Neue Studie der FernUni Hagen: Multitasking bleibt auch nach Training begrenzt
Eine aktuelle Kooperationsstudie unter Beteiligung der FernUniversität in Hagen, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Medical School Hamburg untersucht die Grenzen des Multitaskings. Die Forschenden zeigen, dass selbst nach intensiver Übung bei Doppelaufgaben ein kognitiver Flaschenhals bestehen bleibt. Die Ergebnisse sind im Januar 2026 im Quarterly Journal of Experimental Psychology veröffentlicht worden.
Im Rahmen von drei Experimenten analysierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie Teilnehmende visuell-manuelle und auditorisch-verbale Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Frühere Annahmen, dass sich sogenannte Doppelaufgaben-Kosten durch Training nahezu vollständig aufheben lassen, werden durch die neuen Daten relativiert. Zwar verbesserten sich die Teilnehmenden nach Übung deutlich und konnten Aufgaben fehlerfrei sowie schnell bearbeiten, die zugrunde liegenden kognitiven Prozesse liefen jedoch weiterhin nicht vollständig parallel ab.
Prof. Dr. Torsten Schubert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg betont, dass auch bei routinierten Abläufen ein zentraler Engpass in der Informationsverarbeitung bleibt. Prof. Dr. Tilo Strobach von der Medical School Hamburg hebt hervor, dass diese Erkenntnisse nicht nur für die Grundlagenforschung relevant sind, sondern auch praktische Bedeutung für Alltag und Sicherheit haben. Multitasking, etwa beim Autofahren und gleichzeitigen Telefonieren, bleibe selbst für geübte Personen riskant.
Prof. Dr. Roman Liepelt von der FernUniversität in Hagen verweist darauf, dass das Wissen um kognitive Bottlenecks entscheidend für die Gestaltung von Arbeitsprozessen, Lernumgebungen und Sicherheitsmaßnahmen ist. Die Psychologie-Studiengänge der FernUni Hagen, die in Rankings regelmäßig mit ihrer digitalen Lehre und flexiblen Organisation überzeugen, greifen solche aktuellen Forschungsergebnisse auf und vermitteln sie praxisnah an Studierende.
Quelle: FernUni Hagen vom 26.01.2026
Veröffentlicht am 28.01.2026 10:33 von Christian Wolf