27.11.2024 🤔1

Neue Expertise zeigt: Soziale Herkunft beeinflusst Bildungserfolg in Deutschland weiterhin stark

Die Wübben Stiftung Bildung hat eine umfassende Expertise veröffentlicht, die den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland beleuchtet. Die Studie zeigt, dass sich dieser Zusammenhang in den letzten Jahren nicht verringert hat und dass sozial benachteiligte Schüler weiterhin stark eingeschränkte Bildungschancen haben.

In einer kürzlich veröffentlichten Expertise hat die Wübben Stiftung Bildung festgestellt, dass die soziale Herkunft in Deutschland eine entscheidende Rolle für den Bildungserfolg spielt. Die Expertise mit dem Titel „Woher und Wohin 2024“ wurde von einem Wissenschaftlerteam der Universitäten Osnabrück, Duisburg-Essen, Bochum und Dortmund erarbeitet und bündelt zentrale Befunde zahlreicher Schulleistungsstudien.

Laut der Expertise sei der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland stärker ausgeprägt als in vielen anderen vergleichbaren Ländern. Isabell van Ackeren-Mindl, Professorin für Bildungssystem- und Schulentwicklungsforschung an der Universität Duisburg-Essen und Mitautorin der Studie, erklärte, dass sich dieser Zusammenhang im letzten Jahrzehnt teilweise sogar noch verstärkt habe.

Die Expertise berücksichtigt eine Vielzahl von Schulleistungsstudien, darunter PISA, TIMSS, IGLU, ICILS, ICCS und den IQB-Bildungstrend. Ebenso wurden Daten aus dem nationalen Bildungsbericht und dem NEPS-Panel analysiert. Es wurden verschiedene Kompetenzbereiche untersucht, darunter Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften, computer- und informationsbezogene Kompetenzen sowie politisches Wissen.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die Bildungschancen von sozial benachteiligten Schülern in vielfacher Hinsicht eingeschränkt sind. Diese Einschränkungen seien über den gesamten Bildungsweg beobachtbar und verstärkten die Bildungsungleichheit kontinuierlich. Matthias Forell, Vertretungsprofessor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Inklusion an der Universität Osnabrück und ebenfalls Autor der Expertise, führte aus, dass nicht nur Herkunftsmerkmale, sondern auch strukturelle Faktoren zu diesen Benachteiligungen beitrügen.

Um die Situation zu verbessern, sei es entscheidend, sozial benachteiligte Schüler besonders zu fördern. An sogenannten „Startchancen-Schulen“, die sich in sozialen Brennpunkten befinden, sollten Maßnahmen gezielt umgesetzt werden, damit die Schüler tatsächlich davon profitieren. Dr. Markus Warnke, Geschäftsführer der Wübben Stiftung Bildung, betonte die Wichtigkeit des Startchancen-Programms in den Bundesländern.

Die Wübben Stiftung Bildung wurde 2013 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, gerechte Bildungschancen für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen, unabhängig von ihrer Herkunft. Die Expertise „Woher und Wohin“ wurde vom impaktlab, der wissenschaftlichen Einheit der Stiftung, verantwortet.

Weitere Informationen finden sich hier (PDF).

Quelle: Pressemitteilung vom 27.11.2024
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