22.01.2025

Jobwechsel im Trend: Mehr Gehalt und Zufriedenheit erwartet

Eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung und des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung enthüllt interessante Erkenntnisse über die Vorteile eines Jobwechsels in Deutschland. Laut der Studie können Beschäftigte, die den Wechsel aus einem unliebsamen Job wagen, eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von sieben Prozent erwarten. Besonders profitieren dabei Helfer:innen und Fachkräfte von den Veränderungen in ihren beruflichen Anforderungen. Nichtsdestotrotz spielt das Gehalt nicht die alleinige Rolle für gesteigerte Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

Wie den Forschungsergebnissen zu entnehmen ist, verstärkt der seit Jahren anhaltende Fachkräftemangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt die Chancen für Arbeitnehmer:innen. Etwa 30 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse werden jedes Jahr neu begonnen oder beendet, was einen flexiblen Arbeitsmarkt fördert. Besonders lukrativ ist der Wechsel in Berufe mit höherem Anforderungsprofil, welcher durchschnittlich ein Gehaltsplus von 6,9 Prozent einbringt. Selbst ohne Veränderung des Anforderungsniveaus profitieren die Arbeitnehmer:innen mit einem Plus von fünf Prozent oder 3,6 Prozent, wenn sie in ihrem bisherigen Beruf verbleiben.

Die Experten der Studie heben zudem hervor, dass auch die Zufriedenheit durch einen Jobwechsel gesteigert werden kann. So bewerten Wechselnde ihre Zufriedenheit durchschnittlich 1,1 Punkte höher auf einer Skala von 0 bis 10 im Vergleich zur vorherigen Beschäftigung, während Nicht-Wechsler einen minimalen Rückgang von 0,2 Punkten verzeichnen. Eine zentrale Erkenntnis bleibt, dass die Zufriedenheit weniger vom höheren Einkommen, sondern vielmehr von den neuen Aufgaben und dem Verhältnis zu Führungskräften und Kolleg:innen beeinflusst wird.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Motivationen zum Jobwechsel scheinen keine negativen Konsequenzen gehabt zu haben. Vielmehr wurde in vielen Fällen ein noch größeres Gehaltsplus verzeichnet, da viele Arbeitnehmer:innen nur dann wechselten, wenn sie mit signifikanten Lohnsteigerungen rechnen konnten. Trotz der veränderten Bedingungen hat die Pandemie die grundlegenden Trends nicht verändert – berufliche Mobilität zahlt sich weiterhin aus. Die Studie, die auf breiter Datengrundlage basiert, führt ihre Erkenntnisse auf die Kombination der Integrierten Arbeitsmarktbiografien (SIAB) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) zurück. Diese umfängliche Datenbasis ermöglicht es, diverse soziodemografische, berufliche sowie betriebliche und häusliche Merkmale samt Zufriedenheitsaspekten zu analysieren.

Quelle: Pressemitteilung vom 22.01.2025
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