Zwischen TikTok und Theater: IU-Fernstudium bereitet auf postdigitale Gesellschaft vor
Der neue Bachelorstudiengang Kultur- und Medienpädagogik im Fernstudium der IU Internationalen Hochschule verspricht, Studierende gezielt auf die Herausforderungen einer zunehmend postdigitalen Welt vorzubereiten und legt dabei besonderen Wert auf die Verbindung von kultureller Bildung, Medienwissen und pädagogischer Praxis.
Laut einer aktuellen Pressemitteilung der IU Internationale Hochschule lernen Studierende im Bachelor Kultur- und Medienpädagogik, kulturelle und mediale Prozesse nicht isoliert, sondern als zusammenhängende gesellschaftliche Phänomene zu verstehen. Ein zentraler Fokus des Studiengangs liegt auf der analytischen und gestaltenden Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Bedürfnissen verschiedener Zielgruppen, wobei deren pädagogische Begleitung im Zentrum steht. In jedem Semester führen Projektkurse die Inhalte unmittelbar in die Praxis über und bieten nach Angaben der Hochschule die Möglichkeit, wertvolle berufliche Erfahrungen zu sammeln.
Wie Professorin Jule Korte, Studiengangsleiterin an der IU, betont, reiche der Umgang mit digitalen Medien weit über den Erwerb technischer Fertigkeiten hinaus. Entscheidend sei ein reflektiertes Verständnis für den Stellenwert von Medien in individuellen, kulturellen und gesellschaftlichen Prozessen.
Den Angaben zufolge eröffnet der Abschluss diverse Berufsfelder – etwa in der medienpädagogischen Arbeit an Schulen oder Kindergärten, aber auch in der kulturellen Bildung und Vermittlung. Absolventinnen und Absolventen seien künftig dazu befähigt, Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder Menschen mit Beeinträchtigungen zu unterstützen, Medien- und Kulturangebote bewusst und kreativ zu nutzen und zu reflektieren. Ziel sei es, aktive Gestalterinnen und Gestalter hervorzubringen, die gesellschaftliche Vielfalt, Teilhabe und demokratische Werte stärken – so Korte in der Mitteilung.
Die Studiengangsleitung verweist außerdem auf die enge Verzahnung von digitaler und analoger Lebenswelt bei jungen Menschen. Als Beispiel nennt Korte die Verbreitung von TikTok-Tanzvideos, die Elemente aus Videospielen wie Fortnite aufgreifen und digital multipliziert werden. Untersuchungen zeigten, dass die traditionell gezogene Trennung zwischen On- und Offline-Welten für die junge Generation kaum noch relevant sei. Die zukünftigen Fachkräfte sollen diese medialen Praktiken nicht bewerten, sondern in ihrer pädagogischen Arbeit verstehen und aktiv begleiten. Medienkompetenz bilde dabei einen wichtigen, jedoch nicht alleinigen Bestandteil der Ausbildung.
Der Studiengang zeichnet sich laut Hochschule durch seine Praxisnähe aus, wobei die semesterweisen Projektkurse unterschiedliche Bereiche wie Lichtgestaltung in Ausstellungen, Entwicklung von Kulturveranstaltungen oder Medienprojekte in Bildungseinrichtungen abdecken. Kooperationen mit Praxispartnern böten den Studierenden zudem die Chance, reale Arbeitszusammenhänge kennenzulernen und die gewonnenen Erfahrungen mit Lehrenden zu reflektieren.
Das Fernstudienangebot richtet sich sowohl an Einsteigerinnen und Einsteiger als auch an Berufstätige aus Bildungs-, Medien- und Kulturbereich. Es ermöglicht ein flexibles Studium – unter anderem durch digitale Lernangebote wie Skripte, Videos und Podcasts sowie Teilzeitmodelle. Zusätzlich steht laut Mitteilung mit „Syntea“ ein personalisierter KI-Lernassistent zur Verfügung, der etwa bei der Prüfungsvorbereitung unterstützt.
Die IU hebt hervor, dass Kultur- und Medienpädagogik als grundständiger Studiengang bundesweit bislang selten angeboten wird. Das neue Angebot ergänze das bestehende pädagogische Portfolio der Hochschule. Darüber hinaus flössen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in die Lehre ein: Professorin Korte leite das IU Research Center Kulturelle Bildung und Digitalität und berichte gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen regelmäßig von aktuellen Forschungsarbeiten. Dies werde von den Studierenden laut Hochschulangaben ausdrücklich begrüßt und führe vielfach schon im ersten Studiensemester zu einer deutlich veränderten Sichtweise auf Medienkultur.
Mit mehr als 130.000 Studierenden zählt die IU Internationale Hochschule zu den größten Hochschulen Deutschlands. Sie bietet rund 250 Studienprogramme in verschiedenen Bildungsformaten an und setzt nach eigenen Angaben verstärkt auf digitale Lernumgebungen und KI-basierte Lösungen.
Quelle: Pressemitteilung vom 4.6.2025
Foto: Prof. Dr. Jule Korte, Professorin für Kultur- und Medienpädagogik, Studiengangsleitung Kultur- und Medienpädagogik an der IU Internationalen Hochschule sowie Teil des dreiköpfigen wissenschaftlichen Leitungsteams des IU Research Center kulturelle Bildung und Digitalität
Veröffentlicht am 04.06.2025 13:06 von Christian Wolf