Für wen eignet sich die MPU-Beratung-Ausbildung – und was musst du mitbringen?
Die Ausbildung richtet sich an Fachkräfte, die bereits in der Suchtarbeit oder Beratung tätig sind und Klientinnen und Klienten gezielt auf die Medizinisch-Psychologische Untersuchung vorbereiten wollen. Geeignet bist du, wenn du als Suchtberaterin oder Suchtberater in einer Beratungsstelle arbeitest, wenn du als psychologische oder pädagogische Fachkraft mit Suchtbezug berätst (z. B. in der Jugend-, Behinderten- oder Straffälligenhilfe) oder wenn du in einem therapeutischen Kontext Klientenkontakt hast und deine Beratungskompetenzen um das Feld MPU erweitern möchtest. Auch wer sich perspektivisch selbstständig machen will – etwa mit einem Zusatzangebot zur bestehenden Beratungspraxis – findet hier eine passgenaue Qualifizierung.
Zulassungsvoraussetzungen
Für die Teilnahme sind berufliche Vorkenntnisse in Suchtberatung bzw. suchtbezogener Beratung nötig. Ein Abitur oder Hochschulabschluss ist nicht erforderlich – entscheidend sind Qualifikation und Beratungserfahrung im Feld.
- Abgeschlossene Qualifikation als Suchtberaterin oder Suchtberater
- Oder: psychologische, pädagogische oder therapeutische Fachkraft mit nachweisbaren Suchtkenntnissen und Beratungskompetenzen
- Oder: eine gleichwertige, einschlägige Qualifikation
Die Ausbildung ist zu 100 % digital organisiert und startet im April und Oktober. Der Abschluss ist das ALH-Zertifikat „MPU-Beratung (ALH)“ nach Teilnahme am digitalen Seminar und der erfolgreichen Fallarbeit. Hinweise zu einer Anrechnung externer Vorleistungen sind nicht vorgesehen.
Persönliche Voraussetzungen
Was im Alltag zählt: verlässliche Selbstorganisation, empathische Gesprächsführung und die Bereitschaft, Verhaltensänderung fachlich fundiert zu begleiten. Du solltest verbindlich kommunizieren können, in Rollenspielen konstruktives Feedback geben und auch in herausfordernden Situationen professionell bleiben. Plane realistisch etwa 10 Stunden pro Woche für Lernmaterial, Web-Cast, Vorbereitung der Fallarbeit und das digitale Seminar ein – über einen Zeitraum von 2 Monaten, mit anschließend weiteren 2 Monaten Zugriff und Betreuung.
- Strukturierte Arbeitsweise – sinnvoll für Selbstlernphasen und die Erarbeitung deines Vorbereitungskonzepts
- Reflexionsfähigkeit – um eigene Haltungen zu Sucht, Compliance und Rückfallprävention zu prüfen
- Belastbarkeit und Geduld – Klientinnen und Klienten kommen oft mit Druck, Fristen und Vorurteilen zur MPU
- Praxisfokus – Freude an Fallarbeit und Gesprächssimulationen, die einen großen Teil der Ausbildung ausmachen
Gut zu wissen für die Vereinbarkeit: Die Online-Termine werden mehrfach im Jahr angeboten – teils am Wochenende, teils an Wochentagen. So lässt sich die Ausbildung neben Beruf und Familie planen, wenn du Deadlines früh im Kalender sicherst und Lernfenster konsequent blockst.
Was lernst du in der Ausbildung MPU-Beratung an der ALH-Akademie?
Du eignest dir fundiertes Wissen zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung an und bereitest Klientinnen und Klienten gezielt auf den psychologischen Teil vor. Du trainierst Beratungsmethoden für stabile Verhaltensänderungen und entwickelst ein eigenes Vorbereitungskonzept – praxisnah mit Rollenspielen, Fällen und einer abschließenden Fallarbeit.
MPU-Grundlagen und Ablauf: Du verstehst Anlass, Struktur und Bewertungskriterien der MPU. Dazu gehören medizinische und psychologische Bestandteile, typische Fragestellungen im Untersuchungsgespräch sowie Anforderungen an Einsicht und Veränderungsbereitschaft.
Beratung und Verhaltensänderung: Du lernst Gesprächsführung, Motivationsarbeit und Rückfallprophylaxe einzusetzen. Ziel ist, reflektierte Haltungen zu fördern und nachhaltige Verhaltensanpassungen zu begleiten – zentral für eine erfolgreiche Begutachtung.
Praxis mit Rollenspielen und Fällen: In digitalen Seminaren übst du Beratungssituationen realitätsnah. Du analysierst Praxisfälle, schärfst deine Diagnostik im Beratungssetting und verknüpfst Theorie mit Anwendung – mit Feedback aus der Gruppe und durch die Studientutorin.
Konzept- und Angebotserstellung: Du erarbeitest ein strukturiertes MPU-Vorbereitungskonzept, planst Abläufe von Erstkontakt bis Abschlussgespräch und definierst Bausteine für Einzelsitzungen oder Gruppentrainings. So legst du die Basis für Beratungsstellen, Kooperationen mit Fahrschulen oder eine selbstständige Tätigkeit.
Formaler Abschluss: Der Nachweis der Teilnahme am digitalen Seminar sowie die erfolgreiche Bearbeitung der Fallarbeit führen zum ALH-Zertifikat „MPU-Beratung (ALH)“.
Wie läuft die Ausbildung MPU-Beratung ab?
Die Ausbildung ist 100 % digital und dauert 2 Monate, plus 2 weitere Monate Zugriff und persönliche Studienbetreuung. Du kombinierst einen Webcast (asynchron) mit einem digitalen Live-Seminar (insgesamt 3 Tage) und rechnest mit etwa 10 Stunden Lernzeit pro Woche.
Lernformate und Studienmaterial
Du lernst im Blended-Learning-Format: Ein Webcast liefert Fachinput und integrierte Quizze, die du flexibel bearbeitest. Das digitale Live-Seminar vertieft Inhalte in Gruppenarbeit, Diskussionen und Rollenspielen. Begleitend nutzt du Studienbriefe und erhältst persönliche Unterstützung durch deine Studientutorin.
Leistungsnachweise und Prüfungen
Für das Zertifikat sind zwei Leistungen entscheidend: die dokumentierte Teilnahme am digitalen Seminar und eine Fallarbeit als praxisnaher Abschlussnachweis. Schriftliche Präsenzklausuren gibt es nicht; alle Leistungsnachweise werden online erbracht.
Präsenzpflichten – komplett online
Es gibt keine Vor-Ort-Termine. Die „Präsenz“ besteht aus Live-Online-Seminaren (insgesamt 3 Tage), die mehrmals im Jahr angeboten werden – wahlweise an Wochenenden oder unter der Woche. So lässt sich die Teilnahme gut mit Dienstplänen und Familienzeiten abstimmen.
Zeitaufwand und Flexibilität
Plane etwa 10 Stunden pro Woche ein – realistisch neben einem Job, wenn du Lernblöcke setzt. Start ist jeweils im April und Oktober. Nach den 2 Monaten Regelzeit bleiben dir weitere 2 Monate mit Betreuung und vollem Unterlagenzugriff. Das erhöht die Planungssicherheit ohne Zusatzwege oder Reisen.
Was kostet die Ausbildung MPU-Beratung an der ALH-Akademie?
Der Gesamtpreis beträgt 298 € und umfasst digitale Materialien sowie persönliche Studienbetreuung. Zusätzliche Prüfungsgebühren fallen nicht an. Reisekosten entfallen, da alle Termine online stattfinden. Ein Internetfähiges Endgerät solltest du einplanen.
Steuerlich lassen sich die Kosten in der Regel als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ansetzen. Viele Arbeitgeber unterstützen berufsrelevante Weiterbildungen – kläre Zuschüsse oder Bildungsurlaub frühzeitig. Eine Finanzierung über Bildungsgutschein ist hier nicht vorgesehen, da es sich nicht um eine AZAV-geförderte Maßnahme handelt.
Welche Berufe und Gehälter sind nach der Ausbildung MPU-Beratung möglich?
Du qualifizierst dich für Beratungsangebote rund um die MPU – angestellt oder auf Honorarbasis. Einsatzfelder reichen von Beratungsstellen über Kooperationen mit Fahrschulen bis zur eigenen Praxis. Die Honorierung variiert je nach Träger, Region und Auslastung.
- MPU-Berater in Beratungsstellen: Angestellte Beratungstätigkeit, Fallführung, Trainingsangebote und Dokumentation. Typische Gehälter liegen je nach Träger und Region etwa zwischen 2.800 und 3.800 € brutto monatlich.
- Selbstständige MPU-Beratung: Einzel- und Gruppensettings, Vortrags- und Paketangebote. Übliche Honorare bewegen sich häufig zwischen 60 und 120 € pro Sitzung; bei guter Auslastung sind Jahresumsätze im Bereich von 30.000 bis 70.000 € realistisch.
- Kooperation mit Fahrschulen: Vorgespräche, Informationsabende und Vorbereitungsprogramme auf Honorarbasis; häufig stunden- oder paketweise Vergütung, teils 30 bis 60 € pro Stunde.
- Dozenten- und Autorentätigkeit: Seminare, Schulungen oder Lehrmaterialien zu MPU-Themen. Tageshonorare in der Weiterbildungspraxis oft zwischen 300 und 600 €.
Die Spezialisierung ergänzt vorhandene Beratungs- oder Coachingangebote und kann dein Portfolio im Suchthilfe- oder Verkehrspsychologie-Kontext erweitern. Für reglementierte Berufe ersetzt das Zertifikat keine staatliche Approbation oder akademische Qualifikation.
Für wen lohnt sich die Ausbildung – und für wen nicht?
Lohnt sich, wenn du Klientinnen und Klienten professionell durch die Vorbereitung auf die MPU begleiten möchtest und ein kurzes, fokussiertes Online-Format suchst. Du profitierst besonders, wenn du bereits beratungsnah arbeitest oder dein bestehendes Angebot um MPU-Vorbereitung erweitern willst.
- Du möchtest in 2 Monaten praxisnah in die MPU-Beratung einsteigen – mit Live-Online-Seminaren und Fallarbeit.
- Du suchst ein 100 % digitales Format ohne Reiseaufwand, planbar neben Job und Familie (ca. 10 Stunden pro Woche).
- Du willst ein eigenes Vorbereitungskonzept entwickeln, z. B. für eine Kooperation mit Fahrschulen oder den Aufbau eines Neben- bzw. Hauptstandbeins.
- Du arbeitest bereits beratungsnah und möchtest deine Methodenkompetenz für Verhaltensänderung und Gesprächsführung zielgerichtet erweitern.
Nicht sinnvoll, wenn du keine festen Live-Termine wahrnehmen kannst oder eine staatlich reglementierte Berufsqualifikation erwartest. Auch wer ein langes Grundlagenstudium mit breiter Theorie sucht, ist hier falsch aufgehoben.
- Du kannst die Live-Online-Seminarzeiten (insgesamt 3 Tage) nicht sicher einplanen – sie sind für den Abschluss verbindlich.
- Du erwartest eine staatliche Approbation, Kammerzulassung oder eine formale Hochschulqualifikation – das Zertifikat ersetzt diese Abschlüsse nicht.
- Du bevorzugst Präsenzunterricht vor Ort – das Programm ist vollständig digital.
- Du suchst ein mehrjähriges, wissenschaftlich breites Studium – hier geht es um eine kompakte, anwendungsorientierte Spezialisierung.
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