OpenEU: Europas erste offene Universität nimmt Fahrt auf
Die europaweite Hochschulallianz OpenEU legt den Grundstein für die erste paneuropäische offene Universität. Am 16. und 17. Januar 2025 treffen sich Rektorinnen und Rektoren der beteiligten Institutionen in Barcelona, um die nächsten Schritte zu planen. Ziel der Allianz ist es, die Hochschulbildung flexibler, digitaler und inklusiver zu gestalten.
Die OpenEU-Allianz umfasst zehn führende offene Universitäten, darunter die FernUniversität in Hagen, die spanische Universitat Oberta de Catalunya (UOC) und die niederländische Open Universiteit. Insgesamt profitieren mehr als 368.000 Studierende sowie 24.000 Mitarbeitende von den geplanten Projekten. Die Allianz wird von der Europäischen Kommission unterstützt und setzt auf lebenslanges Lernen, Mobilität und innovative Studienformate.
Innovative Studiengänge und digitale Angebote
Ein zentrales Vorhaben ist die Einführung eines transnationalen Bachelorstudiengangs in Softwareentwicklung sowie eines offenen Masters zu Klimanotstand und Nachhaltigkeit. Diese Programme sollen Studierenden in ganz Europa neue Bildungswege eröffnen. Außerdem plant OpenEU die Entwicklung eines virtuellen Campus, um den Austausch zwischen Studierenden und Dozierenden zu erleichtern.
Ein weiteres Ziel ist die Etablierung sogenannter Microcredentials – kompakter Zertifikatsprogramme zu Themen wie Klimawandel, digitale Transformation und Demokratie. Diese sollen in die Lehrpläne integriert werden, um neue berufliche Chancen zu eröffnen.
Fokus auf Inklusion und Gleichstellung
OpenEU legt besonderen Wert auf Inklusion. Geplant sind Programme, die unterrepräsentierte Gruppen wie Frauen in technischen Berufen, Menschen mit Behinderungen oder Personen in ländlichen Regionen stärker einbinden. Dazu arbeitet die Allianz mit Organisationen wie der Mediterranean Universities Union (UNIMED) und der Europäischen LEADER-Vereinigung zusammen.
Ein Mentoring-Programm soll zudem gezielt benachteiligte Studierende unterstützen. Dieses wird in Kooperation mit Mentoring Europe auf den Weg gebracht.
Förderung von Mobilität und Arbeitsmarktfähigkeit
Neben den Bildungsangeboten setzt OpenEU auf Mobilitätsprogramme für Studierende und Hochschulpersonal. Diese sollen sowohl virtuell als auch in hybriden Formaten stattfinden. Eine virtuelle Jobmesse sowie eine gemeinsame Job- und Praktikumsbörse sind weitere Initiativen, die den Berufseinstieg erleichtern sollen.
„Wir haben als europäische offene Universitäten und Fernuniversitäten die Verantwortung, auch weiterhin Studienangebote für Menschen zu schaffen, die aus verschiedenen Gründen nicht an einer Präsenz-Universität studieren können“, betont Prof. Dr. Àngels Fitó, Rektorin der UOC und Präsidentin der Allianz.
Digitale Transformation im Fokus
Ein Hauptziel der Allianz ist es, Hochschulen bei der digitalen Transformation zu unterstützen. OpenEU wird fünf Präsenz-Universitäten in Osteuropa dabei helfen, digitale Bildungsformate zu entwickeln. Geplant sind außerdem Forschungsprojekte zur digitalen Pädagogik sowie die Gründung eines europäischen Forschungsclusters.
Prof. Dr. Stefan Stürmer von der FernUniversität in Hagen sieht in der Allianz große Chancen: „Für die FernUniversität eröffnet die Zusammenarbeit die Möglichkeit, international an Strahlkraft zu gewinnen und unsere Vernetzung auf europäischer Ebene weiter voranzutreiben.“
Die Initiative gilt als wichtiger Schritt hin zu einem zukunftsfähigen, offenen und europäischen Hochschulsystem.
Quelle: Pressemitteilung vom 15.01.2025
Veröffentlicht am 15.01.2025 18:15 von Christian Wolf