Staatliche Studienfinanzierung in Deutschland erreicht nur wenige Studierende
Ein Bericht des CHE Centrums für Hochschulentwicklung vom 16. Januar 2025 zeigt auf, dass staatliche Förderangebote wie BAföG, Stipendien und Studienkredite weiterhin nur eine geringe Rolle bei der Studienfinanzierung in Deutschland spielen. Lediglich 16,9 Prozent der Studierenden nutzten im Jahr 2023 diese Unterstützungsmöglichkeiten. Die Mehrheit der Studierenden ist somit auf finanzielle Unterstützung der Eltern und Nebenjobs angewiesen.
Die BAföG-Förderung erreichte im Jahr 2023 etwa 12,55 Prozent der Studierenden, ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2022. Stipendien wie das Deutschlandstipendium oder Unterstützungen durch Begabtenförderungswerke machten zusammen lediglich rund 2,37 Prozent aus. Studienkredite wurden von etwa 1,98 Prozent der Studierenden in Anspruch genommen. Regionale Unterschiede sind dabei deutlich: In Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern liegt die Förderquote für BAföG bei fast 20 Prozent, während sie in Hamburg und dem Saarland nur rund 10 Prozent beträgt.
Ulrich Müller, Autor der Studie und Leiter für politische Analysen beim CHE, kritisiert die mangelnde Modernisierung staatlicher Förderinstrumente: „Das BAföG ist nicht mehr zeitgemäß und spiegelt die Lebensrealität der Studierenden nicht wider.“ Er fordert eine umfassende Reform, die BAföG, Studienkredite und andere Instrumente zu einem flexiblen System bündelt und die Chancengleichheit fördert. Ein solches System müsse mehr auf die unterschiedlichen Lebenssituationen und Studienmodelle eingehen.
Die Ergebnisse des Berichts zeigen einen erheblichen Handlungsbedarf in der Studienfinanzierung. Das CHE empfiehlt, neben einer Anpassung der Fördersätze und Einkommensgrenzen, die staatlichen Angebote stärker zu bündeln und transparenter zu gestalten, um mehr Studierende zu erreichen und die Bildungsungleichheit zu verringern.
Quelle: Pressemitteilung vom 16.1.2025
Veröffentlicht am 16.01.2025 10:03 von Christian Wolf