Neue IU-Studie beleuchtet Lernverhalten in Deutschland: Neugier und digitale Technologien als Schlüsselmotivatoren
Eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule untersucht, was Menschen in Deutschland zum Lernen antreibt. Dabei zeigt sich, dass Neugier, Interesse und der Beruf die wichtigsten Motivatoren sind. Digitale Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) spielen dabei eine wachsende Rolle.
Die IU Internationale Hochschule (IU) hat die Ergebnisse der Studie „IU Lernreport 2024: So lernt Deutschland“ veröffentlicht. Die repräsentative Studie zeigt, dass 72,1 Prozent der Menschen in Deutschland aktuell lernen. Am häufigsten geschieht dies aus Neugier und Interesse (37,9 Prozent), gefolgt vom Lernen für den Beruf (28,9 Prozent) und der Bildung (19,3 Prozent).
Dr. Ulrike Lichtinger, Professorin für Sozialwissenschaften an der IU, betont, dass Neugier und das Interesse am Thema mächtige intrinsische Antriebe seien. Für den Lernerfolg seien Praxisnähe und Nachhaltigkeit entscheidend. Rund 54,3 Prozent der Befragten empfinden Lernen als erfolgreich, wenn das Gelernte in der Praxis anwendbar ist, und 47,1 Prozent, wenn der Lernstoff verstanden wurde oder man sich langfristig daran erinnern kann.
Bei den Lernmethoden setzen viele auf klassische Tools wie gedruckte Lernmaterialien (59,9 Prozent) und Videos (54,5 Prozent). Auch digitale Methoden wie Lern-Apps und KI werden immer häufiger genutzt. 42,2 Prozent der Befragten nutzen sie immer oder häufig, wobei die Generation Y (26-40 Jahre) am stärksten vertreten ist (48,7 Prozent).
KI-Technologien werden überwiegend positiv bewertet. 35,8 Prozent der Befragten haben bereits Erfahrung mit KI beim Lernen gemacht, und 87,2 Prozent bewerten diese Erfahrungen als positiv. 57,9 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Lernergebnisse durch den Einsatz von KI verbessert haben.
Die Studie weist auch auf Ablenkungen hin, die das Lernen erschweren. Für die Generation Z (bis 25 Jahre) stellt das Smartphone die größte Ablenkung dar, gefolgt von Social Media. Bei älteren Generationen stehen Müdigkeit und private Sorgen im Vordergrund.
Dr. Kristina Schaaf, Professorin für Digitale Transformation an der IU, sieht großes Potenzial in KI-technologischen Lern-Apps und fordert, Menschen einen reflektierten Umgang mit diesen Technologien beizubringen.
Die Ergebnisse stammen aus einer Befragung von 2.512 Personen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren, durchgeführt vom 27. März bis 9. April 2024. Die vollständige Studie ist auf der Website der IU und im PDF-Format einsehbar.
Quelle: Pressemitteilung vom 3.12.2024
Abbildungen: IU Internationale Hochschule
Veröffentlicht am 03.12.2024 08:39 von Christian Wolf
Aktualisiert: 01.04.2025 05:56


