05.02.2026

IU-Studie: Mehrheit der Beschäftigten sieht 48-Stunden-Woche kritisch – 4-Tage-Woche gewinnt an Zuspruch

Eine aktuelle Studie der IU Internationalen Hochschule beleuchtet die Einstellungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland zu verschiedenen Arbeitszeitmodellen. Im Fokus steht dabei die politisch diskutierte Einführung einer 48-Stunden-Woche. Laut der repräsentativen Umfrage unter 2.000 Beschäftigten im Alter von 16 bis 65 Jahren bewerten 73,5 Prozent eine solche Ausweitung der Arbeitszeit als negativ für ihr persönliches Leben. Die Befragten erwarten vor allem weniger Zeit für Familie und Freunde, eine Minderung der Lebensqualität sowie gesundheitliche Risiken.

Die Studie zeigt, dass insbesondere soziale und gesundheitliche Aspekte bei einer längeren Wochenarbeitszeit im Vordergrund stehen. Mehr als die Hälfte der Teilnehmenden befürchtet zu wenig Zeit für private Aktivitäten und einen Anstieg körperlicher oder psychischer Probleme. Lediglich 16,7 Prozent sehen die Möglichkeit, auf erhöhten Arbeitsanfall flexibler zu reagieren, als Vorteil. Auch die Arbeitsqualität könnte leiden: 42,9 Prozent erwarten mehr Fehler durch nachlassende Konzentration, ein Drittel rechnet mit sinkender Produktivität.

Beim Blick auf bevorzugte Arbeitszeitmodelle bleibt die klassische Vollzeit mit 35 bis 40 Wochenstunden am beliebtesten (44,7 Prozent). Die 4-Tage-Woche – definiert als 32 Stunden an vier Tagen bei vollem Gehalt – folgt mit 33,9 Prozent auf Platz zwei. Knapp ein Fünftel der Befragten bevorzugt Teilzeitmodelle. Die 4-Tage-Woche wird von 83,2 Prozent derjenigen, die dieses Modell kennen oder nutzen, als positiv für das eigene Leben bewertet. Genannt werden vor allem mehr Zeit für Familie, Hobbys und Erholung sowie eine gesteigerte Lebensqualität.

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass flexible und moderne Arbeitszeitmodelle zunehmend gefragt sind. Prof. Dr. Malte Martensen, Professor für Allgemeine BWL mit Schwerpunkt Personalmanagement und Organisation an der IU, ordnet die Ergebnisse ein: Längere Arbeitszeiten führten nachweislich zu mehr Fehlern, während effizientere Prozesse und flexible Modelle sowohl wirtschaftlichen Anforderungen als auch der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben besser gerecht würden.

Die Ergebnisse der Untersuchung unterstreichen, dass die Mehrheit der Beschäftigten in Deutschland kürzere und flexiblere Arbeitszeiten bevorzugt. Die vollständige Studie ist auf der Website der IU Internationalen Hochschule abrufbar.

Quelle: Pressemitteilung vom 05.02.2026
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