehr weiterkommt. Und da können manche extrem viel Zeit reinstecken, trotzdem wird der Lerneffekt nicht sonderlich größer werden oder sie werden ihre Fähigkeiten nicht wirklich verbessern. Sondern es braucht auch ein bisschen Zeit, bis das Ganze im Gehirn gespeichert ist. Diese Skills, die werden auf eine andere Art und Weise in unserem Gedächtnis gespeichert, an einem anderen Platz gespeichert. Und da müssen wir einfach auch mal eine Nacht schlafen oder so was, bis sich das Ganze wirklich verfestigen kann. So theoretisches Lernen, also Stoff lernen, kann man sehr, sehr viel an einem Tag aufnehmen. Skills ist wirklich etwas, was auch einfach eine Zeit benötigt, wo das Gehirn auch Nachtruhe braucht, um das Ganze zu verarbeiten, dass man es dann auch wirklich fix kann.
Christian: Ja, dass man Pausen braucht, das glaube ich, ist schon ein sehr, sehr guter Hinweis. Also im Wikipedia-Artikel zu diesem Colemak-Layout steht glaube ich auch, dass man im Schnitt so um die 18 Stunden, also Übungsstunden, braucht, um das einigermaßen sicher zu beherrschen. Bei so einer normalen Tastatur ist es wohl ein bisschen länger, müssten so um die 30 Stunden sein. Also man kann ja auch ein bisschen schneller lernen, aber das ist jetzt eben nicht so, dass man sich da heute hinsetzt und die nächsten 18 Stunden richtig viel Kaffee trinkt und 18 Stunden einfach die Tastatur durchübt, sondern da sind dann eben schon die Pausen sehr wichtig. Und dass man da einfach jeden Tag vielleicht eine halbe Stunde oder so was und dafür aber wirklich kontinuierlich eben jeden Tag die halbe Stunde oder die Stunde lernt, dann lernt man das wahrscheinlich auch relativ schnell. Ich schau mal, wie weit ich damit komme, vielleicht mache ich dazu auch ein YouTube-Video und dokumentiere so ein bisschen den Versuch, das Ganze zu lernen. Wie gesagt, ich kann schon ein kleines bisschen, weil ich das schon mal versucht hatte zu lernen, aber für mich sind jetzt eben so durch diesen Riss der Sehne sozusagen ein bisschen die Alarmglocken angegangen, dass da einfach ein bisschen Änderungsbedarf besteht. Aber das ist auf jeden Fall sehr hilfreich für mich zu wissen, dass ich da jetzt nicht jeden Tag sehr viel Zeit reinstecken muss, sondern eben möglichst kontinuierlich versuche, das zu lernen, und dann auch dranbleibe.
Christian: Die letzte Frage oder das letzte Thema: Vielleicht hast du für uns noch so eine kleine Erfolgsstory, ja, von einem von den Studierenden, die du so berätst. Vielleicht hast du auch einen Fernstudierenden im Kopf, oder auch jemanden, der an einer normalen Präsenzuni studiert, der mit dir zusammengearbeitet hat und, weiß ich nicht, vielleicht eine Prüfung besonders gut bestanden hat oder so. Vielleicht hast du noch ein kleines Beispiel.
Gabriel: Ja, sicher doch. Also dann kann ich gerne auch von einer Studentin an einer Fernhochschule berichten. Und zwar ist das die Sarah. Sie studiert Rechtswissenschaften im Fernstudium neben ihrem fünfjährigen Sohn und ihrem Beruf. Und bei ihr war das Ganze so, dass sie logischerweise viel Stoff im Studium hat, dann ist sie aber nicht mehr wirklich hinterhergekommen mit der Lernmenge, war einfach hinterher. Wenn sie mal Freizeit gemacht hat, dann hatte sie tatsächlich direkt ein schlechtes Gewissen danach. Und sie ist auch so ein bisschen steckengeblieben, ist da nicht mehr wirklich vorangekommen.
Gabriel: Und dann haben wir begonnen, miteinander zu arbeiten, und haben uns auf dieses gehirnoptimierte Lernen fokussiert, also dass sie das Wissen viel, viel schneller aufnehmen kann. Weil das Problem war eben auch, was mich wirklich berührt hat, dass sie mir erzählt hat, einfach weniger Zeit für ihren Sohn zu haben. Also das Ganze belastet, und teilweise musste sie ihrem Sohn sagen, dass sie keine Zeit hat, mit ihm in den Wald zu gehen und spielen zu gehen und so weiter. Das muss nicht so sein, weil durch dieses gehirnoptimierte Lernen speichert man schneller, heißt einfach, man hat mehr Zeit, kann auch mal wieder am Wochenende wirklich entspannen, am Wochenende auch mal die Uni liegen lassen, weil es so läuft. Und dann hat sie es geschafft: Innerhalb von vier Wochen hat sie eine Prüfung geschrieben, die sie mit einer 2,0 bestanden hat. Paar Wochen später konnte sie die nächste Prüfung mit einer 2 absolvieren, kommt jetzt immer viel schneller im Studium voran, wird das jetzt auch bald abschließen können, und hat immer noch Freizeit nebenher, kann Zeit mit ihrem Sohn verbringen, und ja, auch auf der Arbeit kann sie sich jetzt wieder darauf fokussieren, weil sie jetzt eben nicht nur noch ans Studium denken muss.
Christian: Und für diejenigen, die vielleicht doch genug Zeit auch für ihr Studium haben, für die ist es ja vielleicht auch interessant, die Lerntechnik so ein bisschen zu verbessern, um die Noten auch einfach zu verbessern. Also eben vielleicht doch genauso viel Zeit ins Studium zu stecken, aber dafür eben noch bessere Noten zu bekommen, als man die so durch dieses langwierige Lernen mit Hilfe von Zusammenfassungen und was auch immer bekommen würde.
Christian: Gut, also ich würde sagen, dann sind wir jetzt eigentlich alle Themen durchgegangen, die wir besprechen wollten. Vielleicht kannst du uns ganz, ganz zum Schluss unseren Zuhörern noch kurz sagen, wo man dich findet im Internet oder wie man mit dir in Kontakt treten kann und wo man dir folgen kann.
Gabriel: Mich findet man natürlich auf meiner Webseite gabrielgorbach.com, also Gabriel und dann Gorbach.com, ich glaube, das könnt ihr auch in den Shownotes verlinken. Und auf meiner Webseite kann man auch auf meinen YouTube-Kanal gehen, wo ich regelmäßig Videos hochlade, in denen es darum geht, wie man effektiver lernt, wie man das jetzt auf sein eigenes Studium anpasst. Und es war nie einfacher, mit deutlich mehr Freiheit und mehr Privatleben schnell im Studium voranzukommen. Auf der Webseite findet man auch eine Facebook-Gruppe mit ungefähr 3.000 Studenten jetzt schon, wo es einfach genau darum geht, wie man es schafft, viel effektiver zu lernen, noch mehr Motivation im Studium bekommt, das halt angenehm neben der Arbeit oder Familie machen kann. Oder einfach mal googeln: Gabriel Gorbach, dann findet man einiges dazu.
Christian: Genau, und wir verlinken das auch alles in den Shownotes. Also nochmal zur Erinnerung, geht auf fernstudi.net/podcast/1 für die allererste Folge. Die haben wir jetzt hier durchgebracht, das ist übrigens der zweite Versuch, habt ihr sicherlich mitbekommen. Und ja, da findet ihr die Links auch. Die Show findet ihr natürlich auch auf YouTube, auf unserem YouTube-Kanal. Und wenn ihr den noch nicht abonniert habt, bitte sofort abonnieren und natürlich auch den Podcast abonnieren. Den gibt es eigentlich auch überall, wo man Podcasts findet, Apple Podcasts, für Android findet ihr das und so weiter und so fort. Ja, super, dann vielen Dank, dann danke ich dir für das Gespräch! Also ich werde jetzt auch mal anfangen, an meiner Lerntechnik noch mal so ein bisschen zu feilen, insbesondere für meine Fitness-Weiterbildung. Vielen Dank und bis bald!

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