Für wen eignet sich die BGM-Weiterbildung – und was musst du mitbringen?
Die Ausbildung passt, wenn du in Unternehmen Gesundheit systematisch fördern willst. Ideal bist du als Personalreferentin oder Betriebsrat in einem mittelständischen Betrieb, der Strukturen für „Gesunde Führung“ und Prävention aufbauen möchte. Genauso geeignet bist du, wenn du aus einem Gesundheitsberuf kommst – z. B. Pflege, Physio, Ergotherapie – und neben dem Job in das Betriebliche Gesundheitsmanagement wechseln oder BGM-Projekte übernehmen willst. Auch als selbstständige Coachin oder Trainer, die ihr Portfolio um Stressmanagement, Bewegung und Suchtprävention erweitert, findest du hier einen praxisnahen Einstieg.
Zulassungsvoraussetzungen
Du kannst dich einschreiben, wenn mindestens eine dieser Voraussetzungen erfüllt ist. Ein Abitur ist nicht erforderlich.
- Abgeschlossene Berufsausbildung oder Studium und in der Regel mindestens ein Jahr einschlägige Berufserfahrung.
- Mehrjährige Berufspraxis ohne formalen Abschluss – Quereinstieg möglich.
- Technik: PC oder Laptop mit Internetzugang und Lautsprechern für Webinare und digitale Seminare.
- Unterrichtssprache Deutsch – sichere Deutschkenntnisse für Skripte, Seminare und Prüfung.
Art des Unterrichts ist staatlich zugelassener Fernunterricht (Nr. 7307716) mit blended-learning-Anteilen. Die Abschlussprüfung kannst du digital oder in Präsenz ablegen; der Abschluss ist im Fernstudien-DQR auf Niveau 5 eingeordnet.
Persönliche Voraussetzungen
Worauf es im Alltag ankommt: Du brauchst Selbstorganisation, Verbindlichkeit und Lust auf eigenständiges Lernen. Plane realistisch etwa 10 Stunden pro Woche für Studienbriefe, Webinare und die Ausarbeitung von Konzepten ein. Über 12 Monate ist das gut machbar – wenn du feste Lernfenster setzt und Puffer für berufliche Spitzen einplanst.
- Zeitmanagement: Rechne zusätzlich mit 3 Seminaren (insgesamt ca. 4,5 Tage) – teils digital, teils in Präsenz – sowie 8 Webinaren zu festen Terminen.
- Praxisfokus: Interesse an Arbeitspsychologie, Prävention, Change- und Projektarbeit hilft dir, Inhalte direkt in Maßnahmen zu übersetzen.
- Kommunikation: Empathie und Moderationsfähigkeit sind wichtig, um Führungskräfte und Teams für BGM zu gewinnen.
- Durchhaltevermögen: Setze dir Zwischenziele (z. B. pro Studienbrief) und nutze Betreuungsangebote, damit du kontinuierlich dranbleibst.
Tipp zur Vereinbarkeit: Blocke Seminar- und Prüfungstermine frühzeitig und kläre Präsenzphasen mit deinem Arbeitgeber. Mit klaren Routinen bleibt der Aufwand über die gesamte 12-monatige Weiterbildung stabil.
Was lernst du im Betrieblichen Gesundheitsmanagement an der ALH-Akademie?
Du entwickelst systematisch die Kompetenz, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) aufzubauen, zu steuern und wirksam zu verankern. Der Fokus liegt auf rechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen, praxiserprobten Instrumenten und der Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen – von gesunder Führung bis Stress- und Suchtprävention. Der Abschluss ist ein institutsinternes Zertifikat auf DQR-Niveau 5, BBGM-zertifiziert.
Grundlagen, Recht und Wirtschaft: Du ordnest BGM klar im Unternehmen ein, verstehst gesetzliche Rahmen (u. a. Arbeitsschutz, BEM) und argumentierst wirtschaftlich. So kannst du Nutzen, Ziele und Kennzahlen eines BGM tragfähig begründen.
Methoden und Steuerung im BGM: Du lernst Instrumente der Bedarfsanalyse und Wirksamkeitsprüfung, planst Projekte und steuerst Stakeholder. Dazu gehört das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ebenso wie Kennzahlensysteme und Prozessdesign.
Gesundheitsförderung in der Praxis: Inhalte reichen von mitarbeiterorientierter, gesunder Führung über Arbeitspsychologie bis zu Bewegung, Ernährung und Suchtberatung. Ein Schwerpunkt liegt auf Stressmanagement und Psychoedukation – mit direktem Praxisbezug für den Arbeitsalltag.
Umsetzung und Maßnahmen: In Seminaren und Webinaren transferierst du Theorie in Konzepte: Maßnahmen planen, Kommunikation aufsetzen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einbinden, Effekte evaluieren. Du arbeitest an anwendungsnahen Fallbeispielen und erstellst BGM-Bausteine, die in Organisationen einsetzbar sind.
Besonderheiten: Staatlich zugelassener Fernunterricht (ZFU-Nr. 7307716) mit Blended-Learning-Elementen. Die Abschlussprüfung erfolgt digital oder in Präsenz (Köln, München, Berlin). Regelmäßige Seminare – überwiegend digital, einzelne Termine in Präsenz, wenn didaktisch sinnvoll. Keine Thesis.
Wie läuft das Fernstudium im Betrieblichen Gesundheitsmanagement ab?
Du lernst in einem Blended-Learning-Format mit 10 Studienbriefen, 3 Seminaren (insgesamt ca. 4,5 Tage) und 8 Webinaren. Der wöchentliche Aufwand liegt bei etwa 10 Stunden. Staatliche Zulassung: ZFU 7307716. Start regulär im April und Oktober; zusätzliche individuelle Starttermine sind möglich.
Material und Lernformat: digital mit Studienbriefen
Die Studienbriefe bilden die Basis und stehen in der Lernwelt digital bereit; auf Wunsch gibt es sie gedruckt. Webinare (60–90 Minuten) finden mehrfach im Jahr zu Tages- und Abendzeiten statt; Aufzeichnungen helfen bei Verpassen. Seminare vertiefen Inhalte interaktiv – teils digital, teils in Präsenz, wenn es für den Lernerfolg optimal ist.
Prüfung und Nachweise: online oder in Prüfungszentren
Der Abschluss ist eine institutsinterne Prüfung, die du wahlweise digital oder in Präsenz ablegst. Präsenzprüfungen werden in Köln, München oder Berlin angeboten. Der Abschluss „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ ist im Fernstudien-DQR-Register auf Niveau 5 eingeordnet und durch den Bundesverband BBGM zertifiziert.
Präsenztermine: begrenzt, aber verbindlich planbar
Seminare werden mehrmals im Jahr angeboten – mit Wochenend- und Wochentagsterminen (typisch 9:00–17:00 Uhr). Die Mehrzahl findet online statt; einzelne Seminartage können in Köln in Präsenz durchgeführt werden. Plane dafür Reise- und ggf. Übernachtungskosten ein.
Zeitaufwand und Flexibilität: 10 Stunden pro Woche, plus Puffer
Rechne mit rund 10 Stunden pro Woche für Selbststudium und Termine. Die Regelstudienzeit beträgt 12 Monate. Danach hast du weitere 12 Monate Betreuung und Zugriff auf alle Unterlagen – praktisch, wenn Job oder Familie zwischendurch Priorität haben. Termine werden mehrfach jährlich angeboten, sodass du deinen Kalender passend strukturieren kannst.
Was kostet der Kurs an der ALH-Akademie?
Die Weiterbildung kostet 169 € monatlich über 12 Monate, Gesamtpreis 2.178 €. Darin enthalten sind Studienmaterialien, Webinare, Seminare, Betreuung sowie die Prüfungsgebühr von 150 €. Zusätzliche Kosten entstehen nur für Anreise und Übernachtung bei etwaigen Präsenzseminaren oder einer Präsenzprüfung.
Im Vergleich zu anderen nicht-akademischen BGM-Fernlehrgängen liegt die monatliche Belastung im mittleren Bereich. Die Laufzeit ist klar planbar (12 Raten), und es gibt eine betreute Verlängerungsphase ohne Mehrkosten. Lehrgangskosten können in der Regel steuerlich als Werbungskosten abgesetzt werden; manche Arbeitgeber beteiligen sich, wenn ein betrieblicher Nutzen vorliegt. Eine Förderung über einen Bildungsgutschein ist nicht möglich, da keine AZAV-Zulassung vorliegt.
Welche Berufe und Gehälter sind nach dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement möglich?
Du qualifizierst dich für Funktionen in Unternehmen, Verbänden und Krankenkassen sowie für die freiberufliche Beratung. Realistische Jahresgehälter bewegen sich – je nach Branche, Region und Vorqualifikation – meist zwischen 40.000 und 65.000 € brutto; in Leitungsrollen sind höhere Werte möglich.
- Referentin/Referent Betriebliches Gesundheitsmanagement – Aufbau und Steuerung von BGM, Kennzahlen, Evaluation. Gehalt: ca. 45.000–62.000 €.
- Gesundheitsmanagerin/Gesundheitsmanager (Unternehmen/Kasse) – Präventionsprogramme, Settings, Projektmanagement. Gehalt: ca. 42.000–60.000 €.
- BEM-Koordinatorin/BEM-Koordinator – Prozesse zur Wiedereingliederung, Fallmanagement, Kommunikation. Gehalt: ca. 40.000–55.000 €.
- HR-Spezialistin/HR-Spezialist für Gesundheit und Prävention – Schnittstelle HR/Arbeitsschutz, gesunde Führung, Angebote koordinieren. Gehalt: ca. 45.000–65.000 €.
- Freiberufliche Beraterin/freiberuflicher Berater im BGM – Konzeptentwicklung, Workshops, Evaluation. Tageshonorare häufig 600–1.000 € je nach Erfahrung und Auftrag.
Für den Aufstieg in höhere Führungs- und Budgetverantwortung hilft eine passende Vorqualifikation (z. B. Studium in Gesundheits- oder Wirtschaftsfeldern) oder anschließende Spezialisierungen in Arbeitspsychologie, Change Management oder Controlling.
Für wen lohnt sich das Betriebliche Gesundheitsmanagement – und für wen nicht?
Die Weiterbildung eignet sich für Fach- und Führungskräfte, die BGM in Organisationen einführen oder professionalisieren wollen – vom Mittelstand bis zur Verwaltung. Besonders sinnvoll ist sie, wenn du strukturiert und mit anerkannten Standards (BBGM) arbeiten möchtest.
- Wenn du im Personal-, Gesundheits- oder Arbeitsschutzbereich arbeitest und BGM-Aufgaben übernehmen willst.
- Wenn du praxisnah lernen möchtest: Studienbriefe plus Seminare und Webinare mit direktem Transfer ins Unternehmen.
- Wenn du planbare Lernzeiten brauchst: ca. 10 Stunden pro Woche, mit Terminen mehrfach im Jahr und digitaler Teilnahme.
- Wenn dir ein anerkannter, BBGM-zertifizierter Abschluss auf DQR-Niveau 5 wichtig ist.
- Wenn du als Beraterin oder Berater dein Portfolio um BGM, gesunde Führung und Stressprävention erweitern willst.
Nicht für jede Situation ist dieser Kurs die beste Wahl. Die folgenden Punkte können gegen eine Teilnahme sprechen – je nach Ziel und Rahmenbedingungen.
- Wenn du einen akademischen Abschluss (Bachelor/Master) im Gesundheitsmanagement brauchst – es handelt sich um ein institutsinternes Zertifikat.
- Wenn du keine Präsenztermine wahrnehmen kannst: Einzelne Seminare finden in Köln in Präsenz statt; das verursacht Reisezeit und -kosten.
- Wenn du zwingend eine AZAV-geförderte Qualifizierung über Bildungsgutschein benötigst – dieser Kurs ist nicht AZAV-zugelassen.
- Wenn du neben einem sehr fordernden Vollzeitjob deutlich weniger als 10 Stunden pro Woche aufbringen kannst – der Lernfortschritt leidet.
- Wenn du ausschließlich staatliche Hochschulgebühren zahlen willst – private Fernlehrgänge sind in der Regel teurer als staatliche Angebote.
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