Verbundstudium bleibt attraktiv: Karriere, Flexibilität und fachliches Interesse im Fokus
Die Auswertung des Studienjahrs 2023/2024 zeigt, dass das Verbundstudium in Nordrhein-Westfalen weiterhin stark nachgefragt ist. Die Studierenden, von denen 96 Prozent berufstätig oder in Ausbildung sind, schätzen besonders die Möglichkeit eines flexiblen Studiums neben dem Beruf. Hauptmotive sind Karrierechancen, fachliches Interesse sowie der Wunsch nach praxisorientierter Weiterbildung. Die Elemente des Studienkonzepts wie Selbstlernphasen und Präsenzveranstaltungen werden überwiegend positiv bewertet.
Laut dem Institut für Verbundstudien NRW (IfV NRW) zeigt die aktuelle Auswertung des Studienjahrs 2023/2024, dass die Studienform des Verbundstudiums weiterhin eine hohe Relevanz für berufstätige Studierende besitzt. Die Befragung, die sowohl die bisherigen „Verbundspezifischen Bausteine“ als auch erstmals die neuen „Kernfragen Verbundstudium“ berücksichtigte, liefert ein umfassendes Bild zu Motivation, Studiensituation und Zufriedenheit der Teilnehmenden.
Die Mehrheit der Studierenden gab an, das Verbundstudium vor allem aus karriere- und verdienstbezogenen Gründen aufgenommen zu haben. Im Wintersemester 2023/2024 nannten 64 Prozent der Bachelorstudierenden die Hoffnung auf bessere Karrierechancen als wichtigstes Motiv. Auch im Sommersemester 2024 zeigte sich, dass über 90 Prozent der Befragten das Studium mit einer Verbesserung ihrer beruflichen Perspektiven verbinden.
Neben beruflichen Zielen spielt auch das fachliche Interesse eine zentrale Rolle. Die Möglichkeit, ein Studium neben dem Beruf absolvieren zu können, war für nahezu drei Viertel der Befragten entscheidend. Die Kombination aus Selbstlern- und Präsenzphasen wird von den Studierenden als wichtiger Bestandteil des Verbundstudiums wahrgenommen.
Die berufliche Situation der Studierenden ist durch eine hohe Beschäftigungsquote geprägt: Im Sommersemester 2024 waren beispielsweise 90,6 Prozent der weiterbildenden Masterstudierenden in Vollzeit beschäftigt. Auch der direkte Bezug zwischen beruflicher Tätigkeit und Studieninhalten ist für viele gegeben – 71,1 Prozent der weiterbildenden Masterstudierenden gaben an, Themen aus ihrer Berufspraxis ins Studium einbringen zu können.
Die Einschätzung des Arbeitsaufwands im Vergleich zum vorgesehenen Workload zeigt, dass eine Mehrheit der Studierenden den Aufwand als angemessen empfindet. Besonders positiv wird der Beitrag der Lehrveranstaltungen zur Motivation und zum Kompetenzerwerb bewertet: Zwischen 85 und 91 Prozent der Befragten sehen in den Präsenzformaten eine Unterstützung beim Erreichen ihrer Lernziele.
Ein weiteres zentrales Element ist die Nutzung von Lerneinheiten und Online-Angeboten. Während in den Bachelor- und weiterbildenden Masterstudiengängen die Mehrheit regelmäßig mit den Lerneinheiten arbeitet, kommt in konsekutiven Masterstudiengängen häufig keine gedruckte Lernunterlage mehr zum Einsatz. Dennoch wünschen sich rund 56 Prozent der Befragten zusätzlich zur digitalen Version auch ein gedrucktes Exemplar.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Verbundstudium besonders für Personen attraktiv ist, die eine flexible, praxisnahe und berufsorientierte akademische Weiterbildung suchen. Die neue Befragungssystematik, die ab Sommersemester 2024 vollständig eingeführt wurde, ermöglicht künftig eine noch differenziertere Bewertung der Studienbedingungen.
Veröffentlicht am 09.04.2025 18:24 von Christian Wolf