FernUni Hagen: Deutschlands härtestes Fernstudium?
Ist das Fernstudium an der FernUni Hagen wirklich das härteste in Deutschland? In diesem Video analysiere ich persönliche Erfahrungen und offizielle Zahlen rund um Abschluss- und Abbruchquoten, Prüfungsanforderungen und Betreuungssituation an Deutschlands größter Fernuniversität. Warum brechen jährlich so viele Studierende ihr Studium ab? Welche Herausforderungen bringt das Fernstudium mit sich und welche Rolle spielen Preis, Lebensumstände und Studieninhalte dabei? Für alle, die überlegen, an der FernUni Hagen zu starten oder sich einfach für die Realität eines Fernstudiums interessieren, gibt dieses Video wertvolle Einblicke und praktische Einschätzungen.
00:00 Schönen guten Tag
00:42 Ich war an der FernUni eingeschrieben
01:51 Abschluss- und Abbruchquoten im Check
04:59 Prüfungen & Durchfallquoten im Check
06:18 Betreuungsverhältnis
08:27 Studiendauer
10:11 Fazit
Alle Infos zur Fernuni Hagen hier: fernstudi.net/fernhochschulen/fernuni-hagen
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Transkript
An der FernUni Hagen studieren über 73.000 Menschen, aber nur rund 3.500 schließen jährlich ab. Ich war selbst an der FernUni Hagen eingeschrieben – zweimal sogar – und habe beide Male abgebrochen. Warum, und ob das anderen genauso geht, darüber will ich in diesem Video reden.
Wir gucken uns die genauen Zahlen an: Wie sieht es mit den Abschlussquoten aus, wie mit den Durchfallquoten, gibt es dazu überhaupt offizielle Zahlen? Wie sieht es mit der durchschnittlichen Studiendauer und mit der Betreuung aus? Und dann wollen wir klären, ob die FernUni Hagen wirklich härter ist als andere Hochschulen und andere Fernhochschulen. Ich würde sagen, auf geht's.
Meine zwei Abbrüche
Ich habe vor vielen Jahren schon Kulturwissenschaften an der FernUni Hagen studiert. Ich habe mich eingeschrieben und das Ganze dann nach drei bis vier Semestern abgebrochen. Dann, ich weiß nicht, zwei Semester später oder so, habe ich mich noch einmal eingeschrieben, für Wirtschaftswissenschaften. Das habe ich auch nicht fortgesetzt und abgebrochen.
Ich habe wirklich noch einen Haufen Skripte davon – hier Wirtschaftswissenschaft, Makroökonomie. Das war wirklich alles sehr kompliziert und für mich sehr mathematisch, deswegen bin ich da nicht so richtig vorangekommen. Aber in Kulturwissenschaften lag es nicht direkt daran, dass es so schwer für mich war, sondern eher daran, dass meine Lebensumstände ein bisschen kompliziert waren und ich dann irgendwann einfach keine Zeit mehr zum Studieren hatte. Ich habe als Studierender wirklich schon ganz gut Geld verdient, und irgendwann habe ich mir gedacht: Warum soll ich jetzt weiter studieren und das durchziehen, wenn ich doch mehr davon habe, wenn ich mich voll auf meine Arbeit fokussiere? Deswegen habe ich das damals abgebrochen.
Also eine Mischung: bei Kulturwissenschaften meine Lebensumstände, und auf der anderen Seite war Wirtschaftswissenschaften einfach ein bisschen zu schwer für mich. Und ich kann mir vorstellen, dass es vielen, die ihr Studium an der FernUni Hagen abbrechen, ähnlich geht.
Abschluss- und Abbruchquoten
Schauen wir uns an, wie es mit den Abschluss- und vielleicht auch mit den Abbruchquoten aussieht. Fakt ist: Von 2010 bis 2024 gab es an der FernUni Hagen insgesamt rund 43.000 Abschlüsse. Und ihr wisst, an der FernUni Hagen studieren aktuell insgesamt ungefähr 73.000 Menschen. Das sind pro Jahr ungefähr 3.000 bis 3.500 Studierende, die ihr Studium dort abschließen – also wirklich sehr viele. 3.000 müsst ihr euch mal vorstellen, eine Masse von 3.000 Menschen. Aber stellt euch auch mal die Masse von 73.000 Menschen und mehr vor, die insgesamt an der FernUni Hagen studieren. Wenn man das Ganze herunterbricht: 15 Prozent aller Eingeschriebenen erreichen tatsächlich einen Abschluss.
Zur Abbruchquote gibt es keine offiziellen Zahlen von der FernUni Hagen. Es gibt Vermutungen im Internet, in Foren liest man immer relativ viel. Aber wenn wir die 15 Prozent nehmen, die ungefähr ihren Abschluss schaffen, dann bleiben 70 bis 85 Prozent übrig, die ihn offensichtlich nicht machen, die dort also studieren, ohne einen Abschluss zu bekommen. Das heißt, die Vermutung ist, dass die Abbruchquote an der FernUni Hagen bei 70 bis 85 Prozent liegt. Ich muss wirklich dazu sagen: Das ist nur eine Vermutung, Genaues weiß man nicht. Die FernUni Hagen gibt, soweit ich weiß, keine offiziellen Zahlen heraus. Wenn ihr da etwas Genaues wisst, lasst es mich gerne wissen, schreibt das in die Kommentare.
Warum brechen so viele ab?
Woran liegt es nun, dass so viele Menschen das Studium an der FernUni Hagen offensichtlich nicht schaffen und abbrechen? Es hat wahrscheinlich ganz viele verschiedene Gründe.
Einer davon kann sein, dass es ähnlich ist wie bei mir: dass sich die Lebensumstände im Laufe des Studiums einfach ändern und plötzlich alles nicht mehr so richtig ins Leben passt. Man kommt nicht so richtig voran und bricht es dann irgendwann tatsächlich ab.
Der nächste Grund kann sein, dass man gar keinen Abschluss machen möchte, dass man sich einfach interessehalber einschreibt – zum Beispiel als Gaststudierender. Das habe ich auch schon einmal gemacht, auch an der FernUni Hagen. Da hat es mich nicht interessiert, einen Abschluss zu machen oder ein Zertifikat zu bekommen, und dann war das einfach fertig für mich, und ich habe eben auch keinen Abschluss bekommen.
Dann ein eher psychologischer Grund: dass das Studium an der FernUni Hagen sehr günstig ist. Ihr zahlt für ein gesamtes Bachelorstudium sagen wir ungefähr 2.000 bis 3.000 Euro. Im Gegensatz zu privaten Hochschulen, wo ihr bei 15.000 Euro für so ein Studium seid, ist die Motivation, das Ganze nicht abzuschließen, vielleicht eine andere, als wenn ihr wirklich richtig viel Geld in das Studium investiert. Das kann sich aus meiner Sicht auch ein bisschen auf die Abbruchquoten auswirken: Es kostet halt einfach nicht viel – na gut, wenn ich es jetzt abbreche, habe ich eben nicht so viel verloren, deswegen lass ich es doch einfach sein mit dem Studium.
Und der letzte Grund, einer von vielen, den ich hier noch nennen möchte: dass das Studium für manche vielleicht auch einfach sehr schwer ist. Viele sind schon sehr lange aus der Schule raus, gehen dann an die FernUni Hagen, die eine Universität ist und damit per se schon einen recht hohen wissenschaftlichen Anspruch hat – und dann merkt man vielleicht nach den ersten ein, zwei, drei Semestern, dass das Ganze doch sehr anspruchsvoll ist. Das war's dann, dann bricht man ab, weil man das einfach falsch eingeschätzt hatte.
Prüfungen und Durchfallquoten
Wie sieht es denn mit den Prüfungen und den Durchfallquoten aus? Auch hier gibt es keine offiziellen Zahlen. Man liest immer wieder, dass es wohl in Mathematik- und Statistikfächern wirklich sehr hohe Durchfallquoten gibt, die inoffiziell angeblich so bei 50 bis 65 Prozent liegen. Und wenn man eine Modulprüfung dann zweimal nicht bestanden hat, dann war es das eben mit dem Studium.
Andere Fächer wie BWL oder Recht sind auch sehr anspruchsvoll. Da sollen nach inoffiziellen Vermutungen und Behauptungen auch so 30 bis 45 Prozent durchfallen. Wenn ihr so etwas studiert und ein bisschen mehr berichten könnt, schreibt mir das wirklich gerne in die Kommentare.
Im Vergleich dazu – ich habe auch keine offiziellen Zahlen von irgendwelchen privaten Hochschulen, aber auch hier die Vermutung, dass die Durchfallquoten bei nur 20 bis 30 Prozent liegen. Wo man wirklich sehr viel für sein Studium bezahlt, macht man es den Studierenden dann teilweise auch ein kleines bisschen einfacher. An den privaten wird man auch ein bisschen mehr gepampert. Vielleicht hat man teilweise auch bessere Unterlagen zur Verfügung, weil da einfach mehr Budget ist, um gute Lehrmaterialien zu erstellen. Da sind die Durchfallquoten dann zumindest inoffiziell angeblich nicht ganz so hoch. Aber wichtig zu betonen: Auch hier gibt es keine offiziellen Statistiken, sondern auch nur ganz viele Erfahrungsberichte.
Die Betreuung
Wie sieht es mit der Betreuung aus? Offizielle Zahlen hatte ich schon genannt: knapp über 70.000 Studierende an der FernUni Hagen. Der Lehrkörper besteht aus ungefähr 100 Professorinnen und Professoren. Das heißt, rein rechnerisch kommen ungefähr 700 Studierende auf eine Professorin oder einen Professor.
Wenn man jetzt im Vergleich zum Beispiel die IU nimmt, die größte Hochschule in Deutschland mit ihren, ich weiß nicht, 150.000 Studierenden: Da hat man soweit ich weiß ungefähr 200 Professoren. Da ist der Betreuungsschlüssel eigentlich noch ein ganzes Stückchen ungünstiger, obwohl das eine private Hochschule ist. Aber an der IU gibt es soweit ich weiß auch ungefähr 1.000 Tutorinnen und Tutoren, die die Studierenden recht intensiv betreuen. Das gleicht das Ganze dann wirklich sehr stark aus, und dadurch hat man an der IU Internationalen Hochschule eigentlich einen besseren Betreuungsschlüssel.
Trotz dieses Betreuungsschlüssels muss ich sagen, dass meine eigene Erfahrung ein bisschen anders ist. Ich hatte ja gesagt, ich war auch an der FernUni Hagen in Kulturwissenschaften eingeschrieben, und ich weiß noch, dass es im ersten Semester um die Anerkennung von Vorleistungen ging, die ich von meiner staatlichen Präsenzhochschule mitgebracht hatte. Da hatte ich eine Zwischenprüfung in Philosophie und noch ein paar andere Module beziehungsweise Seminare bestanden, und das wollte ich mir anerkennen lassen, um das Studium an der FernUni ein bisschen zu verkürzen.
Ich weiß noch: Irgendwann saß ich in der U-Bahn in Berlin, und da klingelt plötzlich mein Handy, und da ging tatsächlich irgendein Professor aus dem Fachbereich ran und meinte: „Herr Wolf, ich kann Ihnen das leider jetzt nicht ganz so anerkennen. Ich kann Ihnen vielleicht diese bestandene Zwischenprüfung als ein Modul anerkennen, als die Einführung, das war's. Aber ich hoffe, das ist okay.“ Er hat sich fast ein bisschen entschuldigt und war einfach super nett am Telefon.
Das ist so meine Erfahrung: ganz persönliche Betreuung. Ansonsten hat man über die Lernplattform auch Kontakt zu Tutorinnen und Tutoren. Für mich war das wirklich absolut okay – auch wenn das erst einmal krass klingt mit diesem Betreuungsschlüssel von ungefähr 700 Studierenden auf einen Professor. Aber das ist aus meiner Sicht überhaupt kein Problem. Es ist halt auch ein Fernstudium, da ist man die meiste Zeit sowieso für sich alleine.
Die Studiendauer
Dann die Studiendauer. Gibt es Zahlen zur durchschnittlichen Studiendauer an der FernUni Hagen? Fakt ist: Ein Bachelor dauert dort nun einmal sechs Semester im Vollzeitstudium oder zwölf Semester im Teilzeitstudium, das es dort gibt. Aber offizielle Zahlen dazu, wie lange ein Studierender an der FernUni im Durchschnitt für so ein Studium braucht, gibt es einfach nicht – zumindest habe ich keine gefunden. Vielleicht findet ihr irgendwo Zahlen, dann schreibt mir das einfach in die Kommentare, vielleicht wisst ihr das auch ein bisschen besser.
Es gibt auch hier wieder Gerüchte, dass angeblich unter 5 Prozent das Ganze in Regelstudienzeit abschließen und alle anderen einfach viel länger brauchen. Aber das ist auch nicht belegt, keine Ahnung, ob das wirklich so ist.
Fakt ist, dass sehr viele Studierende an der FernUni Hagen in Lebensumständen sind wie ich beispielsweise: voll berufstätig, Familie, vielleicht Kinder. Und dann überlegst du dir noch, so ein Studium zu machen – das kannst du natürlich in der Regel nicht in Regelstudienzeit abschließen, zumindest wenn du ein Vollzeitstudium machst. Bei mir würde ein Studium momentan eigentlich nur hineinpassen, wenn ich nicht mehr als 10 bis vielleicht 15 Stunden die Woche investiere. Das wäre für mich schon sehr viel, ich weiß gar nicht, wo ich das alles hinpacken soll – das geht dann irgendwie von meiner privaten Zeit, von meiner Familienzeit ab, und mehr geht da nicht.
Vielen geht es ebenso wie mir. Die stecken dann einfach 10 bis 15 Stunden in das Studium, und dann ist es eigentlich auch im Teilzeitstudium mit zwölf Semestern schwer zu schaffen. Das heißt, die meisten kommen wahrscheinlich über die Regelstudienzeit, und ganz wenige schließen das Ganze in der Regelstudienzeit ab. Was aus meiner Sicht aber überhaupt kein Problem ist – das bringt so ein Teilzeit- beziehungsweise Fernstudium eben mit sich.
Fazit
Kleines Fazit: Ist die FernUni Hagen wirklich das härteste Fernstudium in Deutschland? Ich würde sagen, ein Fernstudium an sich ist die härteste Studienform in Deutschland – das hat nicht unbedingt etwas mit der FernUni Hagen zu tun. Man muss einfach wissen, worauf man sich da einlässt, und so ein Studium ist halt nun einmal hart, das lässt sich nicht leugnen.
Das heißt, die FernUni Hagen ist irgendwie schon das härteste Fernstudium in Deutschland – aber das möchte ich auch ein bisschen relativieren. Es macht auch Spaß, wahrscheinlich macht es den meisten Leuten wirklich Spaß. Und selbst wenn ihr nach sechs Semestern keinen Bachelorabschluss schafft, habt ihr doch wirklich super viel gelernt. Ich selbst habe es nicht geschafft, wie gesagt – aber so geht es eben ganz vielen. Wichtig ist, dass man etwas lernt. Und wichtig ist auch, dass man vorher, bevor man sich einschreibt, weiß, worauf man sich einlässt.
Schreibt mir einfach mal in die Kommentare, wie das bei euch aussieht. Schreibt mir gerne auch, wenn ihr konkretere Zahlen wisst als ich. Ich würde sagen, wir sehen uns in einem der nächsten Videos auf diesem Channel. Euer Wolf.

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