Für wen eignet sich die Weiterbildung Familienmediation?
Die berufsbegleitende Weiterbildung Familienmediation richtet sich vor allem an Juristinnen und Juristen, Beschäftigte in psychosozialen Berufsfeldern, Familienberaterinnen und Familienberater sowie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die sich auf familiäre Konfliktvermittlung spezialisieren möchten. Auch weitere Interessierte mit Bezug zu Konfliktlösung und Beratung, die bereits mediative Vorkenntnisse mitbringen, profitieren von der Spezialisierung.
Welche formalen und persönlichen Voraussetzungen musst du erfüllen?
Formale Zulassungsvoraussetzungen:
- Abschluss einer vorausgehenden Mediationsausbildung – typischerweise mindestens die Grundausbildung oder ein entsprechender Nachweis über vergleichbare Inhalte und Umfang (etwa sechs Module)
- Die Teilnahme an den Spezialisierungsmodulen „Familienmediation“ und „Supervision“ ist auch möglich, wenn du bereits als Mediatorin oder Mediator qualifiziert bist
- Die Weiterbildung setzt in der Regel eine berufsqualifizierende, meist akademische Vorbildung oder relevante Praxiserfahrung, insbesondere im Beratungs- oder Rechtsbereich, voraus
Persönliche Voraussetzungen:
- Interesse an Konfliktlösung im privaten, insbesondere familiären Umfeld
- Empathie, Kommunikationsgeschick und die Bereitschaft, in herausfordernden Gesprächssituationen zu vermitteln
- Reflexionsfähigkeit für eigene Einstellungen und Verhalten in Konfliktprozessen
- Engagement für selbstorganisiertes Lernen sowie Bereitschaft zur Teilnahme an etwa 90 Praxisstunden
Welche Inhalte und Fähigkeiten vermittelt die Weiterbildung Familienmediation?
In der Weiterbildung Familienmediation erwirbst du fundierte Kenntnisse in wissenschaftlichen Methoden und praxisorientierten Techniken der Konfliktvermittlung. Der Schwerpunkt liegt auf der Anwendung der Mediation im familiären Kontext – etwa bei Trennungen, Scheidungen, Umgangsregelungen, erbrechtlichen Streitigkeiten oder innerfamiliären Konflikten. Zu den vermittelten Kompetenzen gehören:
- Mediationsverfahren: Ablauf, Methoden und rechtliche Rahmenbedingungen professioneller Mediation in Familienangelegenheiten
- Konfliktanalyse und -diagnostik: Identifikation von Strukturen und Dynamiken familiärer Konflikte
- Gesprächsführung und Kommunikationstechniken: Sicherer Umgang mit Beteiligten, auch in emotional angespannten Situationen
- Anwendung in Erbstreitigkeiten: Umgang mit Konflikten rund um Vermögens- oder Nachfolgesituationen innerhalb der Familie
- Supervision und Reflexion: Vertiefung der persönlichen Vermittlungskompetenzen durch Supervisionseinheiten
Die Lehrinhalte richten sich nach aktuellen Standards im Bereich der Mediation und bieten eine Kombination aus theoretischem Wissen und praktischer Umsetzung. Die Praxisnähe wird durch kleine Kursgruppen (maximal 15 Teilnehmende pro Standort) und umfangreiche Übungsphasen sichergestellt.
Wie ist der Ablauf und die Organisation der Weiterbildung?
Das Zertifikatsprogramm ist berufsbegleitend organisiert und dauert insgesamt etwa 12 Monate. Der Ablauf umfasst folgende Elemente:
- 6 Basismodule Mediation – absolvierbar an einem von bundesweit 8 Standorten
- 2 Spezialisierungsmodule Familienmediation & Supervision – wählbar an den Standorten Köln oder Wismar
- Präsenzphasen: Insgesamt 2 x 3 Tage Wochenendseminar (jeweils Freitag bis Sonntag)
- 90 Stunden Weiterbildungsumfang (inkl. Supervision)
Die Kursstarts finden jeweils im Frühjahr und Herbst statt, sodass du das Programm flexibel in deine beruflichen und privaten Verpflichtungen integrieren kannst. Du erhältst nach erfolgreichem Abschluss das Hochschulzertifikat Familienmediator:in der Hochschule Wismar sowie eine Teilnahmebescheinigung 'Supervision'. Der Kurs wird mit 3 ECTS-Punkten bewertet.
Welche beruflichen Perspektiven eröffnet dir der Abschluss in Familienmediation?
Mit dem Hochschulzertifikat qualifizierst du dich gezielt für die Tätigkeit als Familienmediator:in in vielseitigen Kontexten. Typische Einsatzfelder finden sich zum Beispiel:
- Familienberatungsstellen und Jugendämter
- Rechtsanwaltskanzleien mit Familien- und Erbrechtsschwerpunkt
- Psychosoziale Dienste und Beratungsstellen
- Selbstständige oder freiberufliche Mediationstätigkeit
- Supervision im Kontext von Konfliktbearbeitung, etwa in Teams oder Organisationen
Die Weiterbildung richtet sich vorrangig an Juristen, pädagogische Fachkräfte, psychosoziale Beraterinnen und Berater sowie Rechtsanwälte, ist aber auch für andere Interessierte aus verwandten Berufsfeldern offen. Durch die formelle Anerkennung und Praxisorientierung verbessert das Zertifikat deine Karrierechancen in Organisationen, Institutionen und der beruflichen Selbstständigkeit.
Wie setzen sich die Kosten für die Weiterbildung Familienmediation zusammen?
Die Gesamtkosten der Weiterbildung betragen 4.500 Euro. Darin enthalten sind sämtliche Präsenzveranstaltungen, Lernmaterialien und die Supervisionseinheiten. Zusätzliche Gebühren fallen nicht an. Die Finanzierung kann individuell gestaltet werden:
- Arbeitgeber unterstützen häufig die Übernahme von Weiterbildungskosten
- Du kannst die Bildungsaufwendungen in vielen Fällen steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen
- Ratenzahlung nach individueller Absprache ist möglich
Da der Kurs berufsbegleitend konzipiert ist, bleibst du finanziell unabhängig und erwirbst gleichzeitig eine anerkannte Zusatzqualifikation, die sich nachhaltig auf deine berufliche Zukunft auswirkt.
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