Vorlesungsaufzeichnungen + Voiceover: Mit diesen Mikros die Tonaufnahme verbessern #digitalelehre
Der Klang ist für Vorlesungsaufzeichnungen und Präsentationen mit Voiceover sowie Webinare, Live-Tutorien und ähnlichen Hochschul-Veranstaltungen wichtiger als das Bild! Deshalb zeigen wir in diesem Video 2 Möglichkeiten, um den Klang für solche Aufzeichnungen dramatisch zu verbessern. Das Video richtet sich insbesondere an Lehrkräfte von Hochschulen sowie an wissenschaftliche Hilfskräfte.
Hier die im Video erwähnte Technik:
Mikro 1 (das bessere):
👉 auna MIC-900S - USB Kondensator-Mikrofon, 80,– €
👉 USB-Kabel 3-5m für Mikrofone, ca. 15,– €
👉 RODE Tripod Mini Mikrofonständer, 25,– €
👉 oder McGrey MBS-01 Mikrofonständer, 13,– €
👉 oder Foxnovo Mikrofon-Ständer, 25,– €
Mikro 2:
👉 Rode smartLav+ Lavalier-Mikrofon, 55,– €
👉 Rode TRRS auf TRS Adapter, ca. 10,– €
👉 Klinken Verlängerungskabel 3–5m, 9,– €
👉 ggf. Sabrent USB Externe Soundkarte für Windows und Mac, 11,– €
HINWEIS: Wir verlinken bewusst keines der erwähnten Produkte auf einer großen bekannten Handelsplattform. Bitte unterstützen Sie kleinere Shops und kaufen Sie die Produkte direkt im Einzelhandel.
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Transkript
Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 2020. Genannte Preise, Studiengänge und Studienbedingungen können sich seitdem geändert haben.
Schönen guten Tag! Ich bin als Student extrem gebeutelt von Online-Vorlesungen beziehungsweise Vorlesungsaufzeichnungen mit einem schlechten Klang. Das sind in der Regel Aufzeichnungen, bei denen das Mikrofon des Laptops genutzt wird, vom Dozierenden, vom Prof oder von wem auch immer – oder auch das Mikrofon der Webcam. Teilweise klingen diese Aufzeichnungen so, als stünde der Dozierende mitten in der Pampa und telefoniert mit einem, und die Verbindung bricht immer wieder ab. Das macht es als Student sehr anstrengend, den Inhalten zu folgen.
Ich bin der Meinung, dass ein guter Ton bei einer Vorlesungsaufzeichnung noch viel wichtiger ist als ein gutes Bild. Ein gutes Bild ist natürlich auch wichtig, aber der Ton ist sehr viel wichtiger, damit man gut folgen kann. Deswegen stelle ich in diesem Video zwei einfache Möglichkeiten vor, einen sauberen Ton für eine Vorlesungsaufzeichnung oder für ein Voiceover aufzunehmen. Ich werde also zwei Mikrofone vorstellen, beide Möglichkeiten unter 100 Euro.
Mein Name ist Christian, ich studiere unter anderem an einer Präsenzhochschule und muss mir in diesem Sommersemester viele Vorlesungen digital antun – ja, so sehe ich das, weil der Ton eben teilweise so schlecht ist. Ich wünsche euch viel Spaß mit diesem Video.
Möglichkeit eins: das Lavalier-Mikrofon
Möglichkeit Nummer eins ist dieses Mikrofon von Røde, das smartLav+, ein Lavalier-Mikrofon. Das ist ein Ansteckmikrofon, das man sich hier anstecken kann, und es kostet 55 Euro. Wenn man das Mikrofon nutzen möchte, braucht man noch ein kleines bisschen Zubehör. Das Mikro hat aber den Vorteil, dass man sich einigermaßen frei bewegen kann, und es hat einen sehr guten Klang – zumindest in dieser Preisklasse, für 55 Euro. Das klingt doch schon ganz anders als ein Laptop-Mikrofon oder ähnliche Lösungen.
Ein großer Vorteil an diesem Mikrofon ist, dass man es direkt auch ans Handy anschließen kann. Man könnte es also ins Handy stecken und den Ton direkt über die Aufnahmefunktion des Handys abnehmen. Wer also daran interessiert ist, Sprachnotizen aufzunehmen, könnte dieses Mikrofon auch dafür nutzen. Alternativ kann man den Ton für ein Voiceover komplett nur über das Mikro aufnehmen, muss dann aber in der Nachbearbeitung den Ton mit dem Bild synchronisieren, was noch ein bisschen mehr Aufwand verursacht.
Das nötige Zubehör
Damit man dieses Mikrofon an seinen PC anschließen kann, braucht man noch einen Adapter, einen TRRS-auf-TRS-Adapter. Das klingt ein bisschen kompliziert, meint aber im Prinzip einfach einen Klinkenstecker: Am Mikrofonstecker sind drei schwarze Ringe. Solche Stecker funktionieren vor allem an Handys, lassen sich aber leider nicht an eine Kamera oder an den PC anschließen – da hätte man dann nichts in der Aufnahme. Deswegen braucht man bei diesem Mikrofon einen Adapter, der das Ganze auf TRS konvertiert, und da hat man dann zwei schwarze Ringe, daran erkennt man es. Das schließt man einfach hier an und kann das Ganze dann an seinen PC anschließen. Dieser Adapter kostet zusätzlich zum Mikrofon noch einmal 10 Euro.
Von Vorteil ist es außerdem, wenn man ein Verlängerungskabel hat, ein einfaches Klinkenverlängerungskabel. Das kostet noch mal 15 bis 20 Euro, je nach Länge – drei Meter sollten in der Regel ausreichen. Mit diesem Verlängerungskabel hat man dann noch ein bisschen mehr Spielraum, was die Beweglichkeit angeht, je nachdem, ob Sie den Ton über eine Kamera oder am PC abnehmen wollen.
Wie dieses Mikrofon klingt, können Sie sich jetzt anhören – wir schalten den Ton mal um auf dieses Mikrofon, im Vergleich zu dem Mikrofon, das ich gerade benutze und das ich als Nächstes vorstellen werde. Sie hören: Das hat einen schon einigermaßen ausreichend guten Klang. Es ist definitiv besser, als den Ton direkt über den Laptop oder den normalen PC abzunehmen.
Ein letzter Hinweis an dieser Stelle: Wenn Sie einen Mac benutzen, so wie ich das beispielsweise mache, also ein MacBook oder einen Mac mini, dann brauchen Sie noch einen zusätzlichen Adapter, nämlich eine Soundkarte, die Sie an Ihrem Rechner anschließen müssen, um einen Klinkenstecker als Mikrofon nutzen zu können. So eine USB-Soundkarte kostet dann vielleicht noch mal 15 bis 20 Euro, die Sie zusätzlich investieren müssen.
Kleines Fazit zu diesem Røde-Mikrofon: Sie sehen, man braucht ein bisschen Adapter, vielleicht noch ein Kabel dazu, eventuell noch eine Soundkarte, wenn Sie keinen Windows-PC mit Soundkarte haben. Aber dafür haben Sie dann wirklich einen guten Klang und sind auch relativ beweglich – es ist eben nicht so wie bei dem Mikrofon, das ich hier gerade benutze, von dem man nicht weggehen sollte, weil man dann nichts mehr hört. Dieses Mikrofon hat auch noch den Vorteil, dass explosive Laute nicht zu Übersteuerungen in der Aufnahme führen, sondern Sie haben einen konstant guten Ton. Ich finde, für den Preis ein sehr gutes Mikrofon. Es wäre für mich nicht unbedingt die erste Wahl – die erste Wahl wäre für mich das Mikrofon, das Sie hier gerade sehen –, aber doch schon eine sehr gute Wahl, um eine saubere Vorlesungsaufzeichnung umzusetzen.
Möglichkeit zwei: das USB-Podcast-Mikrofon
Die zweite Möglichkeit ist dieses Mikrofon, das Sie hier sehen – eigentlich ein Podcast-Mikrofon, das ich selbst benutze. Es gibt sicherlich noch ganz viele andere Möglichkeiten, aber Sie hören ja, wie der Klang von diesem Mikrofon ist. Es hat auch ein paar kleine Nachteile, auf die ich gleich noch zu sprechen komme, aber ansonsten ist es ein wirklich sehr gutes Mikrofon, auch für Vorlesungsaufzeichnungen. Es kostet 80 bis 90 Euro; ich habe es in einem Set mit dem Tischständer bekommen, den ich Ihnen gleich auch noch zeige.
Dieses Mikrofon hat einen USB-Anschluss, das heißt, Sie können es über den USB-Port Ihres Windows-PCs oder auch Macs direkt anschließen, ohne weitere Adapter. Sie brauchen zusätzlich noch ein langes USB-Kabel, wenn Sie das nicht haben, müssten Sie das vielleicht mitbestellen – das wären noch mal zusätzlich 10 Euro. Ansonsten können Sie es sehr einfach direkt an den PC anschließen und darüber den Ton abnehmen.
Ständer und Halterungen
Wenn Sie dieses Mikro benutzen, brauchen Sie aber noch einen Ständer oder eine Halterung. Ich selbst benutze in der Regel so einen richtig großen Ständer – den kennen Sie vielleicht aus dem Musikbereich oder sogar aus dem Vorlesungssaal. Da gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, den Ton abzunehmen und zu verstärken.
Ich benutze diesen Ständer, weil ich sehr viel im Stehen aufnehme, so wie bei diesem Video. Ich arbeite auch im Stehen am Schreibtisch und kann den Ständer entsprechend so stellen, dass ich das Mikrofon direkt vor mir habe. Denn ich hatte ja schon gesagt: Ein kleiner Nachteil von diesem Mikrofon ist, dass der Ton eben nur hier vorne abgenommen wird. Wenn ich jetzt ein bisschen weggehe, dann verstehen Sie mich natürlich nicht mehr so gut. Das heißt, ich muss die ganze Zeit an diesem Mikrofon dranbleiben – und wenn man so einen Ständer hat, kann man ihn immer ein bisschen mit hin- und herbewegen oder ihn am Schreibtisch so platzieren, dass der Ton gut abgenommen wird.
Ich hatte mir dieses Mikrofon in einem Set zusammen mit so einem Arm gekauft, den man direkt am Schreibtisch befestigen kann – dann hat man es richtig fest am Schreibtisch installiert. Das ist wahrscheinlich eher für diejenigen unter Ihnen geeignet, die sehr viel im Sitzen arbeiten. Ich würde mal sagen, das sind 99 Prozent der Lehrkräfte an Hochschulen, mal von der Vorlesung abgesehen. Wenn Sie eine Vorlesungsaufzeichnung machen, bei der Sie beispielsweise über eine PowerPoint-Präsentation arbeiten, sind Sie wahrscheinlich im Sitzen. Und wenn Sie das regelmäßig machen, dann ist diese Form von Ständer geeignet, den können Sie fest am Schreibtisch installieren.
Die dritte Möglichkeit ist ein Tischständer, auch empfehlenswert, wenn Sie viel im Sitzen arbeiten. Der kostet dann vielleicht noch mal 25 Euro. Ich hatte dieses Mikrofon wie gesagt im Set zusammen mit der Halterung für 90 Euro bekommen. Aber wenn Sie einen anderen Ständer benutzen wollen, kommen noch mal 20, 25 Euro für die Halterung dazu.
Die Nachteile
Die Nachteile von diesem Mikrofon hatte ich schon angeschnitten: Man kann nicht weggehen beziehungsweise sollte nicht zu weit weggehen, weil Ihre Studierenden sonst nicht mehr so viel verstehen. Und ich meine damit auch nicht die oberste Preisklasse, die möglich ist – das ist kein Mikrofon, mit dem man Musik aufnehmen würde. Aber es reicht für Videos wie dieses hier oder eben für Vorlesungsaufzeichnungen.
Schwierigkeiten hat es bei sehr explosiven Lauten: Wenn ich hier zu laut hineinspreche, dann übersteuert der Ton teilweise, und das bekommt man im Nachhinein auch schwer wieder herausgearbeitet. Man könnte da zusätzlich noch einen sogenannten Popschutz installieren, der wird an der Halterung festgemacht und sitzt dann direkt vor dem Mikro. Das wäre noch eine Möglichkeit. Es ist ein bisschen schwieriger, wenn man einen Tischständer benutzen will, aber bei dem Ständer, den ich habe, geht das sehr gut. Ich lasse das hier in der Regel nur aus optischen Gründen weg und brauche es selbst nicht, ich achte einfach darauf, dass ich nicht zu sehr in das Mikrofon schreie.
Bitte kein Laptop-Mikrofon
So viel zur Tonabnahme für Vorlesungsaufzeichnungen. Benutzen Sie bitte nicht das Laptop-Mikrofon, und benutzen Sie bitte auch nicht das Mikrofon Ihrer Webcam. Geben Sie wirklich die paar Euro aus – ich hatte Ihnen hier Möglichkeiten für unter 100 Euro gezeigt, um einen einigermaßen sauberen Ton abzunehmen. Beschäftigen Sie Ihre wissenschaftlichen Mitarbeiter oder Ihre Hilfskräfte mal damit, sich ein bisschen mit der Tonaufnahme auseinanderzusetzen. Das muss ja nicht wirklich Tonstudioqualität sein, aber so ein Mikrofon muss schon Standard sein, damit Ihre Studierenden Ihnen bei Ihren Online-Vorlesungen und den Inhalten, die Sie vermitteln wollen, auch folgen können.
Fragen bitte einfach in die Kommentare. Ich wünsche Ihnen und euch noch einen schönen Tag, wir sehen uns in einem der nächsten Videos.

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