16.01.2026

Marcus Specht übernimmt Leitung des Forschungszentrums CATALPA an der FernUni Hagen

Zum 1. Januar 2026 hat Prof. Dr. Marcus Specht die wissenschaftliche Leitung des Forschungszentrums CATALPA an der FernUniversität in Hagen übernommen. Er folgt damit auf Prof. Dr. Dr. Friedrich W. Hesse, der das „Center of Advanced Technology for Assisted Learning and Predictive Analytics“ (CATALPA) aufgebaut und bis Ende 2025 geführt hatte. Das Zentrum zählt rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Disziplinen wie Psychologie, Informatik, Computerlinguistik, Bildungswissenschaft und Organisationssoziologie, die gemeinsam an der Verbesserung der Hochschulbildung forschen.

CATALPA verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und arbeitet nach dem Reallabor-Prinzip: Neue Methoden und Technologien, insbesondere aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Learning Analytics und Learning Engineering, werden zunächst in geschütztem Rahmen erprobt und anschließend in den Studienbetrieb der FernUniversität mit ihren rund 80.000 Studierenden integriert. Marcus Specht betont, dass CATALPA ideale Voraussetzungen für Forschung an der Schnittstelle von Technologie und Bildung bietet und verweist auf die Bedeutung nationaler und internationaler Kooperationen.

Specht ist bereits seit Anfang 2025 als Forschungsprofessor für „Learning Sciences in Higher Education“ bei CATALPA tätig und bringt langjährige Erfahrung aus der Verbindung von Psychologie und Informatik mit. Vor seinem Wechsel nach Hagen war er unter anderem wissenschaftlicher Direktor am Leiden-Delft-Erasmus Centre for Education and Learning und hat einen Lehrstuhl für Digital Education an der TU Delft inne. Sein Vorgänger Hesse hebt Spechts interdisziplinäre Expertise hervor, die gut zur Ausrichtung des Forschungszentrums passe.

Ein Schwerpunkt von Spechts Arbeit liegt auf der Integration von Technologie zur Unterstützung menschlicher Lernprozesse. Dank einer Learning-Analytics-Ordnung an der FernUniversität ist die strukturierte Analyse pseudonymisierter Lerndaten möglich, was die Erforschung digital gestützter Lernprozesse im Hochschulalltag erleichtert. CATALPA hat sich in den vergangenen Jahren als zentrale Einrichtung für KI- und Learning-Analytics-Forschung etabliert und wird vom Land Nordrhein-Westfalen mit rund drei Millionen Euro jährlich gefördert. Das Zentrum gilt als Leuchtturmprojekt für innovative Ansätze in der Hochschulbildung und war zuletzt an mehreren groß angelegten Projekten zur Digitalisierung der Lehre beteiligt, wie etwa der Entwicklung von KI-basierten Prototypen für den Einsatz in der Hochschullehre.

Friedrich W. Hesse bleibt CATALPA noch bis Ende September 2026 als Gründungsdirektor erhalten und wird das Zentrum insbesondere bei Netzwerkaktivitäten unterstützen. Specht plant, die Profilierung des Forschungszentrums weiter auszubauen und Forschungsergebnisse sowohl in wissenschaftlichen Publikationen als auch im Hochschulalltag sichtbar zu machen. Zudem übernimmt er die Organisation des Bildungspolitischen Forums 2027 für das Leibniz Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale, dem CATALPA seit Kurzem angehört.

Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis bleibt ein zentrales Anliegen des Forschungszentrums. Unter der Leitung von Marcus Specht soll der Transfer skalierbarer Forschungsergebnisse in die Hochschullandschaft weiter gestärkt werden. Die FernUniversität in Hagen sieht sich damit weiterhin als Vorreiterin für evidenzbasierte Innovationen in der digitalen Hochschulbildung.

Quelle: Pressemitteilung vom 15.01.2026
Foto: FernUni Hagen
Veröffentlicht am von