Zulassungsvoraussetzungen
Für den MBAI® – Masterclass Business with AI gibt es keine formalen Zugangsvoraussetzungen. Du brauchst weder Abitur noch einen Studienabschluss, weder eine Berufsausbildung noch Vorkenntnisse in KI. Die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht führt den Lehrgang unter der Zulassungsnummer 7482524 und vermerkt dort ausdrücklich „keine besonderen“ Teilnahmevoraussetzungen.
Was du technisch brauchst
Die Anforderungen sind bewusst niedrig gehalten. Es reicht ein Rechner mit stabiler Internetverbindung – mehr verlangt auch die ZFU-Zulassung nicht. Weil es keine beaufsichtigte Klausur gibt, brauchst du für den Abschluss keine Webcam und kein Proctoring-Setup.
Was du persönlich mitbringen solltest
Der MBAI® ist ein Selbstlernprogramm ohne Abgabefristen und ohne festen Takt. Niemand erinnert dich, niemand mahnt. Wer sich schwer tut, ohne äußere Struktur dranzubleiben, sollte sich das ehrlich eingestehen – oder gleich den Plus-Tarif mit festen Startterminen und wöchentlichen Live-Sessions wählen.
- Selbstorganisation: rund drei Stunden pro Woche über drei Monate, frei einteilbar
- Ein reales Anwendungsfeld: Die Case Studies entfalten ihren Wert nur, wenn du sie auf ein echtes Unternehmen, Team oder Angebot beziehst
- Umsetzungsbereitschaft: Es geht ums Bauen von KI-Assistenten, nicht ums Konsumieren von Vorlesungen
- Videokompetenz statt Skriptlernen: Der Kurs besteht aus Videolektionen, klassische Studienhefte gibt es nicht
- Englisch auf Arbeitsniveau, falls du die englische Fassung wählst
Für wen der Kurs gedacht ist
Der Anbieter, die LAI Leaders of AI GmbH in Kooperation mit der Hochschule Fresenius, adressiert drei Gruppen – und die Zuschnitte sind trennscharf genug, um daran die eigene Passung zu prüfen.
| Profil | Was der MBAI® hier leistet |
|---|---|
| Selbstständige und Solopreneure | Eigene Kapazität hebeln: Assistenten für Recherche, Angebotserstellung, Content und Terminorganisation. Für diese Gruppe ist auch die KOMPASS-Förderung des Plus-Tarifs relevant. |
| Unternehmensinhaberinnen und Unternehmensinhaber | Grundlage für eine rechtskonforme KI-Einführung im eigenen Betrieb, inklusive Governance-Fragen und der KI-Kompetenzpflicht aus dem EU AI Act. |
| Führungskräfte im Angestelltenverhältnis | Sinnvoll, wenn du Entscheidungsspielraum für Prozesse und Tools hast. Ohne diesen Spielraum bleiben die Case Studies eine Trockenübung. |
Nicht gedacht ist der Kurs für alle, die technisch tiefer wollen. Wer Modelle trainieren, Pipelines bauen oder Python lernen möchte, findet hier bewusst nichts davon – für diesen Weg passen die technischen Zertifikatskurse in der Übersicht der KI-Weiterbildungen deutlich besser.
Der MBAI® hat eine ungewöhnliche Konstruktion. Entwickelt und betrieben wird er von der LAI Leaders of AI GmbH aus Berlin, die auch die ZFU-Zulassung hält. Verkauft wird er zusätzlich über den Zertifikatsshop der Hochschule Fresenius, und das Abschlusszertifikat tragen beide gemeinsam. Wer wissen will, was er hier kauft, muss diese Arbeitsteilung verstehen. Den Kurs kann man natürlich auch direkt bei den Leaders auf AI buchen. Und einen zweiten Punkt: Der Kurs vergibt keine ECTS-Punkte.
Was lernst du im MBAI® – Masterclass Business with AI?
Der MBAI® vermittelt den betriebswirtschaftlichen Einsatz generativer KI, nicht ihre technischen Grundlagen. Du arbeitest sechs Module durch, von Fundamentals über Innovation, Marketing, Sales und Microsoft bis Leadership, und löst in fünf davon eine Case Study. Das Ergebnis ist kein Prüfungswissen, sondern ein Set von rund 15 KI-Assistenten für den eigenen Betrieb.
Der Einstieg über die Fundamentals legt das Handwerkszeug: strukturiertes Prompting nach dem ACTION®-Prinzip, dazu eine Bibliothek von über 500 vorformulierten Prompts. Das klingt nach Listenware, ist aber die Voraussetzung für alles Weitere. Die Case Studies bauen darauf auf, dass du Aufgaben präzise an ein Modell übergeben kannst.
Die drei Fachmodule Innovation, Marketing und Sales folgen einem gemeinsamen Muster: erst Analyse, dann Automatisierung. Du entwickelst datenbasierte Marktanalysen, baust Redaktionsplanung und Newsletter-Strecken um, entwirfst Gesprächsleitfäden für den B2B-Vertrieb und automatisierst die Meeting-Nachbereitung. Das Microsoft-Modul ist der technischste Teil des Programms. Hier geht es um Copilot Studio, also um Assistenten, die tatsächlich an Unternehmensdaten und Teams-Strukturen andocken.
Die Assistenten, die dabei entstehen, decken diese Bereiche ab:
- Executive Office: Terminorganisation, Priorisierung, Meeting- und Dokumentenvorbereitung
- Business Development: Zielkundenrecherche, Marktlücken, Bewertung strategischer Risiken
- Marketing: Texte, Landingpages, Kampagnenbewertung aus Kundensicht
- Sales: Gesprächsleitfäden, Lead-Vorbereitung, Einwandbehandlung
- HR und Recht: Onboarding, Rollenprofile, EU-AI-Act-Risikoprüfung und Compliance-Checklisten
Das Leadership-Modul schließt mit dem, was in vielen KI-Kursen fehlt: Change Management und Governance. Also die Frage, wie ein Team eine Technologie annimmt, die es zunächst als Bedrohung liest. Ein Bonusblock zum Thema Aktualität rundet das Programm ab, inklusive ethischer Leitlinien und dem Aufbau eigener Beobachtungsroutinen.
Bemerkenswert ist die Tool-Auswahl. Der Kurs arbeitet ausschließlich mit europäischen Anbietern und etablierten Microsoft-Lösungen: Langdock, Make, Copilot Studio, Flux und tl;dv. Für Betriebe, die DSGVO-Konformität nachweisen müssen, ist das ein handfester Unterschied zu Programmen, die ihre Übungen auf US-Consumer-Tools aufbauen.
Wie läuft der MBAI® ab?
Der Kurs läuft vollständig online und asynchron. Du lernst mit Videolektionen statt mit Studienheften, startest jederzeit und teilst dir das Tempo selbst ein. Die ZFU setzt eine Gesamtdauer von drei Monaten bei rund drei Wochenstunden an, insgesamt etwa 90 Stunden. Klassische Prüfungen gibt es nicht.
Lernplattform und Material
Leaders of AI betreibt inzwischen eine eigene Lernplattform mit integriertem KI-Tutor, frühere Jahrgänge lernten noch auf Mighty Networks. Gedruckte oder herunterladbare Studienskripte gibt es nicht. Wer beim Lernen mitschreiben oder markieren will, muss sich das selbst organisieren. Dafür sind alle Inhalte in kurze Einheiten geschnitten, die sich in Randzeiten wegarbeiten lassen.
Prüfungsleistung: fünf Case Studies statt Klausur
Für das Hochschulzertifikat musst du vier von fünf Case Studies bestehen. Die Bewertung läuft zweistufig: Ein KI-System gibt die erste Einschätzung, ein Dozent oder eine Dozentin prüft sie nach. Eine Klausur, eine Hausarbeit oder einen Abschlusstest gibt es nicht. Der ZFU-Eintrag führt unter „Art des Abschlusses“ den Vermerk „keine Prüfung“.
Live-Sessions und Präsenzpflichten
Präsenztermine an einem festen Ort gibt es keine. Im Standardtarif finden regelmäßig freiwillige Zoom-Sessions mit Expertinnen und Experten statt, die du besuchen kannst, aber nicht musst. Der Plus-Tarif arbeitet anders: feste Starttermine, Lerngruppen von maximal 21 Personen und 14 wöchentliche Live-Sessions, die aufgezeichnet werden. Wer feste Termine als Motor braucht, ist dort besser aufgehoben.
Zeitaufwand und Flexibilität
Die kalkulierten 90 Stunden sind eine großzügige Obergrenze. In unserem eigenen Durchlauf lagen die getrackten Lernzeiten bis kurz vor Abschluss bei rund 30 Stunden. Wer die optionalen Deep Dives auslässt und konzentriert arbeitet, ist deutlich schneller durch als in drei Monaten. Beim Zugriff unterscheiden sich die Tarife: Der Standardtarif bringt ein Jahr Community-Zugang, lebenslangen Zugriff gibt es nur im Plus. Als zugelassener Fernlehrgang unterliegt der Kurs dem Fernunterrichtsschutzgesetz, du hast also ein gesetzliches Widerrufsrecht.
Was kostet der MBAI® und welche Förderung gibt es?
Der MBAI® kostet 1.900 Euro, der MBAI® Plus 4.900 Euro, beide umsatzsteuerbefreit. Dazu kommen laut ZFU rund 20 Euro für Arbeitsmaterialien. Einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit gibt es nicht, denn der Kurs ist nicht AZAV-zertifiziert. Gefördert wird ausschließlich der Plus-Tarif.
- KOMPASS (Deutschland): bis zu 90 Prozent für Solo-Selbstständige, Eigenanteil dann rund 490 Euro
- FFG „Skill Check“ (Österreich): 50 Prozent je Mitarbeitendem für bis zu fünf Personen pro Unternehmen
- Steuerlich: bei beruflicher Nutzung als Betriebsausgabe oder Werbungskosten ansetzbar
- Kein BAföG, weil es sich nicht um ein Studium handelt
Beide Förderwege werden individuell geprüft, ein Rechtsanspruch besteht nicht. In beiden Fällen ist die Kursgebühr zunächst vollständig vorzustrecken. Ohne Förderung bleibt die Rechnung ehrlich betrachtet sportlich: 1.900 Euro für ein Programm ohne Prüfungsabschluss. Im Vergleich der KI-Weiterbildungen im Fernstudium liegt der MBAI® damit im oberen Mittelfeld. Die Spanne der Kategorie reicht von unter 300 Euro für kompakte Grundlagenkurse bis über 5.000 Euro für technische Langprogramme.
Welche beruflichen Perspektiven eröffnet der MBAI®?
Der MBAI® qualifiziert nicht für einen neuen Beruf, sondern erweitert den bestehenden. Realistisch sind Rollen wie KI-Verantwortliche im Mittelstand, Projektleitung für KI-Einführungen, Marketing- oder Vertriebsverantwortung mit Automatisierungsschwerpunkt und Beratung im eigenen Fachgebiet. Belastbare Gehaltsdaten für ein Zertifikat dieser Art existieren nicht, wer solche Zahlen verspricht, erfindet sie.
Den stärksten konkreten Nutzen liefert der Kurs beim EU AI Act. Artikel 4 verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen dazu, für ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu sorgen. Leaders of AI führt das Programm ausdrücklich als Erfüllungsnachweis dafür. Für Geschäftsführungen, die diese Pflicht dokumentieren müssen, ist das oft der eigentliche Kaufgrund, nicht der Lerninhalt allein.
Beim Zertifikat selbst lohnt der genaue Blick.
Als Nachweis erworbener Kompetenz ist das Zertifikat trotzdem brauchbar. Es trägt den Namen einer staatlich anerkannten Hochschule, lässt sich in LinkedIn-Profile einbinden und steht hinter einem Programm, das 2025 und 2026 mit dem eLearning Award ausgezeichnet wurde. Eine Hochschulzugangsberechtigung oder einen akademischen Grad begründet es nicht.
Für wen lohnt sich der MBAI® – und für wen nicht?
Die Entscheidung hängt weniger am Inhalt als an der Frage, wozu du das Zertifikat brauchst.
Der MBAI® passt zu dir, wenn:
- du ein eigenes Unternehmen, Team oder Angebot hast, auf das du die Case Studies anwenden kannst
- du die KI-Kompetenzpflicht aus Artikel 4 des EU AI Act dokumentieren musst
- du auf DSGVO-konforme europäische Tools angewiesen bist und keine US-Consumer-Dienste einsetzen darfst
- du Wert auf Umsetzung legst und Videolernen mit praktischen Aufgaben dem Skriptlernen vorziehst
- du als Solo-Selbstständige oder Solo-Selbstständiger die KOMPASS-Förderung für den Plus-Tarif nutzen kannst
Such dir etwas anderes, wenn:
- du Leistungspunkte brauchst. Der Kurs vergibt keine ECTS. Wer sich etwas auf ein Studium anrechnen lassen will, sollte zu einem Zertifikatskurs mit echter Prüfungsleistung greifen.
- du technische Tiefe suchst. Modelle trainieren, Python, Machine Learning, MLOps: nichts davon ist Programminhalt.
- du keinen Entscheidungsspielraum hast. Ohne eigenen Anwendungsfall bleiben fünf Case Studies eine Trockenübung, für die 1.900 Euro schwer zu rechtfertigen sind.
- du feste Termine brauchst, aber nur den Standardtarif zahlst. Die Zoom-Sessions sind freiwillig, verbindliche Struktur gibt es nur im Plus, zum zweieinhalbfachen Preis.
Wie der Kaufprozess und der Einstieg in der Praxis aussehen, zeigt unser Video zur Einschreibung bei der Hochschule Fresenius und den Leaders of AI. Weitere Programme und ihre Zuschnitte findest du im Magazinbeitrag KI für Manager: Welche Online-Weiterbildung passt zu dir?, alle Anbieterdaten im Profil der Hochschule Fresenius.
Häufige Fragen zum MBAI® – Masterclass Business with AI
Nein. Die Hochschule Fresenius weist für den Kurs 0 Credit-Points aus, und die ZFU führt unter „Art des Abschlusses“ den Vermerk „keine Prüfung“. Frühere Programmfassungen wurden mit einer optionalen Klausur für 15 ECTS beworben. Dieser Weg wird aktuell nicht mehr angeboten. Wenn du Leistungspunkte für ein Studium brauchst, lass dir das vorab schriftlich von der Anerkennungsstelle bestätigen.
Beide gemeinsam. Das Hochschulzertifikat wird von der Hochschule Fresenius und der Leaders of AI GmbH ausgestellt und erreicht dich innerhalb einer Woche nach Abschluss. Die inhaltliche Entwicklung und der Betrieb der Lernplattform liegen bei Leaders of AI, die auch die ZFU-Zulassung 7482524 hält. Die Hochschule Fresenius vertreibt den Kurs über ihren Zertifikatsshop und gibt dem Abschluss ihren Namen.
Leaders of AI gibt an, dass der Abschluss die Voraussetzungen nach Artikel 4 des EU AI Act erfüllt. Dieser Artikel verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals zu sorgen. Eine behördliche Zertifizierung dieser Konformität gibt es nicht, die Einschätzung stammt vom Anbieter. Für die eigene Dokumentation ist der Nachweis einer strukturierten Schulung dennoch verwertbar.
Ja. Der MBAI® ist in einer deutschen und einer englischen Fassung verfügbar, das gilt für den Standard- wie für den Plus-Tarif. Du entscheidest dich bei der Anmeldung. Weil der Kurs vollständig online läuft und keine Präsenztermine kennt, ist er auch aus dem Ausland ohne Einschränkungen absolvierbar.
Die Inhalte sind identisch, die Betreuung nicht. Der Standardtarif für 1.900 Euro ist reines Selbstlernen mit jederzeitigem Start, Dozentenfeedback auf die Case Studies und einem Jahr Community-Zugang, ergänzende Zoom-Sessions sind freiwillig. Der Plus-Tarif für 4.900 Euro arbeitet mit festen Startterminen, Lerngruppen bis 21 Personen, 14 wöchentlichen Live-Sessions, im Team gelösten Case Studies und lebenslangem Zugriff. Nur der Plus-Tarif ist förderfähig.
Nein. Der Kurs läuft zu 100 Prozent online, Präsenztermine an einem festen Standort gibt es nicht. Weil auch keine beaufsichtigte Klausur vorgesehen ist, brauchst du kein Prüfungszentrum und kein Proctoring-Setup. Die allgemeinen Angaben zu Klausurterminen und Prüfungszentren im Zertifikatsshop der Hochschule Fresenius beziehen sich auf andere Kurse und treffen auf den MBAI® nicht zu.
Studienberatung
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Ich hatte jede Menge Vorwissen, und trotzdem hatte der Kurs für mich genug Tiefe. Er hat mein Denken, was AI & Management angeht, grundlegend umgekrempelt.
Meine ehrliche Einordnung zur „Tiefe“:
Wenn du Tiefe als „technisch/ML-Engineering, Modelle bauen, Mathe, MLOps, eigene Pipelines“ meinst: Dann ist der Kurs nicht geeignet.
Wenn du Tiefe als „AI in der Organisation wirklich wirksam machen“ meinst (Use Cases, Prozesse, rechtssicherer Einsatz, Adoption, Führung, Sales/Marketing-Impact): Dann absolut sinnvoll – vor allem über die Case Studies und den Austausch.