Hör auf, Zusammenfassungen zu schreiben! So lernst du wirklich schneller 🚀

Du willst im Fernstudium Zeit sparen und erfolgreicher lernen? In diesem Video zeigt dir Christian gemeinsam mit Lernberater Gabriel Gorbach, warum Zusammenfassungen und Karteikarten oft Zeitfresser sind und wie gehirnoptimiertes Lernen wirklich funktioniert. Du erfährst, weshalb viele klassische Lernmethoden wie das ständige Wiederholen von Skripten wenig nachhaltig sind und wie du kreative Techniken gezielt einsetzt, um Listen und Tabellen schneller im Langzeitgedächtnis zu verankern. Mit echten Praxisbeispielen lernst du, wie du Informationen mithilfe von Geschichten und Bedeutungsgebung langfristig behältst und auch große Stoffmengen effektiv meisterst – egal ob bei der IU, Euro-FH oder FernUni Hagen.

Inhalte:

00:00 Vorwort
00:25 Gabriel über klassische Lernmethoden
03:07 Gabriel mit Tipps zu gehirnoptimierten Methoden


Die Podcasts mit Gabriel in voller Länge:

👉 Folge 1 - „Schneller lernen im Studium“: youtube.com/watch
👉 Folge 22 - „Skripte im Fernstudium schnell & effizient lernen“: youtube.com/watch

👉 „Besser lernen“ - die Playlist mit allen Beiträgen zum Thema: youtube.com/playlist


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#fernstudium #podcast #lerntipps

Transkript

Stell dir vor, du könntest in der Hälfte der Zeit doppelt so viel lernen – ohne Karteikarten, ohne Zusammenfassungen, einfach direkt lernen und fit für die nächste Klausur sein. Klingt nach Wunschdenken? Nicht, wenn du weißt, wie dein Gehirn richtig funktioniert und wie du das für dich nutzen kannst. Genau das zeige ich dir jetzt zusammen mit dem Lernberater Gabriel Gorbach in diesem Video. Und ich würde sagen, wir legen direkt los.

Was an den klassischen Lerntechniken bremst

Zu deiner Frage, was ich zu diesen klassischen Lerntechniken zähle: Das sind Sachen wie Zusammenfassungen schreiben. Das braucht relativ viel Zeit, aber in der Schule funktioniert das auch gut, und deswegen ist es fast die Go-to-Variante. Ich habe es am Anfang in meinem Studium genauso gemacht. Aber die meisten, die Zusammenfassungen schreiben, kommen irgendwann an den Punkt, wo das einfach extrem viel Zeit braucht und die Informationen trotzdem nicht wirklich langfristig gespeichert werden. Teilweise ist eine Zusammenfassung sogar länger als das Originalskript, und dann muss man sich damit erst wieder auseinandersetzen und kann nicht unterscheiden, was wichtig ist und was weniger wichtig. Zusammenfassungen sind also eine Methode, von der ich persönlich nicht so viel halte, zumindest nicht im Studium.

Dann natürlich die Karteikarten – die sind ähnlich wie Zusammenfassungen. Gerade wenn man das Ganze auf Papier schreibt, hat man einen enormen Aufwand damit. Es gibt natürlich auch Karteikarten am Handy, zum Beispiel in einer Anki-App, was vielleicht schon besser funktioniert, als sich die Karten selbst auf Papier durchzuschreiben. Allerdings ist es auch so, dass unser Gehirn Informationen von einem Bildschirm weniger gut aufnehmen kann als von klassischen Medien wie eben Papier. Damit verlangsamen wir uns quasi wieder, weil wir dann am Handy oder am Computer sitzen und die Informationen langsamer aufnehmen.

Ein Klassiker ist außerdem, seine Skripte immer und immer und immer wieder durchzulesen. Das geht vielleicht schnell, aber im Prinzip speichert man dabei so wenig Wissen, dass man es ganz häufig durchlesen muss – und benötigt im Endeffekt wiederum viel Zeit dafür.

Und da ist es schön, wenn man von so einer klassischen Lerntechnik auf gehirnoptimiertes Lernen wechselt, wie ich das Ganze nenne: Dann ist man einfach schlagartig schneller, weil man grundlegend anders vorgeht und so lernt, dass das eigene Gehirn die Information viel schneller aufnehmen kann.

Ein Beispiel aus der Praxis

Vielleicht auch eine kleine Geschichte dazu. Olivia, mit der ich zusammengearbeitet habe, studiert Personalmanagement im Master an der Euro-FH, neben ihrem Vollzeitberuf und ihrer kleinen Tochter. Sie hat es geschafft, innerhalb von zehn Tagen etwa zweieinhalbmal so schnell beim Lernen zu werden.

Vorher war es so, dass sie ungefähr zehn Seiten in einer Stunde zusammengefasst hat. Dann hat sie aufgehört, ihre Zusammenfassungen zu schreiben, hat mit gehirnoptimiertem Lernen begonnen – und zehn Tage nach dem Start unserer Zusammenarbeit hat sie mir gesagt, dass sie in den letzten zwei Stunden 50 Seiten gelernt hat, mit demselben Lerneffekt wie vorher bei den zehn Seiten, die sie zusammengefasst hat. Das heißt, innerhalb von zehn Tagen wurde sie zweieinhalbmal so schnell beim Lernen – weil sie eben nicht mehr so lernt, dass sie sich selbst bremst, sondern so, wie es für ihr eigenes Gehirn optimal ist.

Was muss man überhaupt lernen?

Viele wissen gar nicht so richtig, was sie eigentlich genau lernen sollen. Die haben ein Skript vor sich und wissen nicht, was sie davon auswendig lernen und in der Klausur wiedergeben müssen. Soll ich alles lernen? Soll ich Definitionen bis aufs einzelne Wort lernen? Hast du einen Tipp, wie man damit umgehen kann?

Für die meisten im Fernstudium gilt tatsächlich, dass man alles lernen sollte. Zumindest bei Skripten wie denen der IU sollte man einfach alles können, denn da werden häufig auch Nebensätze abgefragt. Und auch bei der Euro-FH, der Wilhelm Büchner Hochschule, der FernUniversität in Hagen und so weiter gilt: Man sollte prinzipiell den gesamten Stoff können. Das stört die Leute natürlich, aber wenn man eine gute Lerntechnik hat, ist das gar nicht so schlimm – man kann einfach alles können.

Dann ist natürlich noch die Frage, in welchem Detailgrad man das können sollte, ob man etwa Wort für Wort können muss. Da lautet die Frage: Wie muss man das denn können? Einen großen Textabschnitt muss man nicht Wort für Wort können, da geht es darum, dass man die Inhalte begreift. Bei bestimmten Definitionen kann es dagegen Sinn machen, sie auch Wort für Wort zu können, wenn das einfach notwendig ist. Wir arbeiten zum Beispiel immer wieder mit Studierenden der Rechtswissenschaften zusammen, sogar mit relativ vielen, und da wird fast gefordert, dass man manche Sachen Wort für Wort kann. Dann sollte man sie auch Wort für Wort können. Wenn das nicht gefordert wird, muss man es aber auch nicht machen.

Okay, also auch mal ein bisschen überlegen: Was will ich davon eigentlich wirklich sehr gut können? Und sich auch mal versuchen, in die Lehrkräfte hineinzuversetzen.

Listen auswendig lernen

An Hochschulen wie der IU sind die meisten Studiengänge sehr klausurenlastig, und man muss entsprechend viel auswendig lernen, teilweise bis aufs Wort. Lass uns darüber reden, wie man sich die Arbeit vereinfachen kann. Fangen wir mit Listen an – ein Klassiker in der Hochschullehre. Lehrkräfte schreiben gerne Listen von irgendwelchen Sachen, das war in der Schule ja nicht anders. Hast du einen Tipp, wie man Listen optimal auswendig lernen kann?

Jawohl. Da kommt ein zweites Lernprinzip zum Tragen: Unser Langzeitgedächtnis ist ein semantischer Speicher. Das bedeutet, es speichert Informationen anhand der Bedeutung, die etwas hat. Und damit unterscheidet es sich vom Kurzzeitgedächtnis. Das Kurzzeitgedächtnis ist eher visuell oder auditiv – da erinnern wir uns eher daran, wie etwas aussieht oder wie etwas geklungen hat.

Ein gutes Beispiel, das zu illustrieren: Wenn man sich kurz vor einer Prüfung noch den gesamten Stoff reingeprügelt hat und einfach versucht, sich möglichst viel anzuschauen, dann kann es passieren, dass man in der Prüfung sitzt und genau weiß: Ich habe das gelernt, ich sollte das eigentlich können. Man weiß dann teilweise sogar noch, dass das auf der Seite rechts oben stand und dass daneben eine Abbildung war. Man kann sich also daran erinnern, wie das aussah – an die Inhalte kann man sich weniger erinnern.

Beim Langzeitgedächtnis ist das anders: Es speichert Informationen anhand der Bedeutung, die etwas hat. Wenn etwas an sich wenig oder keine Bedeutung hat – zum Beispiel eine willkürliche Liste –, können wir dem künstlich eine Bedeutung geben, um uns dadurch besser an den Stoff zu erinnern.

Die Geschichte mit der Bananenschale

Ich habe ein Beispiel mitgebracht, und zwar aus einem IU-Skript: die Basisemotionen. Es gibt ein Modell, das sagt, es gibt verschiedene Basisemotionen, nämlich Ärger, Angst, Ekel, Überraschung, Trauer und Freude. Das sind Emotionen, die kulturübergreifend sichtbar sind. Die Frage ist: Wie kann ich mir so eine Liste merken? Das ist jetzt nicht das schwierigste Beispiel, weil man sich da relativ leicht etwas dazu ausdenken kann.

Was man machen kann, ist, diese sechs Punkte in eine kreative Geschichte einzubauen. Ich überlege mir also: Ärger – was fällt mir als Erstes dazu ein? Ich könnte mir überlegen, ich gehe auf einer Straße und rutsche auf einer Bananenschale aus. Ganz klassisch. Als kleiner Tipp: Solche Geschichten sollte man möglichst stereotyp und möglichst einfach machen, dann bleiben sie besser hängen.

Ich rutsche also auf einer Bananenschale aus. Während ich fliege, kriege ich Angst, dass ich mir gleich auf dem Asphalt den Kopf aufhaue. Das passiert dann natürlich nicht, sondern ich lande genau auf der Bananenschale, die dann fast in meinem Gesicht klebt, und es ekelt mich, weil man schon die braunen Stellen sieht und das ganz eklig ist. Was passiert als Nächstes? Überraschung haben wir noch. Wie kann ich das einbringen? Ich schaue hoch und sehe Konfetti von der Seite fliegen, und Leute rufen „Überraschung!“ – irgendein Prank, irgendein Streich. Dann werde ich traurig, dass meine Freunde mich so auf den Arm nehmen. Im Endeffekt muss ich dann aber doch lachen, sie kommen mit einem Kuchen an, was auch immer.

Eine ziemlich willkürliche Geschichte – aber indem ich sie erstellt habe, kann ich mich jetzt leichter an die Liste erinnern. Ich überlege: Wie war das Ganze? Ich bin auf der Straße gegangen, dann bin ich auf der Bananenschale ausgerutscht. Wozu hat das geführt? Dazu, dass ich mich geärgert habe. Dann bin ich runtergefallen, und während ich gefallen bin, habe ich Angst entwickelt, dass ich gleich auf dem Boden meinen Kopf aufhaue. Und solche Sachen sollte man ruhig ein bisschen übertrieben machen: Statt Angst vor einem blauen Fleck habe ich meinetwegen Angst um mein Leben, weil der Boden richtig hart aussieht. Dann lande ich direkt auf der Bananenschale, die federt den Schlag ab, aber es ist voll eklig, weil sie braun ist. Dann drehe ich mich hoch und sehe plötzlich Konfetti, Leute rufen „Überraschung“ – das ist die fünfte Basisemotion. Dann bin ich zuerst traurig, dass meine Freunde mir so einen Streich spielen, aber schließlich freut es mich doch, und sie sind voll nett. Eine ziemlich willkürliche Geschichte, aber dadurch kann man sich solche Listen relativ einfach merken.

Die Absicht, sich etwas zu merken

Ich glaube, generell ist auch die Intention wichtig, sich überhaupt erst einmal etwas merken zu wollen. Das merke ich in letzter Zeit sehr häufig. Ich habe ein bisschen Schlafmangel, weil einfach viel zu tun ist, und dann sind da noch Kinder, da schläft man einfach weniger. Und mir ist aufgefallen, dass ich wahrscheinlich auch durch diesen Schlafmangel ein bisschen unter Gedächtnisproblemen leide – nichts Pathologisches, aber es gab Zeiten, da sind mir Dinge einfach besser eingefallen. Ich habe aber gemerkt: Wenn ich versuche, mir im Alltag bewusst etwas zu merken, dann merke ich es mir auch einfacher, vor allem wenn ich es mit einer Geschichte oder mit etwas Bekanntem verknüpfe.

Ein Beispiel: Ich laufe mit meiner Partnerin durch die Einkaufsstraße, und da ist ein Blumenladen. Wir laufen daran vorbei und sie sagt: „Ah, da stehen Hortensien, die mag ich sehr.“ Und weil ich öfter mal gesagt bekomme, ich würde nicht so gut zuhören, denke ich mir: Okay, das muss ich mir jetzt merken, das muss abgespeichert werden. Ich könnte wetten, wenn ich zwei Minuten weiterlaufe, habe ich den Namen dieser Blume schon wieder vergessen – ich habe ihn vielleicht irgendwann mal gehört und auch wieder vergessen, wie sie aussieht. Wenn ich dann das nächste Mal in einen Blumenladen gehe und überlege, was sie für Blumen mag, fällt mir der Name wahrscheinlich nicht ein.

Also habe ich noch im Laufen versucht, irgendeine Verknüpfung zu dieser Blume zu finden. „Hort“ war dann für mich diese Verknüpfung: Meine Mutter arbeitet im Hort, meine Schwester auch – Pädagoginnen letztendlich, in Kita und Schule. Und da gab es dann irgendeine Verknüpfung. Ich habe es mir immerhin bis heute gemerkt, dass diese Blume Hortensie heißt und dass sie die besonders mag. So versuche ich mir im Alltag Dinge bewusst zu merken. Wenn ich nur den Wortklang höre, vergesse ich das einfach wieder.

Genau richtig gemacht.

Und wie lernt man Tabellen?

Kommen wir zurück zum IU-Skript, wo man sehr viele Sachen auswendig lernen muss – an anderen Hochschulen ist das natürlich auch so, teilweise auch an der FernUni Hagen. Listen haben wir jetzt abgehakt. Auf Tabellen lässt sich das sicherlich auch übertragen, oder? Wie kann ich Tabellen schneller auswendig lernen?

Genau, im Prinzip gilt hier dasselbe Prinzip: Wir müssen dem Ganzen eine Bedeutung zuschreiben, um es uns besser zu merken. Ich habe noch ein anderes Beispiel mitgebracht, und zwar von der Euro-FH – die Kommunikationsstile nach Schulz von Thun. Da gibt es eine Tabelle mit einem bedürftig-abhängigen Stil, einem helfenden Stil, einem selbstlosen Kommunikationsstil, einem aggressiv-entwertenden Stil und so weiter.

Und wie würde ich daraus eine kreative Geschichte machen? Bedürftig-abhängiger Stil: Ich stelle mir einfach einen Drogenabhängigen vor, der am Boden sitzt. Es kommt ein Sozialarbeiter hin, der hat dann diesen helfenden Stil, möchte dieser Person helfen und setzt sich selbstlos zu ihr auf den Boden. Dann reagiert der Drogenabhängige aber aggressiv und entwertend und so weiter. Ich baue also aus dieser Tabelle, aus dieser Information einfach eine kreative Geschichte, um mir das Ganze besser zu merken.

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