OECD-Studie: Grundkompetenzen der Erwachsenen in Deutschland bleiben stabil
Eine aktuelle OECD-Studie hat ergeben, dass die Grundkompetenzen der Erwachsenen in Deutschland im internationalen Vergleich über dem Durchschnitt liegen und sich im Vergleich zu vor zehn Jahren kaum verändert haben. Jedoch gibt es deutliche Unterschiede innerhalb der Bevölkerung.
Der Bericht des Programme for the International Assessment of Adult Competencies (PIAAC) 2023 zeige, dass die Grundkompetenzen der Erwachsenen in den Bereichen Lesekompetenz, alltagsmathematische Kompetenz sowie Problemlösungsfähigkeiten im Mittel über dem internationalen Durchschnitt liegen. Die Studienleiterin Prof. Beatrice Rammstedt, Vizepräsidentin von GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, habe betont, dass im Gegensatz zu internationalen Studien im schulischen Bereich die Kompetenzen der Erwachsenen in Deutschland stabil geblieben seien.
Die Studie verdeutlicht, dass die Heterogenität der Kompetenzen innerhalb der deutschen Bevölkerung zugenommen habe. Während der Anteil der Personen mit hohen Lese- und alltagsmathematischen Kompetenzen höher sei als vor zehn Jahren, hätten die leistungsschwächsten 10 % der Bevölkerung auffallend geringe Lesekompetenzen. Prof. Rammstedt habe darauf hingewiesen, dass besonders Personen mit niedrigem Bildungsabschluss sowie solche aus sozial benachteiligten Familien besonders häufig geringere Kompetenzen aufweisen.
Ein weiterer Befund der Studie sei, dass Personen, die nicht in Deutschland geboren sind, signifikant geringere Grundkompetenzen besitzen als diejenigen, die in Deutschland geboren wurden. Dieser Unterschied habe sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Studie belege zudem, dass Personen mit geringeren Kompetenzen schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und ein höheres Risiko der Erwerbslosigkeit tragen.
PIAAC 2023 wurde im Auftrag der OECD durchgeführt und in Deutschland von GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften geleitet. Der Untersuchung lag eine Stichprobe von etwa 4.800 Personen in Deutschland zugrunde, die alltägliche Aufgaben in deutscher Sprache selbstständig an einem Tablet bearbeiteten.
Prof. Rammstedt betont, dass die Gruppe der Personen mit geringen Grundkompetenzen besonders vulnerabel sei. Diese Menschen hätten nicht nur auf dem Arbeitsmarkt Schwierigkeiten, sondern seien auch in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt.
Die Ergebnisse der Studie sind in einem umfangreichen Bericht veröffentlicht worden, der von verschiedenen Autoren, darunter Prof. Rammstedt, erstellt wurde.
Quelle: Pressemitteilung vom 10.12.2024
Veröffentlicht am 11.12.2024 06:22 von Christian Wolf



