Virtuelle Patientenmodelle bereichern Fernstudium an der IU Internationalen Hochschule
An der IU Internationalen Hochschule kommt seit Kurzem eine neue, KI-basierte Technologie in den Fernstudiengängen im Gesundheitsbereich zum Einsatz. Im Forschungsvorhaben „KI-Patient:in IPL“ arbeiten Professorinnen und Professoren aus verschiedenen Disziplinen an virtuellen Patientinnen- und Patientenmodellen, die Studierende bei praxisnahen Übungen unterstützen. Erste Auswertungen zeigen, dass das neue digitale Trainingsangebot von den Teilnehmenden überwiegend positiv bewertet wird.
Das interdisziplinäre Team der IU entwickelt textbasierte Chatbots, die typische Situationen aus der Gesundheitsversorgung simulieren. Studierende können so jederzeit und ortsunabhängig Patientengespräche trainieren sowie Schritte der Anamnese und interdisziplinäre Zusammenarbeit üben. Die KI-Modelle, die auf den Technologieansätzen sogenannter Large Language Models (LLM) basieren, antworten auf fachliche Fragen, schildern Symptome und verändern ihr Verhalten entsprechend der klinischen Situation. Dadurch werden in der simulierten Umgebung wichtige Kompetenzen wie Gesprächsführung und das Erfassen medizinischer Informationen gestärkt.
Bisher kamen in den pflege- und gesundheitswissenschaftlichen Studiengängen der Hochschule überwiegend Schauspielerinnen und Schauspieler als Patientinnen- und Patientendoubles zum Einsatz – ein Verfahren, das laut Hochschule mit hohem Aufwand verbunden ist. Die KI-Modelle gelten als flexible und ressourcensparende Ergänzung. In konkreten Modulen, etwa zur interprofessionellen Zusammenarbeit, werden virtuelle Szenarien entwickelt, in denen die Teilnehmenden – zum Beispiel anhand des Fallbeispiels des Patienten „Karl von Hausen“ nach einem Fahrradunfall – klinische Aufgaben eigenständig bearbeiten.
Die Entwicklung ist Teil eines übergeordneten Forschungsprojekts im Rahmen des „IU Incubator“, an dem acht Professorinnen und Professoren beteiligt sind. Das Lernangebot richtet sich an Studierende aus einer Vielzahl gesundheitsnaher Studiengänge, darunter Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ernährungswissenschaften und Diätetik sowie Gesundheits- und Pflegepädagogik. Die Anwendung soll vor allem den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Professionen fördern.
Begleitende Evaluationen zeigen, dass 73,6 Prozent der befragten Studierenden die Simulation mit dem KI-Chatbot als realitätsnah einstufen. Über 81 Prozent beurteilten die Verständlichkeit und Genauigkeit der Antworten als „gut“ bis „sehr gut“. Nahezu 79 Prozent bevorzugten das KI-basierte Rollenspiel gegenüber traditionellen Übungen mit Schauspielpersonen. Laut Prof. Dr. Klaus Schliz, Professor für Pflegemanagement an der IU, ermöglichen die KI-Modelle ein alltagsnahes, flexibles Training bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen. Er weist aber auch darauf hin, dass Aspekte wie Empathie und nonverbale Kommunikation durch die künstliche Intelligenz bislang nur begrenzt abgebildet werden können.
Quelle: Pressemitteilung vom 25.11.2025
Abbildung und Fotos: IU Internationale Hochschule
Veröffentlicht am 25.11.2025 11:36 von Christian Wolf


