Moderates Wirtschaftswachstum in der Weiterbildungsbranche, auch dank hohen Bedarfs an Integrationskursen
Die Ergebnisse der wbmonitor-Umfrage 2023 zeigen, dass trotz Kostensteigerungen und einer insgesamt verhaltenen Nachfrage das Wirtschaftsklima in der Weiterbildungsbranche im Jahr 2023 moderat positiv war. Besonders gefragt waren Integrationskurse, was auf die hohe Zahl der Ukraine-Geflüchteten zurückzuführen sei.
Die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) durchgeführte Umfrage mit dem Titel „Energiekrise und ökologische Transformation“ zeige, dass der wbmonitor-Klimawert für alle Weiterbildungsanbieter im Jahr 2023 bei +22 Punkten lag, was einer Steigerung von 13 Punkten im Vergleich zum Vorjahr entspreche. Diese leicht positive Entwicklung verdeutliche die zentrale Rolle der Weiterbildung bei der Bewältigung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Transformationsprozesse. Dennoch seien die Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd, insbesondere im Vergleich zur Situation vor der COVID-19-Pandemie, als der Klimawert noch bei +44 gelegen habe.
Besonders hohe Preise stellten eine wirtschaftliche Belastung für die Anbieter dar. Dies betreffe vor allem Energie, Sachmittel, Dienstleistungen und Raummieten. Zudem trügen Investitionen im Bereich Digitalisierung und die Folgekosten des Fachkräftemangels in der Weiterbildung zur gestiegenen Ausgabenstruktur bei. Eine Mehrheit der Anbieter (58 Prozent) habe darauf mit eigenen Preiserhöhungen reagiert. Trotz der Kostensteigerungen sei die Nachfrage nach Weiterbildungsleistungen insgesamt eher verhalten gewesen. Eine Ausnahme bildeten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Angebote wie Integrationskurse und berufsbezogene Sprachförderung, wo eine hohe Nachfrage berichtet worden sei.
Anbieter, die sich vor allem durch private Mittel finanzierten – also von Teilnehmenden, Selbstzahlern oder Unternehmen – hätten sich wirtschaftlich am positivsten gezeigt (Klimawert jeweils +31). Im Gegensatz dazu sei die Situation für Einrichtungen, die überwiegend im Auftrag der Arbeitsagenturen bzw. Jobcenter arbeiteten, eher negativ gewesen (Klimawert -8). Diese Einrichtungen hätten die Nachfrage nach Weiterbildungen, die über Bildungsgutscheine und arbeitsmarktpolitische Instrumente gefördert würden, häufig als niedrig eingeschätzt. Anbieter, die sich vor allem durch Kommunen, Länder, den Bund bzw. die EU finanzierten, hätten mit einem Klimawert von +20 geringfügig unter dem Gesamtdurchschnitt gelegen.
Die Umfrage habe sich auch mit der aktuellen Angebotssituation zur ökologischen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft befasst. Außerdem seien organisationale Maßnahmen der Anbieter zum Klima- und Umweltschutz sowie deren Unterstützung für Lehrende bei eigener Weiterbildung im Bereich Nachhaltigkeit untersucht worden.
Der wbmonitor sei ein Kooperationsprojekt von BIBB und DIE, das mit einer jährlichen Umfrage bei Anbietern beruflicher und allgemeiner Weiterbildung zu mehr Transparenz über die Weiterbildungslandschaft bzw. deren Anbieterstrukturen beitrage und aktuelle Veränderungen aufzeige. An der Umfrage 2023 zum Thema „Energiekrise und ökologische Transformation“ hätten 1.172 Weiterbildungsanbieter teilgenommen. Der vollständige Ergebnisbericht ist unter diesem Link abrufbar. Weitere Informationen zum wbmonitor sind unter www.bibb.de/wbmonitor zu finden.
Quelle: Pressemitteilung vom 04.12.2024
Veröffentlicht am 04.12.2024 11:30 von Christian Wolf