Für wen eignet sich die Ausbildung in Suchtberatung – und was brauchst du?
Die Weiterbildung passt zu Berufstätigen, die mit Menschen arbeiten und ihr Handeln in Richtung Suchtprävention und Beratung professionalisieren wollen. Typische Profile sind Fachkräfte aus Pflege, Sozialarbeit oder Heilerziehungspflege, die in Beratung, Prävention oder Krisenintervention sicherer werden möchten. Ebenfalls geeignet ist die Ausbildung für Mitarbeitende in Personal- und Gesundheitsdiensten von Unternehmen, die suchtbezogene Fälle erkennen und begleiten wollen, sowie für pädagogische Fachkräfte in Schule, Jugendhilfe oder Straffälligenhilfe, die riskanten Konsum adressieren und Angehörige einbeziehen.
- Pflege, Sozialarbeit, Rettungsdienst: Beratungskompetenz für Betroffene und Angehörige ausbauen
- HR, BGM, Betriebsrat: Ansprechperson bei Suchtproblemen im Betrieb werden
- Kita, Schule, Jugendhilfe: Prävention planen und Gespräche strukturiert führen
Zulassungsvoraussetzungen
Für die Teilnahme benötigst du eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium. Alternativ ist der Einstieg über Berufspraxis möglich. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Abgeschlossene Ausbildung oder Hochschulabschluss und mindestens 1 Jahr Berufserfahrung
- Alternativ: einschlägige mehrjährige Berufspraxis – Quereinstieg ist möglich
- Unterrichtssprache: Deutsch; sichere Deutschkenntnisse für Fachtexte und Beratungssituationen
- Staatlich geprüfter und zugelassener Fernunterricht (ZFU-Nr. 7153505)
Die Ausbildung schließt mit einer schriftlichen Abschlussarbeit ab. Sie ist als Blended-Learning-Fernunterricht organisiert und kann zu 100 % digital absolviert werden; einzelne Seminare finden je nach Thema in Präsenz statt.
Persönliche Voraussetzungen
Entscheidend sind Selbstorganisation, Empathie und eine klare Haltung in herausfordernden Gesprächen. Du solltest reflektiert mit Nähe und Abgrenzung umgehen, belastbare Kommunikations- und Dokumentationsroutinen aufbauen und bereit sein, eigenes Verhalten regelmäßig zu spiegeln. Realistisch einplanen solltest du etwa 10 Stunden Lernzeit pro Woche – verteilt auf Studienbriefe, Webinare, Seminare sowie die Vorbereitung von Beratungsübungen und der Abschlussarbeit. Wer zusätzlich Schichtdienst, Familie oder Projektspitzen hat, plant fixe Lernfenster und Puffer ein.
- Durchhaltevermögen: kontinuierlich lernen statt „Endspurt"
- Struktur: Termine früh buchen, Lernziele je Modul setzen
- Praxisfokus: Inhalte zeitnah im Arbeitsfeld erproben und Feedback einholen
Hilfreich sind Grundwissen in Psychologie, Soziologie oder Gesundheitswesen sowie Offenheit für systemische und motivierende Gesprächsführung. Wichtig: Selbstfürsorge gehört dazu – definiere Grenzen, nutze Supervision oder kollegiale Beratung, damit du dauerhaft wirksam bleibst.
Was lernst du in der Suchtberatung an der ALH-Akademie?
Du erwirbst fundiertes Wissen zu Suchtentstehung, Diagnostik und Beratung – kombiniert mit praxistauglichen Methoden für Einzel- und Gruppensettings. Der Fokus liegt auf motivierender Gesprächsführung, systemisch-lösungsorientierten Ansätzen und Prävention, damit du Betroffene und Angehörige fachlich sicher begleiten kannst.
Grundlagen und Medizin: Biopsychosoziale Modelle von Sucht, Komorbiditäten, substanzbezogene und nicht-substanzbezogene Süchte. Dazu medizinische Aspekte, Risiken und Verläufe – von Alkohol und Medikamenten bis zu Mediensucht.
Beratungsprozess und Methoden: Aufbau des Erstkontakts und Vertrauens, strukturierte Anamnese, Zielarbeit, Krisenintervention. Du trainierst die Motivierende Gesprächsführung, erhältst eine Toolbox für den Beratungsalltag und lernst, Beratungsprozesse im Einzel- und Gruppensetting aufzubauen.
Systemische Perspektiven und Umfeldarbeit: Arbeit mit Familien und Angehörigen, systemisch-lösungsorientierte Techniken, Setting „Beruf/Arbeit“. Rechtliche Rahmenbedingungen und Datenschutz runden die Praxis ab.
Selbstreflexion und professionelle Rolle: Biografiearbeit, Rollenklarheit, Selbstfürsorge und Resilienz, um dich langfristig gesund im Beratungsberuf zu halten.
Vertiefungen und Abschluss: Du erhältst zwei Zusatz-Zertifikate („Schwerpunktwissen Substanz- und Verhaltenssüchte“ sowie „Motivierende Beratung & systemische Methoden“). Den Abschluss bildet eine Abschlussarbeit, die du ortsunabhängig erstellst.
Wie läuft der Fernlehrgang Suchtberatung ab?
Der Lehrgang ist als Blended Learning konzipiert: 11 Studienbriefe, 7 Webinare, 4 Webcasts, 1 Online-Vorlesung und 4 Seminare (insgesamt ca. 6,5 Tage). Viele Termine sind digital, einzelne Seminare finden in Köln statt. Abschluss durch eine flexibel schreibbare Arbeit. ZFU-Zulassung: 7153505.
Studienmaterial und Lernformat
Die Basis bilden verständlich aufbereitete Studienbriefe (digital oder gedruckt). Ergänzend lernst du live in Webinaren und Seminaren, vertiefst Inhalte per Webcasts und Online-Vorlesung. Übungen, Gesprächssimulationen und Praxisbeispiele sichern den Transfer in deinen Berufsalltag.
Prüfungen und Leistungsnachweise
Der Leistungsnachweis erfolgt primär über die Abschlussarbeit, die du zeit- und ortsunabhängig erstellst. In den Seminaren und Webinaren arbeitest du aktiv mit und übst Methoden; Aufzeichnungen stehen meist zur Verfügung, falls ein Termin nicht passt.
Präsenztermine: wie oft und wo?
Die meisten Termine sind digital. Einzelne Seminare werden in Präsenz angeboten, wenn es didaktisch sinnvoll ist. Plane daher mit bis zu 6,5 Präsenztagen in Köln – verteilt über den Lehrgang. Viele Termine finden auch am Wochenende statt.
Zeitaufwand, Starttermine und Flexibilität
Rechne mit etwa 10 Stunden pro Woche. Die Regelstudienzeit beträgt 14 Monate; danach hast du weitere 12 Monate kostenfreien Zugriff auf Unterlagen und Betreuung. Start ist mehrmals jährlich (z. B. April, Juni, Oktober, Dezember) – so bleibst du planbar und flexibel.
Staatlich geprüfter Fernunterricht (ZFU-Nr. 7153505) – Unterlagen und Lernwelt sind jederzeit zugänglich.
Was kostet die Suchtberatung an der ALH-Akademie?
Du zahlst regulär 169 € monatlich über 14 Monate (2.366 €) plus 150 € Prüfungsgebühr. Der Gesamtpreis liegt damit bei 2.516 €. Digitale Lernmedien, Seminare/Webinare und die persönliche Studienbetreuung sind im Preis enthalten.
Zusatzkosten können für Anreise und Unterkunft an Präsenzterminen in Köln entstehen. Eine kostenfreie Betreuungsverlängerung (12 Monate Zugriff) ist inkludiert – ohne versteckte Verlängerungsgebühren. Tipp zur Finanzierung: Weiterbildungskosten sind in der Regel steuerlich absetzbar (Werbungskosten/Betriebsausgaben). Arbeitgeber beteiligen sich häufig im Rahmen von Personalentwicklung oder BGM – sprich frühzeitig darüber. Ein Bildungsgutschein ist nicht vorgesehen, da keine AZAV-Zulassung ausgewiesen ist.
Welche Berufe und Gehälter sind nach dem Fernlehrgang Suchtberatung möglich?
Die Perspektiven hängen stark von deiner Grundqualifikation ab. Mit dem Zertifikat qualifizierst du dich für Beratung, Prävention und Begleitung – in Einrichtungen, Kliniken, Betrieben oder selbstständig. Übliche Einstiegs- bis Erfahrungsgehälter bewegen sich meist zwischen 34.000 und 55.000 € brutto jährlich, in Leitungs- oder BGM-Rollen auch darüber.
- Beraterin/berater in Suchthilfe- und Sozialberatungsstellen – Fallarbeit, Angehörigenberatung, Netzwerkarbeit; ca. 36.000–50.000 € p. a.
- Fachkraft Suchtprävention in Jugend- und Sozialeinrichtungen – Programme entwickeln und umsetzen; ca. 34.000–46.000 € p. a.
- Mitarbeit in Kliniken/Reha (z. B. Entwöhnung, Nachsorge) – Motivation, Rückfallprophylaxe; ca. 38.000–52.000 € p. a.
- Betriebliche Gesundheitsförderung/BGM mit Schwerpunkt Suchtprävention – Konzepte, Workshops; ca. 42.000–60.000 € p. a.
- Selbstständige Beratung – Einzelberatung, Gruppen, Präventionskurse; typische Tagessätze 400–800 € je nach Angebot und Region.
Wichtig: Der Abschluss ist nicht staatlich reglementiert und ersetzt keine therapeutische Approbation. Für erweiterte Rollen können anschlussfähige Qualifikationen sinnvoll sein, etwa in Beratung, Psychologie oder BGM – je nach Zielrolle und Arbeitgeberanforderungen.
Für wen lohnt sich die Suchtberatung – und für wen nicht?
Der Lehrgang lohnt sich, wenn du praxisnah in Beratung und Prävention arbeiten willst und bereits eine passende Grundqualifikation mitbringst. Er ist auf berufsbegleitendes Lernen ausgelegt und verbindet Theorie mit methodischer Übung – online und punktuell in Präsenz.
- Wenn du in Sozialarbeit, Pflege, Pädagogik, Therapieumfeld oder BGM tätig bist und deine Beratungskompetenz zu Sucht vertiefen möchtest.
- Wenn du flexible Formate brauchst: viel Digital-Lernen, planbare Termine, ca. 10 Stunden/Woche neben Beruf und Familie.
- Wenn du konkrete Tools (Motivierende Gesprächsführung, systemische Techniken, Krisenintervention) für den direkten Praxiseinsatz suchst.
- Wenn du Präventionskurse perspektivisch über die ZPP einreichen willst – in Kombination mit geeignetem Hochschulabschluss im Sozial-/Pädagogikbereich.
Nicht jede Erwartung passt zu diesem Abschluss. Prüfe die folgenden Punkte ehrlich – sie entscheiden über deine Zufriedenheit und den echten Nutzen der Weiterbildung.
- Wenn du eine staatlich reglementierte Berufsqualifikation oder eine therapeutische Approbation erwartest – das bietet der Lehrgang nicht.
- Wenn du keine Präsenz einplanen kannst: einzelne Seminare finden in Köln statt (insgesamt bis zu ca. 6,5 Tage), Reisezeit-/kosten können anfallen.
- Wenn du neben einem Vollzeitjob keine 10 Stunden/Woche fürs Lernen freimachen kannst – dann wird der Workload zur Hürde.
- Wenn du zwingend eine AZAV-Förderung/Bildungsgutschein brauchst – hierfür ist keine Zulassung ausgewiesen.
Studienberatung
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